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Das jüdische Literaturblatt · 1872-07-31 · N° 14 (31.7.1872) · p. Seite 56

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
1 (1872)
Issue
N° 14 (31.7.1872)
Date
1872-07-31
Page
Seite 56 (sequence 4)
Language
German
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ZsS ״Anhang" bietet das Schriftchcn eine dm Talmudistm recht in eressirmde hakachische Abhandlung, worin der Vers. bekundet, daß er tuf diesem Gebiete heimisch sei, so wie er durch die beiden hebräisl >cn Gedichte auf Ehanuka sich als stylgewandten Hebraisten docume ltirt. Sttii tflwattn, L. Bezirksrabbiner. Vier Predigten. KaiserSlauto» 1872. ״ Israels Stärke, Israels Recht, Israels Sendung" behandeln die drei ersten dieser Predigtm in recht ansprechende» populärer Weise. Sie sind so recht geeignet, im Herzen der Hörer (und auch d r Leser) Selbstachtung zu erzeugen, sowie Wcrthschätzuilg der eigenen Religion. Redner weiß die Vorzüge derselben in anmuther der Weise darzustrllcn, und 'schonungslos deckt er die Schäden auf>. d e er im gegmwärtigen Israel wahrnimmt, das von seinem Ideale noch so weit entfernt ist. Die Diction steht jedoch inänches Pkal t icht auf der Höhe des Gedankens, ja wird sogar hin und wieder — banal. Z. B. auf S. 6: ״PZarum soll auch von unfern Hause gesagt werden müssen, was von dm heidnischen Bedra!gern gesprochen wird: ״Sie halten Mahlzeiten, zu denen sie dei Ewigen nicht einladcn!"- Ihn, der doch ihre beste Würze wäre! Bon ihm hört man nichts, und sieht o>an nichts u s. w. S. 42 finden wir die Erwähnung des Kaunncrbeschlufses, ״den Rabbi aern d.s- Landes ein« Gehaltszulage in angemessener Höhe zu g« währen" — und noch dazu in einer Festtagspredigt — doppel t unschicklich, und die Art der Erwähnung sehr ungeschickt. ^Ehri der hohen Kammer ob so, dmkwürdigcr That, einer That, die bli allen, die ein Verständniß für sie haben, weithin miede Hollen, und si^ensreiche Frucht tragen wird". Wir'gestehen, hiersü r kein Verständniß zu haben. —Die vierte Predigt: ״Einheit lex Gottesverehrung", ist recht lesenswerlh Ein besonderer Borziej aller 4 Predigten ist ihre — Kürze. Asvßit, Raph. Religionslehrcr. לברי אמתhebräisches Voce bularium für jüdische Schulen, nebst eiuem Anhänge: Leset bungen in der rabbinischen Schrift. Frankfurt a. M- 187:!. I Dieses mit großer Mühe und anerkennenSwerthcr Sorg,- falt ^arbeitete Büchlein legt Zeugniß ab von dem ernsten Streben des. Lcrf.'s, den Wortschatz der h.br. Sprache zum Eigenthum der jüdischen Schüler zu machen; allein, um dieses Ziel ztt erreichen, müß en die Schüler einen mindestens ebenso großen Fleiß daraus »mim, and jedenfalls mehr Zeit, als die Beschärtigimg mit and«m Fächern ihnen dazu läßt. Zn der jüdischen Elenie',1rars hule ließe es fich noch erzielen, aber in der Religionsschule dürfe kaum damit etwas anzufangen sein.' Für diese ist das Büö lein —trotz der Berufung des Verf.'s auf seine i 3jährige pra tische Erfahrung — unpractisch. Wan» sollen die Schüler verßlben die c. 6,000 sachlich ziisammcngestellte» Vocabeln lerne»? Wa sollm ste dafür nichr lernen? Und am Ende — man miß »erstehe die Frage nicht — welchm Zweck hat es, ro.iin der Sch iler die sämmrlichen Ack.rbaugeräthe, Handwcrkzeuge rc hebräisch zu!enennen weiß? Wenn er schon d!e über 200, den ״Staat und seine Einrichtungen" bezeichnenden Loeabrln — darunter viele sehr selten vorkommende — sich angceign.t hat? Er würde dan it viel eher die hebr. Wochenschrift ״Hamagid", als den Pertatmch übersetzen können. Der Hinweis aus Boucll's lateinishes Bocabularium, das dem Vers, bei Anlage seines Werkchei s als Vorbild vorgeschwebtz paßt durchaus nicht. Lateinische Bo! adeln müssen die das Gymnasium besuchenden Schüler lernen/ ab« die Schüler der jüdischen -Rcligionsschule, jrcilich sie müßten, abex .... Nun der Vers, ist ja selbst jüdischer Religionslehrer. Ja dergleichen Schulbücher ersüllm »ns iinmer mit Wehm, th, sie zeigen, welche Rückschritte die jüd. Schule in Bezug aus ihr Leheziel im Hebräischen gemacht hat. Und nun gar erst der ״A!Hang", mit dm Auszügen aus dem Orach Chajim in rabbi- »is< »er Schrift!