Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- 19 (20.5.1921)
- Date
- 1921-05-20
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 79% known words query
- IRI
…/6682508-6377574-6450515--1515-4851169- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
*9. Mai 192t. IMßch» tortffti« als zutreffend antrfannten frfafc vom 18. Oktober 1919 fb 1491 II stehen ist. wird die in Antrag gebracht» Genehmigung nicht erteilt Verben können. denn die Satzung darf den Kreider Wahl» berechtigten nicht ander« abgrenzen al« der 8 *1. wie »in vergleich mit tz 56 ergibt. Da« Wahlrecht der Eynagogengemeinden neuzeillich umzugestalten. wird jedoch G^enfland eine« Gefetze« fein. da« in Vorbereitung ist. Wenn nicht mit Nück» sicht hierauf die Synagogengemeinden in Köln und Aachen von den geplanten öotzungLLnbrrungen vorläufig Abstand nehmen wollen, find von der Genehmigung«' infianz die bisherigen Grundfätze anzuwenden. Danach kann 8 20 de« vorgelegten Nachtrage« ,-chl genehmigt werden. I V.: gez Meister An den fcnrn Odervräfidenten der Nheinvrovinz in Üoblen« Ist dir« wieder einmal ein Kompliment der preußischen Negierung vor den „Sonjfit der Gemeinden"? — Soll ein Hintertreppentürchen geöffnet werden, um den zugevanderten fremden Staatsangehörigen, die Juden find, die die vorgeschrieben« Zeit in der Gemeinde gelebt und die dadurch da« einfachste Menschenrecht, da« der Mit« befilmmung erworben haben, diese- Recht geschmälert werden? Sind diese Zugewanderten keine Juden? Und wie läßt /sich diese Haltung der Hüter nutz Wahrer de« Gesetzes mit dem Gesetze selbst i» t*i>- JUvg bringe»? Jüdische Jugend. (if!f$rainni brr ..Aübiichrn Bol!«;«uunz" ) Die Iührertaguug des Verbände« der neutralen jüdischen Zugendvereine Deutschland«, die in Koffel an den Pfingütagen stattsand. hat folgende Resolutionen gefaßt: 1. Tie Fübrertagung des .Verbandes der jüdischen Jvgendvereinr Deutschlands' betrachtet die Errichtung einer jüdischen Heimstätte in Palästina als eine historische Tatsache. die einseitiger parteimäßiger Behandlung entrückt werden muß. Sre hofft, daß vielen in ihren Heimatländern entwurzelten Glaubensgenossen in Palästina eine aus dir Religion der Düter aufgebaute Heimstätte erstehen wird, au« der belebende und geistige Impulse dem Judentum und der ganzen W;'* Z.tc »'»‘stUv.Vu . •.•*.**• fi’orC:r.td,rn 1\ * :• rtranb» tr. ' . ' -j't'.-r “• *’• «a r.! \ci'^ituchrn ' ‘ " 'agung richtet an die Mitglieder o' darüber hinaus n" K‘m I:.'-- de:: . n *■■■ ~ ■ . .. v>n?(\.u ■ •' •* «««*. •— i i n l m m illl»MMW>DM Aus aller WeU. Nvtisemitische verseuch»»g brr vchuljugeud. Wie gut der Herausgeber de« .Deutschen Woche»' blatte«' über da« .Gebot der Stunde' unterrichtet ist. zeigt solgrnhr« Vorkommnis: »n der Lür einer WilmerSdorfer Oberrealschule stand eia Mann zur Zeit de« Schutschluffe«. der kostenlo« an die tzerousflrbmenden Schüler di« .Schiede»Rumr»er' der oben genannte« Zeitung verteilte. Die Nummer enthält nur alberne Verleumdungen der Juden Statt die Jugend nun so lange wie möglich von der Partripolitik fernzuhatten. zieht dieser ZeilungSoerleger. der zu einer Gattung gehört, die vorbildlich sein muß. die 12—14 jährigen Kinder in den Bereich seiner Hetzpvlitik. Jeder von Sozialisten angestrebten Schulreform setzt dieselbe deulschvülkische Presse da« Geschrei von einer .Politisierung' der Schule entgegen, diese widerlichen Hakeikreu gesellen halten e« ober für richtig, die Jugend mit einer Sorte Politik zu vergiften, die schon gar lein« Politik mehr genannt werden kann. Warum schreitet die städtische Schulverwaltung nicht dagegen ein? Ukrainische Maffakers. L„tz», 4. Mar Hier find Nachrichten eiagetroffen, daß neue Massaker« in der Ukraine flaltgefuudeii haben. 