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Das jüdische Literaturblatt · 1872-01-03 · N° 1. (3.1.1872) · p. Seite 4

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
1 (1872)
Issue
N° 1. (3.1.1872)
Date
1872-01-03
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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ד si(Bg an, bic *ntoott ha»« nrtt t«tz redkch» ©t־ nöchm» nicht «inmal tzermttgchmden,' Harr «ahnt ist auf drr richtig,;Me», wenn rr »0» Zettoll« de» Tmm» für die bttherige Vrrnacht fstEwq kffäboi •cmtmerffid^ macht, «מ vrrlLßt er dieselbe gar bald , ftder, Wem, '« foetsährt: damal» hob« die kritisch-wissenschaftlich« Forschung , Msg Beachtung «fahr«; denn das hat mit der Dunkelheit, welche bisher « m den Rnhm de» Dann» sich lagerte, gay nicht» zu schassen. Damatt d » srchtzehnt« Jahrhundert wurde auch di« Septuaginta, der Samaritaner , m den Juden nicht stndirt, eist als das richt der Wissenschaft aufging. , «den •' dies« Verfiomn hervargezogen. Darms ab« blieb an» guten « tründ« im Dunkeln. Herr »ahnt findet die» ausfällig ״bei d« da» c nde»chx»». »artheilhast lennzeichnenden Pietät". Ab« so sehr e» den < harakttr unsere» Autor» ehrt; daß » pietättooll auch Geistern zweiten s lange». an» d« jüdischen Borzeit seine Aufmerksamkeit widmft, ein Bar- , »ms fSr die Gelehrten, die den Dann» Sei Seite ließen, läßt sich nicht I tcht tkhcken. Wenn wir demnach den eigentlichen Endzweck de» Kohut'schen Saft», «nt Schilderung der Arteit de» TavuS, mir 0» wenig belangreich Hyeichnen kännen, so enthäft doch da» Buch einen Fehler, durch welchen I te kettüre deAtlden für jeden bibelkundigen Les« nützlich sein wird. Dies«! «hl« besteht in der Anführung d« verschiedenen alten Brrsionen bei! hwierig« Stellen de» Pentateuchs. Sin Fehl» ist e», denn diese Eitate «d zumeist für das Lerständniß de» Tonus ohne Belang, da sie, wie ha» bewerft, diesem (mit Ausnahme van pnftloi und Jeruschalmi) nicht orgelest« Heck«, und wenn Herr vr. Geig» die komparative Methode K0 dir KrftU der «ibeloerfionen fmdert, so meint « natürlich nur die üi», und nichtdie jung«, von dm älter» ganz unbeeinflußten. (Herr Jr. Lohnt ist überhaupt ,all vou Bewunderung Vr. Geig«'» und nmnt ,essen ״Urschrift" klasfisch, ein Urtheil, da« uu» in seinem Mund« befremdet), sndeffm da genannte Kehl« de» Autor» gestaltet sich zu einem Vorzug ür den Les«, denn dar Buch ist dadurch rin Kompmdimn, in welchem oft die schwierig« Stell« des Pentateuch» nebst den älter« Uebasetzung« «selb« zusammensind« od», wie de» Verfasser» mehr gut gemeint« ■I» gut geformt» Ausdruck lautet: ,chiese Blatt« find ihm unversehens, venu auch nicht gegen sein« beabsichtigt« Zwok (!) zu einem eregetisch« Kontroilbuch der alt« Uebrrsetzung« grwordm". Und da dirsr eregetisch« Zusomiueustellung — denn «ine Kontrolle haben wir nur spärlich gesunden - auch nicht vermißt — auch den größt« Tbril de» Werke» füllt und chlsm selbstständig« Sath beanspruch« dapf, so kömim wir dieses Buch nnser«, d« Lern desskkbm berühr«»« Ausstellungen dein Forsch« kmpfehlm. i . Z. &bUt, Dr. L., (L-R. in Cassel) Grabrede beiBerrdigung dkß Vr. M. Heß zu Eismach. 