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Das jüdische Literaturblatt · 1872-01-31 · N° 3. (31.1.1872) · p. Seite 12

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
1 (1872)
Issue
N° 3. (31.1.1872)
Date
1872-01-31
Page
Seite 12 (sequence 4)
Language
German
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!) Zit vatztzt> und de« Könitz Salomo dieAntorschaft abspricht. AchWe» tzeschicht übrige»! auch schon im Midrasch zmn H. L. 1, 1., woselbst e» Hecht: Dv 21 עלNS ״«* ««de auf seinen Namen geschtstten.") <H wird sich nur darum handeln, ob Grätz's Hypothese sich issenschastlich rechtfertige» läßt. Und da müssen wir gestehen, daß der Versager fürdiefekb« so »ieleüierzeugmdeSostnde beiznbringm weiß, daß man d«jchtw«i» für vollständig tzelungen «uerMneu metß, selbst wenn man manche» tlkinreln« auch nicht für ganz «miese» «nninmch wie da» Borkommen griechisch« Sprmhelementc und di« Entlehnung «imger-Tropen und Bild« «»• Dheoait. braucht nicht erst au» dem griech. ftäsyuv hergcholt ju »erden, sondern ist wohl richtiger von dem hebr. "22ן abzuleitm, «mtz alledem- »a» der Vers, dagegen vorbringt. Daß der Gewächsnam« »1D2 da» gxiech. sein müfK ist auch nicht »»bedingt; eh« dürste da» BahLltniß umgekchrt seiu,^» viele «qeichnungrn für Pflanzen und Gewürze mit diesen au» Asien eingewandert find. Daß נרך eine falsch« L. 8. für ורך fciov sei, «M un» auch nicht «»leuchten, und die ety- «»log. Erklärung de» schwierig« תלפיות> welche» da» griechisch« ryXoats ״Fernsicht" sein soll, ist darum nicht zu aceeptir«, well man nicht einsieht, wir» dm Dicht« gezwungen Hab« soll, um dies« Begriff auszudtücken, nach dem griech. Würterbnch zu greif«. Jbn Ganach's Ableitung v. ^urtenoeism" (also etwa ״Lenchtthurm, Pharo»") entspricht vollständig. Ebwis« ist «» «nalihig, für dm Vergleich d« ״Stimme" mit Honig" oder d»«Liedr" mit dem ״Feuer" eine Entlohnung au» Theoait'» Idyll« an- Allein diese «nd ähnliche'Au»stellungm «schütte« durchaus nicht׳ die geßunmte, vortrefflich dutchgi^lhrte Beweisführung. Nachdem d« B«f. di« verschieden« Standpunkte der Eregetm de» H.L.'s besprochm, die Dramasowichl wie die Fragment«-Hypothese gründlich wid«legt> »nd »achgewies«, daß e» «ed« «in ״Bühn«stück" noch eine ״Blummlese" oon «zusammenhängenden Liebesliedern sei, erklärt « dm gemischt« Eharakr» de» Dichtung alt «pisch-ihyllisch, da di« eingeflochtmm Dialoge nicht von verschied«« Person« gesprochen, sondern von einer Person nachrrzählt werdm. Sehr instrnirmd ist da» Eapitel üb« die ״Geschichte d« Auälegnwg de, H.' Die Tneteskritik anlangend, so nimmt d« Bers. einige Arnderungm vor, von den« wanche al» ״gelungen" einige äl» ״gezwungm" erschein«. Za dm erst«« Mm wir z. B. da» ש״זפתר ll, «), ענוגים N2 <7׳(" ׳ מנרלדת עז ä ״*> •« •« •״ ד.