76 Männer. Frauen und Kinder wurden in schrecklichster Weise durch bewaffnete Landen niedergemacht. Diejenigen, welchen e« gelungen ist. in die Wälder zu flüchten, find erfroren ausgesunden worden. Don der kleinen Stadt Repoka nahmen die Mörder ihren Weg nach Dobrianko PodabinSko, Tubiza, Listwin und Kvlibinka. wo sie überall di« jüdisch« Levblterung niedermeürlten und ihre Häuser nach der Ausplünderung in Brand steckten. Rosrnbaom - Gesandter in Washington. Au« Kowno wird gemeldet, daß der jüdisch« Politiker in Litauen. Herr Rosenbaum. zum litauischen Gesandten in Washington bestimmt worden ist. Eingesandt. Uinjch» Ätt at)'ü - 'al ende Zufchrtst: An die V hr:i Dolkszeitung*. Hier.! erschrift .Eingesandt imer der .Jüdische« - > 7i t Dr. Galland der» . . j . ich gemäß 8 11 M Preß» I Qt;;uui Aufnahme folgender I .... üemeS Alrt-hauS. Israel uu Gäste. Die freie Zeit verbrachte er in «mir Waldhütte. die er sich selbst gebaut, in freudigem Gebet und im Studium der Kabbal. In diesem Wirtshaus wurde Israel al« .Baal-Schem' entdeckt. Einmal 'stiegen einige Gelehrte im Wirtshaus ab. um dort den Sabbath zu feiern. Während deheiligen SabbathmahleS lata urplötzlich die Erleuchtung Über sie und sie erkannten die wahre Größe des scheinbar unwissenden Wirte«. Sie mngen hierauf in die 5t«bt und verkündeten: .Ein neuer Stern ist unter euch erschienen, und ihr seht ibn nicht.' Da strömte viel Dolk herbei, und holte Israel audem Dickicht der Wälder hervor und engmnle ihn zu ihrem Vsihrer und Meister. Seitdem — so berichtet die Sage — trat er al« Baal-Schem aus. al» Wundertäter, als Meister ■k» wundertätigen Namen Gottes: er hellte Kranke, trieb hie Geister der Besessen», aus und Übte noch der Wunder mancherlei. Baal-Schem zählte damals 36 Jahre. Die Bedeutung de« Baal-Schem log indes nicht im Wunderwirken, sondern darin, daß er ein Lehrer feine« Volke» wurde. Er war kein gewöhnlicher Lehrer und Strafmeister, keine Tafelfäul«, die den Weg anzeigt. ohne stch selbst fortzubeveoen. Er lebte nach sei«? Lehre und lehrte sein eigene» Leben. Zunächst lehrte er da« Volk beten. Da« Gebet in Inbrunst, wortlos aber llangreich. feurig, freudig. Kein verständnisvolle« Auflagen von ab» gefaßten Versen, keine Andacht nach vorgeschriebenen Zwei» tznlern. sondern ein Evkdorschwingen der Seele, rin Sich, »medahnen zum Allerhöchsten. Da« Gebet, sagt der vaal» Dchn». ist eine heilige Arbeit voll Helligen Mühen und «oldenen Laste«. Ihr müßt beim Gebet finge» und tanzen, schreien und in die Hände klatschen; ihr müßt euch au«» geben, um empfangen zu Annen, ihr müßt euch empor» Wbe«. um nahe zu sein. Da« Gebet sei «ehr al« Lhorastudium. lehrt der Baal» Echem. Da« Volk begrüßte freudig die BaaUSchemfche y»™ vom Gebet. Diese Theorie hob da« Selbst» »moaßtfnM der geMMwil BolkSmaflev. -dm besaßen fi» «ta LaMiualeut für bH «escheüstudium. Sie dursten tg&zvs&zzEt. sms Ä5e^iwriss«ü: U'&ungtn in gdttlichm Dingen in bnt Vollbesitz einet gc ■ultigen SiHmlhofl gesetzt, so vermag man alle«, Veit Rietzscheanischer Kühnbeit vei^ünbel er »en Satz: ,^fbet Mensch lunb fei er bei niedrigsten einet) kann auf sich beraub einen Mose« entnideln.