Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- 26 (8.7.1921)
- Date
- 1921-07-08
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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tit ^Isvkfche Votttznvwff" e^cheütt »Achattkich an ftbm Arrüag aal tun rwtM barch di, fat, lau -och bat# die Scfftiftrtrlr jaai frrtze ta« akitcf)l|i1i4 SK. 4,60 Waagra mttbn, fcri Uhtzälaag ia brr S^tfUftrfr SK. 4£6. Staylar Ronan 40 Sf. Zernspr.-Knschluß 372 Postscheck-Konto Brtsla Nr. 17303 ■mct S CHkafttt Sdschst. da S«Wr*»fc 10-4. tn «chUchtch. RnKl SttetM* ■ab Danaersiag 11 — 1 0|cs Ia|<(a t■ antai »ach MtMok», »mchmn. Lat W«i»eke bn achtLch»Nnm» Arik tafd 10 ff,. $aaUieaaa|«igai 4» ff. - vet Akvechai», ftafini Schristleitung. Verlag und Geschäftsstelle in Breslau l, Schweidnitzerstraße 37. — Auschrist,n und Seldsendangen sind dorthin z» richte«. Die Geschästsstclle ist Sonnabend». Feiertag« und Sonntag» geschloffen. — Für die «it R«»e, ßqelchietr» Rafsätze. »eiche die persönliche «ein,,, de» Verfassers zn» «nsdrmk tzri»^» ützer,i»»t die Gcheiftlett»», „r die prrßOesrtzttch, Bernntwsrt»»^ nr. re Vreickv. de« 8. Zult I921. ZchtzrstUAD XXVtt Jüdische Schulfragen. Bon Dr. flltrrte Janas. 0lubifl>Mt, -eipzi^. Wer die Zukunft haben will, muß die Jugend hoben, 'lese Wahrheit bricht sich allmählich Bahn, und weite reife verwenden mehr als bisher Denken und Vollen if die Heranbildung und Ausbildung unserer Jugend, rundlegende Werke moderner Pädagogen, Maßnahmen r Schul- und Erziehungsdehörden wollen eine Jugend - ff 'randilden. die. getragen von der eigenen Idealität unter h «rücksichtigung ihrer Anlagen und Fähigkeiten, in Schule nb Leben Förderung und Stärkung an Leib und Seele fahre. m Sah man in früheren Zeiten in der Anhäufung stoff- •nd, chen Wissen- Ziel und Dcllendung der Pädagogik, so uoe »not e» heute ^ast, ol» ob die Erwerbung eine» tüchtigen tiffens allzusehr in den Hintergrund gestellt werde. Ja. iser moderne» Schulwesen räumt den technischen Fächern. CT t Körperpflege. solch »eite« Spielrvum ein. daß e» dem oü. »chüler oft an Zeit und Lust mangelt, sich in seinem Listen und geistigen Streben zu vervollkommnen. Daß nun unser jüdische» Schulwesen, über dessen Be- Ut echtigung sich DiVkusfioneu in der Öffentlichkeit erübrigen M ollte« und de« gegenüber nur ablehnend stehen kann, wer M ne Zeichen der Zeit nicht versteht oder de» jüdischen Volke» Zebensstagen verkennt, daß auch unser jüdische» Schul» oesen die Errungenschaften de» pädagogischen Leben» sich a eigen macht, ist ja eine Selbstverständlichkeit. Und «ch. ^findet sich die Misch, Schule ia anderer Lage und al» die städtischen und stmrtkchen MrstriltV. Zweierlei Gründe bedingen die»: eine Prioatschule. und >as find ja alle jüdischen Anstalten, hat «it ganz anderen Doktoren zu rechnen al» eine öffentliche Schale, sie befindet ch ia einer gewiffen Abhängigkeit von den Faktoren, die hr Last und Licht spenden, sie Hot aber auch den Vorzug, ß sie der Individualität de» Schüler» dadarch mehr «hnang tragen kan», sie muß sich auf die Psyche de» lülers völlig einstellen. Und dann hat eine jüdische iuU den Kindern außer den Kenntnissen in profanen üchera ein« umfassende jüdische Bildung zu geben. * Hier ist der Punkt, wo eine eingehende