8» h^öm diese Red« mit rin« «nbehagliihen Spannung in die Hund gmomm«, e» ist nicht eine benekdenrwerth» Aufgabe gewesen, sie Haft« zu soll«, vr. Adler, ein zwar der Reform zugenrigtrr Mann, gleichwohl dem religiös«' Etandpunft de» verstorben« Heß sehr er». E« schimmelt überdies au» da Red« hervor, daß vr. Heß sich auch uuk« feig« RoibbinatS-Vngehörigm nicht vllzugrvß« Sympathien «frmt hat, die Wahl' de» Rachfolg«» hat dmtlich gezeigt, daß die Richtung de» BaUDäugir» durchau» nicht di« der Maßgebenden unt« dm zur Wahl Berusrum genessen sein' könne; ja noch »ehr, daß das Aidmthum in «wem klein« Kreise auch die langjährige Wirksamkeit überdauert hat. Und dach Iiegt,i-hart« Kritik au «inem Grobe zu üben, ja auch nur zu «adeln, de» Geist« de» Judeuthum» so sau! Bei« Lesen d« «st« Sätze fand« wir jedoch, zu unser« Beftiedigung, daß ein glücklich«, poovidmiiell« Umstand dem Redn« zur Hülse gekomm« -<»ar. Die Beerdigung fand am 21' ערב statt, und Dr. Adler begann mit d» Worten 'Ufl *0 ך»ןךT2. '2zJmHinnrdies« Warte ist dir Red« durchgesührt — fl'hvsv ,8יתר dal ift^d« Sinn, auch natürlich nicht «ts«ut d« Wortlaut. Ein näheres tzingehm ist!nicht ers«rd«üch. Oritz, vr. K. Hstrafeffar. Schir Ha-Schirim oder Kak Salomonische Hohelied, übersetzt und kritisch erläutert, feßien, 1871. Wilhelm Baumüller, k. k. Hof- und Universitäts- Buchhändler. (VI. 22s). S.) i Roch hat sich der Sturm, d« deffelbm Verfafl«» ,^tohslet" h«auf-1 teschworrn, nicht gyuz gelegt, noch hob« manche Blättn ihre Recmsionen über dasselbe nicht bemdet, d. h. di« Giftschaale ihre» Zornes noch nicht vollend« üb« d« Verfasser auSgeschüttet, da rückt d« Herr Prosessor jchdn *mit einem neu«, jetzt« an Kühnheit und Originalität d« Gedanken Werke in'S Feld, dal erst recht geeignet ist, die Recmsmtm ge- : » --- i ] ^^ofoo^mv*« wiss« Statt« in Harnisch zu jagen und sie nöthigen wird, die abgestumpft« Waffen — ihre R-rmsentenfedern — auf» Neue zu spitzen zum Kampfe gegen dm unverbesserlich« Letz«. Dmn wwn eS sich beim Kohele um ein« ziemlich nufgegesieum Post« handelte, um ein Buch, deffen Stellung im Land» von Anfang an bestrittm ward, da» mit seinem Inhalt sowohl, wie mit seinem Spracheolorit gewissermaßen selbst dagegm protestirt, att,^salomonisch". betrachtet zn werden und bei' dem es sich nur darum handeln konnte, wie spät nach dem Erile eS versaßt worden; so lieg« doch — so meinte man wenigstens bisher — beim Hohenlied die Dinge ganz ander«. Compofition, Diction, Sittmschilderung, Alle» sprach dafür, daß wir «S hi« mit einem Meist«w»k aus der klassischsten Zeit d« bibl. Literatur zu thun Hab«. Ab« unser Kritik« ist unerbittlich; unt« seinem am Wetzstein der Geschichte geschärften Secirmess« fällt auch Schir ha-Schirim..Wir folgen des Verfass«» Darlegungen Anfangs mit abwehrendem Kopsschütteln, dann mft Bangigkeit und Furcht — dies« ahnungsvollen Vorgefühlen der Schwäch« und de« Unterliegen«, - ab« je weit« der Verfasser vordringt, desto überzeugmd« wird «, er dringt aus unS mit seinen gewichtig« Grund« so sehr ein, daß wir, wie sehr e» auch schm«zt, eine festgewurzelte