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Das jüdische Literaturblatt · 1877-03-29 · N° 13. u. 14. (29.3.1877) · p. Seite 55

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
6 (1877)
Issue
N° 13. u. 14. (29.3.1877)
Date
1877-03-29
Page
Seite 55 (sequence 7)
Language
German
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muß, ist frcjlich ein schlimmes Zeichen der Zeit, jader immer-. hin eine Nolhwendigkeit. Darin liegt aber keineswegs ausgesprochen, daß das Beiwort: jüdisch für alle anderen Kreise eine Abjchieckung sein müsse. Was den wissenschaftlichen Theil angeht, so kennt die Wissenschaft kein Bekenntnitz und gehört allen a», die dafür Sin» und Verstandniß haben. Das Interesse, das wir an Afghanen nnd Botokuden nehmen, verdienen die Juden doch wenigstens, und daß man ,über ihre Geschichte sich ininier noch am Besten nur aus den Werken ihrer eigene» Forscher belehren kann, ist eine in den Kreiien der Eingeweihten ausgemachte Thatsache. Aber auch der novel listische Theil der Leistungen wendet sich!licht gerade an den jüdischen Lssir. Komperts *rtb .Btruztenzs A!weiten haben auch in christlichen Kreisen A»erkenm«tg nnd Berbreitnng ge sunden. Sicherlich lhäle es gut, wenn auch den Schreibenden das Bewußtsein leiten dürf!e, daß seiu Weck auch zu Christen sprechen soll, weil nur dadurch die Einseitigkeit vermieden wird, die jeveni Schriftlhum sich anhestet, welches nur auf einen begränzten Leserkreis rechnen kann. In einer Zeit, in der selbst die Dialektdichlung Oberwasser findet verdient gemiß eine Literatur Beachtung und Pflege, die ein ganzes Gediel voll llngehobcner Schätze der poetischen Pflugschar «rqffnet. An tüchtigen Arbeitskräften fehlt es nicht, wenn uur neue Absatzquellen für ihre Leistungen sich eröffnen wollten. Es wäre «in beklagenswerthes Armuthszeugniß, wenn der neue jüd. Literaturverein in Deutschland es wirklich, wie er fürchtet, Glicht zu eüiein drillen Jahrgänge lollie bringen können. vr. David Kauf»1 an». Rktkvfion über eine Predigt. Allerdings eine Recenfion, die über eine bestimmte Predigt geschrieben ist. aber auf mehr als eine passen mag. Wir sagen nicht, auf welche sie sich bezieht oder bezogen hat, denn wir fanden sie zufällig unter unfern Papieren, fie ist vor fast sechs Jahren geichrieben, die fragliche Predigt tu wohl längst macnlirt. und es ist nicht unwahrscheinlich, daß der Recensent, wenn er sein Federproduct wieder sieht und erkennt, selber nickt niehr weiß, wen er damals kritifircn wollte. Es ist auch wlrkiich gleichgiltig. Warum wir aber das Recensionchen jetzt doch noch abdrucken lassen und zwar unt^r dem von uns gewählte» Tiiei? D> r Leser beachte das Tagesdat nm, welches wir beisetzen, und combinire! Wir beabsichtigen, wegen einer drohenden Sturmfluch von patriotischen Predigten, die heut gefalle» sein werden, ein Warnungssignal anszuhissen. Herr 2. hat dazu das Wort. 22. März. T. Wenn treffliche Gefiiynrng und lebhafte Begeisterung allein schon genügten, um eine gut» Predigt zu erzeugen, so müßte die des Hrn.«inen gar hohen Rang in der houtiletifchqr Literatur eiAnehmeft^ abqr «hie sagt Mirza-Schafihs ״Gute Gedanken wollen erdacht sein, gute Gedichte wollen gemacht sein"; der blotze gute Wille chnl's nicht; und es ist bedauerlich, daß gerade au« dem Gebiete der Predigt di« guten Menschen und schlechten Ptufikanten so sehr .das Lernen unficher machen. Den Herren Kanzelrednern spielt, wenn fie chre Borträge dein rauhen Hauche der Oeffentlichkeiie preisgeben, nicht fetten das Publikum, welches.fie gehört hat, oft eineu uuangenchmen Streich Dieses Publikum