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Jüdische Volkszeitung · 1921-09-16 · 36 (16.9.1921) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
27 (1921)
Issue
36 (16.9.1921)
Date
1921-09-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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September. über rem i bei reute nftt na<0 eften ellt sich bi* inen Dienstag Mittag schritt der Kongreß zur Abstimmung über das Vertrauensvotum. Die Resolution, welche angenommen wurde, hat folginden Wortlaut: Der Kongreß sprich! dem PrLftdenieo Chaim Deizsaau ■nd Rahum L okolcw T-nk und »verkennvnq für ihr polnische« Witten au« und eiwsriri. dag die Urrunqeoschaften chrer Irdeil. der RabineiKdeschloß der brnischen Re-ienmq vom 2. November 1917 (Balfovr-DeNiraiion) und der Beschloß vi« San Aemo in ikrez Israel bald ihre volle BenvirNichung staben werden. Der Kongreß erleil! der Estluiwe mi! dem Aasdrack de« Danke« die Dechorge. . In der politischen Kommission berichtete Weizmann?jf in zweistündiger Rede. — Tr Ruppin hiett sein Referat über Kolonisation, und in der Adendfitzung weiden die Palüstinareserate weitergesührt 3, der Äeneraldebatte sprachen die Redner der kleineren Gruppen, während das Interesse deS Kongresses rasch erlahmte, und manche Redner [$tn| vor halbleerem Laal sprechen mußten. Bon der Exekutive sprach zunächst IabotinSky. der einen wenig glücklichen Tag hatte, und besten N-de von einem großen Teil des Konglesteö als schwerer politischer Kehler empsunden wurde. Starke Wirkung machte das Auftreten RuppinS. der sich würdig und sachlich mit Simon und de Lieme auS» emandersetzte. In der Rachtfitzung endlich spräche« llsijchkrn. Sokolow und Weizmann. Ihre Reden /QQltn vor allem den Anarisfen SimonS^und de Lji«e». gewtbmtk. Sokolow^ und Derzmann haben auch Aber ^e' politische Situation gesprochen, den ganzen Ernst der Lage dargestellt und auf die großen Fehler hingewiesen, die!M eigenen Lager geschehen find. Tr. Kollenjcher iBinjan Haarez Berlin): San Remo ist für uns nur eine Chance. Aus ihr sollen wir das jüdische Palästina machen. In diiser Arbeit fiud wir noch weit zurück Tie Nachrichten aus Palästina sind ungünstig. 'Tt“m die Iudenschast steht uns zum givßen Teil fern. Tie Lettung hat nichts getan, um auf diesen'. Gebiet eine Besserung heibkizusühren. Ja sie hat sogar wichtige Kreise fortgediängt. Tie Tatsachen, daß die'amerikaniscke Truppe hier fehlt, lst e:n Fehler und «in Unglück Es ist geach sche, 3» sii m rei vo m itä M st Iungm, aus einem Ehrenpräsidenten einm Gegner der Organisation zu machen. Das wichtigste für uns ist die Sammlung der gesamten Iidenlchaft. Die» ist auf Grund de- Basler Programms Möglich. Weizmann hat i« feiner Begrüßungsrede die Formel des Basler Programm» gebraucht Auch IabotinSky hat sie als DoruuSsetzung zur Aufnahme »n die Organisation anerkannt. Mit diesen Erklärungen steht aber die Praxi» in Widerspruch. Ebenso die verichredenen Berichte, die hier vorliegen Herr Motzkl» nennt Lrandeis einen schwachen Zionisten. WaS für Examina verlangt er von einem Mann, der Palästina autbauen will und an der Spitze der Bewegung stand? Es finb lauter Phrasen, die hier gebraucht