Betrachtung Über Zwecke und Ziele jüdischer Schulen iu erfolgen hot. Wir besitzen unter dev Anstalten, deren Zahl seit kurzer Zeit eine er« steuliche Steigerung erfahren hat. im Rahmen gleicher Anschauung verschiedene Typen. Die einen haben da» an sich löbliche Bestreben, den Schülern durch den Schulau»fall am Schabbo» all die Schwierigkeiten au» dem Wey zu räumen, die ein Schulbesuch am Schabbo» mit sich hingt, sonst unterscheiden sie sich in nicht» von deutsch.christlichen Schulen; andere wiederum erblicken in der jüdischn Schule eine Squtzwebr gegen antisemitische Lnrempeleien, auf daß die Seelen der Knaben und Mädchen jeglicher Pein entrückt sind: darin allein liege die Berechtigung einer jüdischen Schule. Dagegen wollen and«« Schulen die ihnen attvertroute Jugend mit jüdischen Werten erfülle» und rünftien dem Unterricht in jüdischen Fächern einen größeren Spielraum ein. wa» die eben angeführten An» stalten mit Rücksicht auf die Vorgesetzte Behörde al» un» statthaft und unmöglich darstellen, todaß sich dort der jüdische Unterricht mit 2 bi» allerhöchsten» 4 Stunden ia der Woche zu begnügen hat. Betrachten wir nunmehr die Schulen, welche ihre Schüler -und Schülerinnen zu jüdische« vrrfdnlichkeiten erziehe« vollen. Diese Anstalten stehen fast sämtlich auf de« Boden de» überlieferten Judentum», d. h. die jüdischen Fächer si»d ausnahmscks in Händen von Lehrkräften, die in Lehre und Leben die traditionelle Auffassung vom Judentum vertrete« Trotz dieser gleichmäßigen und gleich» förmigen Einstellung gibt e» auch in diese« Kreisen Differanziernnßen,. Wähemck baa-rkw« cke^stlarwMiag jüdischen Wissen» al» ««»reichend ansohen, um jüdisch« Persönlichkeiten heranzuziehen, legen andere da» Haupt» gewicht auf die Pflege jüdischer Gesinnung, d. h. aus der Grundlage eine» ausreichenden Wissensstoffe» soll di» Jugend mit positiv jüdischer Gesinnung erfüllt werde«, damit sie sich in all«« Lagen des Leben» bewähre. Die Erfahrungen im jüdischen Schrillte« haben leider da» Ergebnis gezeitigt, daß die Anhäufung jüdischen Diffe«»» stoffe» den Schüler weder befähigt, noch stählt, um im Kampfe um die Welt« und Leben-anfchauag fernen Mann zu stehen, ja. die Schüler, di« solche Anstalt«« «tyiMfrt hoben, besitzen nur allzuost nicht einmal da» ausreichende Wiffen dazu Der Fachmon«« kann tmmer wieder de« obachlen, daß die Kenntniffe in Bibel nnd Talmwd geradezu minimal find, «nd auch sonst dte Methodik des Unterrichts deui Schüler kein allzugrvßs» Berümge« «sch Fortbildung «ilaibt. sobald die schützende Hand des Hanse» fehlt. Hier must unter allen Umstände« ecke Ander»»» eintreten. Da» grammatikalische und sprnchtich» Knis muß mehr in den Vordergrund treten, Maß die Schülm bald selbständig «it Grammatik und LeHkv« arbatb» können. Aber da» allein genügt nicht. Der Mafia muß dergestalt angelegt sein, daß den gesamt» Bibel» unterricht da» gestunungbUdend« Moment «füllt, baß die Persönlichkeiten, ihr Tun »nd Loste«, da« SMler al» Maßstab seine» eigenen Hcnckel« beckachtet NMR, baß der Geist unserer religiös«, Uetuaden Teil socke» sckWA Wesen» wird. Doch damit ist die Aufgabe einer jüdisch» Schule nach nicht erschüfst. Eck» «lnnenckre Fach»»», die unter all» Umstünden Srßmnrcki» »nd Aartsack» finden mutz, ist die: Der