Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- 22 (10.6.1921)
- Date
- 1921-06-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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- ■ * ' » ■■ ttr .Irdische VolKzkiUniq" r^ftirt »ScheMlich sn trbm Freitag und fass '•»*( durch dt« P»st. Me auch durch di« Gefchtst»ft«lle zu» Preise »Mi «tertckt-hrlich Mt. 4,60 bttogni »erde», dei Udholrma i» der Getch-ft-SeS, Mt. «,2b. «üvlme «-»mer 40 Pf. jrrnspr.Lnschlust 372 Po|tf<b«<fc'Ko»ta Bmlu Nr 17 393 «ttr S. CilimftU e>mML brr Miewtmgele 10—4, bn «chtttt»» »«nag, Wm4 unb XMtttrbl« 11 — 1 llbr. IR111 g r ■ ttnbc« «ch MilUmrttr» brwtbnfl 9*i KülMbi brr a^arfrattrnf« geile tttfl JO f|, z»milir»«qrlgr, «S W. — Btt (firbrrOMrag «imUlqim. edjriltlritiAig, Verlag und Geichüildfteile in Bretiau I, Echwridniherfirafie 87 — Austritten und Beidiendongen sind dorlhin zu richhch Tir Seschütttfi'lle ist Sonnabend«. Nrieitog« und Sonntag« gelchlofien, — SSt dir Mit Namen greeichnetr» »nfsthe. welche »Ir »rr'inlichr Mriauvg »et Bersassera i»m Anrdrnst dringe», KberniMMt die Schriftleit»»« >>r »i, »rehgeirhiiche Bereutwerrvu». nr, rr 8re»iau, den JO. Zuni J92J. Zohrgemg XXVII )W Israels Sehnsucht. Znm EchetouanSsestr, Bon Otemeinderaddiner Dr. Hosimanu E» gibt satte Völker, die zufrieden mit der Arbeit und den wechselnden Erregungen des Alltag- und den Genüssen und Zerstreuungen, welche ihnen die Stunde bietet, wunschlos dahinleden. Die Gegenwart genügt ihnen, bietet ibnen alle-, was sie brauchen. Ihr körperliche- Leben ist befriedigt, ihr geistiges anspruchslos, nur danach trachtend, das Körperliche zu zieren und zu schmllcktn Sie denken nicht an die Zukunft und sorgen nicht um sie. Sie haben auch keine Zukunft und versinken in der Gegenwart. Anderen aber wieder lebt die heiße Sehnsucht in der Seele und leuchtet ihnen verzehrend aus den brennenden Augen. WaS ihnen die Llunde bietet, lögt sie fall und unbefriedigt Sie schöpfen die Freuden dcs Tageau- und können eS doch nicht lasten, sich in voch seligeren Träumen der Zukunft zu wiegen. Sie tummeln sich rasiloS auf dcr Erde und wenden doch sehufachlig immer wieder den Blick himmelwärts. Trunken vom heiligen Becher de- Heils aus. der Höhe, taumeln sie doch immer wieder rückwärts, der Anziehungskraft der Erde erliegend. So zwischen Himmel und Erde schwebend, schreiten sie rastlos^ unb ruhelos über die Bühne de- WeltengeschehenS. Dies? ,n Unruhe, diese stete Sehnsucht ist der Inhalt und die Kraft ihres Lebens Sie verkümmern nicht auf der .Erde, sie verflüchtigen sich jucht in den Himmel. Zwischen ■haben tfxfrrcTtn hü Ausgleich 'zü suchest unlT |L "finbkn »fr boS Ziel ihres ErdenwallenS. In Sehnsucht leiden sie. doch ihr Leid wird wieder verklärt durch die Sehnsucht. Sie sehen daS heilige Land des vollkommenen Glückes von der Ferne und können eS doch nimmer erreichen, Sie sind unsterblich in ihrer Sehnsucht. Ein solche- Volk der Sehnsucht, von der Erde zum Himmel fliegend, vom Himmel zur