Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- 37 (23.9.1921)
- Date
- 1921-09-23
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine Summe, die dem Honsholts-Eiai eine« kleinen Staatswesen« entspricht. Man rechne es sich einmal in deutsch« Wahrung um. Manch einer fragt sich mit bangem Zweifel: wird es möglich sein, das ausjubringen? Es gibt aber Optimisten. Sie treten bei der Beratung in Erscheinung. Man versucht jede» Posten zu erhöhen. Jeder will sür die Dinge, die ihm besonder« am Herzen liegen, noch etwa» herausstlagen. Der eine sür die Schulen, der andere sür intensive Kolonisation, der dritte sür Gartenstädte. Einer »ersteigt sich sogar zu Drohungen, um leinen Willen durchzuletzen Der bekannte Lehrer de» Jaffaer Gtzmnafium» Dr. Mostinsohn droht mit Lehrerstreik. E« hilft nicht». Mehr Glück haben Kultursorderungen von anderer Seite. Sie werden für einen außerordentlichen Evenluol-Etat bewilligt, will sag,»: für den 8al. das, mehr an Mitteln eingeht, als das ordentliche Budget erfordert .... Amerika soll Helsen l Aber auch Zentral-Europa kann es trotz seiner schlechten Valuta. Seine Juden dürfen nicht dabei fehlen . . . St»r»sz»ae. Der Misrachi hat «inen vom Breslauer Seminardozenten Drsttabin sormnlieiten Antrag «ingebracht. wonach allen den von der zionistische» Organisation gegründeten, «tstdkkrne» addr sudventtunttetm gnstttntionen jede Unterstützung entzogen werden must, wen» m ihnen nicht di« jüdische Dradition gewahrt wird. Hauptgrund für diesen Antrag war. dast von den Arbeitern Pillüstinas errichtete und von der zionistischen Organisation subventionierte Arbeiterküchen trotz aller Bemühungen der palüftiuenfischen Exekutive nicht koscher geführt wurden und traditionell lebende Arbeiter oft keine Möglichkeit des Esten» landen. Die Linksradikalen wollen nicht einsehen. dast sie mit ihrer Küchensührung einen Gewistenszwang ausüben. Sie aber glanben. dast ihr, Gewiffenssreiheit beeinträchtigt würde, wenn st« koscher üsten. Sonderbare Verwirrung der Geister. Eine eigenartige Toleranz. Der Prüfident ist nicht imstande, den Antrag du »erlesen. Er hat kan« die Hülst, zum Vortrag gebrgstt, als einige Lmksradiiale zu schreie» und zu tobe» bjahrau. Sie hdren so nicht einmal, dast dieser Antrag gar »ich« so schars war. wie sie vermutete». AI« Besuche dis Präsidium«, diese Hitzktpft zu beruhige», mißlingen. Immer ftürker wird das Schreien, Hünd« erhebe» sich drohend nach der Nechien. einig« von der Nechttn erwidern da» Geschrei, es ist ein Orkan, der «»tsestelt ist. der all«» zu zerstören droht. Der Prüfident hü»»ert, klingelt, die Ordner suchen zu beruhige». Es gewinnt den Anschein, als ob aus der Linke» gruppenweise wechselnd da» Geschrei ausgenommen wird, eine wohl oorderrttett Aktion, Nur ganz allmählich lüstt da» Tob«» etwa« nach. Irgend einem gelingt es. mit einem Antrag aus Hebergang zur Tagesordnung den Sturm zu übertöuen. Da beginnt da» Geschrei aus der üiechten. Dies« Aeusteruug der Nichtachtung können fie sich nicht gefall«» laste». Alt« würdig« Nabbonim geraten in die höchst« Erregung. G» dauert eine ganze Seil«, bi» «» einig«», di« nicht solch« Ezstatildr find, gelingt, di« Gemüter zu beruhige». Es kommt zur Abstimmung. Ihr Ergebnis ist zweiselhast. Namentliche Abstimmung wich beantragt und