Ansicht sich entreißen zu sehen, ihm in den Hauptsachen beistimmm müssen. Der» Schmerz, eine bisher gehegte LieblingSide« aufgebm zu müssen, wird durch die Frrud«, eine lichtvollere an ihr« Stelle zu «halten, nicht nur paralysirt, sondern reichlich ausgewogen. Wir sind um ein ״salomonische»" Buch ärmer, aber um das Berständniß diese» Buches reicher. s ' Also wie? Auch diese herrliche Dichtung ist nicht von Salomo? Gehört ein« viel späteren Zeit an? Das ״hohe Lied" muß tief hinab in die nach«!lische Zeit, in die' grirchisch-macedonische Epoche, und zwar bis in da» letzte Viertel de» drittm Jahrhunderts rück«? Da» ist unmöglich! Warum? Da» ist Ketzerei! Bibelläugnung! אפיקורסות! Ja da haben wir die Schlagwört«, mit welchem man heutzutage von gewiss« Seite h« gegen die Wissenschaft anzukämpfen sucht! man widnlegt nicht mit wissenschaftlich« Gründen, sondern man »«ketzert vom ״dogmatisch« Standpuntt" aus. So-sehen wir auch schon im Borau» wieder, wie man — nicht etwa dem Werke des Berfasser», sondern dem Verfass« selbst, s«n« Strllung wird zu Leib« geh«, wie man wieder mft אפיקורוס ׳כופר. ,פץ um sich werfen, und auch das ״Breslau« Seminar" als die Brutstätte solcher-wissenschaftlichen Ketzerlehren mit Schmähungen üb«schütten wird. Darum, bevor wir auf die wiffmschaftlichr Bedeutung des angezeigten Werke» Näher eingeh«, sehen wir doch rinmal dem Mißbrauch, der mit dem ,Dogmatischen Stundpunkt" geftiebm wird, etwa» tiefer auf d« Grund, unterziehrn wir doch die Frage ein« genaueren Prüfung: Ist vom ftrmg-conservativm Standpunkte aus eine freie, kritische Behandlung', der biblisch« Büch« unmöglich? Ist der jüdische Kritiker in dies« Beziehung durch irgmd ein Dogma oder an irgmd rin« Kanon gebunden? __־_(Fortsetzung folgt.) - o. Anzeige neuer Bücher. Briskrr, vr. L. Da« Judenthum u. der Eultnrsortschritt unseres .Jahrhund«IS. Wim.!871. (113 S.) Friedländer» vr. M. Ben ^Dosa und seine Zeit, od« der Einfluß d« heidnisch« PPlosophie auf daS Judenthum und Ehristmthum in den letzt« Jahrhundert« des Alterthums. Prftg- 1872. Cbamplgny Comte de, Borne et la Jndee aa temps de la chate de Ndron.,3"* edit. 2 Vols. Paris (871. Peschier, Eug. Lazarus Geiger, sein Leb« u. Wirk«. Frankfurts.M. Ebrogrammarbeiten r Soekel. Die Eroberung und Vnthellung d«S' heilig« Landes unter d« Stamm« Israels durch Josua. Gleiwitz. 1871. 8vber»ftftz;«r J. Dode Romanorum de Jadaeia, opinionea conflatae smt. Pars I.׳Köln. 1871. NvhlN. Die erst« 8 Kap, de» NehemiaS kritisch beleuchtet. Srrttin. 1871. Verzeichnist d« W«ke de» sei. Ob«-R<chbiu«r Jakob Ettlinger. 2!) ספר בכורי יעקצ על הלמת פוכה דלרל 2) ם׳ ערוך לנר על מם׳ יכמות ־ " מכו$ וכריתות v . . (3 , . « ... נרת . עטור בכורים על מסי סוכה 6) . בכורי יעקב מהדורא כ׳ עם תוספת בכורים 7) Viele Aussätze ist d« hebräischen Beilikge zum ״ZionSwächter". 8) Draschot üb« die Wochenabschnifte, 'ZH 2נתת (Noch in dm letzt« Tag« ist der ררוש ®*f עקב vom Sel. dictirt worden. Zu dm übrig« Pericopeu sind Notiz« vorhanden). ' W. Druck unfb Berlag d« Hos-Buchdruckerri von Earl Friese in Magdeburg.

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