Erd« zurücktaumelnd. äßÖ88S9 tuet, ctrbrtlttt und fördert die Jüdische Volkszciluna* die alle Jüd. Interessen oerirlli ist Israel. Die beiden Feste Pestach und SchowuauS find gewistermaßen die Pole, zwischen denen sich seine Sehnsucht bewegt. AuS d.m Hause der Knechtschaft erlöst, der Freiheit wiedergegeben. mit der sicheien Aussicht aut deir Besitz de- Landes der Väter beschenkt, feiert eS daS Peßochfest. und ist doch nicht zufrieden. Sehnsüchtig hebt eS seinen Blick zum Höher». Ueöersinnlichen. zum Reiche deS Criste-, ES kann die Stunde kaum erwarten, die ihm die erhabene Offenbarung des Göttlichen bringen soll. ES zählt ungeduldig die Tage und Wacken bis zum Eintritt deS großen, welthistorischen Momentes, wo eS zum Priester» reiche und heiligen Volke geweiht werden soll. Doch der große Augenblick findet ein kleine- Geschlecht. Don Himmelshöhe finkt eS berab zur Erdenschwere. ES ver» pöttrrt im goldenen Kalb und in Rückennnerung an die körperliche Behaglichkeit deS SklavenlrbcnS die Sinnlichkeit. Die Sehnsucht nach dem verheißenen Lande tritt in den Miltetzumkt sein«» Daseins. Dev Inhalt seiner Geschichte bildet dal Vttwgttt zwifchrA ' die in seinem Lande sich verkörpern, und den Forderungen deß Geistigen und GbtÜichen, wie fie seine heilige Lehre ihm dtrstellt. Während die Masse deß Volkes, am Lind« und seiner; heidnischen Anregungen hängend, immer wieder der Erbe verfällt, suchen seine großen Führer, seine Richter, die Frommen unter seinen Königen« seine gottbegeisterten Propheten eS in immer erneutem Ansturm auf dre ewige« Höhen deS Geistes zu führen. Nachdem eS endgültig aus seinem Lande tertmfc» tft,' scheint die Quell» des Irdischheidnischea. di» ihm t> fiiwi-; Lande sprudelt, endgültig versiegt. Aber nur schemd«,1 aus neuem Feld« erh-bt sich der alte Komp! auch t» s Ländern deS f iiU. Israel oll DirtschaftSkörper steht 4» seiner Maste feft^nur allzusest aus der -rde und s»M i» den irdischen Gütern, die e< von seiner Hoden Aus ablenken. Ersatz für sein Land Zu glücher Zeit streben seine Führer mit aller Macht, eS wieder zur Höhj zu führen. In entsagungsvoller Arbeit schaffen fie tms \! ewigen Monumente des Geistein AuSdau, Deutuug. kläiung und Verteidigung der Erdweieheit der Lütss > I suchen ihr Volk;u lehren, in Vriehrung und A»beSP»U-s | zu ihnen aufzublickea und fie über die vergängliche» P i der Erdenarbert zu stellen. Noch ist daß Ringen «ich- M > Ende. Eine neue Wendung ist in Israeli GeschtchS» ch»i I getreten Die Sehnsucht nach serne» Lande ist zu starken Leben erwacht. Millionen scheint eS nicht- «4» | Sehnsucht, sondern schon Erfüllung. Aber a»,' warnend stehen aus der anderen Seit« die Führ»» k*{ Hüter der alten Lehre, sorgend, daß in der < für daß Land sich dt« Kraft deß Volkes erschöpfe ' [ darüber die heiligen Forderungen der Lehr« neinnchlöWgß ] werden. Wre sollen wir uns bei diese« Widerstrette «U j Meinungrn Verhältnis Unser Ans muß sein» Pessach.Freiheit und Land oder Sch»»TO»ßo' Lehre, sondern bckdeS, Pessach und