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Jüdische Volkszeitung · 1921-12-02 · 45 (2.12.1921) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
27 (1921)
Issue
45 (2.12.1921)
Date
1921-12-02
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Mt Mtarttnq“ rrtratt »HitflU an Icftea Krttiag «» tmw d«tzl durch die Wie aach durch Me BeschsftAstele im Vrttft »oo -vrÄLtlrch Ott 6 00 Wimm »«Vn, M AdMiuut» bei CtWftfM' 9L t TO «ki^attann.Mli. 6tbriftl('t*ng nt SnU«: tinHatw Wog 8018. •ffcUMtrlt: 9fti(nt4n Nng 872. InM Mt »i—mnl« 18—4, Mt «MN*, nb SotarrMan 11 1 HW. Imtl MwHrt Mi flBiwlti Mt ftavtfcanttigm 6& W. — •«* Brik UMt 10 fl* Scdristleitung und Verlag in Breslau. Kaiser Wilhelmstraß« ü/7 — Zuickmften find dorlhin zu richten. _ »tschäsilstellt: S. fiilttnftlb. « m. b. h.. Srtlteu 1, »AotibnUnftrabt 87 — S»t bti »1t Statt |t|rifcutn InNH». Wtlche bk MtHnlbM NH| _Irt Btttala«!»■ AnlbrnL bringm. »benimmt Wt kchtiftltiinng »r >it PtthGis^tichi Bantia»rtnng. * _ Nr 45 BmIm, 6« 2. Dtitmbtr J92J. Z«h«H«»G XXVIII Jüdische Kindrrhilfe. Angeregt durch die Zentralvohlsahrtsstelle der Deutschen Jude« in Berlin und durch den Jüdischen Frauenbund. O.tsgruppe Breslau, haben jüdische Organisationen und Einzel Persönlichkeiten sich zu einem Wert von ungeheurer Größe und Tragweite zusammeogeschloffen Die vielfachen km Wöhle de- Kinde* gewidmeten Lmricheungen und Bestrebungen der jüdischen Gemeinschaft sollen zusammen» gefaßt und durch ein großzügiges Sammelwerk vor dem Zusammenbruch geschützt uud zu neuer segensreicher Tätig» fett gekrüstigt werden. Die jüdischen Kinderheime. Kindeihorte. Ferienkolonie«, Waisenhäusern. Erziehungsanstalten find vor» d'ldlich. Sie alle aber find wedr oder weniger auf ihre Eftfftlngsfonds angewiesen. Diese Fondfind infolge der Geldentwertung derart zusammengeschrumptt. daß das Fortbestehen der Anstalten in Krage gestellt ist. vri den Kindern des jüdischen Mitelstondes herrscht ßilterr Not. Die jahrelange Unterernährung, die infolge der jüngsten Geldentwertung in einem bedenklichen Um» ferm zunimmt, hat der in der Entwickelung befindlichen 9»ß>mb die schwersten Schäden zugesügt. Tuberkulose, R»chitis und Skrofulöse haben sich in einem bisher nie gekannten Umfange ousgebreitet. Nur einer sehr bescheidenen Zahl körperlich elender Kinder konnte durch einen Ferienaufenthalt auf de« Land« oder im Auslände geholfen werde» In zahlreichen Kamilien fehlt »es an den bescheidensten Mittel« zur Anschaffung warmer Dinterlleidung. Es ist ein unwürdiger Zustand, daß die «eisten von den unglückliche» »troffenen aus private Unterstützungen an» -IwiiWM' frt lsozial»» Hilf»»mF-muß an die SftAe V«Ü Mmmengsde,» treten. Qualvoll ist das Lebe« der Kinder aus den ein» gewanderten ostjüdische« Klüchllingsfamilitn. Ihnen fehlt alles: nicht nur Nahrung und Kleidung, sondern auch das eigene Heim und tai bisher gewöhnte Milieu. Von dem -pdyfische» und geistigen Elend dieser Kinder haben die wenigsten deutschen Juden eine Doistelluug. Am grausigsten aber ist d,r Lage der Hunderttausende von Kindern, die durch die beispiellosen