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Jüdische Volkszeitung · 1921-12-30 · 49 (30.12.1921) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
27 (1921)
Issue
49 (30.12.1921)
Date
1921-12-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Schriftlett»»G nk Smi|: Fench»«»er «iif 8016 eichet,» »Ichmlsich » tede» Frrttau* ta*a U ta4 w 96< Wie raA Mt E 'mm* »«, tt» W, wke »ch durch die •«Wftfltlc am frrtc M« »trrttitlhrlich Wt 6,00 d^»^, vctten, M Ldtz^mg t» da G^chtst-Helk SmrtftMj ll-lOfe n|i *mma* *tnbtt*n 9Ht| 872. W»tzel« faanut 60 fedjtiftleituna und Verlag in Breslau. Haifci Wilhelmstraße 5/7. — ZusLrtstm sind d»r1ht» zu richv». Seschästistelle: E. Silienfetb. ® m. b. H., Siellau 1, kchweidaiherstraße 37 — Mt Mt «rit Kaut mritertr« »«MH«, »«ich» M« W Btrftfltt» |i> fiitcmf ftkntaat M, Schriftleitan, nt klt »eehieschltch» ««nflMttnt. (Sonber-nummer) nt. 49 Bretlan, btn 30. Dtttmbtr J92J Dr. Weizmann in Berlin. Smifti« fei« «eich»tzrLside«te, «sl »eichltMsler heim rat Ster». hielt tu Dr. Netz«»»» Ludendorst. Bo« Larl Glaser Leb«, bleiben, sowie kerben FRr das Saterland ist sktz . . . Ealmnniare aobaner . . . Der Jude Saul sah den Philisterkrieg verloren: da stürzte er stch ins Schwert. Der Semit Hanntbal nahm Gift, als er nach einem Kampf ohnegleichen nicht» mehr für fein steroendes Vaterland tun konnte, da» ihn ■*um Anfang an verraten hatte- Der Römer B r u t u » tötete sich, um da- Ende der Freiheit nicht erleben zu müffen. für die er fieqlo» gekämpft, und der Preuße Friedrich war entschlossen, eher inS Trab zu steigen, al» den Untergang feine- Staate» mit zu ertragen. Ludendorff, dem das deutsche Volk Vertrauen ohnegleichen, da- Leben seiner Väter und Söhne, dir Gesundheit seiner Frauen und Kinder. Tut und Blut biß zu« letzten anvertraut hatte, damit er er rette — Luden« dorst floh nach unerhörter Niederlage nach Schweden, um 'ein Leben in Sicherheit zu bringen. Ludendorst schreibt mit emstgem Fleiß Bücher und freut stch der Scheme, die ihr Erlös ihm bringt. Ludendorst füllt Seite auf Seite, um zu beweisen. daß er schuldlos, die Gemeinheit des Feinde», die Unfähigkeit deutscher Staatsmänner und Generale, die Unzulänglichkeit de» deutschen Volke», der Verrat der Sozialisten, die Machtgier de» jüdischen Volke» schuldig an alle« Unheil seien. Ludendorst ist vielleicht ein genialer Taktiker; er ist Nicht oon'vna Holt, aus dem da^Schltksal Helden schnitzt Er ist ein kleiner Mensch — aber wer hat ein Recht. Klöße zu fordern? Immerhin gibt e» eine notwendige P scheidenheit de» Mißerfolg», eine natürliche Zurückhal« tu ig nach der verschuldeten 'oder unverschuldeten Nieder» Ir e, die un» selbstverständlich erscheint. Barbarische Völker ti leien ihreglücklosen Generale; Römerstolz dankte selbst?nat für Pflichterfüllung. Aber wir haben nicht gehört, daß der Konsul Dario nach dem Zusammenbruch von Hannas für sich oder seine Partei die Führung de» Staate» beansprucht habe. — Gesunde Nationen bestrafen nrcht den Mißerfolg, aber sie erwarten, daß der Verantwortliche selbst feine Konsequenzen zieht. Ludendorst hat da» nicht begriffen. Der Entmachtete kann die Tage seiner Allmacht nicht vergesten. Er will herrschen, wieder herrschen. Deshalb flicht er! sich selbst auf tausend Seiten Lorbeerkränze, rühmt er in hundert Kapiteln sein Tun und seine Voraussicht, beschwichtigt er rn eigene» Gewissen durch spitzfindige Deknunftgründe. Schmähungen und Anklagen gegen andere, immer gegen andere. Und doch hielt er den Feldherrnstab in Händen; hatte -r die ganze Macht. Erlahmte da» Volk — er mußte emporrütteln. Gab e» Verrat — er mußte ihn rnt» decken, unterdrücken. Versagte da» Heer — er mußte die «fcMGi der Truppen