Mannheim
Compact Memory

Jüdische Volkszeitung · 1921-05-27 · 20 (27.5.1921) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
27 (1921)
Issue
20 (27.5.1921)
Date
1921-05-27
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/6682508-6377574-6450516--1518-4851171
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

// < Btt JUi|4t. Benuntam" r-teftnt »ich-mli« ob (Am Srrttag a»d ünu IM>B dm.* »tt foft. vtt an* »nt* dtt «tttMtulttOi jm» fttitt non •ttrttfjlttli* Kt. 4,«' »f|»,rn anOni, boi ttbftoJtrna in «m *<<*tft«ltt<r VH. 4,96. *m)Hm tttnumti 40 VI Semfpr.-flnfltllKt 372 Postschtt-Nouto Brtslou nt. 17393 Mt S. tlUrafcl» «y e»rt*t. tn *.(*im*<4.10-4. kt Mnitita. «»»t «IM»* m>» Bannntttg II- 1 UH. I», I,«» Mit« na* •Omi »nr*nit Bot «KiMtn Kt a*t»H»alttnni grill Mtt< W 9U 8antili«amii(|« 46 W - VH (ftttottilmt «nottchaa SdnittUituno Derla» und GefchSfttfitUt in Briiluu >. 8chw»ibnitzerftrab> S7. — Anfchriften »ud Seibleitbutige« lind dorthin p> licht««. Li« Sischslttstillist Eonnobendb. stitnla»4 und könnt»«« ailchloflm. — Fiir »I« »it *«■(» mtttutra ■■litt«. „Ich» fei« »eriinlich« Mein»», »<4 Vkrsafier,!■■ Anibrnck ttl»,«». überalmMt »i« kchrtstlkll,», >»t >i« »r«tz»«fetzltchr <tt«mUMrt«M. Nr. 20 Breslau, Öen 27. Mal 1921. 3a|rfM| XXVII Zur Lage. I« den ti-pttn Wochen find vier Snigniffe zu der' zeichnen. die der Zeit ihren Stempel ousgedrücki haben. Vier Ereigniffe. von denen zwei die Judenheit direkt de» rühren, indirekt aber mit der gesamten Weltlage in inniger Verbindung stehen, zwei dagegen, die die Geschichte der ganzen Welt betreffen und somit auch ihre» Einfluß auf daS Judentum ousüben. Dir leben in der Zeit der Sephira. in der Zeit des Zählen« und wir wisien. daß diese Zeit für un« erne Zeit der Enthaltsamkeit und gewissermaßen der Trauer bildet- Eie erinnert uns an da« große Sterben jüdischer Jüng» Unge zur Zeit Rabbi Aklba's med. merkwürdig genug, gibt u»S diese Zeit immer wieder Ursache zur Klage. Jm vorigen Jahre war eü der erst« Aufstand der Araber gegen die palästinensische Judenheit. die daran gegangen war, gemäß dem Beschluß der Friedovskonserenz sich in dem alten Düterlande eine rreue Heimat zu gründen Ed ist daS Fest Nebimnsa. daS im vorigen Jahre dazu benutzt wurde, um gegen die Juden Ausschmnungen vorzunehmen. Nun losen wir erst vor kurzem, daß der Oberkommiffär von Palästina, Srr Herbert Samuel. als Vertreter seiner Regierung diesem moslemischen Feste in Jahre beigewohnt hatte und mit füostlichen Ehren ausgenommen worden ist. Nichtsdestoweniger haben die Araber von Neuem in jüdischem Blute gewatet und d.« Zeit der Sephira für un» wieder zu einer Amt der Trauer gemacht. Die jüdische« Arbeiterr. die «it i&ftufemmmg der Regiemrng in durchaus fried» 'licher und harmloser Werfe eene erste Maist« "*V.estN' stallet hatten, wurden in ihrer ruhigen Feier gestört. Diesen Umstand nahmen dir Araber zum Anlech, einen anscheinend lange vorher vorbereiteten Angriff gegen die jüdische Beofelerung. i»Sbesondere gegen diejüdischemArbeiter tLhaluzimj pt unternehmen. Ei« stürzten sich aus dir JmmigrantenhSufer uud löteten rn grausamster Weise selbst Krauen und Kinder. Diele dieser -khaluzim, unter denen wir eine Anzahl bekannter