werden. Herr Buber sprach sogar von einem Feuerbade, durch daß wir hindurchgehen müffen. Mit diesen Phrasen wird man keinen Hund vom Ofen locken. So kann man vielleicht einen Wotankultus begründen, aber keine Zionistische Organisation. Wir können kein weitere» Bekenntnis al» da» Basier Programm verlangen. Wer fich auf dieser | Grundlage meldet, sei un» willkommen. Dollen wir den Zionismus zur großen jüdischen Volksbewegung gestalte«. II so bütfen wir ihn nicht mit differenzierenden Forderungen belasten. Blumensetd erklärt, daß Rechtsanwalt Kollenscher nicht etwa, wie von verschiedenen Delegierten angenommen wurde, im Namen der deutschen Landsmannschaft, sondern im Namen der Gruppe Vinjan Haarez gesprochen hat. der einen kleinen Bruchteil der deutschen Zionisten umfaßt »nd im Dahlkamps nur ein Mandat errungen hat. Denn durch noch so farke GefinnuvgSkomprvmiffr der Rahmen erweitert Tverden soll, urtrb* btr Acht der Anhänger imr unbedeutend vermehrt. Hingegen ist eß vielleicht möglich, durch die in dem geplanten Statut de« Keren Hajeffvd vorgesehene Bünvnispolitik Nichtzionisten für die Palästina» arbeit zu gewinnen Diesen Nichtzionisten muß natürlich ein entsprechender Einfluß gegeben werden, ohne daß wir ihnen deshalb den Keren Hajeffod ausliesern. Dr. Arthur Rupvin: Seit ich aus Palästina fort bin. das find einige Monate, bemühe ich mich, den Zionisten klar zu machen. w>e ernst unsere Loge in Palästina ist. daß es der Zuiammenfaffung aller Kräfte bedarf, wenn dieser historischen Stunde unsere Pflicht erfüllen wollen Aber ich sehe zu meinem Schmerze, wie wenig diese Ermahnungen fruchten. Dir unterstreiche» daß, »«A un» trennt, und vergeffen. wa» mr» eint und mG »Im teuer ist — Palästina. Ich trat, alü ich nach «ehrjähritzW Abwesenheit nach Palästina zurückka», i» die 8wn|t Eommifsion ein. Ich fand ein ganz andere! vor. als das Palästina» das ich vier Jahre vorher Veo» lasten hatte ES war verändert in de« materielle« GrNnd» lagen und in der ganzen Psychologie der Vewohver. Ich Hab« in der Zionist. Lommiffion kein Geld vorgefnndm, aber ungeheuer erhöhte Ansprüche von allen Veite». Veld konnte ich von Palästina aus nicht beschaffen. Das ms die Aufgabe Londons. Was ich tun konnte, war. eine Reform der Oroanifation in Palästina zu verlaNGe«. foMÜ ich diese für fehlerhaft hielt. Ich war gezwungen. W&a lächerlichen Beträgen, mit wenigen tausend Frauke» faiW*1 wirtschaftliche und städtische Kolonisation, Ind»strie «sta. zu beginnen- Daß ich eS der reichen Ja und Rothschlld nicht gleichtun konnte, ist felbstverstMrdlich. ES »ar Stagnation. Unzufriedenheit unter den Arbeitern und Aull» Wanderung. Da habe ich. übrigens gezwungen durch Mt Tatsache» daß wir Ländereien hüten, die bestedelt wqd« mussten, diesen Ausweg gevühll. daß ich An» und fpilchw noch einige Farmen gründete. Es ist uns gelungen. Mit ' ganz geringen Summen (Sir werden mit Staunen (Ins, daß es bis 1»U nur 60000 bis 60000 Pfund SkiÄG waren) durch diese Betriebe neues Leben iu Palästina a» erwecken. Lus meinem Referat über wirtschaftliche MtM verden Sie sehe«, daß wir noch nicht die richtige Iss« der landwirtschaftlichen Kolonisation zu stade« imstandt waren. Vir