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Jüdische Volkszeitung · 1921-03-04 · 9 (4.3.1921) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
27 (1921)
Issue
9 (4.3.1921)
Date
1921-03-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Kommunisten und Unabhängige haben gegenüber den Wahle« vom Januar 1919 Fort« schritte gemachl. wenn auch m geringeren Maße als bei dm letzten Reichslagswahlen. Die Kosten der Zeche tragen vor allem die Mehrheitssozialiftko. die etwa 30 Eltze verloren haben und die Demokraten, die fast auf «in Drittel ihres Bestandes zusammengeschmolzen find. Die Entscheidung über die Regierungsbildung ist zur Stunde noch nicht gefallen. Wenn die Mehrhnlssozialisten ihre« i» Kostet gefaßten Beschluß, nicht mit der Deutschen Bolksportei zusammenzuarbeUen. treu bleiben, so kommt wahrscheinlich nur eine bürgerliche Koalition in Frage, zusammengesetzt auSDeutschnatioruüen. Bottsparln. Zentrum, Wirtschastspanei. Deutsch'Hanvoveranem und — a« Ende auch gar Demokraten (womit diese Partei den Zusammenbruch ihrer Politik selbst besiegeln würde). Ader auch wenn eine ähnliche Koalition zustande kommen sollte wie im Reiche, d. h eine Minderheits-Regierung der Mittelparteien. so würde doch das Endergebnis ungefähr dasselbe sein: Aus Preußen wird rin Staat noch dem Muster des heutigen Bayern, unt offen oder latent reaktionärer, offen oder latent antlsemitischer Verwaltung- Der Antisemitismus wird schnelle Fortschritt» »ocheff. Auch weiiu Thie Partei, di» afltin stch offen .Tsttt» femllismus bekennt. die Deutschnationale, de» tnifttmft fern bleiben würde: In der Berwaltung'wrrd ihr Einfluß aus jeden Fall bald fühlbar werden Dir schwer» industrielle, profefsoral-bürokratische Deutsche Wolküpartei wird selbstverständlich in der Jubenfrage mit .Herz und Hand' ihrer deutschnationalrn Echwrsterpartri helfe». Und das Zentrum, das es immer glänzend verstände» hat. de» richtigen Wind zu wittern und dort Anschluß zu suche», wo der »erste Einstuß winkte, wird sehr bald sein christliches Herz entdecken und im Anlisemitismus die Plattform einer gemeinsamen Politik mit de» Reaktionäre» finde». Die Demokraten werden nicht mitreden dürfen; und viele» von ihnen wird das gerade i» punkto Antisemltismus'durchaus angenehm fern- S» wird in Preußen wieder das lieblich« schwarz-biaue Lüstlein wehen. Und die preußisch« Beamtenschaft wird nur gar zu gern in den oltvertrautea Trott der Bvrkriegszeit zurücksalleu. Justiz. Universität und Höhere Schule »erden im Kastenwesen erstarren. Langsam aber sicher wird man überall die Juden herausdrängen und zurücksetzen. Und wer weiß. oh. man nicht gar an» fangen wirb, nach ungarische« Vorbild mit dem Numerus clausus, der Prozentnorm, zu arbeiten! Beschwerden von jüdischer Seite aber wird man im günstigsten Falle mit eine« höflichen Achselzucken beantworten, Prozeßverfahren gegen Pogrom Hetzer werden eingefieD werden, weil .nichts ermittüt werden