heben, die Mannschaft zu Hingabe ur-ch Sieg fortreißen! Ta» er auch sagen mag — alle» klagt thn an. nur ihn. Er hatte die Macht! Er trug -r Drrantwortung! Da» mag er spürm. So bedarf er einer dämonischen «wewaU. emer Kraft, oie über Denschenstärke geht, sozu» sazen einer .force majeure', um der Anklage, die ihn ewig verfolgen mag. wenigsten» vor der Außenwelt ledig l werden. Er fand fie in den Juden. — SM* Masse versteht da» uralte Volk au» dem Otze« -" cht^ da» mitten unter ihr lebt; fie mißtraut feiner Ge« - uchle. seinen merkwürdigen Ueberlieferungea und religiösen Gebräuchen, seinen alten Büchern in unheimlicher Schrift, nne» seltsamen Zusammenhängen. seiner trotz allem un- .»barm Gemeinsamkeit. SM* Maste beargwöhnt die Jtibe*. schreibt ehnea gern die Schuld an allem Bösen zu. ^Gtet fie und ist leicht geneigt, fie zu hasten und au» furcht nredmzusLlagrn. wie man ehedem .Hexen" tötete uad «nbrque», Geister al» Zauderer verbranntg. — Der 'Ude »st für die Halbgebildeten, die Ungebildeten und Un» glücklichen erne Ach tzbse» Prinzip, der leibhaftig. Satan; "e glauben seinen bün Machenschaften, da fie Gr-, '.ürung für ihre Slot llrchen, ihre trostlose Lage zu -erammurch spüren in Weser Uedepzeugung zugleich Gruseln „ ..y^, jß j« von ReaWoaLren und «umsenntr, für ihre Mäne VuSW»M worden. «»Har za s. begann. pEtische GegLiiL »ertze>G -cheimck». Dr Weizmann ist Montag, dr» lg d. Mt»., nach» mitta|» 6 Uhr, in Berlin »ingetroff«. Am vahnhaf Zoologijchrr Karten halte sich eil» graste Menschenmenge «ingetunden. um ihn zu begrilsten. Dr. Weizmann wurde eine stürmische Ovation dargebracht Auch in mehreren deutschen Großstädten wurde der durchsahrend« Zug seiten» der totalen zionistischen Bertreter erwartet und Weizmann am Bahnhai herzlich begrüßt, Mittwoch vormittag wurde Weizmann vom Reich»- prüstdenten 4 b«r t in längerer Audi«», «mtsang«. Dr. Weizmann hatte Gel^enhttt, hem Iieich«>»üstd«nten die Ziele de« Zioni»mu« an«einanderzus»tzen und ihm über den Stand der zionistischen Bewegung zu berichten. Dr. Weizmann üusterte stch sehr besrii digl über die ihm zuteil gewoldene sreuudliche Ausnahme. Dienetag nachmittag wurde Dr. Weizmann in etwa halbstündiger Audienz vom Reichttanzler Dr. SB i 11 b empfangen Wühlend der Unterredung, di« auch allgemeine Fragen berührt«, gab der Reichekanzler seine« Sympathie sür die zioniftischm Bestrebungen let» hasten Auedruck. >m Mittwoch gab Staattfekrrtär de» Lev Heren von Haäiel zu Ehren Dr. Wet-nann» «tn Frühstück. Am 2». d. Mt», stattet« Dr. Weizmann dem Vorstand der Jüdischen Gemeindch Berlin einen Besuch ab. 4r >«urde im Prüstdealzimmer de« Verwaltnngtgibände» sei,risch empfangen. Der Vorsitzende der Gemeind«, G«. volle« jüdisch«« Wacht hinzustellen und fie so unheilbar zu Itüdigen. Rach so urallem Rezept versubr Ludendorst in seinem neuen Buch .Politik unb Ariegsührung'. Und wie geschickt versteht er stzi» Gift zu veispritzeu. Laute« Nein« Andeutungen, gelogenllich stülschuuaeu — Io zitiert er au« einem Buch de» La»ilüt»rate» M-rrtzki- Berlin über den Orden Bnei Brr» in Deutschland «iu« Otelle, in de« über di« Sitstamteit de« Logen gesprochen wird, bewußt jsaisch. Au» .sruchtdare« Energie' macht er .surchtbare Energie' — surchtbar» Energie der U. O,B. B. Man denlel — Eim Kleinigkeit, nicht wahr7 Aber unsir Maon wußte aut, wo» er damit bezweckt«. Rie lüstt er sich dazu herbei, Beweis« sür sein« Verdächtigungen zu erdringen. Er erhebt lediglich Anklage: Da« jüdische Voll, an seiner Epitze die Log n, die Zw» nistrsche Organisation und sein« g»heimni«p»lle Oberleitung über, deren Art und ZusammenletzUNg Ludendorst nicht» zu uiisten erklärt, zu deren Rennzeichnuu, er aber die be« kannten