genügend unterstützt. Eine langwierige Prozedur. An 400 Namen müstm ausgerusen werde». Völlig« Nah«. Nicht» mehr von dem Toben »och vor wenige» Minute». MÜ Spannung lauscht man aus di« ktellungmrhm« der Wed« schwarz noch rot Organifierten. von de» ander» ««ist nur» es ja. DK Atsttmmemg mtbchrt Nicht da« fyifü» tu Ehepaar trennt sich i» der Abstimmung, Er smft ja, st« »ein. Bei einem ander» ist es umgekehrt. Der erst« Misrachi. der ausgerusen wich, irrt sich und sagt ,ja' anstatt .nein'. Die Leitung stimmt Menu sür Mm« gegen den llebergang zur Tagesochnung. Doch ergibt sich sür st« eine Majorrtüt vo» 9 Stimme» bei st Stimmenthaltungen. In lautloser Still« nimmt Hermann Struck das Wort zu einer Ertlürung neunen» de» Misrachi, »aß dieser nach dieser Abstimmung »icht »ehr für Kerrn Hajeffod und Kim» Kajewwth artett und gage» da« Bichget stinruw» Warta. Etststeü l Mit »üdm «ttm»w M Dr. Beizmann «in« I ad, die dt« Sttuatio» zu rette» swcht. Er baaotmgt O>» neu« Nesalnti-u, die »eida «dtt» deficklim» I«. «ß sein, «orte wertw» schwaimud «MM. WjMifii Untertrechrm« der Sitzieng bawsteaM. damit dt» fefi sich beute» ttunu. Es ist awchhüchst» Zeit, MmWjWtz» '"M“ •jM btt XlUVVItnoQS * tt|K IMwMMi Ehajes-Btt» da» Bad. 3» »ristliw Nnhe »Ad stM größter Spannung lauscht man. »tt sei» Ws lade» wich, dt» Fried«» bd»M, säst — tM z»m i Zusammenstoß dm „tgimnWschte, GuNtzan. spricht rhatorisch und sächlich -eck. .Jch W «t> — da» weist ma» rechts an» ünk», — da Dogmen nicht binde» lüstt, dm für stch Zwang aatttotaL Aba jede« H aenftst« vrtnch«, guetst« Sitte», dt« t Da» iai»t>«hti2 nicht dt« inasm prqwniat a lneft Resolution: Handlung« da »on da gctndite». nstakt»»« oda dark nicht» geschehe», was „.. ... »«stößt. »ttöftttug da Orjmdsattt» > sührem» Sorg« zu tu ‘ Dr. Sdiman», dast! . dast »o» irgend «laa Wlte Fretheitt» de» Oeizdm» «dolg». da zu llnmcht de» Nam« dal BSfcfcSFS ftttft Uh Wb «f. Dd va-chng. CR RI wBIVRi NNW i »tt gW, iKäiHHa» s iüdilNa I pt^0U$ toastäi Ir | —< Haue»»» Straü ttan* j»da»«W>d»f^ Feuilleton. Steine Freude. v-lrochwog r»m S»ch-»adtchaiu K3n '2 Ein wehmütiger Zug liegt i« Wesen des moderneu Juden. Gromdurchsurcht ist sein Augesicht. Die Leiden der Jahrhunderte haben ihre Spuren auf ihm zurück» gelaffen. Traurig und schwermütig find seine Lieder, herz« zerreißend die Klagen, die er vor seinem Gotte anstimmt, nür ihn gibt e< keine wolkenlose Heiterkeit, keine frohe Lust, keine reine, ungetrübte Freade. In den Kelch der höchsten Wonne fällt der Gifttropsen de« Haffe«. Aber diese schwermütige weltschmeizliche Art entspricht weder dem ursprünglichen Bolkrcharakter Israel«, noch ist er ihm durch die Eigenart seiner Kel'gion ai fgeprägt. Schuld tragen die Völker der Welt. Heiter und fröhlich war Israel in seine« Land«. Die Berge und Hügel halltest wieder von den Liedern der Schnitter, dem Jauchzm der Veinleser. dem himmelststrmeaden Jubel der Wall» sichrer. Und di« lltrligioa sucht diese heitere Veranlagung de« Volke« nur noch zu steigern. .Freue dich an allem Buten, was der Ewige, dein Bott, drr und deine» Hause «gebe» hat. du und der Levtt und der Fremdling in dettwr Mitte'. E« ist eine heilige Freude, »elche da« Judentum seinen Lekrnnern predigt, ewig und unzerstörbar, wie sie sich au« jener eigenartigen Mischung von Irdischem