sind »och nicht soweit, dem Auwand«, ut loamr Veu» du lo uud ko diel Geld hinlliii «s und tust, hast du ein» landwirtschaftlich» Eglstmg gesichert. Lerd-r gibt es nicht methemattsche SehrßGchse für die Landwirtschaft und Kolonisation in Palästina, au» denen man für jede» Fall die Regeln lernen kau». Seit der Zeit, da ich nach Palästina kam. und auf «einm Vorschlag ist der erste Kredit für Lel-Awü» von de« N^tionalfond» gegeben worden, der den Bau Tel'Lwiwg ermüglicht hat. Das Palästinaamt hat de« jemenittsch» Juden den Weg nach Palästina gewiesen. Dir haben di» Privatkapitalien in der Form von Achufoth organisiert und jedem Privatkapitalisten mit Rat beigestande«. der fich an un» gewendet hat. * tile int Feuilleton. bei i« i'aö Vogelnest Verrichtung zum WochenabschniU KLN '2 Wenn dem Inden vielfach das DerftändnlS für die Natur und ihre Säönbrit abgefprochen wurde, so geschah das m>t Unrecht. Als Hirten» und fväter Bauernvolk lebte Israel m der Natur und mit der Natur, und fein . ^,,»„»1 in V*» Jiuicii uiiu um oer 7(aiur. uno sein »kliglöse- Leben, wie es fich besonders in seiner, Festen oiisprügte, trug die Erinnirungen an jene ftisch^ frohe »»4*y vn »uiimeuiiHtn Uli JfllC HUUJlT. |lUHf unb freie Zeit innigen Verwachsen seinmit der Natur >uch M'die dunklen Gaffen de« Ghetto. Indeffen läßt 'lt "ci" ",v oiü'^nrn laßi ’bI f* nicht leugnen, daß gerade die Religion dem Juden. . indem fie ihn vor einer Vergötterung der Natur de« wahren wollte, die naive Freude de» reinen Schauen» der &etur genommen hat Sie läßt ihn hinter den Natur« M erfchemungen stet» das Göttliche und die fittlichen Ideen ahnen. Ein Musterbeispiel dafür ist das Gesetz vom S Vogelnest Ejn solche-, m Wald oder Garten gefunden, wird bei dem Menschen je nach seiner Geartung die verschiedensten Handlunaen und Gefühle wachrufen. Diele verden achtlos daran Vorbeigehen. Der wilde Jäger rafft ‘t, rücksichtslos zerstörend, all Beute. Der sentimental« krersreund freut sich an dem zänlichen und geschäftigen trerben der alten und an dem unbeholfenen und doch von varmer Liebe behüteten Spiel der Jungen. Den Juden äßt fern Gesetz zwischen beiden in der Mitte stehen. E» )ült ihn gleich fern von feilcher Sentimentalität wie vo« rlmdes Zerstörung-sucht. Er folgt dem GvtteSgebot. da» hm die Natur zu seiner Selbsterhaltung al» Eigentum wvricht. Die Jungen darf er sich nehmen Die Mutter « er fliegen lasten. Da» febrt ist nicht ein Ausfluß « ..darmherzrgkeil. Diese würde die Trennung der ^^ufter von den Jungen verbieten. Vielleicht hieß man AeShalb einen Dorbeter schweigen, wenn er betete: .Auf eia s Vogelnest erstreckt fich deine Barmherzigkeit, o Gott, so möge sie fich auch aus un» erstrecken.' Denn er schob dem Gesetze ein falsches Motiv unter. Die Mutter sollte erhalten bleiben audem praktischen Grunde, um in ihr die Art zu erhallen, und aus dem fittlichen Motive, um auch m der Dogckmutter das Mütterliche zu ehren. Eo wird für die Erfüllung dieses Gebr-teS als Lohn verheißen, .auf daß eS dir gut ergehe und du lange lebest". Da» irdische Wohlergehen des einzelnen beruht auf dem richtigen Gebrauch, den er von der Natur macht. Da» lange Lcken und - die Dauer der