Worte Siathenau« von den dreihundert Mtnnern, die da« wirstchastliche «Beschick de« Kontinent» leiten, zitieut — Hab« di, Riederlage Deutschland» gebraucht, ,um den Juden in Palästina ein Elaatkgebiet und Annkenttun, al» »oll zu erwerben u»d ihnen in Euwpa und Amerika eine überstaalliche und überkapitalistrsche Herrschast zu verschaffen'. Und Deik« diese» jüdischen Volke» standen innerhalb Dentschiand» Grenzen . . , Dm Spießer gruselt» und gehei»ni»ooll» Andmlungm solle» 'ihn noch ängstlicher, in sein« Angst »ach jotniit aus dirse Träger uugreisbarm Beiräte» machen. — Hat nicht der in Deutschland lebend« Prosestar Weizmann — nie hatte er seinm Wohnsttz in Deutschlaud l — Ich»» «90« mit Balsour »nd Eagland wegm Palästi»«» vet- Han««; Enthielt nicht da» Buch Theadar Herzt» Mm JudMistaat ia seiner Auslage »MI 1818 ei» Vorwort Otto Marburg«, da» in spätrrm »ustazm — h». h»I — sthlt! Daß spätere Aust«,» nicht erschienm, »»» do» Larwart mthiett, sagt der Herr »eoeral «cht l Hat nicht der Delegiertmtaa der Zionistischen Vewiniann, für Deustchland im Jahr« lS2l den Beschloß gesaßt, haß .den Sitz der Errktw« mtsprechmd den »genwürtiz palitslchen, organisatorischm und stnanztelle» »sein soll.;' Gat «» nicht Inden in ' l der BalloumDellaiat,»» schm« währen» de« f Und twoeism nicht AnästzrAch. «Gch «e»»ch. vor alle» Wer die. zwar Mn gegnerischer Sette ifrikn .Stil« m« Sin’, daß. . , und (nt: Vrrral, fiastewr, ttchscher Verratl in welcher er sein«« Gmugtung Berliner Gemeind« di« Ehr« diese» Geheimrat Sinn sührte au», daß zionistisch« Bewegung Bewnnderang , immer «an sich zu ihr sonst stellm »og. der Reprtsenteältenversammlnna " «erstchert» nawm« der Repris Berti»«« Gemeind, der I» auch dewthrt« trtter »ngehdren. laß sie Hs« Ideen de» Toste« m »ist« und daß di« Berliner Jndenhett sicherlich \ südisch» ®nf M Auston» Paltstin»» noch stütz« «erd«. U «lteßer Robdtner ka sprach hieraus Rabbiner Dr Weiß», der retigits, «edeutnng de» Zionttmn» h,«,chB Weizmann erinidert» N> «inet Ans Pracht, in , betonte, e« sei ihm «in» haß« Etz«, OM tont MC und bedentendstm jüdischen Gemeind« de« freundlicher. Weil« »nlgenommen >U wetßm Hoffnung »»»druck, daß Mt Pattttmchtts^ dm Juden «„«sichtl der groß« Ansgat», hi» st» jatmtum gestellt sei. zurtcktrrt« wert« aaß Ich« in gleicher Weise ihr, ikrtst» sstr ßm > Volüstina ttnsttzra Mchwr. " rcnHL&th Ziantst etnm Loast ans Dr. Weigmm grriffm, venmrtnn^n, entstellt naß »ersttchtM s »bet nie Tallachen, »tt «ich nat h»r >»st>» > tztüftmgl lkttn Wort tot»»., tost di« 8M|f*' sation. «ahmnt de» Krtege» «tat Pilitti «W lichkeit, atsolrrter L»MUi«t Ut RentrolM Seit« stthrt«. Dl« Ziorrtstm tlrrtat« ia ihrer Staat«; Mt Settir der B«n>g»t j bra Settern ihrer Stakt n» ein, mm «tt wir kn Srisüligkett« de» RrtegG «ch »ich« trachtet«, n» dtt jütisch» HeioWü die unser Volk brannte, n» nicht BMW Da» »aßt« Sie »ist« na» sng«, Sie wist«, daß tentsch« Stoattmtaa billigt« nad »tt «innwN Sie « kutsch« Unterstaoitsedettal »«tt M harren für die jüdisch« Heimstätte. Stt daß i» tiriege nad wm dem Rckege «in Palüstisä * fgfl*«* HßEUHtz, tzßM dßGMW btt Lededour ,ngehkt«, »nd da» mch 1HI einzi«« «rieWM (tatet . Gtt »oü« M allta »U Ink» hat« Cka bn . . §vbfi pcftai Mr Mcf^dMr Held find Stt, «in Siebte», kn ttckffch, tJ«4 der. llaalkl m» ( Doll aüein aitaer M stieitzett nnt Stück M Stt well« herrsch«. MW tomatt eit die» Ziel « ermtch«. an, «WH «hm, paar hnntertlansent Mensch« «7 » . imla Urmenttrmchttttmst Stt |! ZNDlWWUHH ■«!] - - PM «k «tat fl - M»1 nichl'wiss«, Herr < i sicher« StG l enMtat, Wahl ihre Stt! »kr mittkrtz kl Volte! noch nicht Bn»ss«I — st» un» schilt»«. 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