* Durch solche stolze Verkcndungen richlete Baal.Schem bas im lstelehrtenkult er< zogene. von Gelehrlen gebembligle voll wiebee aus. Er bemolrasifierte iolcheearl ba« aristakraliich»hirrarchilche Prinzip. Jeder sei sein eigener Priester, jeder, er sei Rabbi oder Amhaarez trüge leinen Moseb in sich. Dabei war Laal-kchem weit davon entfernt Hochmut bei seinen Anhängern zu züchten Die erste aller Tugenden. lehrte er sie. ist .Echiphlulh' Echiphluth heißt Demut, bedeutet aber mehr, zum mindesten etwa« andere« al« da«, wa« wie mit dem Begriff Demut verbinden, kchiphlulh ist da« stolze lstotlbewnßtsein lm Menschen, da« ihm Blöße gibt innerhalb der Schöpfung, anberseit« aber sei» Bebeul ung aushebt der Gottheit gegenüber, PI der er sich verhüll, wir ein ein,einer Strahl zum unermeßlichen Lichlquell. Die Erkenntni«, daß der Mensch aölllichen. Ilrsprwig« ist, mindert ieinen* iitbteibueOen und gebt feinen partiellen Wert. Wenn di« Schönheit einer Frau dich blmbet, sagt einmal Baal-Schem. s» bedenke, diese Schönheit ist nm ein wmziger Teil der Allschönheit. Ich glaube, niemand hat die Frauenschönheit höher bewertet al« Baal-Schem. der aus ihr» UnbebeatmMpit hinwie«. Die jsrauenschinhell ist ihm nicht eine bestimmte, östhetisch wirkende Leerung fteischlicher Atime; sie ist et». Strahl der Sattheit, der Quelle alle« Schönen Aber winziger IStrahl blaß, aber dach göttlich. Jebach, wo« grll bra teil bat der «nm Bonzen gelange» berat Sa Bütte, ntemt Baal-Schot, so lumpig blcheiben sein, sich mit einem einzigen Strahl zu begnügen, »erat man im Lichtftiahl haben kramt So führen bei Baal-Schee» alle Wege zn Bott. Weil er alle« in Bott und nrchl« außer ihm siebt. S» ist selbstverständlich alle«, M» er steht, sehr gpt. Baal-Schem leugnet da» Böse. Die stinsternt» ist blaß da kleinste Brad de« Licht«, ba« Böse nur da kleinste Bend de« «niete. ,E« gibt lern «ösa in der Well vn« Böse ist die unter» Sbsr he» Bitten.' Gn tnfeanMl M e» bee)a «ebenfq dt eine patWhe Fnera: ,M Böse if AHe>WPfke» Wo «not vm VWDWPMkM W VW 1. *« il unrichtig, daß Me ziraWsche: für Deeetschlanö Mt die .bigherige' offieiele : ba bentschen Aioaisten Mar. Sie ist auch mei Bertretraeg aller bentschen Zionisten; auch Mt' glieda bet Bruppe .Blnjrae Haare,' gehören che aa. r r« ist unrichllg, baß die .ganze Richtaetg' da Zianistischen Vereinigung sßr Deutschland latiavsttsch set^ Ce ist unrichtig, baß isp Borsttzenber. Herr NechManMev Fellp tzloseablüth, Sazialist sei. « ist unrichtig, b^ cha sämttichen Parteiselmtäre .radikale Sazrallsten' seien. Richtig ist vielmehr solgabe«: a> da Bvrsttzenbe da Iiontstistha vereinigun» für Deutschland, Herr Rrcht»anwoll Feliz Aasenbibtß. ist nicht Sozialst, d) die »berste Berwallnng«körpeeschast ber A-B-s.D. der geschäsBstthrenbe »utschuß. rathiett im «bgeienstaen Beschäftgjahre und enthält im eben beginnaken B»> schäsüjahre eine Nindaheit von Sqdtllsten. etm Mehrheit von Richt-Sozialisten. c) Unter den Sekretära bei 3 v s D. ist ei», kleine Minderheit sozialistisch, die Mehrhell leHnk den Sozialiämu« ab. 8. <« ist unrichtig, baß die