Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- 43 (18.11.1921)
- Date
- 1921-11-18
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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WMMlksMlmy vte .Attische volUzrtvwq'^ ^rtcheml »scheittllch an jede» Frrttag nnd kam, O»»tzl »nrch dt, V»tz. »i, -ach darch di, GeffrSstAgeSe z»« Prrtfe »on ^rtti1ttzkl»ch Ml. 6 00 bft*qni atrite. bei Ldh«l>mg in brt OrtchSftSütlr Ml. £.70 Einzelne fhramrt 60 Pi- Schristleiinng ul « erleg: JHig 8416. •efMtttttle: Fernsprecher »>,, 872. rttnM. ka »eMittMele 10-4. tu C4UMU. IHMm,-m1 snb D»nner«rag 11-1 lltz». >n,eIge » mm mach MtaMia bmdnrt Dal tftilUnrtrr Wi achtaekMckdr«, ftHl» Met 80 ff„ Fa»iÜe»Unzeige» öö Pf- — Bei Strinfetat ttmlfcg«**. SLriftleitung und Verlag in Breslau. Kaiser Wilhelmstraße 5/7 — Zuschriften find darlhm zu richten, seschäfrsstelle: S. Lilienfeld. G m. b H-. Bierlau l. bLweidnitzrrstraße 37 — Für die «it Rvme» zeichnete, Avfsütze. welche dir perssvllche MssREl» deS BerfafferS z,m Anddrnck dringe». Üder»i»»t die bchriflleitnig »r die pretzgesetzliche vernnnnnrtnni. Nr. 42 vrerlau. den 18. November J92J. Zahrtzemtz XXVIII vird nehr;end Bei dev ganz Modernen. bba. 682 Di, ^ganz Wobfmfn" find in bnr ganjm Dell vtt» irrten nb ich vermag |flr fie leine bessere ijharaNerifierung zu staden, all die. die ich der „Diener Mvrqenzeiiunqentnehwe. Die ganz Modernen wohnen in der Regel irgendwo .draußen', in einer Villenoorstadt zwischen Gürten. Irgendein Mitglied der Familie ist gewöhnlich blond, vast bei gewissen Ahnungslosen immer noch als unbedingt arische- Raffrnkennzeichen gilt Ist weit und breit kein blondes Familienmitglied aufzutreiben, so gebärdet man sich dafür möglichst .über den Raffer.'. An die fatale Tatsache, daß fie schließlich doch Juden find, lassen sich die freien Weltbürger nur sehr ungern erinnern. Uedrigenkleiden fie die Tatsache in die Formel .mosars^es Be« CtnntniC*. obwohl da- Wort Bekenntnis gar nicht mehr schlechter verwendet werden könnte. Wer fie daran gemahnt, daß fie Juden find wie alle anderen, stößt auf eisige Abwehr jeder .Intimität', und die öffentliche Erwähnung dieses Umstandes, wie fie in Namensverzeichniffen etwa erfolgt, erscheint ihnen als .echt jüdische' Taktlosigkeit. Wenn fie die letzte Brücke zu ihren Stammesgenoffen nicht abbrechen, so geschieht daS in der Regel nicht aus einem winzigen Restchen Treue, sondern nur aus Rücksicht für einen alten Vater oder eine alte Mutter, die eben nicht .mit der Zeit" geben. Die g,nz Modernen freilich, die gehen mit der Zeit, fie hasten, rennen, jagen ihr sogar «ns. Dazu gehört vor ollem, daß ihre Intereffen isStzljch unjüdisch find. Bejchäftigen fie sich mit kkMtze. wie es so viele Angehörige tot fc» eis« jetzt tun (die Modernen zählen imovr zu Besitzenden^, dann gehört ihre Anteilnahme immer de« christlichen Bedürftigen Sie sagen wohl großartig: Mir gilt es gleich, ob der Arme Jude oder Christ ist Aber tat ist nicht wahr. Sie bevorzugen grundsätzlich die .Arier'. tat jüdische Elend, das entsetzliche. «kschüUernta Elend der Kinder, der