Gch»»»DW>b^ Land und Lehre, stlrbeit am La»d i« SaißO,feSTj untergehe i« Sande durch dos Sand. Iovoel, immer weiter zählen biß zu eine« neuen Schi Die Sehnsucht dark nicht sterben in unserer Seele.! auch uns wie einst de» Seher sich wieder der Hi»»ch öffne und dann uns Erfüllung werde in der GrschetnuSG^ unseres Gottes. Feuilleton. Zn der Wüste. Betrachtung zum WochenaHchnin Und der Ewige redete zu Mose in der Wüste Sinai. AuS dem Dölkergewimmel Aegyptens, aus dem üppigen, genußübersättigten Leben seiner alten Kultur, fort von den ragenden Denkmälern deS MenschenfiolzeS und der Selbstvergötterung führte der Herr sein Volk in die öde. ein» same. Wasser' und ertraglose Wüste, um eS empfänglich zu machen für feine erhabene Offenbarung. Israels Menschen sollten sich in ihrer ganzen Schwäche und Hilkt m lofigkeit erkennen^ und dann rufen: Wir erheben unlere Augen ru allem Stolzen. Hohen und Ragenden, was sonst dem Menschen Weisheit. Trost und Hoffnung schenket. Von wannen wird nn- Hilfe kommen. Aber da ist kelne Stimme, kein Laut, der ihm antwortet. Run bleibt ihm nicht anders übrig als da- Wort' .Meine Hilfe kommt vom Ewigen, dem Schöpfer des Himmels und der Erde. Wie findet der Sterbliche innen Weg zu Gott? Einsam muß er sein, allein uuo verlaffen. wie in der Düste. Da ist kein Wanderer weit und breit. Kein Menschenfuh in der Runde, alles versinkt im heißen, gelben Sande. Du schaust dich um noch Rettuna. keiner weist dir den Weg. zeigt dir den Pfad. Sehnsüchtig schweift dein Blick in die Ferne. Du siehst fruchtbare 4 Aue», weiße Burgen, stolze Schlöffer, geschäftiger Menschen Getümmel. Eilends lenkst du deine Schritte zum Orte deß Heils. Erschöpft hältst du inne in deinem Laufe. Vergebens, eine Täuschung, eilles Blendwerk der Srone. Da finkt der sengende Lall deS LagegefiirneS. Schwarze Nacht umhüllt dich. Verloren? Doch min. flimmernd funkeln di« Sterne. Sie zeigen den Weg. sie weisen die Richtung. Dankerfüllt lobt dein Herz dev Schöpfer, der f* gesetzt. Ohnmächtig und hUfloß muß de: Mensch sein, wenn er zu Gott finden soll, hilflos wie in der Wüste. Tagelang schon irrlest du nwher. Dem Brot ist vertrocknet, dein Wasser versiegt aus de« auSgedörrten Schlauche. Entkräftet und verschmachtet brichst du zusammen aus glühendem Sande. Wie lange wird eS dauern, und du versinkst. Die Ruhestätte wird dir zum Grabe, bald bleichen deine Gebeine. Da horch, eim Engelsstimme in der Ferne, ein leises Rieseln und Rauschen. Noch einmal rafist du dich aus mit'letzter Kraft. Da ist sie. die rettend« EtLlte, der sprudelnd« Quell deS Heils, der kühlende Schatten nährender Bäume. Aufschluchzend preisest du den, der in der Stund« der letzten Not dir geholfen. Demütig muß der Mensch fein, seines Nichts sich bewußt, seiner Wertlosigkeit, wie eS ihn lehret die Wüste. Dann wird er den Weg finden zu feinem Gotte. Herrenlos ist die Wüste, keinem zu eigen, denn keiner schätzt sie. um fie in Besitz zu nehmen. Trage auch du, e Mensch, solch Bewußtsein in deiner