Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- 2 (14.1.1921)
- Date
- 1921-01-14
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Nr. 2. Seile 4. Jüdische Bolks-eiftmg. I •» ♦♦♦»»»♦»»»»»»»»»»■> , ♦ ♦ ] 5 . flus dem Breslauer Gemeinbeleben -r. - H»r,»ch. Lm l9. Januar begeht Herr Seminarrabbiner Dr. Horovitz seizr 3b. Jubiläum all Dozent am Jüdisch» thealogischen Semtnar. Da es de« Empfinden de» hochperchäm Jubilar« widerstreiten würde, dreien Taa durch U»tr Festlichkeiten aurzuzeichnen. so sei uu« der 19. Januar lediAch ein Anlaß. un< dankbar zu vergegenwärtigen, wa« er durch sein der lüdischen Lehre geweihte« Leben an tut* vergänglichm Berten geschaffen hat und schafft. S. Horovitz wurde am 1. Novdmber 1858 in einer Leinen Stadt in Ungarn geboren. Schon in frühester Kindheit lernte er Talmud und gelangte schnell zu er» stannlichen Kenntnissen. Ganze Talmudtraktote wußte er anZwendig in etirem Mer. in dem sonst Kinder kaum die Ansangsgründ« von Lesen und Schreibe« beherrsche». In Warschau, wo er al« Knabe lebte, war er deshalb all» al« Dunderkind bekannt. Um seine profane zu fördern, besuchte er einige Jahre lang die noch bestehende Gymnasialabteilung de« Breslauer Jüdisch-theologrschen Seminar«. In Berlin, wo er zugleich bei Asriel Hildesheimer lernte, und schließlich in München Absolviert» er da« Gymnasium und studierte dann semitisch« Philologie. Doch nicht lange konnten deutsche Universitäten de» kürragenden Geist de« Jüngling« Genüge leisten. O> zog ihn zurück zu den Quellen de« Judentum«. Er giPg wieder nach Warschau, wo er von den hervor» ^ffltitrn jüdischen Gelehrten seiner Zeit neue An» nQrnivn empstüg. Besonder« der Gaon Kabbi Joseph Vür Solowejtschik. der spätere Lberrabbiner von Brests Httowsl. war d^n Jüngling sehr zugetan und bewunderte sei« Oeistesgabchi - I« Jahre llBSO bezog Horomtz da« JüdffchKheologische Go»tnar in Baslau. Fünf ^hre lang studierte er hier jüdische Wissenschaften bei seinen Lehrern Joel. Graetz. Zuckerman» uud Israel Lewy Mit Lewy verband ihn Bald eine innige!Freundschaft, di« sich während eine« ganzen Lebensalter« dt« zu Lewy« Tod« im Jahre 1914 bewährt hat. Diel^icht ist Horovitz der Einzig« gewesen, der die tief bohrende Forschungsarbeit Israel L«oy« in ihrem ganzen Umfang verstanden und miterlebt hat. E« ist «»er der seltenen Glückssälle des Schicksal«, daß diese beiden Männer sich gesunden haben. Mit einer glänzenden Hattoraß Haurooh (Nabbinatszeugnis) von Lewy — den n übrigeres schon all sein Schüler während seiner Krankheit länger« Zeit vertreten hatte — verließ Horovitz da« Seminar und ging nach Kvwno und Bialysiof, wo er non de» Gaon Nabbi Jizcho! Elchana« Spektor und üt. Samuel Mohilewer abermals hervorragende Hattorau« «hielt. Linen Stuf al« Nabbiner der 1. Synagoge in Warschau lehnte er ab. Nachdem er einige Jahre als Gobdiner in Dielitz (Oesterreich-Schlefien) gelebt hatte. Bttrbe er an das Jüdisch'theologische Seminar in Breslau Gerufen. und wirkte hier seit dem 19. Januar 1896 al« Dozent für Talmud. Steligionsphilosophie und Homilettk. Roch dem Tode Pros. Lewys wurde er dessen Nachfolger als Seminarrabbiner. Don seinen religionsphilosophischen Werken, die insbesondere die Zusammenhänge der griechischen, arabischen und jüdischen Philosophie erforschen. seien nur die folgenden genannt: Zu Vf-chsleqre bei dar jüdischar Keli^umtpbÜtiopbea M Kitt* «Iler« *cn Csabu tJ SRatmiim. 