-Gott besser's! K««ze Krwißervag auf die nachträglichen Bemerku igen zu Graetz' »Kohelet' in Nr. 13. der literar. Btilage. Es sind mir von manchm Seiten hex allerlei Einwürfe gegen meine Auffassung von ״Kohelet" gemacht worden, unter an-- der», daß im Talmud ein Dialog zwischen Hcrodes und dmn ״Weisen" citirt 'wird, in welchem beiderseits mit Versen aus den Buch Kohelet argumentirt wird. Mein geehrter Freund, Herr Halberstamm in Bielitz hat mir dieselben Argumente wie Herr Oppenheim und einige noch gewichtiger scheinende entgegen ge- Hallen. Ich habe ihm bewiesen, daß manche homiletische Ausdeutung aus Kyhclet-Versen an einer-Stelle einer sehr alten Autorität in den Mund gelegt wird, an einer andern dagegen einem jüngcrn Amora oindicirt wird. Herr Halberstamm erklärte sichdadurch für widerlegt. Da dieses ״Blatt" jedoch keinen Raum für solche weitgehende Eontrooersen hat, kann ich aus dergleichen Beinerkunge» nur'kur; erwidern: agadische Traditionen von Velsdeutungcn sind nicht authentisch. Es wird manches Simon b. Schetach, oder Hlllcl, oder R. Akiba zugeschricben, was ein viel jüngerer Homiletiker gedeutet hat. Ist doch selbst in der strengen Halacha die Autorschaft einer Tradition öffcr zweifelhaft um wie viel mehr in der Agada, die einer עיר פרוצה אין חומה glicht. Nur wer im Stande ist, urkundlich nachzuweiien, daß sich vprherodianische ' Autoritäten Kohelet- Verse bedient haben, wiro meine Ausiaffung erschüitern. Breslau. Grätz. Anzeige neuer ZZücher. ״ Schlesinger, H., 100 Tabellen der jüd. Fest- Feier- und Fasttage 622—<22. 2. Anfl. Berlin, Cohn, 1872. I>ers. Handbuch der Geschichte der Juden. 2. Aufl. deA Duacb baittim das. 1872: (Chronol. Tabelle»). Aaer, S>, liker Jesaias tertum rnasor. acuratissinio expressit, e f intibus Masorae vaiie iüus(travit, nötig criticU confirmavit. Praefaun e»t Fr. Delitzsch, •t!eip,j. Tauebn. 1872. Arnheim, H, Gramniaiik der hebr. Sprache. Aus dessen Nachlaß herausgegeben von Isr D. Cassel. Berlin 1872. Silbersteiu,!),׳. M., Mos. Mendelssohn, ein Lebensbild. Vonrag ec. Eßlingen 1872. (Pr. 12 Kr. Ertrag für die persischen Juden.) Ilers. Predigt zur Sieges- und Friedensseier. Das. tzisker, Leop, Beiträge zur rabbinischen Sprache und Allerthumskunde. Wie» 1872. Kakisch, Ludib., Bilder aus meiner Knabenzeit (aus der Lissaer Judeuschasl.) Leipzig 1872. Adler, Dr. L./ Des Kindes erstes Lesebuch, Deutsche und hebr. Schleib-Lese Fibel. Cassel 18<2. Löwinsohn I. סיחיי הלבבות (Emendationen und Orlginalstellen zun, הובות הרבבות) l. Heft. Wien 1872. ^lehner, Ilr. E, Zwei Borträge, nebst einem hebr. Anhange. Hannover!872. Kusmtzki, Dr. S. Joel, Ainos. Abadja, qua aetate et quibu-s rebus »int locuti s Dissertation). Breslau 1872. Sekigmaun, L, BczirkS-Rabb. Bier Predigten. Kaiserslautern, PH. Rohr, 1872. Koöak, Dr, Jcschurun jhebr. Th.) Heft 1—2. Breslau 1872. Briefkasten der Redaction. H. Rabb. l>r. F. in II. die brieflich, mit^etheille Ansicht über die Entstehung der Gcbetsonnel ,ה,ע>יבר Ündct sich'mit einige» Beweisstellen aus Mcgill. Taantih schon In Landsbut's kriiijchen Anmerkungen znm Siddur 2ה,(יהל k Die Uebenragung dieser Ansicht »ns die in Nr, 12 der .In. Beil.'! brjxrochene Stelle, daß das והתועים sich aus die צדוקים brzietzen solle, und sonach ZN übersetz!!» je,: ,Die vom ^udrnrhunie Adgesnllenen, die vor dem weltlichen Richter nicht strafbar find, mögen nach dei»em Wissen'gerichtet werden", ist allerdings neu, aber — ■ערבא ערבא צריה 1 R>d der .Walnkeit" in Pra,: Nr. 30 ist hier nicht angekommeä. Druck und krrlag der Ho,du<ydruckere< van Earl strie,e :11!«agdcdurg.

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