blutigen Pogrome in der Ukraine nicht nur Haus. Hab und Gut. sondern auch die Ellern verloren hoben und völlig allein in der Dell stehen. E» ist eine Ehrenpflicht der deutschen Juden. Feuilleton. Girr. Veirachnmz zum rSochenu-schntri Der Verkauf der Eistgedurt durch Esau an Jakob hat in neuester Zeit mannigfachen Anlaß gegeben zu gehästigen Angriffen auf die Persönlichkeit de« Erzvaters und die Moral der heiligen Schrift Überhaupt. An den schwärzesten Farben wird die Heimtücke des Listigen geschildert, der die Schwäche de« Herrenlosen und Einfältigen ausnutzt. Eine eingehend« Aaaltzle der Eharakteure der beiden Brüder Würde uns zeigen, daß die Schrift uns völlig unparteiisch -vei Menschenbilder zeichnet mit SchaLcden und Vorzügen, es de« Leser überlassend. für fich eine Nutzanwendung zu S" den Der Vorgang des Verkaufs bittet jedenfalls keine öglichkeit. gegen Jakob einen Vorwurf zu erheben. Ich möchte »hn als eine Art Nrckipiel zwischen den Heranwachsenden Knaben betrachten, in des,en Hintergrund doch ein tiefer Ernst lauert. Es kränkt den stillen Knaben, der -rüßiensch i« Zelte zu fitzen liebt, boß der ihm eigentlich »ehr wesnwoerwandre nachdenviche Vater den Netteren, den wilde» Kraftmenschen und Jäger bevorzugt. De» Vater mag di'llercht gerade der Gegensatz angezogen haben. De« Sohn schien es. als ob vielleicht die bloße natürliche Tatsache der Erstgeburt de« Aelteren des Vaters Liebe eintrvg. Er könnt, natürlich nicht i» Ernst, glauben. »«- «an ei» solches Recht verkaufen könne. Er wollie aber de« Vater beweise», wie wenig fich Hau aus diesem «he« Rechte i« Grunde seines Httzeos machte, so daß •* -tso der beso»der»u Liebe des Vater» gar nicht würdig ist. daß er vor alle« nicht geeignet sei. die heiligen Heberheftrunge, bei Hauses sortzupflunzen. L Die Worte Esau» kennzeichn«^ den Naturmenschen in ffMsr «Geherrschte» Vier. Laß «ich doch schlinge» von “ d«, Ms« da. denn ich bi, «übe. De« wie überhaupt der Juden aller Länder, fich dieser Kinder anzuoehmen. die uns ein teures Vermächtnis der ukrainischen Märtyrer sein sollen. In den Dienst oller dieser Aufgaben, deren jede wahrlich riesengroß ist. hat fich die nengeschossene .Jüdisch« Kinderbilse' gestellt. Zagha 1e Gemüter brachten in den Vorbesprechungen die Befürchtung zum Ausdruck, daß der Rahmen zu weit gespannt sei; man müsse fich aus einzelne konkrete Aufgaben beschränken. Dir müssen einen solchen Stoodpinkt scharf und entschieden bekämpfen. Nichts von ollen diesen Dingen, um di« es fich handelt, darf unterbleiben. Die geistige und phyfische Entwickelung der Juden erfordert nicht ein engbegrenztes. sondern ein weil ausholendes, umfassendes Werk Ist es aber notwendig, dieses Werk zu leisten, so »erbe» wir es auch vollbringen und werden es mit Stolz und Freuten vollbringen. Durch die Erhaltung und Erziehung des ostjübischea Nachwuchses sichern wir uns den Zustrom aus dem unerschöpflichen ostjüdischen Reservoir, ohne den sonst das deutsche Judentum durch Mischehen und Taufen nicht nur dezimiert, sondern vielleicht schon unteraegangen wäre E« Gedanke aber soll m uns