Kranken, der Greise spricht nicht ihren Herzen. Eie schwärmen für interkonfeffionelle ohifahrtspflkge und übersehen dabei nur die eine Kleinigkeit, daß den christlichen Bedürftigen neben den allgemeinen auch noch die besonderen Fürsorgeinstitute ,ur Verfügung stehen, die Juden also ebenfalls zur Ergänzung werterer Unterstützung bedürfen. crrrt. txrbrclu« und fördert die Jüdische Volkszeltung' die all« jüd. Interessen vertritt. Aber was hilft das Alles? Die ganz Modernen fühlen eben nicht-, wenn das Eiend der Notleidenden nickt in den Formen des .christlichen Elends' auftritt Nur so konnte es geschehen, dag man zu einer Zeit, da man zum Teil höchst überflüffige.Lubestationen' an allen Straßenecken errichtete und die ruhmreiche .Doppeldeckenuhrenaktion' einleitet. in gtwiffen Kreisen vom Herzzerrethenken Jammer der jüdischen Flüchtlinge nicht» sah und nichts sehen wollte. Die .GohltÜtigkeitsdame' ging lieber in da- Lager der Flüchtlinge aus dem Süden und kauderwelschte in einem jammervollen Französisch Italienisch herum, ehe fie sich ihrer Stammesgenoffen angenommen hätte. Bei der Erziehung ihrer Kinder befolgen die Modernen streng den Grundsatz, alle- Jüdische auszuschliehen. Rur .arische" Lehrer betreten das Haus und Erzieherinnen müssen gar eine Raffen» und Ahnenprob« bestehen, die für die Aufnahme in den exklusivsten deutschvölkijchen Verband genügte. Daß diese Erzieherin in der Mehrzahl der Fälle da» notwendige Verständnis für ihren Zögling nicht aufbringe» kann, ist ein Uebelstand. der leicht wiegt, neben dim Vorteil, eine garantiert christliche pädagogische Leitung für die Kinder gefunden zu haben. Den» die Entfremdung tat RochmuchsM tm im «igsHfmmlW lit Wnb Um» zielbe nvßt betricken — wie hallvafc hei «Mas «an die Kinder dadurch macht, bedenkt wohl «ie«a»d. Das Ideal des Weltbürgertums wird hier zur Karrikatur verzerrt. Denn neben uod in der internationalen Organisation aller Klaffen wird und muß es immer noch den Zusammenschluß und Zusammsnhana von Alt- und Voltsgenoffen geben, solange der Mensch im Boden seiner Heimat und seines Stammes wurzelt. Aber die Phrase — denn in diesem Zusammenhang ist es nicht mehr als eine unverstanden« Phrase — von der Meuschheitsgememde hat jetzt gerade Modewert und so wird fie allüberall nachzebetet. Sofern die ganz Modernen sich für Kunst interessieren Feuilleton. Nationalismus. VrtrachNmg zum DocheaabschniN K*n In fruchtbarer wasserreicher Ebene, wie ein Garten Gottes, dnn Paradiese gleich tag Sodom da. Hätte man nicht erwarten tollen, daß ein Volk, wohnend in so üppigem, gottbegnadeten Lande, auch gut und menschenfreundlich sein werde? Müßte sich nicht hier eine Zu« fiuchtsstütte erheben für alle Aroien und Gerückten, alle Eleven und Bedrängten? Aber geradr im Gegenteil ward dieser schöne Lcdenstrich eine Brutstätte tri krassesten Egoismus. DaS Meinige ist mein, und auch oas Deinige ist mein, war der Grundsatz Sodom». Und die Wurzel dieses persönlichen Egoismus wur die nationale Ueber' Hebung. Dos Glück und der Ueberfluß mochte diefri Volk nicht gut. In seinem grenzenlosen