Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- 47 (16.12.1921)
- Date
- 1921-12-16
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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El ieiepn. KtflgTW * |J| 0*1 iH Die VtOBtttuntC r*Mnat »»»«ad» au lt*n» giriug nt ln» i««tl durch tu Pt», »ik auch tllrch tu «Echtst»»,»- zu« Vre6, M »uiMmrt.it Ml 6,00 ant«, M »tfl-nq tu tn StMlfttMr MI. 170 fbiplur Nummer SO Vf Schrtftlettuuü »»» Berlug: stemsprechrr Rtug stlllS. »Mchtftbstrie: Ker»I»rechn Ki», 872. Mt ( . I 11-1 B*>. Uuitlitu I __MM» Mt och »■lünnntn» Echristleitung und Verlag in Bretlou, Kaiser Wilhelmstrast« 8/7 — -nschristrn stub-buriW pi richte». Geschüsttstelle: E. Lilitnselb': S m. b. H-, Bretlou >, Schweidniherftraße 87 — Mt Mt »it Mumm |!|ll4«lll AuMtze. »eiche M» de« «erstssert ,,» »»«di«! deine». üderuimmt Me Schriftlei t»»g „r di» prehütirtzlbhe BerauIwtrttRg. Nr. 4? Breslau, den 16. Deitmbtr 1921 XXVUI L>ie jüdis^e (Äeme»nde. Boa Dr. pbil. Friedrich R ü l f. W^s ist Sinn und Aufgabe einer jüdischen Gemeinde t Der Materialist wird antworten: Sie ist ein Zweckverband zur Bereitstellung von Mitteln für die Befriedigung gewisser religiöser und zeremonialer Bedürfnisse ihrer Mitglieder; selbstverständlich ist. dost dieser Zweck im Interesse der Verbund-Mitglieder mit möglichst geringen Kosten erreicht werden must, Für den Idealisten oder kann eS nur eine Antwort geben: Die jüdische Gemeinde soll die jüdische Idee v rwirklrchen; daheißt: sie soll dem G,danken der GottteSherrschast sichtbaren Ausdruck geben und durch die Gemeinschaft der jüdischen Herzen dauralte Ziel drS Judentum-. Gerechtigkeit und Brüder lichkeit. erstreben. Die Auffassung de- Idealisten stellt der jüdischen Gemeinde eine gtwaltige Aufgabe. Gotte-herrschaft und Brüderlichkeit, da« sind Begriffe, die sich vielleicht niemals völlig verwirklichen taffin. die oder Initial-ve und Richtung geben, kurz da- Leben gestalten foll»n Denn dos ist ja überhaupt der Sinn der Idee, dah sie außerhalb und über der Wirklichkeit steht und doch der Wirklichkeit ihr Gesetz diktiert >.nd ihr Gepräge gibt. Daß also in der modernen jüdischen Gemeinde dir jüdische Idee bereit- Wirklichkeit geworden sei. kann nieaand verlangen. Wodk aber, daß da» Leben der Gemeinde da- Signum und die Prägung de- Judentums dab»-und—«iua. Entwicklung tü< sich Richtung aus dar ewige Ziel Israelbewegt Wie vor Jahrtausenden in der Wüste must sich Israel um sein Heckigtu« lagern und sein heilige- Feuer pflegen nach dem Worte der Thora :naan «•> rteton ipm Ton pm .Ein ewige- Keuer lodere auf dem Altäre und verlösche me!." Denn man so vom Standpunkt unserer Idee SU Ausgabe der jüdischen Gemeinde erlaßt hat und dann einen Blick aus die Wirklichkeit in Deutschland wirft, so must man freilich entsetzt zurückprallen. Da- Heiligtum, um das sich unsere Gemeinden — die großen wie die kleinen — lagern, ist die Verwaltung-stade und der Gemeindeetat. Soweit sich der moderne Jude überhaupt für jüdische Gemeinschast-angelegenheiten inlirefs'eri. richtet sich sein Sinn — neben de« üblichen K'hill»' Klatsch — vor allem auf Derwaktungsfraaev. personale Erwägungen, Kommiffion-sitzungen, bautechnische Probleme und bergt. Gewiß, auch diese praktischen Dinge müssen erledigt werden. Und Dank den Männern, die ihre Zeit und Arbeii-krast dafür selbstlos zur Verfügung stellen! Denn aber diese zwar notwendigen aber durchaus subalternen Angelegenheiten immer mebr in den MillU- Punkt rücken und fast das ganze jüdische Jnterrffe adsorbieren. und wenn so fast umviülürlich die Fiktion