מקי# חרמון <10׳f שלהבת behau« wir n«< vor, in einer besonder« Notiz zurückjukomm«.) D« Commentar ist reich «41 lßhänm geistvoll« sprachlich« wie «egetisch« Bemerkung«, wie den» da»!ganze Buch eine wahre Bereicherung der «eget. Literatur ist. So Geschichtsforschung und Bibelevegese Hand in Hand geh«, da kann die letztere not an GründlMeit und Erschließung de» Verständnisses ge- «innen. Sir wünsch«, dem H. Bers. noch.recht oft auf dem Gebiete der Schristsorschnng zu begegnen. Die vorzüglich« Ausstattung de» Buches seitmS der Verlagsbuch- Handlung verdient ganz besonders hcrvorgchobm zu werden. p 1 _ I Nachdem wir Obige» niederzeschricben. kommt un» Ewald'S Besprechung deffckb« Serke» in dm ״gvtring. gelchrt. An,." zu Händen. Sie ist Wied« verbiss« und giftig; aber die-mäl ist Ew. so unvorsichtig, dm GM ad ßluei^Ldiblffmheit zu verrathen. Er meint, vr. Gr. verfahre tendmziä», a rücke deßhalb die schÄtst« biblisch« Büch« in so späte Zeit hin«», ״damit di, Pharisäer in Bausch und Bog« als die vortrefflichstm all« Mmsch« gerühchit uwrd« kännm, und nli die letzt« Zeit«, welche unmittelbar zum Talinnd« hinführtm, di« herrlichstm und von all« Vorzüg« strahlmdstm stim". ״Die Pharisä« müssen untadelig sein, weil fie un R, T. nicht dafür geltm." Also Ew. fürchtet für. die Herrlichkeit de» Lhristenthnm». »ina illue lacrima«!. Er bleibt dabei: ״Das Hohelied ist nur ein kleines, oft« volkkommmes Drama, von dem wir all« Ursache hat» «mzunehm«, daß es einst auch im Bolkslebm wirklich gespielt wordm, seinem Bortrage nach ein Singspiel, seinem Inhalt und Zwecke nach was dag eg« gesagt wordm, ist eitel Tand." -in Lustspiel. Alles Er h«'» gesagt! Uebrr den Nutzen von Knaben-Erziehungs-Instituten mit Bezug auf die Samsonsschule in Wolfenbättel. Antrittsrede gehalten vom Divector vr. Rosepstock, bei Uebernahme des Direcwrats der Samsonsschule. Hannover. Rudolph März 1871. 20 S. Die vorliegend« Red« hat, wie sein» Zeit in dies« Blättern berichtet wordm ist, dm tiefst« Eindruck aus die zahlreiche und gewählte Zuhör«- schaft gemacht und der lebhafte Wunsch wurde vielfach ausgesprochen, die trefflich« Worte durch dm Druck in weit«e Kreis« zu. tragen. Herr R. hat diesem' Begehr« entsprochen, und wir kännm ihm 'nur unsere unbedingte Anerkmnung dafür auSsprechett, daß « dstst klare Auseinandersetzung üb« Erziehungsinstituie, welch« ein« reich« ttm prrsLnlicher Erfahrung in anmuthig« Form vsrttägt, einem größer» PttMkmn zugänglich gemacht ° hat, weil hiet, um e« kurz zu sag«, Erziehungsiwstitu» und KorrectionshauS noch immer in unliebsam« Weise verwechselt ^wixd. Erziehen gehört bekanntlich zu dm Dingen, welche rationell betracht^, am allerschwierigst« find, aber diese schw«e Kunst — jed« Bauer attfs dem Dorfe übt fie, noch »bmdrein als Nebmgeschäft, ans. und im Allgemein« steht sich die Mmschheit nicht schlecht dabei. Da könnte nun leicht der Zweifel aufkeim«, ob denn wirviH die Pädagogik eine so ernste und wichtige WIflenschast sei. Dies« Zweifel wäre indrß ebenso unberechtigt, als wollte jemand die rationell« Landwirthschaft nicht gelten lasten, weil ja auch bei der irrattonellen die ungehmre Majorität d« Mmsch« bisher nicht v«hw!gert ist. 