gesamte ProsamenckmtM. vor alle« die Oestnnun-ssäche,, Deutsch »nd Soschtch», müssen «ine jüdische stckck erholten. Wck» t» Geschichtsunterricht d» Schüler» Beispiel« von Heldsasst oder ChorakUrstärke geged» «erd» sollen, s» muß b» Lehrer auch PerMlichseck» au» der jüdisch» Gckchtchck onführrn. er muß Stoffe an» de» Misch» 8a» a AnssäM behafdeck lass». oM daß dabei die sack *» bräuchlichen Them» verdrängt »md». Bet dor Mgab' »ohao »»O-ckockchckO »ch Lachchück» soll ßckAallü^MW geworfen werd». wie da» Gelosem tzaw jüdisch» MmapStA au» zu bewert» ist. Im Sefchichigusterricht tzstV» bte Schicksale de» jüdisch» BoNe» i« «ahm» dm VcktgWchck behandelt werd». Ereignisse wie San ßckma. und Ausbau Palästina», die Persönüchcktl Herbert Sa,»« find z» würdig». Die gleich» Forderung gw für di» nackrwissenschastllchen Fächer, wo di» Beziehsmg» ptziüch» Überlieferung und moderner Aoschanrtzg s»fz»z>ig» sckd. Ist diese Forckrung erfüllt, so ergibt sich mch ckm weitere Schwierigkeit. S»ode ck d» Iah»», »a Ms Feuilleton. Drmagogit. vetrachtong zo« Vach^abschain k» lchrmt, al» ob H auch ottnifft Raturgisetz« in b«n l^chlchillchen Erichnnmigni zibt. Eia solch.« tritt bri illtti soteaannlni Bolkbbrv^linzm hervor. Ja den Massen ft ein gewisser Untergrund, rin« zewisse unzufriedene Ll>»muntz, ein gewlsler mehr aber weniger berechligler Anlaft zu Aufruhr und Empörung Vorhände IN Dar wäre ater nie zu« Nurbruch gklommen und hülle sich, wie alt da» n»ch so ftünnische Wogen de« Meere«, von selbst beruhigt ohne die Deinogogie, Der Demagoge, den wir mit ftj-echt mcht so sehr Bolkrfgherr wie vollrversLhrer rennen sotlten, stawmt gewöhnlich nicht an» der» lireisen X« niederen Volker, sondern den htheren, zu« urindeften ren gebildeten Klasse». Sein »»vegirund ist meisten» mbesriedrgtrr Ehvgei». Er arbeitet »tt einem Schlngwort, nerft einer Echein. oder Haltwahrheit, irgendeiner 'Ver> rrehrmg aber Lerwüsserring eine« an fich wirllich gnten, «igen und gbttlichen Gedanken», Ir gewinnt dar Bolk. ind darin unterscheidet er sich von dem echten Lolkrsthrer, rer den Massen di« Wahrheit sagt und sie zn Hessen» nnd u heben sacht, wie etwa bi« grohen Propheten JrroeS, nbem er ihm in unverschämtester Weise schmeichelt und 1 dann ftlr sein« Zwecke anrrcktzi. Solche Demagogie arrn natgrlrch niemal» Dauernde» schaffen. Seim HM. 4tegt haben die Mnffen «r immer zu bihen. Der vimngog» laene sich zuroe ilen rechtzeiirg in Lecher heit rrtngen, jittveilen allervtna» geht «» auch ihm an Kops rwd Kragen. — Wn Mrcherbeispiel salch sauberer Demot»(fc ist bi« Emptnnm »er Kvrach. Di« lange Dauer. m vnsbimiMl her Wasierrroantmnug nnd ln« mit ihr mtrerWMüch tmh»chh»»» Gntbehrnngen schaff» im Bolle »i« str et«» Mckrwhr ersmckmüche Stimmnng. Der chroNlenl^e GhqB» Kormh» ist nicht znsrieden «it »er hg», zngrwichwwn »-»orznglen Stelnng de« Leviten, er ireht nach Hlherim Er will der erste Fthrrr sei». Das Gottetloott, .Heilig sollt ihr sein, denn hellii bin ich, der Ewig», euer Gott', dal »I» ewig, Korderung und erhabene» Ziel dem ringend« n Menschen gesetzt ist, lügt fich gut verwenden und in ein »ugkrüftige» Schlagwart um wo »dein. Da» Lall weiß e» nicht mehr genau und hat e» wohl in seiner ganzen Dragwette kaum begriffen, (f eriniiert sich wohl