Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- 30 (5.8.1921)
- Date
- 1921-08-05
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/6682508-6377574-6450527--1576-4851219- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
tie .Fetische voaynvmg" rftrild »ech«»aich aa irtrti grfftaa «nt Um ItWfM «ätz M« «M, »M nnch tvrch ti. •rMdfllSdr pk» Vrrifr «en tirtW1t«fcfl4 Mt. 4Ü0 tntgni 9t&*, M »wtzeltog in tn #(f4iFuMr — Kt 4,86. CtatOu Rrann 40 Pi und «erlu,: Kernsprecher Sil, 8016. •tWftlldt: 9tn|gr(4tr Ni», 872. ttrtH M «•MlttM« 10-4, tn «ch-üm« *m«i MM) mit Dinnlrttoj 11—1 Ugf, U, ,ei,,, MTtf» nu) KiObMR* tnntn«. tal KUmtln tn «Haifton.i»» A-U, Mn n M, Jonulwnantojm 45 W. — M W(t«M>nt M)B) Schristleiinng und Verlag in Brellou. Kaiser Wllhelmftraße 8/7. — Zuschriften find dorthin zu richten. Geschäs,»stellek. Liliinfeld. <S m. b. H.. Breilou l, Schweidniherftroß- 87 — Für die »tt «um» ,e)etch,ete» »^fittze. Mich« »I, KriMliM M BaftHttS ,»» liltal dri»,e». üder.i»»! >lt Schriftlettn», ,»r die »rrßgesehUch« Bttiilairtii). Nr. 30 Brtslau, den S. fluguft J92J. 3«(i|ni XXVII Eine jüdische Zentral' ivohlfahrtsstelle in Breslau. (Schluß.» Fürs erste also ist nur zu fragen: DoS ist in diesem Augenblick in BreSlau für die Zentralisierung reif? Und da läßt sich zunächst folgendes unterscheiden und erfassen: I. Die Vertretung der gesamten jüdischen Wohlfahrtspflege nach außen. Staat und Gemeinden. oGentliche und halböffentliche Verbände unterhalten ein ausgedehntes System der Wohlfahrtspflege, besten Seg« nungen den Angehörigen aller Konseffionen ohne Unterschied gebühren. selbstverständlich haben die Städte, insbeson« den die Stadt BreSlau. sich ihren Pflichten gegenüber HUsSbedürstigen Jude« nie entzogen. Dagegen ist eS eher schon vorgekommen, daß gewiffe halböffentliche Cinrich» langen, wie z. B. Hilfsorganisationen für Kriegsgefangene. Flüchtlinge ufw. Juden abgewimmelt und an die Synagogengemeind« oder Jüdische Eereine verwiesen haben- In solchen Füllen wird eine Zentrale mit Nachdruck darauf hinwirken müffen. daß HUsSbedürstigen Juden bei derartigen Stellen die gleiche Forderung zutei! wird, wie SanderSglüubigen. — Es wird aber auch datür ge sorgt »«den wüsten, daß innerhalb der allgemeinen Wohl« fahrttpflege die besonderen jüdischen Jnterrffen gerechte Berücksichtigung finden: daß also etwa für Mirchnzührig« jüdische «»aiüußri den; daß die Zenttale für Jugendfürsorge tünche« Schützlingen jüdische Patrone beigibt: daß jüdische. Fürforgezöglinge in jüdischen Anstalten oder jüdischen Fami« It^n untergebracht werden: daß öffentliche Arbeitsnachweise solche Stellen, in denen Sabbathruhe möglich ist, für ge fetzeStreue Juden refermeren: daß überall, wo Speisungen! aus öffentlichen Mitteln oder in öffentlichen Betrieben er» folgen, die Möglichkeit zur Beobachtung der Speisegesetze! geboten wird ufw. Nur eine zentrale Wohlfahrttfielle j kann die Autorität haben, derartigen Forderungen zum Erfolge zu verhelfen. | L. Erteilung von Auskunft. Fast erübrigt sich I jedes Dort über die Notwendigkeit einer zentralen Aus» kunstsstelle Air alle kennen die traurige Erscheinung, wie Menschen mit ihrem Anliegen von Verein zu Verein, von