Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 6 (1877)
- Issue
- N° 18. (3.5.1877)
- Date
- 1877-05-03
- Page
- Seite 72 (sequence 4)
- Language
- German
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«rd««, weil an einig« Stelle« etwa- «och nicht Dageweimt* zu bemerke» ist? Man möchte der schöpferischen Thätigkett in de« Ar» fallen und rufen: Halt ein, gnade uns, denn er ist genug I Er ist schwer auf diesem vteldurchpstügte» Boden Neues zu schürfen; aber muß erdenasein? Wäre dar Neue auch wahr! muß man nur zu oft hier auSruftn. Fördert er uns ß B. etwa, wenn das schwierige לססתי. (I, 9) mit der komischen Bemerkung abgefertigt wird (S. 43), warum nicht auch Pharao seine« LeibbulephaioL soll gehabt haben? Ist es nicht zu« lleberdruffe oft wiüxrholt worden, die hebr. Sprache kenne keine Compofita, daß uns S. 81 f. |T*HJK als aus א0ח undTlfi (״tragen!!) zusammengesetzt in der Bedeutung ״TragseffA mit einem Baldachin" vorgeführt witb??) Einer Erwähnung wäre bei dem dunkeln, ebenfalls als erratheneS Compositum austretenden ־־־ תלפיות Grätzens <S. 58) geistreiche Erklärung doch mindestens werth gewesen. Man brcmcht die Leber setzung von VI,10 אימה כנדנמת (S. 139) ״schüchtern wie Entsahnte" nur anzusehen, um die Unmöglichkeit solcher Erklärung zu begreifen. Daß die Wiederholüng VI, 5—7 der bereits IV, 1—3 vorkommenden Verse wirklich so bedeutende Schwierigkeiten' macht, daß K. (IX A. 1 und 140) sie beinahe opfern möchte, kann ich nicht finden. ES vertrügt sich eine solche Wiederholung vielmehr ganz gut mit der Etändigkeü und gleichsam kehrreiMrtigen Gleichförmigkeit, mit der die alte Epik z. B. im Homer ihre Beschreibungen wiederholt. Die Erklärung von VH, 1. wo aus במחלת המחנים etwa ״ein Tänzchen zwischen den zwei Lagern" (S. 154) soll heißen: ein Streit zwischen Hof und Hirten, gemacht wird, verdient als Rückfall in die glücksich beseitigte Manier geschmackloser Biuristen im Munde eine» gelehrt« Sprachforschers die schärfste Rüge, zumal diese Stelle durch Grätz (190) bereits eine ausreichende Lö- ■ sang gefunden hat. Als Rückschritt gegen Grätz muß auch die erneute Luffastnng von פעמיך als. ״Schritte", während es einfach ״Füße" bleutet, bezeichnet werden (ib.). Wenn von der Dramahypothese Gebrauch gemacht wird, dann hätten «och mehr Schwierigkeit« beseittgt werden könn«, so. z. B. gleich I, 4, wo die Worte sich mü Leichtigkeit so vertheil« lassen: Slüamsth: O! Zeuch' mich dir nach! Der Hirt: So laß( uns eil«! Sal.: Mich hat der König in seine Gemächer gebracht. Der Hirt: wir wollten deiner uns fr«n und frohlocken. — In der Erklärung der Vergleiche wäre gar Vieles »och zu leist« gewesm; ft. geht meistens Über die Aufsuchung de» VergleichungSpvnkteS hinweg. Dürste nicht V, 12 also übersetzt werden: ״Seine Augen gleich« den Tauben an den Wasserbächen, die in Milch gebadet am Ranfte sitzen?" Wie Homer oft breit seine Vergleiche auSmalt, so werden hier die rein«, an der Elnfassung der Bäche fitzend« milchweißen Täubch« geschildert, den« die Augm gleichen soll« Die schöne Aaffaffung der Erzählung vom Weinberg, die ft. dem Hirt« in den Mund legt (200), hat Grätz (216) bereits angedeutet, wenn auch verworfen. Die Erklärung von M7 אוח (VIII, 9; S. 198) streift an die' von Smolensky (Haschachar NI, 330) aufgestellte, mit deffe» Anfichten sich ft. *) Und was soll, «ton mm gar erst zu dem mixtum compositum per» *= (דופ(ז)ק(בר sag«? auch in Betreff R. Akiba'S (id. 327 und ft. XXXVII) und de» allein in der Zeit Salomo'S möglichen OpttmiSmuS des Hohm Liedes (ib. und ft, XXXII) berührt. .Die AuSstattung ist herrlich