Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 6 (1877)
- Issue
- N° 25. (21.6.1877)
- Date
- 1877-06-21
- Page
- Seite 100 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/5367336-6488232-8754682--0777-4854265- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
— 100 — LtterMrbmcht. Dr. Alexander. Mtiparsische Aussprüche im DeuterojesajaS. (Au» der Zeitschrift der Deutsch-Morgenlänbischen Gesellschaft. Bd. XXX. pg. 709—722.) Herr Ä. geht von dem Bestreben aus, in den letzten 26 Kapitel« des kanonischen Jesajah Sätze zu suchest und zu finden, welch« ihre polemische Spitz« gegen den Parsismus und OinnnMlauben kehren, um so von einer anderen Seite daS Ergebniß der historischen Kritik über Zeit und Abfassung der - in %ebe stehenden Piecen zu erhärten. Daß es ihm gelingt, solche Sätze zu eruirest, die unverkennbar gegen parsische Lnschauungen ankLmpfen, kann ihm selbst der peinlichste Krftiker nicht streitig machen. Als wahrhaften loeas elussieus citireu wir nach dieser Richtung c. 45, 7 יוצר אור ובורא חשך עושה שלום ובורא &/ eine ׳"teile, welche schon alte talmudische »rftäten angemerkt, daß sie Front mache gegen die duallstisch-parfische Weltanschauung von Ormuzd und Ahriman, vom güten und bösen Priacip, von der.Herrschaft des Lichtes «»d der Fiustenüß» cf. Babli Berachot kdl. 11b. Diesem Lmstande «erdaukt ja auch diese Stelle die Aufnahme in die Lfturgie; nur wird das Schlußwort רע hier in ^2!1 אה abgeinchert. was auch dem Talmud l. c. auffällt. Orach Thaji» z. LS, 1 heißt es ausdrücklich תקנו להזכיר מדת לילה ביום להוציא מלב האפקורסים שאומרים מי שברא אור לא בהא ד$7י*. Daß eS möglich ist, sämmtllche prägnante Stellen, «Ache die unbedingte und nuthellbar« Nnheit und Einzigkeit -otteS betonen, als antiparfische Aussprüche zu kennzeichnen, hat freilich seine Richtigkeit. Allein hiermit ist noch keines- Msttzm. Nu» berichtet aber Joseph Delmrdig» selbst, baß Elia Lelm«, dich» t» Folg« der Streitigkette» «tt Juda Meuz auig«wandert sei u>w dann mit «och zwei »der drei Jahre gelebt habe. Der Streit Pittscheu I. M. «w <. D samd nun wer, wie ob«» nachgewiesen wurde, 1487 oder 1488 statt. Wie soll nun als» Cttt Delmedigo noch bU 1198 gelebt habe»? — Luster dem leidet aber Joseph Delwedigo'« Angabe aa ettwm inneren Widerspruch«. Sr selbst giebt uittulich' an. daß Saul Haste« erst «ach Delmedcho't Auswanderung besten Schüler war; Sude 1400 war nu» «brr Saul Hohe» bereit« Delmedigo« Schüler, da der letztere auf »oh««« Beraulastuu, sei» Serk , רן־א <d. i. Deeember 1490, aersaßte. Llia .1490 bereit« «gewandert. S« ist also entwwer daß Saul Kobe» erst »ach der Auswanderung Delmedigo'Sdeffen'Schüler war, wer ww »iel wahrscheinlicher ist. die andere, daß Delmedi'go erst WA: Pi«»'« Tod «utgewander! sei. — wegdie Möglichkeit auSgeschloffen,Lalle diese Dicta als antipolytheistische zu reclamiren. Da» trifft namentlich auf alle vom Berf. unter II-V citirte« Beispiele zu. Oder will H. K. so weit gehen im שמע, im Dekalog, im Deuteronomium und an zahllosen Stellen de» Pentateuch, in denen auf das Stricteste ganz im Sinne der letzten 26 Kapitel des kanonischest Jesajah die absolute Einheit und Einzigkett Gottes, seine persönliche, unkörperUche, ttanscendente. reingeistige Wesenhett gelehrt wird, Etappen zur Bekämpfung des parsischen Dualismus zu erblicken» Alle diese Sätze sind, wie jeder Unbefangene zuqeben wird, überhaupt gegen polytheistische Weltanschauungen gerichtet. Um den antiparsischen Ursprung aller dieser Dicta