Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- 40 (28.10.1921)
- Date
- 1921-10-28
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/6682508-6377574-6450538--1623-4851257- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Otr .ILdische 6oU**ntjnut" rrf^nat »schenNich an |rt«n Jmtafl aafe Tana '•■»W dorch »ir VaR. mu o»ch sorch dir O^ch-st»-e-, za» Prnfr Ma »u«ld}4Mt4 Mt. 4.60 fctiaqni »n6en, bet IHrting n 4rr •f<44H*Mf «N. 4,25. «martar fhnraa 40 9f. lü *(tll|: #fT>l>ct4n « », 8016. Wruftrechn Xtaf 872. HbM. Mt MMWMi 10-4. Mi «cheiftu, «mn»L »»■ 14 an» tanta| 11-1 UM. tlllllll UM» n* »Mm,»» Inichoe. Ul WÜMiitT Mt v&M&tm* 3itk t*Mt 60 H„ ftoailiciuniltQat 00 Pt. — Bei,WiiMG«I»»e UrWÜäigmm T Sttriflltilunq und Verlag i» Breslau. Kaiser Wilhelmftraße 6/7. — Zuschriften sind dorthin zu richten. Geschäftsstelle: S. Liliinseld. S m. b. H.. Breslau I, Schweidnitzerstraße »7. — Wir die mit Powe» »Itzeichuetei Auffütze. wolche die »nsäulich« Metmutl de« Bersoffn« zum litlnl ktfi«n. stdernt»»« die Schriftleit»^ m die »r«gesetzlich« Bnootwortoog Nr. 40 vrrotuu. de» 28. Odioder J92J. Zatze,«, XXVIII Oberfchlefien! Der 20. Oktober 1921 war ein schwarzer Taft für dos Deutsche Reich und die deutschen Juden. Die Peile deutscher Arbeitskraft und jüdischen Geistes, um die Deutschland von aller Delt beneidet wurde, die Schlagader unserer Heimatprovinz Schlesien, sie wurde durch List. Neid. Angst und Habsucht wider allen Rechts uns genommen. Zehntausend« unserer Glaubensgenossen. unserer vbeischlesischen Brüder und Schwestern find durch den unheilvollen, den Frieden der Welt bedrohenden Beschluß de- Völkerbundrates von unserer Seite grriffen Jahrhunderlalte Bande, die uns mit den Gemeinden Oberfchlefiens vkrknüpjten, find zerrissen, zerstört worden. Alle Lpser, die wir gebracht, fie waren vergeben-, olle Rechte, die wir uns durch die Abstimmung erworben haben, sie wurden mißachtet. Wir dangen um da- Schicksal der oberschlesischen Juden? Die polnische Regierung rst ihren Versprechungen nie treu geblieben; ihre verantwortlichen Leiter haben die Rechte unserer Glauben-brüder nie geachtet. Die Fehler der Ä Regierung wurden stetan den Juden gerächt Liebe Schwestern und Brüder' Die neue politische Grenze vermag nicht zu verhindern, daß unsere Gedanken und Wünsche in diesen schweren Tagen bei Euch weilen. Und der Gedanke hält unaufrecht und mag Euch trösten, daß jede Sünde wider den heiligen Geist de- Rechte« auf dieser Erde seine Sühne findet Die Not laste Euch Arm und Reich vergeffen und schmiede Euch zusammen zu -einem Volk von Brüdern! Auch für unwird die Stunde de- Wiedersehenkommen. Wir harren ihrer? südliche Wirtschaftsordnung. (Unkmbung d.r .IVZ" mH Dr. üapleeüigen. Wir«[au.] Anläßlich Oft Begründung des Instituts für jüdische Wirtschaftsordnung. hotte der Letter des Instituts. Dozent Dr Kaplun-Kogan. di« Freundlichkeii. über den Stand dir jüdischen Wirtschastisorschung die nachstehenden Aeußerungen zu machen i l „<£« bedurfte erst der ungeheuren wirtschaftlichen Katastrophe. die da« Judentum in seinen grüßten Siedlung» zentren heimgesucht hat. um eine