Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 6 (1877)
- Issue
- N° 10. (8.3.1877)
- Date
- 1877-03-08
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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M 10. -ff י• •T* * f-f ■ ,״; ■ Das VI• Jahrgang. Zur Beleuchtung aller Judenltzu« u Juden de treffenden literarischen Erscheinungen auf dem Lebiete derPhitosophie.Geschichte,Ethnographie,Lheotogie, Arlenlalla, Exegese, Hamilelld, Liturgik. Pädagogik. Herausgegeben von Rabbiner Di׳. Moritz Rabiner. Magdeburg, 8. März 1877. Bücher der einschlägige, Literatur. welche der Mrt. de» .Ii», Jiteraturdlatt" in Magdedur, (odrr der ^Jormt. Wachenschr.- in Stettin) ,ugesandt werde», finden in diele« Platte ringehende Besprechung“ Das ״Jüd. Literaturblait" erscheint wöchentlich einmal; Preis pro Jahrgang s Mark, mit der ״Israelitischen Wochenschrift": 18 Äart- Zu beziehen durch alle Buchhandlungen (in Leipzig durch Robert Friese), oder durch direct« Bestellung bei der Expedition der ״Israelitisch«» > Wochenschrift" in Magdeburg. — Inserat« werden mit 20 Ps. für die dreigespaltenc Petitzeile berechnet. V:.; Inhalt. kurze Abhandlungen: Nochmalige Beleuchtung von 1. Buch Samuel Cap. 16—18. (Schluß ) Das Reiten aus Pferden in der Bibel. Literrrturdericht: Recensionen: Mannheimer, I. N., Gottesdienstlichr Vorträge. — Dessauer, Jul, Spruch-Lexikon des Talmud und Midrasch. Notiz. Literarische Anzeigen. Nochmalige Beleuchtung von 1. B. Samuel Cap. 16—18 (Schluß.) 'Außer Jsai und David, hatte Scunuel Niemand in den ge- Heimen Zweck seiner Anwesenheit eingeweiht, auch die prüder mochten bei der einzelnen Vorstellung keine Nebenabsicht ahnen, den Zweck jedenfalls nicht errathen, daher leicht erklärlich, daß Eliab den David schulmeisterte; aber auch ohnedies wäre es nicht auffallend, wenn der fast würdige Eliab den Muth des ihm vorgezogenen Jüngsten isn Grolle bösen Uebermmh schilt. Wenn aber Verf. sich wundert, daß die Salbung in der Lebensweise des David keine Aenderung hervorgerusen habe, so verweisen wir ihn aüf die landmännische Beschäftigung aller Könige, die im Altcrthum a>^ der Spitze eines neuen König- Reiches standen, besonders aus Saul, der sogar nach der öffentliche» Wahl zum König ruhig zum Pfluge zurückkehrt 1. Sam 10, 26. 11, 15. (und Ps. 78, 70.) andrerseits aber auf 16, 3., wo gejagt wird, daß er voni Tage der Erwählung an von einem lieum hohen Geiste beseelt ward. . Warum Jiai nicht der Vorsehung durch Waffenübung na^half'), ist eine berechllgte Frage, mehr nicht; daß aber David vordem nie ein Schwert, in der Hand gehabt, steht nirgend'), folglich ist auch da kein Widerspruch. Nachdeni nun alle vom Verf. aufgeführten Schwierigkeilen und Widersprüche bis aus eine beseitigt sind, bestärkt uns vielmehr die meisterhastq VerttMung der einzelnen Thalsachen an die wirksamsten Stelle» (wie wir oben in Kürze nachgewiesen haben und cs auch weiter unten thun werden) ') Dieser Ausdruck ist durchaus nicht zu rechtfertigen. Pflicht des Menschen ist es, für eine ihn! von Gott zuertheiltc Mission sich vorzubereitcn, Pflicht des Vaters jp es, den Sohn zu erziehen, daß er dieses Berufes fähig und würdig sei. B. *) Offenbar Hai der junge Herr Dr. Berlin das C. 17, worüber er schrieb, wenig austnerksam gelesen, er hätte sonst de» , wichtigen Bers 39, wo das ausdrücklich steht, nicht übersehen können. B. in der Annahme, daß E. \16—18 eine selbstständige, eincheit-. liche Bearbeitung des, Stoffes sei (und zwar des Samuel selbst)') nicht aber Zusammeüfügung von Theilen aus altp» Schriften mit Widersprüchen und späteren Einschiebseln. . . Nur ist noch die Hauptschwierigöeit zu betrachten, welche in 17, 55—58 enthalten ist. Verf. hat nur auf den äBibetr spruch hmgewiesen, daß Saul im Lager den noch nicht lang« entlaffenen Lieblingspagen nicht mehr kenne, läßt aber We׳ Schwierigkeit unerwähnt: wozu kommt diese Frage Sauls״ nach der Herkunft des David nach dem Bericht des Zweikanipfes und der beendeten Schlacht nachgehinkt und warum׳ so Gleichgilriges mit! so viel Wiederholung? Die Antwort des Erzählers auf Astes dies ist: Wohl hat Saul seinen kleinen, lustigen Harfenspieler wiedererkannt, in diesem aber avch plötzlich den echten Gvttesstreiter, den Bezwinger von Löwen und Bären, der durch seinen auf festst Gottverlrauen ge«' gründeten Muth die edelsten und ergrauten Krieger Israels beschämt. Stutzend und von einer schlimmen Ahnung befallen, fraßt er eindringlich und ängstlich nach der Herkunft dieses, Jünglings (auch der Talmud s.. Raschi z. St. weist zur Löjung der Schivierigkeit darauf hin,, daß hier nach der Abstammung gefragt werde),! denn von dem Ansehen der ״Ahnen im Volke hing es ab, ob er jenen zu fürchten habe oder nicht: Saul behält David nun bei sich und" läßt ihn nicht mehr nach Hause (18, 3), etwa aus ZuneigitG?'es steht nichts davon; er läßt ihn als Krieghobersten Kriegszüge unternehmen, deren' immer mit Glück, gekrönte Beendigung David die Gunst d e S Volkes und d or Diener Sauls erwirbt, — nicht' auch die -des Saul? — Mir erhalte» sogleich Aufschluß vom Erzählet!, indem, derselbe auf den Tag dcH Triumphes zurückgreifend darlegt, wie nung ausstieA, 'daß 'da der Erbe seines Thrones dem Goliath seit jener Stunde,'"wo^in Saul die Ah- .;*.') Samuel selbst g! hören C. 16--I8!! Gegen die Annahme von ,Einschiebseln" unv fremden Vcstand.ihcilen, erklärt sich ebenfalls dev Herr Di־. Berlin wiederbvli.! Samuel selbst war demnach der Verl, des Geschichisbuchcs, das seiiiin Name» führt. Und doch wird in diesem Buche auch vom Tode Samuels und von vielen, vielen mehrjährigen Ereigniffen, die sich erst lange nach seinem Tode zugeiragen haben, mit aller Aussührlichkeit erzälltü Mit solchen Anstchlen ausgestattei, kann es freilich nicht schwer sahen, jeden Widerspruch im Nu zu lösen, Schwi erigkeiteN zu beseitigen un» Alles in die schönste Ordnung zu bringen. — Ucber Sic Entstehung des auffallenden Ueberschriflen in der bibi. Literatur. Vergl. weine ״Siudieb" p. S. B. l * immä -*־Cr