Instanz zu Instanz, von Person zu Person geschickt werden, weil jeder sich selbst für unzuständig hält, und weil er über d'e Zuständigkeit der neuen Adreffe zwar nicht Bescheid weiß, aber doch jedenfalls durch da» Weiterfchicken den Fall am leichtsten los wird. Wenig« fienk dieses Vov-AmS-zu HauS-Pilgern — eine der beschämendsten Erscheinungen im deutschen Judentum — muß aushören. Eine Zentrale muß den Hilfsbedürftigen sofort an dir richtige Stelle weisen und. wenn sie selbst nicht absolut genau unterrichtet ist. ihrerseits die zuftüku dige Stelle ermitteln. um dem armen Hilfebedürftigen das Umherirren zu ersparen. — Selbstverständlich imrd die.EiteÜuug von Auskünften sich auch aus die Bezeich« nung solcher Stellen erstrecken müffen. die interkonieffionellen Zwecken dienen. — Selbstverständlich werden Auskünfte in weitestem Maße auch an die einzelnen Wohl« fahrtseinrichtungen inneihalb oder außerhalb unserer Sladt zu erteilen sein * 3 Rechtsschutz. Aus den beiden ersten Arbeitsgebieten ergibt sich schon von selbst, daß Echutzsuchenden in erster Reihe die Wege gewiesen werden müssen, aus denen sie bei öffentlichen Einrichtungen die ihnen zu stehen den Rechts« ansprllche auf Unterstützung. Renten. DersorgungSgelder ufw. geltend zu machen haben, und daß ihnen bn der Durchsetzung solcher Ansprüche tatkräftige Hilfe geleistet werden muß. -- ^-BkrtrttlNsg' mnb Ernmmknig der vorher»» denen WohlsahrtSeinrichtungen. Hier wird die Zentrale das größte Maß von 4akt entfalte« müffen. ES kann natürlich — daß sei «och einmal betont — gar keine Rede davon sein, daß die Zentrale vorhandene WohlsahrtSeinrichtungen verdrängen sollte, um deren Aus.! gaben selbst zu übernehmen. Wohl aber wird sie mit ollen diesen bestehenden Einrichtungen dahin zu verhan! dein haben, daß diese ihren Geschäftsbetrieb aufeinander | abstimmen. So wild man etwa dafür sorgen müffen, daß Kranke nur bei einer eitzzigen Stelle vorrusprechen haben, die ihnen dann bei der einen Stelle ärztliche Hilfe, bei einer anderen Arzueien. bei einer dritte« Deldstigung Feuilleton. Wahrhaftigkeit. Betrachtung zu« VochenabschnM mßE Er soll sein Wort nicht entweihen Ganz wie e» auS seinem Munde kommt, soll er Um." Wahrheit ist dar Siegel TottrS. sagen die Alten. DoS kann heißen: Der GotteSbegrrff wird vollendet und besiegelt durch den Begriff der Wahrheit. Gott ist reich an Liede imd Wahrheit. Erst nach dem die strenge und ernste Wahrheit ihres RichtrramteS gewaltet hat. kann die verzeihende und verhüllend« Liebe Milde walten lasten. ES kann oder auch bedeuten - Nur dasjenigeauf Erden ist göttlich ewig and dauernd, was das göttliche Siegel der Wahrheit trüzt. Alle menschlichen Beziehungen und Verhältnisse, sei eS iersölliche. gesellschaftliche oder staatliche, können nur estehen durch Wahrheit. Auch die innigste Liebe hat einne Bestand ohne Wahrheit. Wehe wenn der heilige )und. der zwei Menschen fürs Leben eint, auf Lüge auf« ptari ist. Wehe wenn die Völker glauben, ihre gegen« ettigr, Bezieh«« gen nicht ohne Lüge aufrecht erhalten a Üwnen! Daraus kann kein echter Frieden erwachsen. Ständiger Strrtt. Hader und Zwietracht find die Folgen. Wie das Siegel unseres Gottes die