Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 6 (1877)
- Issue
- N° 3. (18.1.1877)
- Date
- 1877-01-18
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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M 3. Das? .. Jahrgang. \י ׳/ Zur Beleuchtung aller Ludenthum u. Juden betreffenden liteearischen Erscheinungen auf dem Gebiete der Philosophie,Geschichte.Slhnographie, Theologie, Brirnlalia, Exegese, Homiletik, Liturgik, Pädagogik. v_J Hexausge^eHen von Rabbiner Dr. Moritz 'Wabmer. Magdeburg, 18. Jaguar 1877. Bücher der einschlägigen Literatur, welche der Red de» ״-üb. KteraturblaN" in Magdeburg (oder der ^Z»rael. Wochenschr.^ in Stettin)?ugelandi werden, finden iu diesem Platte eiugehende Besprechung. Das ״Jüd. Literaturblatt" erscheint wöche ntlich einmal; Preis pro Jahrgang 8 Markj mit der ״Israelitischen Wochenschrift": 10 Mark- Zu beziehen durch alle Buchhandlungen (in Leipzig durch Robert Friese), oder durch direkte!Bestellung bei der Expedition der ״Israelitischen Wochenschrift" in Magdeburg. — Inserate werden)mit 20 Pf. fürdie dreigespallene Petitzeile berechnet. Inhalt r Die Salbung Davids zum Könige und sein Zweikampf mit Goliath. (Schluß.) Von l)r. I, S. Bloch, lieber die Entwicklung d. jüd. Reliuionsphilosophie. II. Von Lanorabb. Dr. Guttmann. Literaturbericht r Recensionen: S. I Rappoport's Antrittsrede in 'Tarnopol 5 >98. Literarisch« Anzeigen. — Zur Notiz. Die Salbung Davids zum Könige und sein Zweikampf mit Goliath. Kritische Beleuchtung der C. 16 u. 17 des 1. Buches Samuel. Von Rabbiner Dr. I S. Bloch. (Schluß.) Wir wolle» nun an die Fakta herantreten, welchen die Kap. 16 und 17 hauptsächlich gewidmet sind, nämlich an die heimliche Salbung Davids zuin Könige durch den Propheten Samuel und den Zweikampf mit Goliath. Der biblische Chronograph beginnt mit der Salbung David's, erzählt das Ereigniß nicht blos vor dem Berichte über die Berufung zum Waffenträger und Harfenspieler Saul's, sondern auch noch vor dem Berichte der ersten Waffenthat, des kühnen Zweikampfes. Ter Darstellung d eser Quelle folgen Grätz und so alle übrigen mir bekannten Geschichtsforscher. Der Grund, warum in der Bibel die heimliche Salbung zuerst erzählt und allen übrigen Berichten vorangestellt wird, werden wir später zeigen; daß aber die Kritiker und Geschichtsforscher dieses Faktum als am frühesten erfolgt, als erstes Ereigniß von politischer Bedeutung im Leben Davids ohne Weiteres acceptiren, ist nach ineiner Ansicht entschieden unkritisch. An stch ist es schon durchaus unwahrjcheinlich, geradezu widersinnig anzunehmen, Samuel habe zum Gegner des ihm zwar verhaßt gewordenen, aber doch seltenen Grades tapfer», kriegstüchtigen, stämmigen Saul einen kleinen unbeachteten Hirtenjungen erkoren. Und selbst angenommen, es war sein Wille, einen Sohn Jsai's zu dieser Mission zu erhebe», warum sind die altern, waffenfähigeren Brüdern übergangen worden? Noch mehr. Das heimliche Erscheinen des greisen Propheten in Bethlehem im Hause Jsai's, die Ankündigung, daß der junge David berufen sei, an die Spitze Israels zu treten — sollte das gar keine Spuren, keine Nachwirkungen hinterlasien haben im Hause Jsai's, im Verhalten der Brüder zu einander, sollte in der Lebensweise David's, der einer solch rühm- und verantwortungsvollen Aufgabe sich nun bewußt werden mußte, keine merkliche Aenderung herbeigeführt. Als der im Namen Göttis erschienene Samuel in Gegenwart Jsai's und seiner Sühne, David zum Könige gesalbt, hat die Familie dies gewiß—i bei der hohen Autorität Samuel's — nicht als dute leere, der Beachtung kaum werthe Spielerei gehalten, sondern wohl für jdas wichtigste heiligste Stammesereigniß. Und doch gehen die Dinge weiter ihren Lauf, der junge David bleibt nach wie vor Hirte, Jsai hält es nicht einmal für nöthig und angemesseü, den künftigen König mit dem Waffen- Handwerk vertraut zju machen. In kritischen Lagen, als seine Brüder in das Feld! ziehen, bleibt er zu Hause bei den Schafen; höchstens daß <r einmal den Brüdern im Lager Mund-, vorrath übermittelt. Bis $1 dem Zeitpunkt, da er den kühnen Zweikampf wagte, hatte er noch keine Rüstung auf dem Leibe gehabt, noch je ein Schwert in seiner Hand getragen. (17, 39.) I Als sich David über die Bedeutung der Lästerungen Goliath'- bei den Kriegsleutenz Kunde holte, wird er von seinem Kruder Eliab, der außer sich, daß David sich uni solche Dinge, die ihn nichts angingen,! überhaupt nur kümmere, so hart angje* fahren, so scharf und in solch nichtachtendem, schulmeisterlichem Tone zurechlggwiesenj, als ob sein Beruf wirklich kein anderer wäre, als Hirtenknabe zu sein und zu bleiben. וי11ר אף אליאב כדוד. ויאמר למה זד ירדת ועל :מי נטשת* מעט הצאן י ♦ אני ידעתי את זדנך ואת ךע ^לבבך כי למען 28 ,17) ראות; המלחמה ירדת). Und trotz alledem sollte hier schon David der auf Ge-, heiß Gottes im Hause Jsai's durch Samuel gesalbte König gewesen sein? I nmöglich! Einleuchtender und kritisch glaubwürdiger ist die — pon den Talmudisten als selbstverständlich . erachtete — Am ahme, daß erst nach jener Waffenthat, als er den Riesen ter Philister, an den sich kein Krieger de- (es riagen mochte, mit todesmuthiger Kühnnd dafür überall mit Huldigungen aller.Art •' tu, tie heimliche Salbung stattgefunden; da >tr d:r gi eise Samuel einen würdigen isr. König Zwar an Gestalt und Körpergröße war sein lim überlegen, doch verschmähete Samuel jenen und erkor, diesen. Seit der Zeit begegnet wie er in Handhabung der Waffen sich übt, Israels in das Feld zieht, überhaupt an den nationalen Kämpfen theilnimmt. Harte Worte der Briider gegen ihn sild nicht mehr verzeichnet. Jeder, der für das Werden historischer Ereignisse, für ganzen isr. He«( heit erlegt hat empfangen w! mochte in i erkannt hgben. älterer Bfisider il mit allem Grün!! wir David öfter, gegen die Feinde