Namen finden, gunger Leute, die hier studierten. erlitten einen srühzeüige» Tod. Die wir ün vorigen Jahre unser« Verwunderung darüber auSdrückten, dag es möglich sei. unter den Augen der BeiatzungStrnppen solche AuSschreifengen zu begehen, so müssen wir eS in diesem 'Jahre in erhöhtem Maße tun. Er wäre doch anumehmen gewesen, daß Jaffa, diese Vermehr»- und Hafenstadt, genügend geschützt fei. «m derartige Feuilleton. Die große Forderung. Brtrachwug |od Vocheaabfchmu De» Bauer« Herz hängt an jeine« Boden, an feinem ererbten Grunde. Im Schweiße srins» Angesichte» ent« ringt er ihm die Nahrung für sich und sein Hau». Hier fühlt er sich wie ein König. Er ist frei und unabhä«gig. Er selbst erzeugt, wa» er braucht. Er hat noch niemanden zu fragen. ist kau« aus di« Arbeit andere.- angewiesen. Fest und klar ist in seiner Seele der Begriff de» Eigentum» austzebildet. Er ist der beste Kämpfer für da» Vaterland, er verteidigt sein Land mit seinem Blute. Sein höchste» wirtschaftliche» Ziel ist e». sein Land möglichst au»zunützen. e» an seine Kinder zu vererben. Da tritt an ihn heran die große Forderung de» göttlichen Gesetze»: .Mein ist da» Land; denn Fremdttnge «ud Beisassen seid ihr bei mir. In jedem siebenten Jahre muß jegliche Feldarbeit völlig ruhen. Was dennoch wild wächst, hört auf dein Eigentum zu sein. E» wird herrenlos«» Gut. Alle dürfen davon genießen, du. dem Knecht und deine Magd, aber auch der gemietete Arbeiter, der Beisasse, der Fremdling bei dir und da» Dich und da» Gewild m deine» Laude. Nach der ganzen GemütSveranlaguna de» Bauern ist e» ein üngcheräe», da» hier von chm gefordert »red. Wir dürfen un» nicht wundern, daß er sich lange gegen d« Erfüllung die« Gesetze» strebte. Sieden «al siebzig Jahr» wurde da» Gesetz nicht beobachtet. 70 Ich« äugte Ißeael in die Verbannung »audern und unfreiwillig er» füll«, wozu e» freiwillig nicht gewillt war. Ern gewaltiger Erfolg ist e» da«« aber, daß da» Volk nach Dm Egll, m* kc Geschichte an» berichtet, sich zur Erfüllung dich» bewillige Verletzung der Ordnung sofort unterdrücken zu j können. Hier zeigt sich wieder der Mangel einer jüdischen; Lchutztruppe. Es scheint aber, daß die Lehre darau» gel zogen worden ist und die Gründung emer jüdischen Polizeij truppe auf dem Wege ist. Andererseits darf man sich | durch biete» traurige Ereignis feine Hoffnungen auf da» neue jüdische Land nicht trüben lasten. Dies« Ereigniffe find un Gegenteil der beweis. daß diese» Neuland auf btm Wege zu seiner Schöpfung mächtig sortschreitet. Gerade der Umstand, daß die Araber, wobei hinzugesagt werden muß. daß diese Bewegung nicht von dem Volke ausgeht, da» mit d«n Juden rm Frieden leben will, sondern von den Effendls. den Machthabern, die um ihre Macht fürchten, mit Ausständen gegen die Juden Vorgehen, beweist, baß sie dir Errettung der jüdischen Heimstätte nahe vor Augen sehen und törichterweise glauben, daß sie durch die von ihnen angewandten Mittel den Beschluß der Mächte zum Wanken bringen können. Wir können aber noch «ine andere Lehre daraus ziehen, nämlich, daß es nun bie höchste Zeit sei, daß sowohl die Mandatsübertragnng bald ihre definitive Erledigung finde, daß der Ausbau raschere Wege einschlage