ist zumeist «*3 naheliegsxhen Gründen, sehr bescheiden; wie der Blinde die zarteren Müaneen, «elche bie Gegenstände -durch Farbe und Gestalt gewinnen, nicht fassen kann, sondern All«» Mt dem größeren TafOnzi beurtheilt. so fehlt steine» Dorf- «utb Stadtgemeindeil gewöhnlich das Verstandniß für deutsches« VNl, für das Schickliche gerade dieser Stilgattung. für das Triokllle und für viele andere schöne Dinge. Hat der Prediger nun ein kräfü'ges Organ, u-td ׳trägt er seine Trivialitäten feMbewußt.und kühnen Knihh «or, fo «üchi er Mstota Echt beste«'packt eche rechte MTr-thntndruMftUHe"^ tV0b so weit wäre ja die Sache noch recht gut. Denn ״Wo« ist. was. gefällt", sagt der Dichter. Aher der Beifall dieser Minden M für de» Auior eine bedenkliche Folge; er erweckt in.ihm'd^l Jrrthum, daß das", wqs im kleine» Kreise AirhrutM unb.Mcbanung erwirkt hat, auch für diev größere Öesientlichlbu nch eigne Er läßt feine Predigt«» drucken; .inbeß hgs .ist .ntz! gefährlicher Schritt; es ist ein Schritt von den Blinde» jll den Sehenden. Die Kritik hält sich an da» andere Dichtetwort: ״Schön ist, was sich ziemt" und hält es für unziemlich, Arbeiten dem Drucke zu üdergeben, welche von Sprich- oder doch Stilfehlern »id Geschmacklosigkeiten strotzen, ja sie bleibt sogar kalt, ivenn der Hoinilet sich urplötzlich in einen Poeten verwandelt und in Versen, wie etwa die folgenden sind, den vollen. Drang des Herzens aushaucht: O schenk' uns Deinen Gnadenblick, , Dies ist sür uns das größte Glück, Dann wird uns Heil umfächeln Und Friedenssonne lächeln. Die Kritik Hot nichts dagegen, daß solche Produkte zu Hanse, in der Gemeinde des Autors, gefalle«; »der üe verlangt aus Gründen des guten Geschmacks, daß der Hr BerfaHerkütchtäghin mit ihnen — nun eben zu Hause bleiben möge. Z. 1 * Literarische Anzeigen. Rahmcr'S Israelitisches Predigt-Magazin. Dritter Jahrgang. Inhalt de» L. QuartotShrfte» r Die GoNesstimme. Drei Predigten zum Neufahr«- und Versöhnungsseste.. »I Predigt zum Neujahrsfeste, d) Pcedigl zu Kol-Nidre. c) Predigt zum Lersöhnungstage Der dreifache Abschiedssegen. Predigt zum Schlußfeste. Soll und Hoden. Predigt am Laubhüttenseste. Sclbsterkcnntniß. Predigt am Schrmini Azereth. Gedächtnißpredigt aus den am 13. Februar 1875 »erstorbenen Seminardirector Ober-Rabb. Dr. Zacharias Krankel. Festrede an »ie Hx^nd. Die David»-Münze. Denkrede auf David Op penheim s. Inhalt de» 2. OuartalOhefte« r > Israels Schekel-Lehre. Zu P. Schekalim l Der Kampf und der Sieg. Zu P. Sachor. - Der Ziifammenhang der 1 Parschijoth. Zu > P. Parah. > Der wohlthätige Einfluß der Freiheit auf das ' sittliche Leben des Menschen. ) Israel, der Zeuge Gottes. - Predigt sür das Peßachfest. ' Ter Sieg über den ägyptischen Geist. , Zählet die Seelen! ) Israel, ein Kleinod Gottes. ( Warum soll Peßach im Frühling gefeiert werden? Israels Stärke und Schwäche. * Der ganze Jahrgang, direkt durch die Unterzeichnete Expedition bezogen, kostet tt Mark, einzelne Hefte ä 2 Mark. — Heft 2 wird die nächste Woche ausgegrben. Me Hrpedttio« der ,Zsr. FSachenfchr." - Rillig gegen baarX Ein נ״ך (Newiim 11. Hessuwim) in 15 Bänden mit Uebersetzung und hebräischen Commentaren (Raachi, Binr, Michlol, zum Theil auch Ihn Esra) — nur ד״ה fehlt, wofür aber Rahmer’s ״Targum zur Chronik“ gegeben wird — steht für Mark zum Verkauf bei der Exped. der ״lar. Wochen sehr.“ Ferner ist daselbst zu haben: Herzberg, Der freie Wille 60 P£ — Eine Osternacht. Ein Schulpmgramm. .60 Pf, Honigmann, Berel Grenadier, 1 M. j Güdemann , Religionsgesehichtl. -Stadien.2 1L

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