Gesamtheit beruht auf der Ehrerbietung, d e man den Müttern zollt. Nur die Gemeinschaft kann bestehen, wo es das höchste Glück de» Weide» ist. Mutter zu sein, und zwar eine Mutter, die fich der vielen Kinder fteut. So lehrt un» diese» Gesetz, auch da» Kleine und scheinbar Nebensächliche und lln» wichtige hochschützen. Tenn auch in ihm spiegeln sich die großen »nd erhabenen Ideen wieder. So kann em Volk LebenSglÜck und Lebensdauer auch finden im Vogelnest. - - Isch Tikwoh. Bilder vom Kailsbader Kongreß. >, Der tzebriische <$»fte«*l, El ist nicht leicht, »n die Schalter für eingelchiiebene Briese und Markenoertaut bei der tiongreßpoft zu gelangen, aut eine ktuode Warten muß mau sich schon gefaßt machen, Ales taust Marken, immer gleich ganz« ,6<)|e*, d, b ein Stück Mn jedem Werte, klebt fie aul ein große! weiße! Kuoert und schickt tf eingeschrieben-: aa fich in Kongreß dber jemand nach Hause. Manche geben gleich 10. 20 und noch mehr solcher ftusettt auf- Zirka SO tschechische Kronen macht tp< fti jedes Kubert aal. llod alles dal bloß um des hebrüischeu Pofifiempeis willen, den die tjchechctche Pofioeemaitong von Joseph Budio schneiden ließ und der nur ftlr die li Kaüareßtage in Gebrauch bleib» und daun in bas Prager Paß. museum wandert. Da fitzt rin Beamter, der^.ntetz«s M- ' tun hat, all dauernd stempeln, El find aber sicht Mac bloß Kongreßbetuchrr, die dieser Karittt nachjage». Et» Beamter der Hauplpofi jagte mir, daß er jetzt allein i seinem Schalter täglich sür 20000 Krone» Maekec hl Sätzen vertäust, Dagu kommen die Marken, die tsi tisU Stadtpofi, und die givßen Markenmeutzen. die bei der kkongreßpost gelaust werde». Bo oerkand hie tscheetzüch» Poftverwaltung. den 3u>nifte»-Kongreß ,u einer lohneeed«» Seschüft fPr fie ,u machen. Ob dal ia Deuts,htauh eck so geschidt-k Nebenbei bemerkt: die Pastteamte» ueck -beamtiumn find illesamt »an grüßte: ZllvorkommrndMI. Sndererseitl aber: Dal Geld Hütte wahrlich eine befi«ro Verwendung finden küunen. In dir Kunftausßeiacc haben dir Leute z, B, nicht solch ossene Hand tzegettzt. II. Dees beschere Efir». Karilbad ist teuer. Dal weiß jeder, der einmal de war, Nicht ,um weuigfien das Essen uud Triudeu, M* gesehen Bern de» Karlsbader Waller», llud »»» gar das koschere Esseu t Man wird deretl dauor gmmact, wec» man sagt, daß man nach Karlstat sähet lleed maeech einer der lkonzreßdelegiere, UM» Baste »achte aus do» Not eine lugeud uud suchte Me gute» uegeturtschW Nefiaurauts und Milebhalle» aut, desouders am» Me ststt : immer teurer weidende» tschechische, Krmmc die -vckest' lasche nicht I, sehr (tftti hatw» In der Tat: he hma einen koschere» Nrstanraut. das Ich nicht »emee» ackl, sti' wirklich nicht gnl .Kerlche,' esse», »och oudems, es sit deun. aa» ist ei» Kem^eaheuler «der melut^cut, Schnell Hut aa, du sär «da MuhlM eda Nick»«»_ d0, «0 uud -och aehr Äacn ae te|»hle». Dust wa »»chh«r m» »iti Kl, .Koeearestuubatt' wckll- . MtUatt, bin, audert »dem» uicht Met- ElchM Mlckma: ist ec i» eiuem mckerem ^er auah» West es schic ' uicht a.gt-ttkoscher, «der deuimch.Schelme ubmech,' eeuea^i dritte», dem m-ckereu Docchieitz, de» «ch

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