deutschen Juden bei diese» Werke aufs neue triumphieren: der Gedanke an eine Einheitsfront oller deutschen Juden. Den Jahr» zehnten, in denen das deutsche Judentum von erbitterten Kämpfen der Parteien und Richtungen völlig ausgefüllt war. folgt jetzt eine neue Aera tatkräftiger gemeinsamer Arbeit aller Juden. D-e jüdischen Arberterfürsorg^mwr. die Zentralwohlfahrtsstelle. die jüdische« Volkshochschulen, der jüdlbhe Aufbau Palästinas find zu gemeinsamen Auf» gaben des gesamte» deutschen Judentums geworden »nd Hobo» 4« ttvNataMt Band n» «ch Richtungen geschlungen Die Jüdische KinderhH, ist «j» neuer Väustem zu de« großen Serk einer neuen Gemein» schaft aller brutschen Juden. In diesen Tagen werden Rundschreiben an bi« jüdischen Gerneindemitqlreder mit der Aufforderung zur tätigen und materiellen Unterstützung an de» Werke der jüdischen Kinderhilfe ergehen. Dir .Jüdische Dvlküzeitung' nimmt jetzt schon Spende, in ihrer Geschäftsstelle. S- Lilienfeld G. m. b Jb., Schweidmtzerstc. 37, entgegen, die öffentlich auSgewieten | werden. _ Naturmenschen find da» Erste die Bedürfnisse seines Körper«. E'e müssen unbedmgt befriedigt werden. Für ihre Er. füllung Abt es keine Schranken und Hindernisse. D»e vor»edmfte Aulgabe des abrahamitischen Hauses war es zu lernen, de» Körper zu beherrschen. Die Forderungen der Natur dürfen erfüllt werden, aber nur mit Einschränkung »nd niemals auf Kosten der Forderungen des Jdealt Anderst Etau. wenn auch nicht im vollen Bewußtsein des Ernstes seiner Handlung, die Erstgeburt für ein Linsengericht dahingab. zeigte er fich de« Aufgaben des väterlichen Hanfes nicht gewachsen. Er durfte auch im Spule nicht dir Erstgeburt so geringschätzig behandeln. Jakob und Esau verköipern hier den Gegensatz zwischen der Forderung de» Naturtriebs und der d» Sittenges.tzes. Dieier uralte Ka npf tobt auch heute im Jnnenbßen der Einzelnen und zwischen den Gruppen und Parte,«». Die Massen rufen in dlinder Gier: Laßt uns schlinge von dem Noten, dem R^ten; fie stärzen sich aus den Genuß ohne jede Hemmung Das man ihnen weigert, nehnen sie fich mit der brutalen Esausfa-st. Schwach nur ertönt die J-kobestimme der fittl>chen Forderung. Die geringe Schar ihrer Vorkämpfer scheint im Gewühl des öffentlichen Lebens zu unterliegen und zu verschwinven. llnb doch spricht «i» ihnen die Stimme des Ewige«, die Gotte»» stimme. Und kommen wird wieder der Tag. an de» Re Gottesstimme mit Kraft und Majestät erklinge,, und dis Erstgeburisrecht der von Jrkob vertretenen sittlichen Korderung von allen Menschen anerkrnnt »erden wird. -lieh TUcwo. Löcher und Zeitschriften. .Wiltzrl« CtlH H,»i Lisch« Sbrr|r^t. C^tia Sadatam Sialil, bn grtftt, jtbisch» Jtatiaaal. bichtlr. hÄ I«bn> «in» hektisch« ldbeiktzia, »» Echilnl .ZA’ fiirttMrSrill.bU b«M»Lchß i» bn Warschau« Lohnst .WWT(.