und daß das jüdische Volk, um dir» zu erreichen, auch die größten materiellen Opfer bangen müffe. Da» zweite übera«» traurige Ereignis ist das Diedererscheinen der Pogrome in der Ukraine und im ganren Rußland. Die Bolschcwiki, von denen man sagt, daß ihre Führer nur Jude« feien, »e,suchen alles mögliche. um das jüdische Volk zu unterdrücken und ihnen alle». mit Ihnen^heiltg rst. M taufen. Str scheuen mich fer Mord nicht und man weiß nicht, wie viele Inden hell au» dieser Misere herauskommen »erden Doch muß man sich sagen, daß die nichtzüdische Bevölkerung ein ziemlich gleiches SchiEfal erduldet, und daß e» «ckver ist. m dem wetten Gebiete Rußland» irgendwie helfend einzugreifen. Ander» in der Ukraine. Dort, wo früher da» Reservoir de» jüdisch« Volkes war. war es nicht genug, daß nahe au 200000 Juden m de« vergangenen 2 Jahren ermordet wurden. Immer neue Landen treten auf und letzen sich an jüdische» Mule. Dort wohnte die jüdisch« Kraft Bo« dorther kam neubelebender, jüdischer Geist, und da muß man sich wundern, daß es bisher von Seiten der Mächte nicht möglich war. dem Blutbad« Einhalt zu gebieten. Wann wird es da endlich tagenk Zu spät wird ma» ««sehen, daß «an mit der Vernichtung des jüdischen Volke» im Osten schwere Wunden geschlagne hat. dtt zu heilen sein vaden. Da» dritte Ereignis, daß die gesamte Welt und in ihren wirtschaftlichen Fugen zu erschüttern ist. ist da» Ultimatum, da» die Entento»ächtt de» ‘ Reiche gestellt haben E» find Bedingungen worden, die zu erfüllen kau» i» Bereiche «i Kräfte liegen. In letzter Stund« fenchoUte btt Kund», daß diese Bedingungen von der neuen Regierung angenommen worben stab. Et Mt zweiselhost fest, daß da» deutsch« Volk, wenn o> btttt dingungen getreulich erfüllen will, und baß btt» bor sein wird, scheint au» den Bekandtgangrn bor V an der Spitze de» Reiche» hervorzugohen. für -aß» hindurch zu eine« Frondienst verurteilt ist nnb fe Mittel für sich selbst »ehr übrig Hafen wirb. All» h'1' Bestrebungen werden darunter leiden. Schnlo. Mf Bibliotheken werden auf ein Niveau herabaofeückt wie e» vor mehr al» 50 Jahrm» fer Fall war» dem Unterschiede, daß Deutschland damal» t» ' war. während es jetzt i» Abstieg iß. VE» deutsch« Volk stark genug ist. u» btt» Fett bog zu überdauern, so wird «» doch «ehr als ein Ja kosten, bis es sich wieder davon erholt, und btt wird die ganze Welt zu spüren Hafen. Efe Juden werden, schwor darunter leiden müffe». rum Aufschwung fer Industrie und bmmt | stanh» das ganzen Lande« ungeheuer sie. feueu dtt Lrst»schnttm fmm EhoÜch. Rn-a tzAfer.^tti» ffefM* '«AnE» dtt nennt», in oerßaickeu hat, werfen ttt, ak» «fc ganzen Volke» »iizuarfeittn Hafen. Kufe für 1 für dtt üasttn de» Reiche». Dtt jüdische jetzt auf dem Veye' war. sich immer »efe zu kommuen. wird nabt «ehr die Mitttk besitz», zur Lutführnng zu bring». Ufer »tt Kriege» kein« Opfer an »nt und vlnt si Pflicht de» Land« ihrer Geburt gegenüber M ijrflfml wird e» auch jetzt fer Fall sein. U«|» tranrig» ist daß fer >ntisomtti»«u« gerade in DoutjchfeU»' tztzltz fer Zeit da die gesamten Krüste aller Bowotzo Lande» vereint zusammenflefen müßten, sürchttrüch» feint. Es ist geradezu beschämend, »tt dtett inu die wahren Schädlinge