Wahrheit ist. so auch das Höchste, wiß wir von unserer Lehre künden, iß fit ei»« Lehre der Wahrheit ist Unser Judentum gt von seinen Bekenner» strengste Wahrhaftigkeit, ett sei in der Seele. Rur »er Wahrheit auch im redet, der darf weilen i« Zette des Herrn, wohnen de« heiligen Berge. Wahr fei vor allem daß Wart. Wort ist etwa» Heilige». Es Rudel die Seele. Der bricht, entweiht es. Es ist zu erfüllen, ganz wie e» S dem Runde herdorgeht. Es darf nicht gedartet und gedreht werde«. .Dein Ja fei Ja und'dein Nein ". ist oltjüdische Weisheit. Dal Wort bindet, wenn der formell rechtliche Vertrag fehlt. Wer auyaweichen den trifft der schwerste FU^. Ich«» Ischchi» |» worfene Wort ist wie ein feierliches Gelübde, eine ernste Verpflichtung. Die Berpstichtung gegen den Nebenmenschen kann n,r dieser unß erlaffen. Denn vir un» selbst vor Gott zu fromme» Werke verpflichten, so kann nur ernste begründete Reue, Unmöglichkeit der Erfüllung in feierlichem Verfahren von der Verpflichtung befreien. Daß jüdische Volk sollte durch seine Religion zu strengst« Wahrhaftigkeit erzogen werden. ES zeugt von ausgesuchter Böswilligkeit, daß gerade da» Dort und der Schwur der Bekenner de» jüdischen Glaubens von seinen Feinden so oft in Zweifel gezogen wurde. Aber dürfe» wir un» darüber wundern, wenn wir sehen, daß auch die Lehre der Wahrheiten von denselben Gegnern als Buch der Lüge und ixt Gott, dessen Siegel die Wahrheit, als Hort von Lug und Trug hingestellt wird. Lasten wir uns dadurch nicht anfechten! Halten vir nur getreulich weiter nach jüdischer Art unser Kort ßU ein Heiligtum. Stehen wir treu zum Gotte der Wahrheit tufb zur Lehre der Wahrheit! Die Nachtgrspenster der Lüge werden schwinden vor dem strahlenden.Sonnealichte der ewigen Wahrheit. _I»ck Tlkwoh. Die jü lischt Internationale. Auch ein CBtt! ina iViltr Wi Zu den angtn Solbatm im deuispe Feldgoli-tdieiifie hohen Festige . Zidillrbeii loum iu tum gtgaBt hotte, mäßige» Zeitoblo» und Framde Rost. Freiheit_ Darin btc Wirkung I« müßl« fie all Dem «« ober wahre Aul, 81. Jnli ton I«n4 Jtkttlnn.Hennstori. GeilMlnechits ter tenelchen Intvi. hmfien ftnratfnnnmiazeu Dt4 jüdischen n Heere gehürrn unstreitig die jüdischen Mil khanmmg sah er der Zeit der n^gegen. und selbst Hern, her in seinem' ' ein» Beiießnng zu Juden und Judenbedeuteten sie Haltpunkte im gleich- Lrachten diese Lug« doch Brrmoudte »men und gemährten für kurz« Zeit Erdargenheit. Hätte fich aber nur der süduche» Ftldgotliüdieuß» »rschtpst, hr armselig angrshwche» werden, lemesweg« s« »lerdius« ließ fich der s )er «dbiaMMm«, M Aw meist i ich i HM her Mbso«MMa4i M im «wS i MH bimst» i» klein» »mMn», «Mu sür die Zeit der htekondaleüzeuz. bei der vierten «Hu AN» Hilf« zu ein-r Eiholungeiris, erwirkt. Oder ri wird »uz allgemein daraus hing,wirkt «erdrn müfien, daß rin Her« dergbverein und eine Balktküch« in ständige Bählndnä, derart treten, daß di« von jenem ausgmiammenen Otdoch» lasen von der Dolkilüche — gegen oder ohne NdstndwH, — gespeist werden. Aereinbornngen über dH «echWriliM Abgrenzung der Kompetenzen müssen vermittelt MriM. Endlich ober muß auch Vorsorge ««Hoffen «erden, büß lein Mißbrauch mit Wohliabrtteinrichtuug» getriet» wird, t« sol