Seele. Wenn keiner dich mag. niemand von dir wissen will, alles dich mit Füßen tritt wie den Sand der Düste, fo wiffe es Liner ist da. dein Erlöser lebt, er strecket erbarinend die helfende Rechte und hebt den Demütigen zu den Höhen sei»e< Thrones. Einsam, hilflos, demütig war Israel in der Düste, und so fand eS seinen Gott. Einsam, hilflos und demütig ist Israel auch geblieben in der Düste des DölkrrlebeuS. Sollte eß sich nicht wieder zurücksigden zu seinem Dairr im Himmel? Kommen wird wieder der Zaa, wo der Herr redet zu seinem Volke in der Düpe. Iren Tikwoh Sin Opfer. «ach fern HeS,lisch«, Mn H»g, veeg»««». v»A I. Lh. «reimte. (»chl-ß.) — Tut nichts — beruhigt der Junge und macht die Tür auf ~ war zittert ihr? — In meine» Herze« ist etwa» gerissen .. . — Ich bin zu Tode erschrocken . .. — Niemand, niemand — nur der Polizeimann der Gaffe — beruhigie der Junge sei« Eltern und macht« pfrilsch«ll Platz für den Herrn Polizeimanu. der nun gravitStisch. seiner Würde bewußt, eiul rat. Die Hausfrau ging mit ihm ins »eite Zt«»»er. Der Tru»kend»ld ergriff unterdes gierig die verkorkte Flasche, klopfte au de, festen, bis der Pfropfen hmmiB L! I und führt« (ofott bot scharf, Getrüuk pm M> >1 bettutt und Mrgtflm macht. Der Hausherr selbst lastete « feine« Hut» hi» i her, ging im zimmrr auf »b ob, rtufpertt stch, pst — Zuletzi wandt« n stch a» mich, alü mav» «» stch. rechisertigeu: — Sift noch immer wach, „ein Lieder 1 schlafe»-Ach, du fiihst il — ich di» ei» ' meier Mn Natur au»-Nn ftiqifnbubf M i Furcht «in-Ach, wa» soll ich lag«», Liest«» alle« sollte mau sich gewöhne»-Hai Mn Mlnf! Jedesmal üngstige ich mich oon neuem — Unb ( feil», «a» soll ma» hm! Ich Hab»! Mt sei \ schon eia» Verlobte Tochter. Ma» must st, m» Die Kinber find Vem, Dabei di» ich b^ ei» | gMiiliniMltt i» der tVemeinde, Habe mriuen I der vstwand. Werde gehdria misaernst», ASM Dell», Ich leidst, wie du mrch da sirhst, diu ei» Ist schwacher, gebrochener Man». Laug« zu aichi», M leben, meine Frau ist, Gatt sei Dank ein« i» ' führt da» ganz« Gqchgst. Meine Mein» Drosch«» wert in ihn«» luge». Und ich und Bange». Bi» «ist Angstmeier vom Natur mW um de« liebe« Brate» Wille» sgadiai ma», s» gehst I der Welt. Wirklich. Lieber, di« Watzetzeist zu geh schlecht steht «» um unser Lebe». Znm BMiesti »» man haar paveken an einem GUstch«» Gchnngß, must man m dem Ploirzisten geben. Mein» » lang« lest«», gibt fie chm eben — anster ichmm s Lahn. Nu, mein Lieder! «a» er »ach sage, wallt«, meist ich nicht, denU i dem Augenbluk uuierbrach ihn dng wstiend» chchchg seiner Fran: — Da komm« doch «in Fremder ured setz, »j« mein teurer «hegemahl sich gber leim Fra» j Wer »eist denn nicht, Meaiel m »nstieni t llester allen unser» Minden, Leder Aotl I Ban ihm an» 1 wir all« Huiigeeg stakst«» I Denkt m riw«l , nb stkindst Ja. nach wenig! Nach mein ~ ihm mchi mchl! Ich um challigmilM, last h nicht nach deiner Art verdienen! Seim d^stgstgWWmchl " ' . . . - - Wnstf Dn kann» n*tt «mm» destnr «ch U» HM »« Stncb! •|