und verdient alles Lob. Nur habe ich auch hier zwei sehr wichtige Ausstellungen zu machen. Es ist durch die ganze Erklärung hindurch verabsäumt worden, VerS und Kapitel an der Spitze der Colu innen zu bezeichnen, wodurch ein sehr zeitraubendes Such« beim Nachschlagen entsteht. Weg« mancher beachtenswerther Bemerkungen in grammatischer und lexicalischer Beziehung, die über das Buch zerstreut sind, ist ferner das Fehl« eines Index sehr zu beklag« Hierdurch wärm die ebmso schönen wie gelehrt« Aus- , führungen z- B. über 60 und verwandte Größen als runde Zahl« (74—79, 141—2), über 44—142 פלנש, über die Genezarethlandschaft 148—48, über Jbn Esra und das Verhältniß des Hebr. zum Arabischen, erst wahrhaft nutzbringend geworden. Es ist bedauerlich, so viel Geist und Arbeit für eine verlorme Sache verschwend« zu sehen. Ein Kunstwerk will aus sich erklärt sein und verträgt' keinen Schablonenzwang. Man muß es aufgeben, das Hohe Lied nach einer Schrulle erklären zu wollen. ES ist ein wahrhaft schmerzliches Gefühl, ein so herrliches Kunstwerk nicht voll genießen zu dürfen, aber das Geständniß kann uns nicht erspart werden, daß wir von einem vollen Verständniffe hier noch weit entfernt sind Mög« die Dramatisten, als deren geistvollsten einen man Kämpf stets nennen wird, auf einen Schliemann warten, der am Ende noch den erst« Theaterzettel dieses Drama's aus der judäischen Erde hervorgräbt; ihren Glauben kann ihn« Niemand rauben. Die Wissenschaft aber muß wie Sokrates von Herakleitos von dieser dunkeln Dichtung sag«: Was ich davon verstehe, ist herrlich und läßt mich hoffen, daß das, was ich nicht verstehe, noch herrlicher ist; das Werk braucht einen delischen Schwimmer. Wann wird an unserem Holze der letzte Nagel eingeschlagen werden? Dr. D. K. Nachtrag zu Rr. IS. (Aus der Petersburger Bibliothek.) Wie mir Herr Dr. Alb. Harkavy mittheilt, rühren die im L-B. Nr. 15 erwähnten Entdeckungen der Fragmente von Saadja, Jbn Bal'am, Tanchum, Mose b. Esra, Jbn Barun, Jsak Israeli u. a. von ihm selber her. Dieselben wurden berests während seines Aufenthaltes in Tschufut-ftale von ihm gemacht und in seinem russischen Rapport an den Minister im November 1874 besonders hervorgchoben. Dieser Bericht soll übrigmS auch bald dem Auslande zugänglich gemacht werden. — Hrn. Dr. Neubauer gebührt die Ehre der Auffindüng von R. Hai's AlhLwi und Jona ibn Ganah's Teschwir. Dr. D. K.**) **) Daß תיקן nichts anderes als (תיקו(ם ist, hatten auch wir zu der betr. Lewgsohn'schea Notiz angemerkt: «S war aber vom Setzer übersehen worden. Wir haben seitdem noch allerhand andere Vermuthungen über da« Wort erhalten, aber ״es bleibe stehen": תיקום• Literarische Anzeige«. Soeben erschim im Verlage von Carl Habel (Lüderitz'sche BerlagSbuchh.) B e rlin 8W., WilhÄMr. 33, das erste Heft (Prvbennmmer) der Vr»tsche« Nrvue tt« tal aefajnate ttaltowale Leke» der Gegenwart. Herausgegeb« von Richard Fleischer. . Monatlich 2 Hefte. Preis pro Quartal: 4 M- 50 Pß i pro Quart Gnfta» DammS — 18. A«flage — sei der israelitisch« Jugend bestens empfohl« , vriestaste» »er Mek«cti0tt. Chiffre ISO. Erhalten und soll — sobald?tarnt — Ausnahme finden. Die mtereffante fiedaNenr: kr. M. itahmer^ Druck von C. Scharnke in varby. LA. im Sohar בתו scheint mir nicht das bibl. Bahn zu sein, sondern vielmehr ein abgekürz׳ te« בתקwofür 1a die andere LS. בית spricht doch wird der Grundgedanke hiervon wenig tangirt. Dr. S. in D. Ihre beiden Anfragen dejähe hiermit. — Das gew. Heft wird Ihnen übersandt werden. B. R. in B, W. in W., R. K. In nLchster Nummer. Berlag von Robert Friese in Leipzig.