entsteht, alob es im Zusammenleven der Jude« überhaupt nur den ökonomischen Gesichtspunkt gäbe und der Etat der große Bemeindegötz« sei. dem sich alles unter» -uordven tj.ifc*, — dann allerdings hat die jüdische Gemeinde die jüdische Idee verraten; dann hat sich die materialistische Auffassung vom Zweckoerband durchgesetzt Und trauernd müflen Gerechligkeit und Brüderlichkeit ihr Haupt verhüllen .... Der Etat — das vergißt man viel zu leicht — ist lediglich ein technischer Begriff ohne eine Spur lebendiger Wirklichkeit. Der Etat muß sich elastisch den Forderungen des von der Idee bestimmten Gemeindelebeas anpaffm. Und es gibt keine größere Todsünde, als wenn man Lebe» und Geist von einem starren Etat vergewaltigen läßt. Einer der Punkt«, wo sich der Geae«satz »tat und Lebe» zu g-nz besonderer Tragik entwukelt. ist die Frage der veaqiteobefolöung. Ist es »icht eine kategorische Forderung des Geistes der Gerechtigkeit, daß die Beamte» -t. __ ii.ni« _ — »-Itnrcrjfsutrajiii «nt «tn» w giptt alt TOiilMrfcube bei» «otMMnrit1 fit Mt bMliat Sache btt Judentum! arbeite», i« ihm Stift bc« btt «naMebe imIfiMtiat werbe«. ba& fit wt bft Stal btt Taget geschützt finbf 91t Roim für bi« Gehaller. bit btn verschiedenen Stanltn^tupw» lufamaint. hat bag Seich ttu Befalbmigt» atbmmg ausgestellt, bit wahrlich Mt Beamte« nicht auf Rase» bettet, aber bach wenigsten« ihre bringendsten DedLtfniffe ficheistellt Wie ist et mbglich, bah viele jodtsche Gemeenben. sogar Getßgemeinden, ihre« veamie» Ibeeen Hauthall stch übrigent durch dir rituelle Säst er» hrdlich vrrteuert) dies« — man falte doch meinen: selbst» verständlichen— Sehälter her Seichtdefaldungtardau»g vnweigerl 1. 911 Zenftolgebal M Iubeutumt Hot (U Grundsatz aufgrstelt: »Was h» für btch utcht »ch bat i»e auch de» Uudern, «tchtf Würbe et jüdifche» Kaustntteu aefalle«. »am Mn Goch . anderen Ueschüs.ttubaberu ftstenralisch rneüststMtw, dem jüdische« «auf»«» «in besnbwt «ner ««W Wirtes Ihr wtrdei die L»ft «lli Gum uttlrrn machen! Run. bau« mutz stch Gefühl a«ch bogege« »Mpbte». bah der jüdische I Kullutbeamle ^gentdn de» mchtjübUchrn ta 1» H «eise i»l ll»r«ht «eicht Bitb. nb bat Vn* eigenen Glanbentgeuaffen I Ich «iH hier nicht i« de» «tat! zwScheu 1 Beamten und M» Darttanb eingwtse«. den ich | Iutereffe an der' «mülaun StzuegegWgiMtchSü: spreche leMgllch alt Sude, der «I nicht tz» tzchütstM HM wie ein« Gemetnscholl südlicher StiaMm (a sch» t «eiste Stahl mb btt PvttzhetM ahmeichn st, s» astrnlandiget llorechi i» ihrer ii*Mt G trsipvairxn .Sichtet empoe i» To»». 1 Sechl l' «ll diese» Watte, erDocht» t» Gewisse« sei»« «»tarlete» Gastet IM all g»igest»,te«. treue» Jude» unter Sa»»i de, tutteu. ttqtalm Sri »chm»». Da»» würbe stch uümitch Mt |>Ü •it »mit Üichhattia Mt ltn«w*t her. Salitte" stob. 2>lr_- MbhT mürbe» bei ' naliMa «. Mi «MÜt Mt «eMmeiji bar MMUlm Me Gchohr »rrb tu der Tat Geouinde», Me Mm picht ' g«»att habe», »are» bi« sügitz. «ämeii ist M« «uljubum ch, doch mch »ich« mmeichmtt«U. ba» »n V» I «Mbeü »llle» Mt lebt«, MM» «it bn hm*. Büter gen eiste u»b sich brt ürlstcht beraube, — i jüdische» Fnebstas begrabe« H »erch». Biel grhstee ist Me «eschr. Me stch aus Gem«i,depaMI ergibt, »»b Me »hstetcht , Stoterialiste» rnter »m «ialerch-e» »ich. Ist > » im »»»»»»» o»n r»n Mt 9rn»nti kn Jtmtm «dt» tchr InMui mW st Feuilleton. Frirdlichkrit. vcirach^kbg ,»» vochenobichnitt AIS die von unserrm Stammvater Jakob ausgesandten Boten ihm bericktetrn. daß sein Bruder Esan mii einer Gesoloschast von vlerhundert Mann beranziehe und also wohl feindliche Absichten