'Es ist richtig, daß d« gute Mensch instincttv den recht« Weg mdj! »»fehlt, e» ist nicht minder wahr, daß im Allgemein«, was ein Häkchm , werdm soll, sich bei Zeit« krümmt; ab« es giebt eine große Anzahl von Kindern, bei d«m die angeborene Neigung zur Arbeit und zur Tugmd nur schwach ist, eine große Anzahl von Familien, in den« die Kind« ganz ohne Aufsicht heramvachsen. Hi« ist eine Licke, eine Lücke zumal die durch die Entwickelung d« mode«« KulturversSltnisse ääglich klaffender wird, welchr die Pädagogik auszufüllen beruf rn ist. Dierationelle Landwirthschaft zeigt sich da in ihrer größt« Krasl, wo sie unfruchtbar« Loden kulturssthig macht. Die Erziehungslehre ha: an d« Objekt« ihre Aufgabe zu such«, die durch »nworrene Verhältnis e oder nicht ganz correcte Anlage in ihrem Wachsthum aufgehaltm w«dm. Herr Dr. Rosenstock entwickelt in auß«ord«Uich entsprechender klarer Darstellung dix im prakttschm Leim hervorttettndm Mißstände, in tun« die Ausnahme in ein vemünfiig geleitetes Erziehungsinstitut eine Wohlthat für das Kind ist» Er verhehlt sich nicht, die beste, von den wohlwollendsten, aufopferndsten Mmsch« geleitete Anstalt ist nur ein Surrogat für das Eltnnhau»; ab« et hebt zugleich hervor, wie sie darin ein Uebergcivicht üb« dasselbe hat, daß fie mit Konsequenz nach bestimmt« Prinzip!« versah«, daß fie sich des Ausgangs und des Endziels ihr« Bestrebung« bewußt ist, daß fie mit einem Worte rationell ist. He« vr. Rosmstock hat sich mit dies« Rede würdig in sein neue» Amt eingeführt und ies ist zu hoffen, daß unt« sein« Führung die Eamsonsschulc, welche yon jetzt ab ihr« Zoglinge auch für das Freiwilligen-Eramen vorberedten wird, ihre asten Freunde sich erhalt« und n«e gewinnen werde. Z. Aotizen. Der zum Mitgliede der Äcad. des Inscript, ernannte Hr. D. Derenbourg hat im letzten Bande des Journal asiatique eine umfangreiche Arbeit unter dem Titel Llannsl du leotsur veröffentlicht. Es ist ein bisher unbekannter Abriß der hebräischen Grammatik; welcher sich, ohne Titel oder sonstige Bezeichnung, an der Spitze eines. 1390 geschriebenen, von Jakob Sappir aus Armen mitgebrachteu Pentateuchexemplars befindet. Diese Schrift hat Derenbourg herausgegeben und mit einem geschichtlichen Vorwort, einer Inhaltsangabe der Eapitel, vielen Attmerkustgeu und sechs Anhängen oder Noten über verschiedene Gegenstände der biblischen Philologie begleitet. Die ״Nev. Jsr." theilt alB״ Ptvbe die Note 2 ״über die Aussprache des Hebräischen der Juden in Aemen" mit. Diese 'ist sehr elegant geschrieben; enthält ccher, soweit uns ohne genaue Bergleichung erinlieilich, nichts weiter als das, was der genannte Reisende, Stlppir, in seinem אבן ספיר über das fragliche Thema erzählt. Andere Cäpitel werden ohne Zweifel Neues' bieten. Zu.den von dem sel. Oberrabb. Jakob Ettlinge; hinterlaffenen Schriften gehört, wie zins nachträglich berichtet wird, noch eine Responsensammlung unter dem Titel: ספר בנץ.ציון כולל שאלות ותשובות בדיני ארבעה טורים וחקירות בענינים הנוהגים גם בזמן הזה עת חרבן ציץ וירושלים: Am Schluß heißt es: קפ־ב מספר הסימנים• במטפר שמי יעקב נמנים י מי יתן וימצאו חן בעיני נבונים* וינחילו עוד רבות בשנים• זכרי לטוב לבני בנים ♦ Druck und Verlag d« Hos-Buchdrucknei von Earl Friese in Magdeburg. 11

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