und Verräter fe» Sonfe» stnß, nicht genug tun können in VerleuMdnng» fä«ttn. «n \ entschloß. Mir erleben e» heute daß Arbeiter, nicht bloß zur Erringung materieller Vorteile, sondern auch zur Durchsetzung idealer Forderungen, Lage oder Wochenlang die Arbeit ruhen lasten. Wir beklagen ober bewundern da» je nach unserer Parteistellung. Da» will da» aber besagen gegenüber dttser gigantischen Arbeitsruhe eine» vollen Jahre» seiten» de» wichtigsten Berufsstande» zur Manifestation der Idee der Unterordnung nnttr dtt Herrschafl de» Göttlichen aus der Erde. Wir wiffen nicht, worüber wir mehr staunen sollen über die Strenge und Größe der Forderung oder über die erhabene Opferwillig* keil und da» grenzenlose Vertrauen, welche» sich in fer Erfüllung bekundet. Kann man einem Volke, da» solche» Gebot durch Jahrhunderte hindurch gehalten hat. noch den Anspruch darauf versagen, daß es Träger und Vorkämpfer de» höchsten Idealismus gewesen isik Möchten auch wir, die vir, obwohl dem Boden entrückt, doch in ans«»« sonsttten beruflichen Leben Gelegenheit gezzug Hafen, durch Erfüllung fer großen Forderung, die das Gesetz an «ns stellt, die Unterordnung unter da» Ideal zu betätigen, von biefe» Beispiel lernen! Gott »ttd auch un» seinen Segen mtbttten, und vir werfen sicher im Lande wohnen. _ I»ch Tikwoh. Besuch im israelitischen AttrrversorguugShaus in,23irn. Ban De. ft*vt Gaunenfeld. In bn CMgafft, nicht ottt ton g«r»t>2^s-B>ch»' M. bcfUict sich ba ntitUt Sutafrubttf «it sfaDtttate* •tabfcintn, bi« «it hebiLiich» Jxschriftr» b«6nft fab. Statut* 6ttmt (tub »it iftgMiHca gigtnrn ,chch,ßH tlufn Stilbbof iß d,» b«r iafft mb* ßchtttr, b« <r b«ch m «oM»s Mtab«, ba« KMnfurrfntyreglb—I der igrnettttschen UnBMtMutnfe, ufen »m. Dttsr Anttu erhrbt sich auf bra Platz bn Boot Btttfln ( vschrnheim iw Iatz« 1898 rrbuln lilmlrHril R-Hr all 800 3n|«ff*n Wm btt «att «tt foialagn ritmt tUtaUUt Ibrr ftnflU »mschlich«, S»»M«tt. »laich beim Chnm t» ratm finbad derh-tzelter altes Mir. otzne erst aus ei, «plrechttt Kttektzch» m m ' «Wftaat er^hle». imI (U heute |t> Mlta, litt« | Lecher Iprrche» fu «nt f» «rMickttt Pmchch. btt »ich« herauttek»»««n kau», tt ft« Rtmtfn tt« r metna. Ei, uralte» TOtttettm »ttblt »r aewifteu Fra, Lalpeufteu^t. bl« 0» ftrettaa tt» «attbruft gezefte» Hab« soll. .34 Wf Itzoe» i braucht hrutzuta,' »attbruft zu rftral' fragt ft» entrUßrt Drr Verwalter. Herr Josef v«bb»r, erklärt tt» lirbe»»»«bcht»ft«r keif« beu ««trieb der luftilt. bi« m ein Vrrs«»uu8»hei» uub «tu SI,ch»tz»tt <r «q»bU, baß uur iu Aerzle uub Vetttm " wLtzrrib btt »efowte ttri»e Perfou»! »tt CP E» sri fo^ir nicht oauz entfach, tt» Mich« stubeu, »üb aach fchtteriger sei «», fte E» ist da» Peffachftft mtt ia bre aerob« bie Kaibtt »«teilt. In de, Kttuer «b -raue» tmbbchtta bei bar Iotch, sich bie Kauatt dt ba paf«. Utt fk ■ f» ftnschmesernh« »efichtrr me mnz raffittiett ktaftler. I» tarn Fdutuer taffTtt «d> Ott tt-ttor. btt »ich jdÖmnHtt MM < Fra» Ift acht kttukdch. ihr Kuu», tt mit efe»» gütigen» »>tsnGUNg»pnll>> littatt um fte itttcht. tt ettW ttr bi» memommN ppn« UM Ml mmpmm HM »«i nosschtzitt lch btt ii| tt Jubtt I l Chchitttt M» Mi

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.