Hochmut« wollte es kein Glied eines anderen Volkes an seinem Segen teilnehmen läget. - Keines Krem tan Kuß sollte dieses Land betreten. Der'Fremde war ihm nicht nur ein Mensch niederer -Art, er galt ihm überhaupt nicht als Mensch »it Menscheurecht. Er war vogrssrri. Jegliche Gewalttat war ihm gegenüber erlaubt. Vertief sich doch ein Wanderer in die menschenfeindliche Gegend, so versuchte von ihn mft Gewalt zu assimiliere« und wenn er nicht in das Durchschnittsmaß tar nationale» Eigenart paßte, so preßte oder streckt« man ihn so lange, bis er den Geist ausgab. Unter Spott und Hohn ließ «an ihn verhungern Fand sich doch eine mitleidige Seele, die sich seiner erbarmte, so wurde sie unbarmherzig zu Tode gealtert. Der überspannte RMonalismus, der sich gegen die Fremden wandte, «ußte schließlich auch zu u»setigrn Folgen für das eigene Volk führen. Der Rationalismus mußte z»r Klassenherrschaft führen. Die Führer des Volks, welche das Schlagvort der Gewalttätigkeit und üngerechtig- Gll ge^en die Fremden predigte», war« leicht geneigt, auch im eigenen Volke sich ein llehungsfeld zur Durchführung ihrer Lehren zu suchen. E» darf uns also nicht Wunder nehmen, daß in Sodom auch taf Einheimische kein Recht finden konnte, daß eine btutale Klaffenherrschaft das Land regiert«. Rationaler Egoismus und KloffenrgoismuS werden immer enge Der» bündele fein. AuS den herrlichen Zeiten, zu denen auch die damaligen Führer tat Volk führen wollten, wurde ein Fevermeer der Vernichtung, der Untergang Sodoms durch dos furchtbare Gericht der strafenden Gottheit. Der Geist fodomitifcher Selbstsucht hat aber weiter die Geschichte tar Völker beherrstt. Er ließ die Griechen die Fremde» als Barbaren behandeln, die Römer nvr tan römischen Bürger als Dollmenschen ansehm. Auch tar menscheaverb -üdernde Geist des Christentums vermochte bis auf tan heutigen Tag nicht tan einseitigen Rationalismus zu überwinden Roch ist die uralte Fordrr«ng des Judentums aus gleiches Recht für tan Fremdling unendlich weit von ihrer Erfüllung entfernt Dollen tae Völker der Welt nicht aus der Geschichte lernen? Muß erst ei» furchtbarer Untergang des neuen völkischen Sodom und Amora Raum schassen für eine neue rein« Menschheit auf glücklicherer Erde? lock Tikwo. Wirtin »nkrr: Am» de» fik«« kt» »akkt }»t»tl »•■ »«»mich 8o» de« dew nächst brt Sftttm fr ftrniag i» tyttnffnt c. M. ertcherAevben v,ch „X« grvtze Maggi» «ab seine Nachfolge". Der R»ck. tanet bet flegniget sprach, rt {lang, Bit Btnn ei Mete, nur sehr viel leiser a»d schwächer. Er lieble ei. Sprüche mb Leise bei polnische» vauetnoolM vor sich hinznsinge», Loch eine» Lnrrmmahl, bai er in großer Freude abgehalten hatte, sprach er: ,G»t sag! dai Lall: Ohne Lock bei Z«q und Lchmaui, Siebe «eck. WT M4 irt. — und bai tun naaienllich bie Frauen säst i»»n — verneinen ftt bie ratlache, daß ei indische a»»ß gibt, aus« euischiedendfte. Da« bünaisie vauernihealer. hü lächerlichste Ver,errung schnaberhüpselnder, jobelnber, schnß» platlelnber Dorstunft hat luisicht, veachluaa g» sinh«», von der jüdischen Bostikunst will man nichtG Wißm. »uistellungen