erhöhte Ausmerksomieit der brriien jüdischen Oeffentlichkeil aus die wirtschaftlichen Zusammenhänge der jüdischen Gegenwart zu lenken. Siachdem die jüd. Historiker aller Schattierungen sich überzeugt haben, daß die alte, bi» End« vorigen Jahrhundert» vor. herrschende Methode der Erfassung dez jüd. Vergangenheit und Gegenwart überwunden werden muß, da ein« produlljve jüd. Geschichtsschreibung sich unmöglich ausschließlich aus die politische-, Rechts- und Literaturgeschichte beschränken darf, begann di» Anschauung von der Notwendigkeit einer großangelegten jüd. Wirtschaftsordnung auch die süd. Pr«r>» siari zu beschäftigen. In der theoretischen jüdischen Geschichtsjchinbung gilt der alte Standpunkt als vollkommen überwunden; in der Praxi« setzt sich di« lieber,eugrng durch, daß di« bi» jetzt aus rein pbilanthrv- Vischer Grundlage ausgebaute wirtschaftlich« Hilsstätigkeit nicht mehr ausrricht. um die dringenden Ausgaben de» wirlschaftUchen Ausbaues der jüdischen Massen zu läsen. «« Philanthropie, sondern Prodnüivierung der jüdischen Massen Cftnmta*, ebenso«« i»Palästina, unterHn»»-. ziehüng de» Unirrnehmer kapital», heißt HI« neu« Losung, um au» der unerhört schmierigen w.rsschaftlichen Lag» heiauezukamnien. Aber die produktiv« Wirtschastsarbeit kann nur dann zmerkmüßig und erfolgreich in Angriff genominen werden, wenn fie fich aus eine gut organisierte, systematisch »usgebaute. nach streng wiffenschastttchen Prinzipim geregelte Wirtschastssorschung stützt. Der Zufall muß ausgescholtet. die Gesetzmäßigkeit der jüdischen wirtschaftlichen Gejchrhnlffe erkannt weiden, wenn wir unser Ziel erreichen wollen: die jüdischen Massen aus gesunde wirtschaftliche Grundlagen zu stellen. Wie sah d e wirtschaftliche Gebahrung der Juden srüher au»? Wo waren die Lumen ihrer wirlschaltlichen Macht, die Ursachen de« Ausstieges und de» Niedergang»«! Zu welchen wirtschaftlichen Betätigungen sind sie beftndwft . geeignet ul»., — lauter Fragen, di» nur «im kvnsegWUt ] dnrchgeftthrte jüdischen Lirftchostssorschung MMt»: kan» und deren richtige Ldsung nicht nur »ns««» schastlich« Erkenntnis bereichern wird, sonder» gerechs«: unentbehrlich sür jede praktische und produftiie wietschn»» i liche Betätigung ist. So entstand die Idee, «in JastiM; sür jüdisch« Wirtschastssorschung ins Leden zu ruft», die Erforschung der wirtschaftlichen »rnd sozial»" Grundlagen de« jüdische» Bolle« zur >»sgad» hat. Dätigkeitsgebiet ist iiicht aus irgend »in Land der jüdisch»»-. Siedelung beschränkt, sondern umsaßt vielmehr all« Mb»"- lungszentre» der Judenheit. wo nur wirtschaftliche s von praftischer oder theoretischer Bedeut»»« auftt Die Organisation de» Institut» ist international gedochh? indem es Mitglieder und Korrespondentm in allen Zentvsch» der jüdischen Zerstreuung wirbt. Um jedoch der Ichoftlichen Arbeit da» natürlich« und dauernd» 3> zu verschaffen, soll da» Institut de» Grundstock der natie dkonamisthen Fokaltüt an der llniversttüt in : bilden. Da» Institut besitzt drei keftione»: I. d» tion»sektio». in der da» gesamt, Material über di« scheu Wanderungen, systematisch geordnet, sür di« T der