Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 6 (1877)
- Issue
- N° 25. (21.6.1877)
- Date
- 1877-06-21
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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־. ,ל-»*י m s5. ־ -Hp-MW VI. JichrgaW. I»r Betnuh ttzw» ». I«dt« terarischea de» Gebiete der schichte,Ethnogr xpi jßrtratalU, <Sr J«»rgil1, >- aller Jutenbetreffende« U- 'cheiuuugen uns Philosophie,«»- hie,Theologie, ' gese, HomUetib, Pädagogik. Herausgegeben von Rabbiner 1)1׳. Moritz Rabmer. Magdeburg, 21. Juut 1877. Bicher »er eiuschti^ge» Literotur, »elch« »er Re», »e« , Kiteroturttott" i» Magdei (,»er »er^Ioroel.r׳ t» Slettt») Mgesoudt finde« i» diese« Ilutte gehe«», Besgrech««,. tAtutMAtt" erscheint wöchentlich einmal; Preis pro Jahrgang 8 Mark, mit der ״Israelitischen Wochenschrift": 10 Mark e Buchhandlungen (in Leipzig durch Rodert Friese), oder durch dikeete Bestellung bei der Expedition der ״Jichrelitrsche» agdeburg. — Inserat« werden mit 20 Pf. für die dreigespaUene Petitzeil« berechnet. Da» ״Ist». Lit t Zu beziehen durch al '׳ Wochenschrift" in Turze Lbhandlu »gen: Ueder die Entwicklung der jüdischen Religion-phtlosophie Bon vr. Suttmann. Li« Brief Sach! r-Masoch'i über die Juden. Habe» die Jude» je Propaganda gemacht? Bon Joseph Löwg. Der Streit zwis hen Juda Renz und Elia Delmedigo. Bon Lernhar» Ritter, (t Schluß.) Literaturbericht: Recensionen: Kohut, Dr., Antiparsische Aussprüche im Deuterojesaj >S. Notizen. Inserate. Ueber di« Entwicklung der jüdischen -teli^ionSphilosophie. Bhu^Ltindrabbiner vr. Suttmann. > Die Einen wh ken ihrer Ueberzel ihrm Stas jenem Syn (Schluß des Art. VI.) »ren dadurch in ein fortwährendes Schwanzung gerathen, in welchem sie unaufhörlich!»selten und sich bald zu diesem, bald zu!"kannten* *); die Anderen wieder warfen sich, blick auf die Mannigfaltigkeit der philoso- »den positiven Standpunkt abweisen zu müsien rundsätzlichen SkepticiSmus in die Arme**), lie durch den Einfluß des Aaräismus im Kreise der Nabbchüten heimisch gewordene Bibelforschung hatte zu den bedenklichsten Ausschreitungen geführt, denen gegenüber es geboten war, die in manchen Gemüthern erschütterte Autorität der heiligen Schrift durch eine tiefere Begründung ihrer Lehren wieder zu befestigen. Hatte doch, wie bekanntlich Abra- Ham ibn David in seinem Sepher Hackabalah berichtet, selbst die maßlos zerse sende Kritik, welche Chiwi Albalchi, ein Zeitgenösse Saadia'S gegen die heilige Schrift richtete***), trotz ihrer, aller Pietct spottenden, rationalistischen Austastung in *) Emmoth ihe-Deoth. Einleit. pag. 3. ומהם מי שמנהיג את עצמו בדעת מן הדעות זמן, ואחר כך מ4«0ו בעבור דבר שראה בו׳ והעתיר, ממנו אל דעת אחרת אחר זמן. ומאסו בעבור דבר שהיה מגונה בעיניו בו, ואחייב!העתיק אל דעת אי אחר זמן, ועזבו בעבור ענץ שהפסיד אותו בעיניו ווה בהתהפכות כל ימיו- ד* Das..וראיתי בני אדם באלו מבעו במי הםפב(ת וכבר כסו אותם מימי השבושים ונוי *) Srätz's Annahme (BL. V. Note 20), daß die zwölf von Saad>a in Emunoth Buch Ul, 10 erwähnten Einwürfe gegen die Göttlichkeit der Schrift bis au die beiden letzten den Schriften Lhiwi's entnommen seien, ist der Umstaad entgegenzuhalten. daß die Berechtigung der Thier- »pser (vierter Einn urf) bereit» von den Rutaziliten diskutirt wurde. Rvre III, 17. vgl. auch TchahrastLni l, S. 60 (übers, v. Haarbrücker). weiten Kreisen eitle so günstige Aufnahme gesundest, daß man dessen Schriften selbst in öffentlichen Schulen, dem Unterricht zu Grunde zu legen, keinen Anstand nahm. So war dem» selbst die große Masse der Denkfaulen, die, wie Saadia sich beklagt, stumpfsinnig und, ohne sich weiter von ihrem Glaube» Rechenschaft zu geben, am Hergebrachten festhielten, in Gefahr, von t5em Strudel der in so bunter Mannigfaltigkeit auftan» chen den Meinungen und Jrrthümer ergriffen und dem Juden» thum entfremdet zu werden. In der Art und Weise, wie Saadia seine Aufgabe ersaßt und wie er, bei aller Hochschätzuug der philosophische» Spekulation, doch auch die EelbststüudiMt Lnd Originalität des Judenthums zu wahre« ,^erstanden hat. bekundet sich der Riesensortschritt, den die Erkenntniß und das Selbstbeamßtsei» des Judenthums seit den Zeiten Philons gemacht hatte. Die jüdische Religionsphilosophie ist auf ihrem spätere» Entwicklungsgange selbstverständlich Über diesen ersten Versuch, das Judenthum mit der Philosophie in Einklang zu setze», i» de» wesentlichsten Punkten hinausgegangeu, jede nur irgendwie de» merkenswerthe Erscheinung in der Geschichte der Philosozchie hat ihre Spuren in der jüdischen Religionsphilosophie zurück» gelaffen. Die Richtung aber, in welcher sich die Entwicklung der jüdischen Religionsphilosovhie in der Folgezeit bewegt, ist von Saadia angegeben worden) er muß als der S ch ö p f e r d e r jüdischen Religionsphilosophie angesehe» werde«. Ein Brief Sachoie-Mafoch'S über di«. Bruck an der Mur in Steiermark, 14. Mai 1877. Geehrter Her»! Ihr Schreiben hat michi nicht im Mindesten verletzt, aber in hohem Grade überrascht. Bis jetzt war ich gewohnt, von jüdischer Seite fast begeistert anerkannt, von judenfeindlicher Seite aber als jüdischer Parteigänger verdächtigt, oder gar in schlimmster Absicht als Hude bezeichnet zu werden. Ihr Schwiegervater war von meinen Darstellungen deS polnisch» jüdischen Lebens hoch erfreut, und er ist maßgebend, da er dasselbe genau kennt, D. in Berlin, einer der beste» Kenner des Judenchums. machte mir die wärmsten Lobsprüch« und bezeichnete mich als den' Einzigen der fähig wäre. Heiue'S *) Die Veranlassung zu diesem interessanten Briefe de» geistvolle» Schriftstellers erhellt aus dem Inhalte und «lehr noch ans »er Antwort, die ihm von dem Adressaten, unserem gesch. Mitarbeit«, geworden, und die wir auSzügkch in nächster Nr. bringen werden. (R»d.)