nur ein .Heilig' gehört zn haben. So sülschl e» der Listig« und verwandelt di« Forderung in ein Lob und schmeichelt den Instinkten der Maffe und ruft: .Ist nicht die ganze Gemeind« heilig und in ihrer Mitte der Ewiges' Mose hat da» Gesetz ersunben, um UN» dadurch zu lenken und zu beherrschen, Sa dichtet« er dem bescheidensten aller Menschen den Ehrgeiz an, der ihn selbst oerzehrt. So heuchelte er den Glauben an di» Helligkeit der Menge, die er, hÄIe er Ersolg gehabt, vom sanften Szepter de» Gesetze« nur belrett hatte, um fi« mit den Skorpionen seiner schnöden Selbstsucht zu gerfieln. Schwer mußte I« da» ausglhetz!« Doll bgßeu. Ader auch der Berstlhrer entging seiner Stras« nicht; ungleich seinem Siammuaier Jakob halte er mit dem Gbtllichen gerungen und mußt» unlnlregerr. Betrachten wir die religibse» Krsar Matronen und B«' weguirgeu aller Zeilen, so können wir sestsiellen, daß nicht diejenigen von Ersolg gewesen find, welch« den Meuschen da» Joch erleichterten, ihnen den Wahn eigener Doll' kommenhert »orspiegeUeu, sie in ein« Freibeitttannrel setzt«, solide« nur di«, welch« deu Entartet» Buße ‘ n unb ihn« neu« miste and schwere Forderuuaeu Jnt. Dicht die mein« e» gut »it de» Bali», die ihm stet» von sein« Siechten reden, sondern nur di«, welche nicht «ade werden, «« zu seiner Bsticht zarttckzn» sghren, Erp di« gewiffenhaft rrftilli« Mlicht kann zn» Siecht ftthr«. Da» Set« hat sich dar vsticht nnd nicht di« PKchi de» Lest« arrzupaff e». Di» Ideal« wmd« nicht au» her Zeit 'gebomu, soahe« hi« Zeit« hat« nach d« Ideal« zu stnrb«. Di» Zeit« Wechsel» aut find vergänglich, Di« Ideale pnt ewig und u nvergürrgrich: Da« Gasch iß in h« Stern« geschrieben. Sir miss« nach da» »»Ich» le»«- Di« Rasnanbawa^n», im Jutautn» hat« fast immer hllktn gekrankt, haß sie uur erlerchie«, arftheb« »nt «ft»' reiß« wollt«, nbar kein» nmn Itaak», Ww mm Mk ernsten fforgerrmge» an h« Mensch« stellt«. Dft «orte der Dhor, erftlll« sich mrr an tarn, dm sich ihretwe^n tötet, sagt ein Spruch HM Sets«, Bach All Ideal« da Itesnrm lüßt sich'« gau Inh M. Gastnrt« ist wach niemand str staTaach ß» Ihmchn de« Iterlieseri« Gesetze« hat« I«u Iahrtansent« in En^ und Bedr^rani», nnta Stet nnd Enll gelebt. Für st» sin» Laus«»« uu» >tart»us«b> j verschließ« wir unsa Ohr h« SchnmichitwMtm hmm, bi« ba «ftnr di» gauz, Gemeind« ist i» tzeva WWtz I» ihra Mitte da Ewige! Lausch« wir viel»che ha Mia wahr«, noch lmche nicht erftUN« ssarderung! Hallig sM ihr erst werden, dann hallig ttn tch, da Ewig», am Gott, tu4 kit Adtr»n«Mn waß« einst »i, H»Mch und sein Anhang zn ha Einsicht kam»«: Btoft ist maha, und sei« Lehn» ist wahr. lacft fhemeoft. «iasteia spricht. v« llechae Gtaelsee- Der .Fimrttmt» Mm? t-! mir tetmüb« Stak* «fc tai *■ * ttuer chütgil»» Mi<■■««! ta«n M# »■»■!■> »er htm «ch. »ach t Bor da» Ebtgangttaa jm« Sttthaa-Saal et» mm> t um beschreiblrche» Gebätuä ll nstut« h» «r Rtckstcht ol M , . ,. hat« all» Kart«! — Zimttstftch» Jumwmamchchast Aeia«» am um «ttmmchait. di, füi 4»M|m mMI nasncht dies« Cftu« M bemMich«, WMM ihw schmal« Lack» de» «m snarsam DtssimtM^llMM Mw ttzcht. am «i»M mMMN hatmm — »der ich waiß nicht, »M «M k« MM», Mast stmchpt hat - d«s nnta chm, ,' - tzUrMEßANfM. GjMM so tch jM ein« Pariftr B.ftMMftm, Mich» «stich ftt d»