Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 1 (1872)
- Issue
- N° 1. (3.1.1872)
- Date
- 1872-01-03
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Israelitischen Wochenschrift Magdeburg, den 3. Januar 1872. Inhal«. Wtffeuschaftliche Aufsätze: Genesis und Zeudauesta. Der Schmetterling im Hebräischest. Der Judenglaub^ in der Gartenlaub«. Kerns ioraälits. Euriosum. Äteceufionenr Kohut, die perfische Perstateuch- Adler, Grabrede. 'Grätz, Cchir ha-Schirm,. Anzeige neuer Bftcher. U^erses eng. Die ״Literürische Beilage" zur ״Israelitischen Wochenschrift" wird kurze wissenschaftliche Abhandlungen, welche Fassung und Inhalt dem jüdisch-gebildeten aber nicht theologisch gelehrten Publikum Interest« abgewinnen können, Auszüge und Mmheilungen aus Zeitschriften,.(Journal-Revue,) Notizen und Literaturberichte, Recensionrn, sowie Anzeige Schriften u. dg^. m. bringen. Auch kleine Notizen gelehrten Inhalts werden Aufnahme finden. Anfragen über G^ns aus dem Gesainmtbereiche der jüdischen Religion, nach der theoretischen und praktischen Seite, wecken erbeten und thunlichst brannfoirtet werden. v .?Er Nrdacll«». wissenschaftliche Auffätze. euests und Zendavefia. *) Das Alterthum kennt kaum ein Volk mit einer einigermaßen hoch in das erste Jahrtausend hinaufsteigenden Culturentwickelung, dessen Lehren und Sitten nicht.schon mit denen des hebräischen Volkes verglichen und! als Duellen biblischer Ideen angesehen worden wären. Die Religion Israels sollt« bald persischen, bald ägyptischen, bald, chaldäischrn. bald sch^l-. nikischen Urspnings sein, ja nachdem man sich gerade mit dem einen oder andern Volke beschäftigt, das Zend oder die Hieroglyphen studirt hatte; ja selbst China's eben erschlossene Literatur wurde. durchstöbert, um auch einen Theil des hebräischen Alterthums als Eigenthum zu revindicirrn. Kurz, wollte man allen feit etwa hundert Jahren zum Theil mit dem Ansprüche unleugbarer Wahrheit aufgetretenen Theorien Glauben schenken, so mußte man vas Judenthum als ein Product chenesischindisch-persisch-sabäischägyptisch - phönikisch - griechischer Einflüfie ansehen. Nur die Sprache des Volkes und die Einkleidting dieser fremden Lehren würde als eigene Schöpfung der- Hebräer anzuerkhnnen sein, vom Inhalte bliebe herzlich wenig ihr unantästbares Eigenthum. Daß insbesondere persische Ideen auf die Gestaltung des Judenthums eingewirkt haben, ist häufig behauptet worden, seitdem durch Anquetil Duperron die ersten Manuscripte des Zendavesta in Europa bekannt geworden sind. Zuletzt ist das, und gründlicher als, je nachzuweisen versucht worden von Fr! Spiegel, dem bedeutendsten Kenner der alten Parstliteratur. Aber ״über den Mächtigen ist^in Mächtigerer gekommen". In dm auch in diesen Blättern schon einmal besprochenen Essays unternimmt es Mar Müller, der berühmte Herausgeber der Vedas, -der zugleich ein vertrefflicher Kenner anderer astatischer Religionen und ,ihrer, Literaturen ist, die Grundlosigkeit der Spiegel'schen Hypothese nachzuweisen. Da dieselbe n ו :■H sp»tr r euer st inde, s'llein, 3 kennen und die ihre furchtbare Rolle erst im Christen hi zu spielen beginnen. 1 gerade in neuerer Zeit an Boden zu gewinnen scheint, so I in dem großen Werk Psteiderer's über ״Wesm und Geschichte 4 der Religion" als erwiesene Wahrheit vorgetragen wird, so scheint es zeitgemäß ein Resumä der Streitfrage zu g tea. _ Zunächst weist Max Müller darauf hin, daß eine Behaup lWG so folgenschwerer Art nur -auf die gewichtigsten Gründe W stützen dürfe. Es könnte uns gleichgültig sein zu hörest, ' vielleicht im Buche Ester oder Daniel perstsche ®Jrf«• zu finden sind und daß auch manchen persischen Idem iv HW -, 'spätesten Zeiten des Judmthumft der EmtrU MiMKll Auch der Talniud erkennt es an, daß ״-di« Nanckn der tz «WWW aus Babylonien nach Palästina hinaufzogen" pnd so st»cktzP ׳ wir kein Wort des Bedauerns darüber verlieren der Asmodi des Buches Tobias nicht mit zustftiuüenh wie noch!Rapoport 8. 9.) annahm, sondern dich ei Wr '• nach Breal in Aischma-Dasva, den Geist der Gier (Ven idahs sup. 10) verwandelt. Wir werden mit Freuden auch heH Prioritätsrecht auf dm ״Satan" als ״Teufel" und alle Hsest ' s 'Geister aufgeben, welche, die früheren Schriften der Bibel Nicht j *) Vgl. Fr. Spiegel: Grän, das Land zwischen dem Indus und Tigris. Beiträge zur Kenntniß des Lander und seiner Geschichte. Derselbe im ״Auslands, 19. März 1868. ' Mar Müller. Essays. Nach der zweiten engl. Ausgabe, iuS Deutsch« übersetzt. Bd. I. S. 129 ff. Br^al- Hercule et Cacus. Die wichtigsten religiösen Fragen' über tommta ins ß piA, wenn je nachgewiesen werden sollte, daß die Grundlche« des- Pentateuch auf ftemdem Boden entstandm üNd in die hr> i^e» Schriften der Bibel erst verpflanzt worden sind. Hisr ■nf langt Pkar Müller, ״daß die Factm, auf welche 'Hera«tige Behauptungen sich stützen, klar bewiesen werden", picht *tot Um der thedlogischm Schlußfolgerung«», sondern auch umckrr historischen Wichtigkeit willen, die dies« Forschung« beiz» messen ist.' Aus welche Thatsachen aber gründet Spiegel feint Theorie? i ן - Zunächst muß der Weg gefunden! werden, auf dem per» fische Idem in die Bibel übergegangrn sein können, ״®pfai behauptet nun, Zoroaster sei in Arran geboren, Arran «des sei idmtisch mit Haran, dem Ausgangspunkte des hebväistfe» Volkes; hier also habe Abraharm in persönlichem Verkehr!*) vst ') Wenn nun gar Abraham nicht eine geschichtliche» stzndent eine mythisch« Persönlichkeit Lewes«, wäre, wie u. >. Beruftein Geiger meinm, so siele auch die Spiegel', ch« Hypothese. S« wird solche- Luftschloß durch dar andere umgeftoßen- <Rrd-).