Praxi» verwendet «ird. Hierzu sollen zunft. gesamte« statistischen Berbffenüichnngen duichgearteitrt, s Unterlagen. Denkschriften und Eis»hrung»n der verschied«»«^ tmigrationtämter nid -Seftljchofte» durch T ihrer Berichte und Materialien an «ft,« Stell» I WtMk l»«m ^tühinngnnhm, mit bw nf ftllschoftm iß hie Borbedingilug für dieft nicht die au verschied«»»» Stelle» aeftmwelt , ihrer Lättakett. der Dheorie und Praxi» ixriooe», gehe»,' 2. Die Wirtschaft« wiffenschaftlich» Beratungsstelle, t Ausgabe aus thearetischem Gebiet darin besteht. von Stelle au», an der «ine oollstündig« Urberstcht über de» Stand der jüdischen Wiffe»schast erzieft wird. Muri und Fbrderung wiffenschaftliWr Arbeften dtonowF Natur zu pflegen. All«, vor allem jüdische [ sollen von der Beratungüstell« Litnaturzusawmenst erhalten und nach jeder Richtung tu ihm» wiffenschaf Bestrebungen unterstützt »erd«». Um dieft DäftglM «rmdglichen. werden »am Institut bibliographisch«, ' theka rische und Archivarteilen unter»«»»en, di, , Feuilleton. Im Anfang. Benschumz zuw WechenabschniN Schon daS erste Wort der heiliften Schrift regt »-njer Nachdenken an. Es gibt einen Anfang, fagt es uns. Damit hebt e« unheraus auö dem niederdrückenden und beängstigenden Bereich« der Klausalttät und legt den Grundstein für daerhabene Reich der Freiheit und Silllichkeit. Es gibt einen Anfang, so sprachen auch die ehrfurchlgebietenden Tage zu un-. Eist nicht war. daß die böse Toi fvrlzeugend Bösegebären muß. So lonnlen wir mit Recht beten: Erneuere unsere Tage wie ehednn, d. h. nach der Deutung unserir Allen, daß wir rein und unschuldig werden wie der erste M-nfch egewesen. Er gibt »inen Anfang, so ries da- Fest der Leben-sreude allen Be« kümmerten und Leidtragenden zu Ihr braucht euren Schmerz nicht als ewig drückende Last und Fessel mit euch Herumschleppen. Beginnt ein neue- Leben in Freuden. Egibt einen Anfang, so kündete unauch da» Fest der Eesetze-freude. Ihr hobt daganze Jahr hindurch mit Eifer gelesen und geforscht in dem heUigen Buch« der Offenbarung. Ihr habt in ihm mit heiße« Bemühn eine Ldsung gesucht für die Fälle der Rätsel im Himmel und auf Erden. In heiligem Entzücken habt ihr in festlicher Stimmung die Lösung de- Buchevollendet. Glaubet nun aber ja nicht, ih.- hättet den ewig sprudelnden Quell ausgeschöpst. ihr hättet die letzte Wahrheit und Wei-Hell gefunden, ihr dürft allebi-her Gestrndene in Zweifel setz.». Stellt euch einmal vor. ihr wüßtet nicht- und hättet noch -arnrchterreicht, und beginnet mit frische» Mute vom neuem. Fanget noch einmal ganz von vorne an. vom Anfang, und in reiche« Strome wird euch neue erhabene Wei-Heit fließen. Aehnliche Gedanken finden fich im Midrasch aus« gedrückt Rabbi Jona sagte im Namen de- R- Oevi- Worum »st die Welt mit einem 2 geschaffen? So wie das I von ollm Seiten geschloffen und nur vorne offen ist. so sollst du nicht fragen, was ist unten oder oben, was wor vorher und wirb nachher sein Beginne vielmehr mit dem Tage, an welchem die Dell geschaffen wurde. Fühle dich nicht als Glied einer Kette unabänderlicher Ursachen, sondern beginne für dich in Freiheit eine