«• <h4-‘) —»ftoalcht 9Ul tiuk Geutralvrrsa««!»», des ZentraivereinS deutscher Maatt. dürgcr jüdischen GlaudenS. JnA,rat Lreduitz erdfinet Mt vnb»M»»>« »A sd»,E« der WwMwtoi der Oityci»»« Hl Mt faMwHk Der Znne»l»ettt, ßetzi »ach «tert PeriaM lchwerstkt MIT m» 1 atm fine« nwi «edettSreUM» ZeftaftchnlfteS. T *" * m graßer Knzall Mm Ruft Mt Hitna ffftMt; ch die *cn rnMvsS H»lls»Mt IH Vegtn» matt UrMÄ Ht_ aatjrgcbrnts varoU: Dt MoMl» «chuäß »Mt Mntlcht» Fnd>»^ zu »erde» Mgtunt. Mit MftmMtet HeihNchleN MpAGt l~~ sttzende M« Daaztger Ilzeottzaete». Bar Mn Tsssachen Mts «afie, »ir UN« des-ea. dtzch Min mr M aergessei,. Mt nt ■» M* jldische» Blfffta ‘ . sach eine« NachtuffM- Me wrtirnw Mümi-Mt M4 i »ttüaade« t«Mn dl« vahU, tu Me BeftemHnni Nw «ilVOftttzead« »«rtze» ge»stzU: OrM. ffalteaH _ _ _ a f e p h I tz a l. «MnMt, »H »dchMHH « et,»»- Die erste Bch»», aesta «e stch >» Amt ilaltMtMssm kaudaeduNg fstr'daA Manch« Bmettanl. eaaMeeaMmer Zie Bieget- Btanalchimt» WH da» Bel rech, »«r F,de» in Dea'lchlaa» »ach. BchalltnA Dt. BMmEs l < ■ * 11 Iffftcht iwt Mt Dmet der Jade« I» che» i Demschiau» nt »eaMl stch am Me vH OM» Ma« te ] t» ietaem tstqftch eftchieae, Mette: .Her |t4i tH| ü [ Hetmar* »sagte. Matter ,D» wstimM Hag M» -ege» Me Jade, lÜ durch chr Sift ttN, l» txfc» I WttM» »a» Mumf.a aestnae«. iMI M ßtzl i' Mo» 4<m Hau! nfMct «. «I» i ' «metrt iß »cht aeeWmMcht. »ttl «» , ' salaage »ir Mm miideascht Beet tzaden. wt»d Me BlilEMchm da», was OMi Bauer in 1 YanMm MrtWche «merrt B, »Oft JnMn t« Hanf. . , Mefto^ Matettal iEtzm E. »mißlsch, Utwtm » « MMnrt, daß Ah darcha«» i^VSa .tttjgjr *.*a CT.?? UM, Mt Mm t>M4 t»t tiliiOltU i rtUMk« »rtt. Mt m rlimtrtlfnl XtMMmpitl ■<■. (Ml. mMfitab« r Btt«l ,.W 8-tftt.'OMiMiMimil MtMkt UMttl «niUmi > 11 ■ ■ i ■ « tata Ht aatriaam, M Mt UbaMmt. Mt Mm -Uta M | M»m Ottltb—g Mt BtMMÜ t «L WMlÜMlb tat Mm ftbaM rn Mbumm. kal Mtfc »III« hmtmk i •Ire. «Mt ttM« ib» «U «am »itlumltr Mml»mi«Ml ch» af Mm «ttt Mt nnMdUti T --"* nktt ZähitN asiagttifta, WO» Mm Mim Ml M bot auch btn .Dm Outtoit* tbiiirm,» mb bl sich stfniMlrtig mit mit McüMwi lulpbi W» I ptan« .CJuIiul Cäsar'. Set Bttlaa CtjM.JH bat mthtirt Wirkt Mn fUbiabranatb »-fön I» b—a koracht beraubqigibi». banntet .Da» 4lfai Mb ffltU* in bn Uibcntagunb Mn Dailb tnschmmn. »er «m «tamuchtift, btt»MMM'» — Dt. mmrn »nbn. . Soeben ist ba» »ft« hist M I. 3abt|Ofit «MImmi nnb bat folgrnbtn 3lbalt: Otattin Ludet, JbngrttMtiin fU |WjM4bl Polit«: va„d ft*f«tn. Im Wobei Mr HissftM 3ulial Aabtnlliln. VtaMtmi btr lUMlCraSMtMNib »si »obtnbiimtt.Liram, Knnfteqi.bWMHWMg Statin Ander, tu. bim ikbtn btg Nabti HMA» Mn Ikotnitz. Umschan: 6ant Nohn, 9am ft(Mtr|j kilgWWch Knintifon, Qm dal sboisch, SMttUm; d» )nM Saffrrmannb vetnintnisbach. , 0rmnfaM«rn: tlial t>utnMCj, S«(b'HbMMii;a«|a| E»oltm. ßgm ba iUMnlab; d»b» Bitgmtnm •nibi nnb ftreibeit. .Da 3nMttfefintun 3«M<4n »»laß. Laltn N V7, Dontbmnftr. U nnb it bierft itmt barch ßchi Lochl hanblnng za btiichen. Di« AtannmntDbcktsW s ' Deutschtand. L-ftenet», Soilni »«MlVch M. haibjährtich SU. s»r bei TlSchäll»»,, sähet ich «t 80-. taUMfc«* Kt. «ST-, fit M lullanb: «anzjähtüch SU 80.-, holbschtüch « 40^. »er D« Kl»l Lirla,, I» Mt Wt»m i, W «Iin,ift«chast ans brnOn WitischtsC.chm t» (nttUngnii CbtUtNinlt 1dl biptMl »OM. kn Cwin«ti btt UkWm Mb Mchchn V

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