konnte' (stehe den Fall Magnus Hirschselb in München!). Ukch wie verd»n wir Juden uns zu alledem Verhaltens Gott schütze uns **r *n einem Fehler: daß wir es so mache» wre die ungarischen Juden oder lvie ein großer Teil ihrer führeodeu Kreise; daß wir in würdeloser Liebe» dienerm unsere Todfeind« umschwänzeln, um sie uns günstig zu stimmen. Ist es nicht jammervoll, wenn mau sehen muß. wie sich gewisse Vertreter der ungarische» Judenheit vor de» militaristische« Machthabern bemühen, ihre auttbolschewistische. ffud natwnalungorische Gesinnung zu beteuer»t Als ob sich ein Hvrthy bad«rch von feine« Judenhaß abbringe» ließe! Und ist es nicht ebenfalls ei» Zeichen Üäglicher Schwäche, wenn unter den deutschen Jude» gewisse Kreise daran gehe», eine Partei zu gründen, di« de» Z«»tralv<rtei» an national deutschen Gebärden »och Überbwte» sollst Mer's nicht glaubt, lese die Broschüre von Hr-Mn; Rawmavn .Vvur'rmtiouLldeutschen Jude»» fau»V Sir ko»u»en auf diese Schrift i« folgenden Artibck aLfer tu sprechen. — WeU ff Preußen und Bayern dir Reaktion immer mehr n» stöbe» gewtivat. baden wir Jude« wahrlich »icht \ ^tig, ml die uatio'nalbeutsche Parole zu eigen zu machen. » hast uns. weil wir Juden find. Punktum, i »anwürde imts auch hasse», weuu wirÜOn Mm ^athjach b« Ttz^ravorlesuug extra ei» deutsch» Gebet! »»tarß ftttiriln. »XXa. SDUfftB afc mirkUch a* «aak f«a* ab *4 Mch« »M, M X Notschrei autz Litauen. K»»a» I, «im«« Basras, dra »er Illtzisch' Natioaalrat für Ijilaao aa die »»erlkgatschea Jaden gedichtet hat. werdea ltztz jüdisch« Elitdte aagesühr«, »eiche vtzllttz itrfiirt find aak aha« Hilfe de, aalliiadifchea Jadrata«» aicht aas. gedaat »erden kdaaeu. Der Terror in Ungarn. Czegled. Seil >» »ostet Stadt die SonXrabteilung Hejja» ftationint ist. hoi Mich» bffrntliche Dtbuuug aut ae»Srt; UlorMtbntatt und blutige Judenverfolgungen sind an der Dagetorbnung. Del. jkdischr Nolar ist an« je,nt Kanzlei. dt LaXkverschleiXr au« seinem Laden, dt Hutelit au« seinem Hali egmittitt Woche». Die iüdischrn Hdker wurden de« Markte» verwiesen, die Deleson- ^ntraie darf die jtdüchen Sdonnenie» »icht mehr bedienen. Xe Budopeliei Dagebidttt werde» »0» den Offiziere» tonst«, irrt! der jddilche Ar,t. Dr. «aeril So kor. wurde am hrlerlichleu Tuge von «nta Oifiiit niedeigrschafse». X» IuXn «erden de» Rocht» tteastlbombe» an Kevstt und Mit, gelegt. Xm,usolg« r» Lause «int Woche Inh« schwere iihlostoueu t folgt stad. Ein internationaler Franrnprotest { gegen d e Pogrome. , Di« frkrtatod* für Friede» »ffd Fr«hchl iff Genf ffstes i» eloer Eingabe üff de» VRAtvAUÖ u, -tr auch auf ßie dringende Rolwendigkeil hin. daß « g die Judenverfolgungen in der lltrai» Stellung Mi, Von autoritativen jüdischen Orgamsativmn. von MästnaA van Weltruf, wie Israel Zangwill. feien die Mrainar geklagt varde». die entsetzlichsten Massacres verübt zu haben, dir in der Neuzeit überhaupt dorgekomuwff stffst Unzählig« Persoue» wurde« getütet. Frauen