4 Teile. 1898—1913 KommaU««»! «ab ftealilmu« bei bra arabischer» onb iAbrjchei 9bligiorrspdilofephen. Monarsfchrift. Iahegaaz 48. Ueder dr» liinfliß der qnechl'chen Ekepfi« auf die LutWicklon^ der PH Ioiodhre de: den H.-aderv. 1915. jferkaai ehemaliger jfefeaec. SntcUHM kn Wüjlttkrr >»» 6txmkn SHcr. 3ao>b‘©fiftfqtfr«bot1, Paul 3*e«I>.®flfleaieT«K iLaflt-Berlin, «»albnrgerßr 6v. R.-Ljaceue« VUfie-Bcriu».W __ Ä _ Älaffe Perlia, Lai rer Blaffe Ärrfia, 06met Blaffe-Berlio, Der MckrotosmuZ de« Jo.epb ihn. «abtit. ^aasqegetze» ai.b .ainsch-iana Brellan. «KrädschnerNr. 17. eao. «a, Dr.Llf. «atz-Va^ ^ymmeaneN 1905. , sorAdamcrtzr 32. S.?5<!dmann-Hirichderz (Schl.». Hvz» Soiyii "iftnnfbortrrtr. 15.?Veb. Ganmaon-Berlm. N -L. De. Doy talmudischen Schriften sind u. a. zu erwähnen eine Anzahl in der Monatsschrift gedruckte Beiträge zur Erklärung schwieriger Talmudüellen. Änalekten zum Jerusalemischen Tatmud. MiScellen (in der Festschrift zum 70. Geburtstages Prof. Lewy«) sowie bte Herausgabe de« Sifre Sutah und de« Sifre d'be Naw. Was Dr. Horovitz al« Talmudist. speziell al« Talmud« lehrer leistet, läßt sich natürlich au« irmen Schriften nicht erkennen. Man muß als Schüler zu seinen Füßen geseffen haben, muß gesehen haben, wie er eine schwierige Talmudstelle mit einigen schlickten, aber den Kern der Sach« auf den ersten Hieb treffenden Worten erklärt und durchleuchtet. Wie sein Charakter jedem Schein, jeder un» klaren Phrase abhold ist. so auch sein wiffenschaftliche« Denken. Jeder, der sich einmal mit dem Talmud beschäftigt hat. weiß. waL diese Gabe, schlicht und ohne Umschweife zu denken, für einen Talmudisten und befonder« für jnf* Schüler bedeutet. Seine Schüler! Sie freuen sich, am 19. Januar Gelegenheit zu finden, dem Mnfter und Lehrer ihre Gefühle der Verehrung und TnnLarkeit zum Ausdruck «u bringen. Große Festlichkeiten verbietet schon die noch nicht ganz wlederhergefiellte Gesundheit des Jubilar« Aber auch in einer schlichten Kundgebung können all die Emwsindungen Mitschwingen, die den Schüler am Jubel« lagt de« Lehrers und väterlichm Freundebewegen. In e<nem Wunsch« aber werden diese Empfindungen gipfeln: Möge Herr Dr. Horovitz nach seiner soeben überstarchenen Krankheit recht bald wieder in den Besitz seiner vollen Kraft und Frische gelangen, und möge er in seinem mit ganz» Seele geübten Berufe noch recht viel Freude erleb«' _ R km l«ge«kknRk(* kt« Ze»lr«1»rrri»,. D«4 Jugendbund de« Zentralvereins hat einen Aus» schuß eingesetzt, der den Jugcndb.inv reorganisieren soll. Dieser Ausschuß erläßt einen Ausruf in dem HS heißt: .Durchdrungen von d«^Notwendigle>t. eine Einheit«' ftont auf relig«« neutipler Plattform aller derer zu schoffm. die gleilyenveis«Jim Deutschtum und Judentum wurzeln, haben wir^soljztnde Richtlinien für unsere Arbeit ausgestellt: Wir betonen Ku^urgeweinschaft von Deul'chtum und Judentum^ tiefem Zwecke ''ollen dienen: l. Vorträge. 2. Mitgüedsroersammlungen nur Tiskusiionen. 3. Ardeitsgemeinsckmten (Besprechung süi-n'cher und einschlägiger Literatur^im kleinen Krerse). Zu Kner Bewegung gehörcn Führer und Gefolgschaft! Auf G»nd dieses Programm« bitten wir um Ihre tätige Mitarbeit. Jeder Einzelne ist heute verpflichtet, seinen Teil airdem Aufbau dc« deutschen Judentum« beizutragrn.' nrich Äait.©ftUn. iJicflerftr. 6. Seorg wvldniann Bneg. Caaw Irweh Berlin. Jtur&rntrnbanni Saüy Saabberg^BreAlaM, Äiebtttgerfh. 