überzeugend nachzuweiien. dazu gehört, daß sie nicht eine so allgemeine Färbung haben, wie dies zumeist der Fall ist. Ja, wen sie alle eine so individuelle, untrüglich antiparfische Gewandung an sich trügen, wie die Berse Jes. c. 45, 5—7, dann müßten wir H. Ä. in allen Punkten beipflichten. So lange die» nicht der Fall ist, wird man den Gegnern der radikalen Kritik das Recht nicht bestreiten könn« n, viele, vom Vers, als specisisch antiparfische geken׳»zeichnete Aussprüche nur als anti-polytheistische gelten z« lassen. Jedenfalls hat durch die Blätter des ge'.ehrten Berf. die kritische Frage über den Deuterojesajah eine mannigfach anregende Be» reicherung erfahren, wofür ihm der aufrichtige Dank aller Fachgenosse» — gleichviel welcher Parteirichtung — in vollem Maß« gebührt. vr. I. D. Notizen. 1) Der Herr Recensent meiner Schrift über Uriel Acosta in vor. Nr., bm ich für seine Besprechung sehr dankbar bin, hat übersehen, daß ich S. 200 ausdrücklich sage: ״Da «nser Bericht in der zweiten, aber nicht in der ersten Auflage der Responsen Jacob Halewi'S enthalten ist" u. s. w. Damit ist sein Eunwand und seine Frage am Schlüsse der Recension erledigt. Auch hat Acosta Nichts vor 1623 drucken lassen, während das Responsum doch von seiner für den Druck vorbereiteten Schrift spricht. Also ist auch hierdurch die Festsetzung der Zeit vor 1623 ausgeschlossen. München, 13. Juni. Perle». 2) Das שיננור in dem (Nr. 23 besprochenen) Büchlein von-Mauuheimer ist nicht, wie der Recensent meint, in S ö ller zu corngiren, sondern einfach das hebräisch geschriebene ״Zwinger". — D. (DaS ש wäre sonach in צו aufzulösen. Red.) t:. i k י y׳ £ Literarische Anzeigen. k וויענער איזראעליט f erscheint u» Wie« in jüdische» Lettern lSNal wöchentlich und kostet für 1 daS . Inland 2.40 fl. und für das?Ausland $ fl. öw. ,vierteljährlich ' Probeblätter werde« auf Berlangen ^zngeschickt. Adreffe: Xetz«td»L de« .«lener Israelit" Wie». Wichtig für Eautoren und Lehrer find ׳1׳ .יקיראלv 140 leichte dreistimmige Tempelgesänge für Eabbathe und Festtage, nebst Gelegenhettsgesäugen. für dr« Cantor oder für de« Eßar allein ausführbar. Sudferk^tionspreis bis 1. Juli a. c. 4 Mark ^^^!mamworLttüte Nwaktmir: pro Exempl. Zu beziehen durch unterzeichnete Herausgeber. Bunzlau i. Schlei. Itetzler, M. Tintner, Eantor nnv Lehret. Canior und Lehrer. Verlag von O Skar Seiner inLeipzig Parabeln, Legenden und Gedanken a»s Kakmud «nd Midrasch, gesammelt und geordnet oon filaieppe Levl, auS dem Mrtexte in'SDeuisch« übertrage« ׳ von Bezirks,Rabbiner liuäwig Seligmann. Zweite vemwehrte «lustage. Preis broch. 4 Ri., in elegamem Originaleinband M. 5,L0. Diese hochinteressante Sammlung talmudischer Erzählungen, welch« seit Jahr« vergriff« war. liegt jetzt m zweiter ««flag« »ot_uiu> eignet sich Haupt- .. “ mn. Veriangta wert»« M i ■ilV I «am ) ■Mntaaai asaraü» aal «ataraemaetH»»« Dr. SK. sächlich )« Schar» B ries kastei» der tztedartion. 8. in D. Angekommen und ausgenommen. Tischrede»? Nein. Besprechung des Büchlein« im Lbl. erfolgt nicht. T. in B. Die gew. Nr. 13/14 des Ltrbl. ist »ergriffen. B. in K. Abdruck Ihrer Abhandlung beginnt in Nr. 27 (mit dem neuen Quartal). Daß ein« Arbeit über daffelbe Thema sich bereit« i« Druck befind«, ist nur Bermuthung Nähe« re« weih ich nicht darüber. . K. in W. Im Ltrbl. iür bi« nächsten Nummern kein Raum, vielle icht in der Wochenschrift, (lieber den betr. Literaturzweig ist eine bes 0 ndere Schrift nicht erschienen) Leriag von Robert Fries« in Leipzig.