und Himmlischen ergibt, welche fein Wesen ausmacht. Die Quellen dieser Freude ergeben sich au» dem Beginn unsere« Wochenabschnitte«. Reiner Freude ist nur fähig ei» Volk, da« in der Erde wurzelt, da» mit de« Bad« verbunden ist. da« t» Schweiße feine« Angesichte« den Acker bearbeitet, den Weinberg umgräbt. Da» ist die rrdische Grundlage. Aber nicht in Dumpfheit und Eng' h»igknt nur au seinem Boden sollte der jüdische Bauer kleben. Er sollte eine Seele habe«, erfüllt vo» alle« Große« und Schönen. Eag sollte er sich verbunden fsthlea «tt der Vergangenheit feine« Volke«. Inmitten der höchsten Erntrfrrude sollte er sich laut zu ihr bekenne«. Er sollte bringen und lesen. Mtt seine« Ueberfluß sollte er die Zukuust gestalten, die da beruhte auf dem eigenen geistigen Streben und auf der berechtigten Teilnahme an de« Läen der andere» Völker. Der Lwttt. der Vertreter de« Geiste«, und der Fremdling follteu Antell nehmen an seinem BUtcke. Laßt un« diese ewige» Ouelle» reiner Freud«, soweit sie verschüttet find, von neuem eröffnen. Danu werden vir wieder ein frohe« Volk werde», dar sich freut an allem Buttn. loctt Tikwoh. Zwei Echiuspieler. 8m «elcht»r re»§tzet«Nr»-Hwt. Zwei Schouspielee tiRgtra hier m>»ewöh»li<he» Aussehen. Der «iu« ist ein Jude, der ander» «i» Netzer. Der jüdisch« Schauspieler heißt Beu-Ami. Er tourd« von de« scharsbiickendeu Hopdi»» au« drr Ties» tetzeudeine» jüdische» Theater» heraustzeholl. Bau Ma Theaterdireltora, und Mauager« hier auf Toleute Jagd tzalw», besuchen fie oft di« jüdische» Theater, di« der eu-lischea Bühne schon etliche große Schüuspieleeuud Schauspieleriuuu gegeben habe» Hier trat auch Maskoaeitz zuerst hervor, der hnck« London» geseierister Schauspieler ist. Die «ueste E»td«ck»»g ist B«»-*«i. I» Europa »ür« er oiftleichi kau« so zroße Seusation gewordr« wie hier, dun Europa hat (Mt vorzüglich, Künstler. Hier aber gibt e« ihrer sehr wuia«. Datei ist es interessant, daß die Borstelange» hier tat großen und ganzen bester stad als in Europa. Die Theater» gftellschasien werden nüarlich sür jede» «rnzeiae Stück besonder» orgunstiert: daher hat der Negstsear Gelegeuheit. sür «ine jede Noll, — sftast für di« Ilftaste — du geeigaetstu Shanspialer za derpstichte». Je üfter hier na Stück geoedu wird, desto bester ist di« Virstetung. Keiner der Direktorea Wirde sth trauen, den Star aar io du eisten Borstellnnze» anstrrtu za lastu. wie e« ia Berlin so oft gstchieht. Also die Auffdhrungu find gut, ab« de» oweritaustchu Schauspiel« sehft di» draNNftstche Leldeistchaft nnd da» »idrierud« Dulpeumut d« Eaeetzber» Bah« kamaet dM k WWW » 4 tat Mi d« MgRBch M L>ghkttö>^ dir thu znWi». Hka M « MW dB dachMhLd «st »Pud«, d» Mt Artett aast d« Bühua, ahn» »an __ _ M » »«Mn, dann «ht « Ichdn na» HaMs. die kirühatawa »chiMist«. wiava ' stad a»d«ard«achich ßatz- »u.Anst daMMNM HW stastijch. «du Tnsalk M—d a» U» ( ztzanGMaMW Natzästl Wsteu» tt, , dtt TuMdtt sch_ stmlSm«» Da« — I Vnn Mc i---— «chaajpiftrr ni »daat bol M«t I Htm ftatzttzm (total Mt, attwm »choaÜM« Ä »itzt adw» ttl j gckhrtea, zinftifinftu Wtz«, M» Salbutueemjar» Mn dm BB«I ] wir», später ad« Mc ldttw« atMM» er vftr» wich« ai» arnwa, zenurpl du» »tt da Huck «Mh*. 3«' >wz rmchEHh Smrus chiRö C* tnhaiW flMWUt jchWt dm» , DmchWWWMMe. Mdit d« tznzm d, hooönrDröGWcht I