vergkwultigt. Pogrome auf Beraalassung «ud unter Protektiv« vssizielwe Personen, durch Abstimmung organisiert. Als VaHrrgel aegea diese Scheußtichkeite» veäangt di« iuternationüle Fr^ueuliga vom BLiftrbund. daß er der Ukraine die »o« rhr nachgesrgte Aufnahme in den Bund so lange versage, bis sie eine ausreichende Bürgschaft gebe, daß sie den Minoritäten aller Rossen in der Bevölkerung volle Sicherhetl und gleiches Recht wie der Majvrität gewähre. Die Ostjudku in Lien. Wie von amerikanischer Seite mitgeteilt wird, stellt« die Regierung der Vereinigte« Staaten an den Völkerbund de« Antrag, der österreichische» Regierung die Ausweisung von Ostjuden zu verbieten. Um zu beurteilen, was birses Verbot bedeuten würde, muß man wisse«, daß die Zahl der im Kriege allem nach Wien zugewanderteu 3ubtx aus $00 000 angegeben wird. Die der Jude» in Wien übe, Haupt betrügt nach den Volkszählungen rund 600000, das find £5 v. H. der Gesamtbevölkeruug Wien ist nuu nach Rew^Pvrk die größt. Judeaftadt der Erd vom „national-brutschen Inden" oder die Taufe ohne Lasser. «. «t«i 3ak A 9m Benhw» LGh» a-sten^Vaal«. Die JuXuluus« wird unmodern, und das ist M I!* s riagtn, fie war. vom jadilchen klanddunlle gesehen, «tyg^ Abtau« wertvoll» Justilution 6it rtinigtt da» * ' tun so,»dauernd von ollen Xnjenigen Clementaa, dt» HM --! iivsttssen btt Umwelt erlegen waren und nach Ws t ‘J Alanden, nach Ihrt stllluhen tinftellvag. wach Hm I 'a 8>umme»g«stldi uusgehdrl hallen. JuX» »»*» Gt»P | •1 eenen deullriben Xrennungtstrrch. und wiatam». anal I < wir waren. ■( Diese» vortresslich« Dentil hat stMtWWW». Sl 1 1 getaufte Jude hol e» ndmlich heut, nicht «AaHat. JeLh» 'r , al« ein korrekte» Christentum noch van «vgionngiWW» ' s gewsnscht wurX und sunach Pflicht seX« streasaaW, , «uhrduft honorigen Mensche» war. hatte j»Xr »nah* ,! i Christ Ans,euch daraus, «an sriaem Mitchrisüv ssr stoasas »! laubig gehalten ,u werben, nab Io hatte auch der Pradha s sdischer Eltern diesen lalvruch. Di» Pflicht. Theist > nn, besteht heut« selbst der he« Christi» Nicht wich. Ille hie lausenX, denen der Alant« Heer. Besdrderung beXvtete, «eig« sich heul». X dt»! nur »och Kosten «acht, ahne etwa« Areistans >' in ihre» kirchlich» Tmdsftrduvg» wiarkatrdltz t und fit trug» ihre stramm» Aestvnuug» »n hautsch-natiuäaX Purteiloaxntikrl stakt stk. wie ~ d» Knch» ua vchaa pr stell» Ihn aft das s verhakten Jude». Müsten wir wirstich immer nneXr Xron erinnern, wa» wir sür die Xulsche Kultur und da« IrsthlLhen Xr Xulsch» Dirtsihaft geleistet haXn k Unser« AeinX Xtracht» an« trotzdem »der gtuX X»hold als Itnbringlingt. So lasten wir Xnn von Xm Dahn, unsere Aegnt durch ArtnX Übtgeugea «u ldnnen I Lleid» wir treue. pstichlXwukle klaalldsrgt trotz Xr preuhisch» JuXnstudschast. Und losten wrr unst Aemeinschaststveh» und den Will» zu diLXrluht Zusammmartert, Xr ousten mit kaltem Hohn zurtlrkgewirsea wird, »ach inueu wirken I IrXit» wir mit allt Kraft