gionistiiche Bereinignmst für Deutschland dir PsMge beutschnatälänbischer BezteheÖgm ablehae. Richtig ist. baß die 3. B. s. D. und ihre efilzlMi Leitung die BstÄp biesa ve^ehungm stet» al» nereinbae mit zitmistischa Besinnung bezeichnet hat. 4. il ist unrichtig, baß Me 3 B. s. D. «da erm in ihr bestehabe Bruppe die Entwurzelung da jübilchW Jugend pt ihrem Programm gemacht obä sonst erstästl Hobe. Ein sogaannie» Entwurzelungepragrranm egHstnt nicht. Richtig ist. baß bi, I. vs. D. für Me »en> wurzeding bet jübischa Jugend im Judatnm »Histch Im übrigen Mlle ich Sie. davon RandrB nehnmA zu wolla. daß ich e« oblehne, eine Jeiinngspalene« ln der oon Herrn RnchtüanwaU Dr. Ballonv gewöhlka Volk tzendrn und persönlichen Form zu führen. Jarobsohn. Rechtüatnvall. Vorsitzender der Breülauer 3i»nistischa BeevintgratG. Lokales. «rnernl»erst»W»>»», st« )»«stn« Al««». Or1»>r»»P» Arrninn. 8« 8. Mai fand unter lehr zahlreicha vitiillgnnst die BMeraloersammlung der llguba« Jilroel, Oritarätzst« Bre«lrat, statt. Da Bvrsttzenbe. Banlia LoeMtz. tvnmnö tierte in dem von ihm erstatleta Jahrasberichte mit Um sriebigung Me günstige EntwicklüUg da hiestga Qrlm 1 Jugenbgrntzne lln obgelratsena Bchchällejuhr«. DM ■ alieberrähl ist erheblich gewachsen, n. >. gehör» C sämtliche 7 hier raniteeaben lvnseevattvM Rabhl Mil starkem In leerste nahmen Me Mllglleba v»n l überau» dielseiliga Täligkell der >gnba» Jisoek-W arganisatirat und da hiestga Qrtggrupge Remtlnig. Dia auggebehnle Di»kussi°a, die sich an da mit lebhgft»g»-> Beifall ausgenammena Jahrriberichl anlchloß, und an der sich die Heran Robdina Dr. Hossma^n. Dr. <ghn, Dr. Hamburger. Iran Roder, Emst Bre«lgn»r, Schem« Lehre ist da» unübersetzbare Wort .Dbheänch t da »uschluß -n Bott. Rach Döhekuth muß b« Mensch streben, durch sie allein vermag er Me BaikomntenhM zu erlanga. Döhekuth ist baß Herrlichste und zugleich dn« Behermni«o»llste in B-oi-Scheing Lehre. Er setzt an WM« da Boltmsurcht die Liede zu Ball. Schönhell ist sto- Mittelpunkt da well, du« Ziel da Schöpfung — {Mü. Schönheit und Liede, da» stab da Suade Engel, die enianda Me Palme reichen. Bleich dem kvhar lehrt Wb Baal-Schem: .Wahrlich, wer Bott au» Liebe anbei hüllt sich mll dem «ttdanbe ba Schönheit nutz sich mit da Krone ba Batthell.' Da» ist hn» Bi ba .Dbhelnth', de» »gschlnste» rat Bott. Da ldchMnch an Ball g« dem Mascha die Freude ran Sehen.' ball Leda in Schönhcht. die Schönheit im Berach, ha B ' in Helligkell und Me Helligkeit schließt Me Rette; Anschluß an Ball; Baal-Schem war ein Lehrer deg Balles rach mmßg vom Bolle ratfrichiig gBebl rach »Mrlchmenchtch vea«hrL »ns solcher Liehe und Berehrtmg ergib sich gram Me —, Vergötterung. Baal-Schem otttbe vergöttert, Mn (MM; menscha pigezöhlt. Die Beliüphrailaste mrach f nm schn Haupt. «a«e vaat-kchem^egende ein Plagiat rach da Bnaagelta ov. Da Bechestr mit Mnea rach Ctakea, Me «rweckag etnch Taten. Me MoimM-üd-lettoWsaim. ja selbst hch.Bns " dem ToM war gvschnltg, wenn auch wenigra lichkell nls Baal Schem. «ba sie ' da »an Dschetöl chchtn Mtlgst hart rach Me an Beat Schem mschnffint Mhmn stch in niela PnnSa. Israel Bnal-Schem starb dn Jab» >7« in «stMi. barz. »ußa ilram ».hhaNsMig lTemtanMraaBsaMtltk chmstn Echtknit llbrtnrag an OaMa IMHSl rvcMfO pqmnai Mtw «■ Bnwpiwi _ h intmslMi v. «eia Lehe» he»a stta J«Wb Mb