verfolge, da fürchtete sich Iakoo und es ward ihm Angst. Er fürchtete sich, so meint der Midrasch, er könnte getütet werden, und es ward ihm Angst, er »erd« selber töten müffen. Die Gefühle, welch« diese späteren Weisen dem Erzvater in dieser eine« kriegerischen Zusammentreffen vorangehenden Stunde zu» schreiben, keanzeichnm in trrffmder Weise die Gesinnuntz des jüdische« Volkes gegenüber dem Kriege. Denn Jakob sich fürchtet, er könnte gelötet werden, so ist das nicht Feigheit, sondern das natürliche Gefühl eines gesunde« Mensch« vor einer Entscheidung über Leben und Tod. Auch die tapfersten Helden erzählen uns. daß sie von dieser Todesfurcht nicht frei gewesen find und sie erst i« Rausche des Kampfes überwunden haben. Wenn aber die Er^trer hinzufügev: Und es ward ihm Angst, er werde selbst töt.n müffen. so enthüllt uns das den Charakter wahrster Menschlichkeit uod tiesivaerster Friedlichkit, za dem sich das jüdische Voll in jener Zeit emporgeruvg« satte. Aach in dieser Hinsicht bildet Esau «ad das von chm stammende Edo» sowie das vom Talmud «it diesem 5*?** sikom den schttfstrn Gegensatz zu ihm. D^e» Gedanke» verleiht der Midrasch sinnig« «usdtnck. Gott habe, bevor er sich Israel offenbarte, die Thora aach dm anderen Bällen», so auch dm Edomit« an» tzchvte». Al» diese aber dg» Gotteswort vernahm«: .D» sollst «cht mordm'. da lehntm sie die Annah»- | bn Xbaiu ab, beim fit konnte» süh ritt Lrbrn ahne Krieg nnb Marb nicht benkrn. Sun fiabr» wir alerblngt auch i« allen JtraM Krieg nach außen und Siarb, besandert palillsihen, ult Mtiiel bn sich bekämpsenbe» DytzaAe» im guuer» in retchn stille- Et ist bat verbieust bet viel verschrieenm TrlMnaitmut, baß n Itrael enlpaltlistnie und ihm dadurch jenen Itesinanliche» Abscheu Var den blutige» Greueln bet Krieget, dt, ja im Grund« auch die letzte» Wurzeln der Bluttaten Im striebeu find, «inpstuuzt» uub ihm damit jene Ftiedlichleit gewissermaßen zur zweite» Natur machte, die nach heute beu Stolz uusern Gemeruschaft autmachen bars. Wenn wir die bald zwerlauseubjährige Bluichranil bn Blenschheil burrhbllllter», so werben »er barl igbisch« Ramm kaum vnzelchuet stubeu. Dag jüdisch, Ideal war «dm nicht Macht und Herrschasl, die unr beerch Gewalttat zu erringen find, s»nbenr geistige uub sittliche Lnvbstkammuung. Israel salte ein hestGet Ball, «dr Galletvolk narben. Da» lauuie et nur dadurch, bahnet sich von dem pal titschen Treibm bn attbneu BöKn, letztet Mittel tmmn bn Krieg bleibe» »irb, kainse und seruhiell. Wen» »u» die nmestm EnlwiLimg Israel i» Me Wellpalwl geristzm habm, sa wäre bot aut bau» ju ' man hoffen bürste, baß Mes, stch sartau sttMtchert Mittel bedienen werde. Ist mügt» die bernsmm stührer baß, es sich Me Tugenden und kein Herl kan» unsere» seiner striebvchleii. Sa». M : bewahre». . Kein GiÜck .erwachse» a»s Kaste» lieb THtwoh. Dir «Rette. »lauget».»um» TalmuMeavul zu E»de Um», zu Ibnuni Duwibel Bat. eine lernte au biese» Aüeuü Mt Tal Seetm. M» auf tze» SrUbhaU! uuteetzeach seiueu gtnuib HtrschM- X. ... . .HirschM. Sittbwr __ .Rriu*. outwortebe Uatt »eiber Mt.| u»b hüreu. ■ai-ty'*""1 **- Mruschn. -MWt . SÄ’-Sl tu Schul' yheu. M bürt m . 91 Wirst b» Wut Aua» habm. Hü Ml miß«» «ewüubem m Ich»» *U Vmm Hst^ Selb autn*. .Ich «ßabn bb ToU, schm, ich ft 1,»*». ich muh .Daü wirst bu Nicht tuu. Wen Mt. nr -ün^ Seme Me hchn bnklm Grabsteb» schm wich, *“ StV.M V» säxr&stjraäV. SSrOTÄTÄÄ*-“ Tr»y,»f«y, DutMbel Mueb. t» « Dt, -Mt » tMbel nb HbschM sähe» Mü spüt iu, Me Rachl t» Beth^outtbraschTeMb. Ware» sh strWüwmr - Mt war um Mach, nchtm ste buch Mm M» 'ATS