au Xr lliegeneratian X« Judentuw«. uu Xm lutbau unfrm sozial» und kulturellen EinrrchXag»! IrXit» wir an ua« selbst, um Bolljube» zu wert» ,n gnstrgt und sittlicher vezrehung! Dana werb» wir. wenn auch »icht die Liede, so hoch wewigsteas da Ichtmrg X» neu» Deutschtoab erweeb». Denk» wir noch dar«», bafe wir Jud» » Xu Juhrtouseab» sch» weit schlimmer, ktLrure «lest haben, al» da. di« jetzt «rrrgesetzt Hab« und leider noch aicht »ns Xm HtXpunkt aagelavtzt stv». lach bar umdachch« Urrtz»»«»,« wie» schttehtich varttbarßehea. Wir -Xr axXa Xstdhea. a»a wir aa» st»st w» . Düf.» Sfmrhi .ftohkff Butschst WB M» «r, »ImWnfffc Mt i teiZUI UrgHguuHrU ßzg etamchchlsse». SchosteaXsAelschteraatwaetett aa» ainem Deutsch» stUt es »ehr etu, dt» di linra UeXrtrttt «u» Xr mosaisch stemttisch» christlich-germaaisch» Aesellschost zu wart» mrd Die bedauerlich« Falae hie»»» ist, daß sich Xr ftlditchen Gemeinschaft »um schuxr» Schab» Ibtalstast« »usstau», Perssalichkett», die durch «attchlstanX mehr »ft X» JuXattl» vertatet stad di« uuz deshalb amtlich in dar ftltisch» Aemeivschach W. , ht-ib». um sich »icht durch «a» altartllmlich«» FamastMs oh« geseMchnftlich» Folg» »utzXs tzar Iah' aad IHM; s lächerlich zu machen. { Dies« ungetauft» Lausjud» beaftnr» «»»-»x.a Iwu st zu eftrer Arupx i* vereinig», und such» Xr vielversprechenX» reaktionär» Sftsmua», luschluh an Xe deutsch^Xaservattx Partei uXXt M geminn» Da» mar srllher freilich einfacher, als Mt nur di« vorgeschriebe»« llntsvr» X« StoatachrtsXatmm». anzuzieh» brauchte, um sich Xrch all» laMimWWtall Xnturch i» X« llteih» Xr gleicheraestatt «»isaemteiMai SIreXr deutscher Paste htnsXruu» Xaeirz^chthsschd- Diese Uniform ist unmoder» und uupmckmshtß IMIM), «Xt um «in Wille ist, X »uh auch Herd ud» da Wetz sei». .Laus" mich, ader mM »ich nicht wähl-, XI Gs X« Problem Xr StiaeX. Herr Dr. M»z Reuman», amllich zur Mstschasi Aemeiuschost gehdrig. xotzogiert im Interest« X» XaGchuutionolen Partei di« Tustssuv« an« ketbstv«raichXW> X« JuXntum« in timt Schrish hi» X» IM .M nutioaal.dentsche» Jude»- in dick« gotisch« 9i“ wie sie zur Lutherzeit gebräuchlich mar«, aas X» ros« getdvt« Umschlag« tragt. Oha« «Iw« Eyar Witz. Xn t als unbeuisch »dehut, X tmaherzigmg sh gemswollt Doaort sogt Xr Persaster seia» »Xat vrIX«- — ihn« zur ErXuuog uvb Xa! Nacht fern ug —. Xh Xu noch so keine« Nestchel Aefivvuag oXr Aestiluaa i» seiaer Seat» zurdck , sei. Xh t ssr keinerlei ssdische Interest« »iutnda Xh- X OstjoXa ihm .stremX aa» aicht» ' »esshlsftemb. geistesftmad, kbetzerlich smm»- IaXaPogrome thu aicht mehr noch «iuXr Xrtzhrtat »NegtltzachmorXsie st« ihm uuXhoglich, »eaa sich h «sumitche, Rsx zutrsg«, »Xr ga «aa X sichert «utstavng — Mgagn. «r . mscht« ,xe saß kbrzierliche» Schmerz. w«u atr 9m Ml Leck« HXeu. X Xatsche Krieasgesnaß«» X Gesavtzminlagera «rXrlXa mutzt«-. Dm .aitioaat Xatfche JXX* jti, so wfth £ WL %m;£*** w"

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