vorlommen. daß vewerter von Bernin 0 Verein wandern und überall Unterstttzunu» sür 'rin» und denselben Zweck «mallen. <4 soll auch vorkomm», daß Personen, bit eener Organisation all uuzuverlüllt, oder gar als Schwindler bekannt find, bei ande r« nicht insormierten Organisationeu noch ersolgreich vorsprnch«. Durch Cinfatrung. von Anbweiükurten — d!» »» dm Zentral» anlznfiellen und bei den angeschlaffeu» Verein» zur E'mlragnug vorzulegen find — küvnle solch» Dtug» dorgeieugt »erden. — L«. lann und dars natürlich kein» Stell« gizwUHtziü werden, fich einer solch» zentruliü lliegelung und ttm trolle Ihrer Nnügaben zu unierwersen. <i Wird im»m von dem fteien Willen der detriligt» Orgonisuti»» Hst, hängen, wie weil fie fich dem Shste» eingliedern. Nichmdtfioweniger muß di« JeuHalwoßlsuhrtüstill« dH irimi» licheu Einrichtung» schaff» und fit all« jüdisch» >«8» sahriüverein» anbieie» Bnn kU ” in gut» Htnd» Utgl, «trd sicherlich dm 1 * Auch Mt fUwU^T 9*ibau mit b» verein», durch di» Bermlttelnng »nd zwischen ihn», wirb »blich bi« Zeütrul» rin.u erhalt» über die 5, Lücken, die in der jüdischen Wvhlfühttll» pleue in Breülau bestehen. <» müßte mmmstbßM zugehen, wenn in einem so zersplitterte» kyst»l, M eigentfich die verldrpert, Shstemlosigkeit ist, MM Lücken beständen. Und fie find bavdgreislich du. ft gibt kein jüdisch«, vollßhrim in vrSluu, seit ' vorhandene Verein sein» Betrieb einmstellt der Division, bester erspür», alü ans d» . , groß» Zusamm»ktnfi» zu lliunsch huschouuh und' Kippur, wo Lausend« zusa«m»strb«I» und «tu» UH» getrübt» Eindruck nicht immer uuskumm» Lest». Beim stefigotteüdienst im klein» Kliff« rang Mt stch zu voller Denuichkril durch, ul erst wahrhaft Mt Ml der jüdischen F»ldgoileäd>»st» trtul«. Hier schmchh» str di« kurz», dem Dimst und der ltesqr » , Stund», frei von jeder PÄhMsch« Gedürd«/ hm i jüdisch» Seist«« über d» Teiluehme» und dem Krieg Hingegebeu» mH jüdischer Wriiu Ein Hauch absolut» striedeu« n»d n»»dticher Nm» IbhnlichleH la, m-ad« über düs» klein» Feld^rieMmstwch jede, stüukch» von Haß mußt» zerstieb» um dm ffk umsaffend« Menschenliebe, dl» ou, den oispi ich»» «o> bet» sich hob; jeder, «ach wer sein« Lrast »tt riumu Mt zum stanalilmu» gesterGeri» Pslichtaesühl ptm «rich, megnngen geponzert hott», wurde ergriff» voll stauneuMm Mitleid »i« der verwirrt» Welt und wurde «Hockt von der jüdisch» Predigt der Sewoltlustnkrit nüd Mlk», versühnnug. Mochte onch der jüdisch» SridmchMu« bsttchtnnd sachgemäß zum Au »harr» im Strrit «ehu», Mr“ Seist de» «ottrndimste» war Sri«»», »er Anür^m H» Fried», war sripftichtiv Hoff«», aus friMch stch nthe»d« «aschheil. Nur »er «, hurchlebt huch km» ermess». wie schmerzvoll e» »ei. mit srich» «ff »Mp Ziel« hinweisend», anserwecki» Sedant» sich »tetm 0t jrin» Post» n stell» und Her, und Hk, der AH» ertittlich» Wirüichkrit unterznurdn», ater »MM hätte trief* Stund» «ist» wolle», bu «m, wen» uuch tu Schm«» duru, mehut», daß »k der «aschlichtrit' zu sein Hut»» Da» els» «mr Ke» und Glanz der; WriMMnM, daß fie die «richsürmtprit I de, Kriep, gberppselt» »l> slbffch» S< schlicht» Werte, in bi« uns« Btter ihre Sukuust»Mffii»ug» i. juiUnsrichtun,»RtznrEr«i «• MC m M kn 1