neue Welt. Ein anderer Weiser meint, das 2 deute hin auf die Heiden Welten, diese irdische Scheinwell, wo da» Gesetz von Ursache llnd Wirkung herrscht, und die ewige Welt der Freiheit und des Geiste». Ein dritter meint, die Thosa beginnt nicht mit.dem K, das ist der Anfangsbuchstube de» Worte- .verstucht". sondern mit de» 2. d. i. der Ansang de- Worte- .Segen". Dem Flnche der Unabänderlichkeit ist dir Welt ohne Thora verfallen. Segen und Glück. Freiheit und Sittlichkett bringt ihr da» Thora» gese^. Do» 2. so meint endlich ein vierter, hat zwei kleine Weiser, der eine zeigt nach oben und der andere nach rückwärts. Ueber dir und hinter dir steht Gott. Deine Aufgstb« ist e» nicht, die Vergangenheit und di» Ewigtett zu ergründen. Dein Lebentwerk ist dir gegeben, mit dem Worte .im Anfang". Drum auf zu neuer Tut. zu fegenfpendender Arbeit! I-cft Tikwoh. Der Ehef Eine amaüUAjsche Ha»are-te Uv« U-raha» Nets«». In der letzten Zeit hatte es Mister Klepwano, ein verheirateter Mann wü uve, Kinder» — eine« in der Wieze. da» andere in der Bolltschule — «in bißchen schwer, um dp» Lebe» herautzuschlagen. Da« .ein dißchen' iß nur au» stiückstckt aus den elegante» Stil gesagt, I» virttichkeü hott, er e« sehr schwer. . .Warum! Hatte er etwa. Gatt behüte, seine Stell« oerlorr»! Im Gegeuteil, er hatte sa^rr eiue Insbefferuu, w» k Doll« Wkomme», und wahrhaftig gerode dieft Insiefferung iß di« Ursache, daß er e« so schwer hott». d»r>. denn wenn man eine Ausbefferung von stuf__ kommt, so bekommt man gleichzeitig ein« Austesftraaz oa j Lust, um zwanzig, dreißig sünszi, Doller besser zu Mm. ' Denu wenn man eine Lushefferung von ftaf Dakar to» ■ kommen hat, wir kan» wo» ha so sparso» ledeo! Wi«, ' besitzt nicht «io moderner Mensch in seiner Wetznaag «ft» Grammopbon mit zweihuudert Matte» »o» alle« pt~ " Kantoren der Welt, alle» große» Violinvirtuosen auch dem neuesten Dmo-Step! . . . Und «o Seit man da» neu« Growwapho» aus! keinem der drei Zimmer war Platz, als« muß »«z 1 eine grdßere Wohnung Ibersiedeln und wenn " gleich in rin, Hesse« Gegeud. Und wenn u» schml t» : (tiut besseren Gegend wähnt, dann muß man mich machen und Staaimache» kostet auch Gelt. Kurz naß., gut — insolae der Austeffemna ging e» toi KletzänNArF so schwn zusammen, daß «» ihm »vnchmol schowr si«^ , di« Miete zu zahle», schwn fiel, all de» .Lutz»»- zu ßin streiten, den di« deffn» Gegend ersorderte. Und Klepwnn» erinnnt» sich dn «aßen Fohl ' Bekannten, die sich t» de» letzte» Jemen stark emz arbeitet hatte», manch» ft hoch, h»ß sie schaar M < waren. Iber einige »NN ihner onhftlte» sich nch s schastlich t» ihn- Auch sei» Lanhlwon» Mtstn ] fth». welcher ein» Million mit Gnmmi »emncht he stand noch in mcht gute» vezietzuugen zu KlqmuwM. »ft Klepmaon ih» grüßt, autworwt n sehr llud Kleßwou» «uodert sich: Me tzoßt do» uur sür ih»f Einen Mllioaür! .->4 Ein paar Saat ftütn erführt Kleßmm», doß tz stark geschle» ist/ ll»h »n .Snwnmnommü- _ Jeketjoh» bckitzt.knu» 100,000 Mn. \L* »och la»1 Sntatt. Sr llk alft hnntgrioM»«», £■ „ geivmmenen" ^ht Klepwun» Mcht Me. Del prin^piell nicht. llntn «epmannl Bekennte» »hn |W w noch