jüdischer Künstler geht man »ui di» Skim. Man liest — Heuer wenigst,Ni — lkanlama, Lnürni und Konstiise, die Propheten lenat man nicht, Iß» » modern diese «aituog Menschen auch iß aber sich gebt»«, lann fie anbererseiti auch recht unmodern'sein. H» Beispiel ist die über den Lasten stehende Dam» M immer abergläubisch — selhstvcrstüadlich streng tatßallqch. Eie sürchiet den Freitag und die Fahl Dinpeh» wi» HM Feuer und ist in keinem Falle ,u bewegen, „littf Km1 bie Hüyde |u reichen, den» Io hat fiel von sh« Ktchl»' immer gesehen, und »enn fie »il jedem alte» «M»: gebrochen dal, mit diesen Vorurteile» bricht sie Betritt man dai Heim solch gang Moderner, f»'' lei» Mensch aus den Ansall kommen, z» einem zu kommen — kein vild, kein vnch,-nicht M üußere Zeichen lüßt ei vermuten und die alte» werden geradegu ängstlich gemieden, >» SamMaß die Bohnung gründlichst ousgerüumi. alle grobe ' «beit zusammengeschodm, dasür gibt ei am Bach abend pünktttch einen gewalttge» Ehrtftbau«, Mn» Um« j die Lifte dieser Lächerlichkeiten bii ial dehnen, «rmähanng verdeent aber aM dieser Lhpui bei »Istmilante, h«ch «bi il ' " : vakistl — keine i ■MUtt- «ch Mt : mit»« er auch viel zur betrage». •> Ich habe nach hingugosüge», b^ her _ vchreiber sich irrt, wenn er her Ansicht ist, haß hie« ' Thpue ia stiemkuttur nnr in Vien «ngatresse» ist. Bhe»' Land, ja jede grbßere kiadi hat «orgüglich a»i»ebÜheG Abarten dieser Art. Und ich kan» nicht behanpten, bech i die .deutsche Zucht' — natürltch il ihre« Art — ßm Wiener Nachsicht, Ane traurige, aber wahre Festsiellnngl rM. Aber welch eil wanberNchrr »ack «» bach hm Letbi'^ Auch gu »°n sprach er mitmckr Mch »allchß. M er allein war, Hirte »an ihn g»weite» smgmi'.si kochanku', bas ist: Mein Liebster. Ahami reit. Et wirb erzählt, einst sei, »li her statnitzee Mag»« im «hebet stand, Adam, der eiste Mensch, z, ihm getreeen und habe ihn angesprMrn: .Dein Keil an »ei»er Ein« Haft bu gelbst — willst du nicht auch »och maM KeA Ibsen?' An Gehet. Einmal sprach her Maggit aa» Kai»!»: .Ich stehe vor dir. Gott, Wie ei» Botenkrnbe «ch warte, wohin du mich schichst.' Die «erschmthte. Eine Frau klagte dem Kainitzer Meggih weineM, he« : ihr Maua sich «an ihr ahgrwandt hat» und sie hgßttm si nenne, .Und vielleicht bist bn in her Tat häßlich?'saeckst Labbi Israel- .Lebbe,' ries die Firn tat, »wir ich W? unter dem Trauhimmel nicht schb» und lieblich? BarNM bi» ich nun schwarg gemmche»? Da erfaßte den Mist»« ' ein Zittern, und er konnte nnr mit Mühe der Fra» he» t Trost gnsprechen, er walle Me», »aß «Mt «i kK (ml . ihre« Manne« wieder «wende, El» fie «e»mm, WM. i redete er gn voll: .«ekenfa diese» Berit«, Herr hm. Belt, und gedenke Israel«. Al« Arael am ktnal Gltabtee. .«ir Walen tn» »nd vernehme»' rnh h» e« erkeäst mch.1 dir »»träntest, mar M dir nicht schön mb lieblich? Gmi» - ist e» »UN schwarz gemorhe»?' «tt eine» BliA. Der junge Zwi «li^etech hörte einst M der detttm t kabbatmahlgett seine» Lehrer, Aabbi Mendel b», Knmam sagen: .»er im «eschlech, bm Marnch« «m> «MMtz, »ub es versönmt sei» Astmstcht M schm, der »ich.