Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 6 (1877)
- Issue
- N° 1. (1.1.1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jahrgang.?f/ ♦ Zur Beleuchtung aller Jadenttzum u. Juden betreffenden Uterarische» Erscheinungen ans de« Erbiete bcr Philosophie, Eeschichte,Etb»-,ra,hie,Sheoingie, chrientati», Exegese, Hmnitetik, Bitur^k, Pädagogik. Herausgegeben von Rabbiner l)r. Moritz Rahmrr. Magdeburg, 1. Januar Ik 77. Das ״Jstp. erscheint wöchentlich einmal. Preis pro Jahrg<fn> £u beziehen durch alle Buchhandlungen sin Leipzig durch Robert Friese), oder durch Wochenschrift" in Magdeburg. — J»s«»itt< werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene f Bücher der eiuschlügip» Literntnr, weich« ber «e». be» , Fiteraturbtatt" in Magt. (ober ber ^Dornet. Wnchens, in Stettin) pegesnnbt finden in diesem Mw Jeheude Befpirchn», as 5 Start incl. ״Israelitisch« Dochensch »«et« Bestellung bei der Expedition der etitzeile berechnet. A«H»ltr Neber die Entwickelung der jüd. Religidnsphilosophie. Von KR. vr. Guttmann. — Schopenhauer u. das Judenthum. Bon F. Ktteraturberichtr Reoenfionen: Wiener, Judenthmn U7td Christenthum. Reuda, Jugenderzählungen. Kisch, lleiersetzungsbüchlein. Grünwald, der jüd.-deutsche Jargon. ' BtteraAsch« Anzeigen. i Kraft des Vilksgeistes noch nicht erschöpft ist und Ueber die Gntrviekelang der jüdische« ReligLonsphilosophie. Don Landrabbiner vr. Guttmattn. ' Die Verwunderung, io lautet ein tiefsinniger Ausspruch Plato's, ist der Anfang aller Philosophie^ So lange der Bolksgeist in seiner Unbefangenheit und Naivität verharrt «nd seine völlige Befriedigung an der von altersher überlieferten Glaubenslehre findet, liegt selbst den auserwählten Geistern Nichts ferner als die Neigung, dasjenige, was sie mehr mit der Phantasie und dem Herzen als niit ihrem Berstände zu erfassen gewohnt sind, zum Gegenstände ihres Stachdenkens zu machen. Die Glaubenslehren sind gleichsam der Niederschlag einer ällmäligen Entwicklung, die sich, jedoch unbewußt, im Volksgeiste vollzogen hat; alle natürlichen und geschichllichen Mächte, mit denen der Volksgeist in seiner Kindheit in Berührung gekommen ist. haben ihren Einfluß auf die Gestaltung und Entwicklung seiner Anschauungen ausgeübt, sie haben im Volksgeiste gläubige Aufnahme gefunden, ohne daß diesem je auch nur der Gedanke beigekommen wäre, es könnten die einzelnen Elemente, aus denen seine Gesammlanschaumig sich zusammensetze, mit einem inneren Widerspruch bchaftet sein. Erst auf einer fortgeschritten!eren Stufe seiner Geisteselttwicklung, nachdem er das reflectirende Bewußtsein bereits aus sich entbunden hat, fängt der Vplksgeist an, seine Borstellungswelt prüfend in's Auge zu fassest, und wird da zu seiner Verwunderung gewahr, wie die bisher so friedlich nebeneinander wohnenden Gedanken in heftigem Widerstreite aufeinander stoße» und das Band, dsts sie bisher zu einer äußeren Einheit zusammengehalten hat, zu sprengen suchen. Die kritische Verwunderung über den so lange verborgen gebliebenen inneren Widerspruch in seinen Vorstellungen' hat vaS Volksbewußtsein aus seiner Ruhe aufgeschreckt und droht allgemach eine förnüiche Revoluttonirung des gesammle« Geisteslebens herbeizuführen. Wo jedoch die innere Vertrauen zu sich aus der losophischt sich, um mit Mittlerin und um so aus d> Denkens zu philosophische sich selber noch nicht eingebüßt hat, da!ritische» Verwunderung naturgemäß Trieb;" unter den streitenden Gewä Plato zu reden, der *Ep״»;, die Lieb« Friedensstifterin, eS macht sich da» der geltend, de» c ufgedeckten Wderspruch in sich selber Eichelt dein m inneren Zwiespalt wieder zur;elangen. Die erste Aufgabe, vor Forschung, sobald sie in der Culturesti eines Volkes ium Durchbruch gelangt, sich gestellt sieht, jedeSmal die Mederherstellung der gestörte» Harmonie giöseu Bewus tseins, und aus der Lösung dieser A giebt sich, wern sie gelingt, ein philosophisches S Aus deill Boden der Volksmetrrphyfik, wie Sch« die Religion nennt, ist die speculative Metaphysik wachsen. Da; philosophisch« Denken ist nirgendzoo herrlich und mit einem Male, wie Athene aus des ZeuS, entsprungen, sondern die AuSeinandersetzi den herrschen ren religiösen-׳ Vorstellungen, das durch Dxion erzen( te Bedürfniß, den bisherigen naiven der Religion! Anschauung zu verlassen, hat gleichsam dergeburt de! selben in einem phylosophischen Systems Da» frühere oder spätere Erwachen der philosophi^ schung inner! mlb der Culturentwicklung eines Volkes in nicht geri lgem Maaße von der überwiegenden V> mäßheit oder Vernunftwidrigkeit seiner Religionsans! abhängig. Wo die überkommene« Religionssysteme die Forderung der Vernunftgemäßheit chrer Lehrer hinweggesetzt, wo sie die Schranken der logischen Ges!! springend tun phantastischen Gebilden des Bslk-geist welche allzu weiten tender Reffe sie sind, um vernunftgemi ßen Denkens herbei. Die größere oder *) Wir und autochthoiie den Indern, du Philosophie Systeme anknisp bi Spielraum gegönnt haben, da find« ion der Geist der kritischen Forschung um so heftigerem Widerspruch herausgefordert, die tungen der dichtenden Volksphantasie führen, je ung! so sicherer und energischer den Widerstand dst» jaden hier seldstoerstllndlich nur die, wirklich Entwicklung der Philosophie im »age, wiest! n Griechen (trotz Gladisch) u. L. aaftritt, wü^ren» modernen TulturvSkker überall an schon chorhaichoile!ft. dieser!da > ,«ntwickel k «pH ' ten etchekt als Bei - Bestreb,. csttfzulöse«, bet di! twicklu» > ist dah r des «l^ ljfgab« etyste«.)!penhawr hervorz - so selbj!! Ha»p^ ung die ndpuntzt die gezeitijt. sthe» Forist dah!r irmmftg!- Hauung!« sich üb!r! sorgst « tze übe:■ es ed>« eilürpsich AuSschräiesmerlichrr geringere 1 --k ני