9. »t4. Iacodsotzn - Berlin, rmdenftr. 62. Herd. »ähllao-Offenbscd a. K. Alb. Ioachiin-Berlu,. Anebvchgr. K, S«r»Aal Dr. Ferb ^uchs-Lresiau. i»ar«entze. v9. R. U. Dr. G»ü. EhMrfrieb.Bcrlin. Ansdacderftr. 32. Lpocheter Paul Areaabtr^ Haasirg. szr»4rallee 27^29. Kax Nachaa.B,e<lao. %$ne*tr. S, Haut Sch»ar,.Berlm. iunnöt 52, Iußijrat Dr. ©ta,*9narf. tat c IR, ftbmgftr. 8l). Sabb Tr. D»enemami-L'ffe«dach a. Erna Funer grd. Blaffe SerUn. Paul rrrvm-Jalkenffein i. IM. •adnaan-CrrtLiu, Cad Iaraczewer - Jane». DirrNar DagWoct Browr-.Berki» G. bO, Sb. LaSellan Berlm, Neue Jtaata*. 98, flKtf Swvscknver-Breslau. ©oHUft. 20, San.-Na« Dr. Nadl-Hoch« a. Henrich Luvhrat-Berlm. AL. nilfinedfr 9. Dr. Hugo Perser-Jliw, Hmv«burg-k. Beny FarrUroq ged. Peiler - KLNd, Nolrnstr. 9», Haani Marco« ged. Hepyner BreSlav. Lochriazerffr. 3. Dr. EnO Hepprrr-Hamborg. -enhartSr l. Sau. .Rat Dr. Mar 0lolb»a»»- Tegel Haoprffr. 3. Als. Heppner - Ehadottevdvrg. SaavcrRr. 96. Mor. 'ehtnarin^SkekUn, Falken wo lderffr. 2V. Her». Toch-Brrsla», »UdüffevhU 6. Jetmy Tuch geb. »vno»-Breslau, Helerv Tach g«s. Gumnam BreSlsu. Martin Heppner Breslao. TrinitaLffr. 8. MarHa May gel. Ung r-t-lstz. S. Jacob Gle miy^ Regma Jacobs»«». 2«pzig. Ü»ilrr Wiibrlmtzr 3. Hugo Hepvner-Berlm. Dersflurgerstr. 3^ Iaque» »Ae. an-Brntben. Jak. Horwly-Vedin. Falaneoffr.. MRvch AmtelÜern-Sreslau. ^Heinr. LYaim.Beklm. Schremerftr. 16. Ose« kichl-Iaoer. Ferd. Jrantrnstein.Iauer, Srlh. Schüftan-Iaoer. Max Oprvwer-Iarer. L. Nrffel-Iauer. Benno l'anbrnann-Iaser. Pech»»' Iauer. kub»a Trichler-Iauer. Mony Smenselb-Iaoer. Nathan Schsfter Jnoe-, Dr. Heinrich Lzarnitaurr-Nürvberq. StenrbLtzlerür. 4, Rax «Zraope.-Lbrck. Mar MarcuK - Berlin. ManhäikirlhÜr. 18, Dorsthea Marcr» geb Schu>t-Be:lur. Derfflargerür 3. .ftartj fdft.) Drucks «hl er. In der letzten Nummer ist un« m der Notiz über Michael Holzmonn etn sinnstörender Druck» fehler unterlaufm. Holrma: n leierte nicht fernen 60.» sondern seinen V). Geburt-tag. Er wurde im Jahre 1840 geboren. Familieuuachrichte». ,Mrf.eUongen ans d»n» ederererle 8c^K errowilchr.! Bar Mizwah. Landscdul'Shnagoge: am 15. I. Martm FuckS. Dater z^etnrtch F.. Freidurgerstr. 2l BÖrftiguntftti. Aeichtzo» tobntr.: *m II. 1. ftcaa Müma üohnk« aeb. t-djenlalotblfi. am 12. 1. ^rau Jodaona Napyraü cfb. ^nedhos gold: am 7 1 Jacob «Llaser. Agent, Anton«iftr.36 38, am 9 l. Anur TarnorvsN. »mb. ^erzagstr. lü. Ofst»tze»verbE»tz. Zu unserer Notiz in der letzten Nummer stellen wir berichtigend fest, daß Herr I. Lew kow,h ai^ seinen eigenen Wunsch hin aus dem Ostjuden» verbandeauSgetreten ist. 1920 Salrnkri Ml Wschnnaa , J j |ai z.3of.j i «ochre. adtchmn «rrapferfeW. ab« chm» Sr*m»t i n; 5 ■ , izm Sebbeth 15 6 t'ri4lao4Ml t i i! K2 11. M. cp. I0'-N» ^21 TV# Jerrm. cp. 46 - 28 Druck Wd Bertag: £. üiltrnfrlb (Juy. B. Ö. MeHen. cfrajinoorthA für ben 3rtbalt: Dr. Friedrich ftSlf. beide in Bre4Uu» IkttMklMit ll i» 6tMtBlle-SfU{0^D : AlteSya- NeueSyn, Predigt : Psar 16Jl ] Besinn ,21.M. 1 edevck» 4.30 U. morgb., 9.00 U. - u naebro' — U. abend*1 459 U morst.! 7.00U, abends] 4-30 U. 430U 9.30U - U taoou. 3.00 u. 4.59U. 7.I5U. 4.30U. .Freie JDdisehe Yolkshoehsebale. den 16 Juaar vorm. II Uhr i freflen Saale der Cemingloge, AcnesstraBe 5 Cr6fftuj 6« 4. Hafbtttnesten der freien Jüd. Volkshochachule «herch einen Vortmg von Hem» Prot. Dr. Qrotte „Die Kirnt der Ostjoden“ (mH Liditbtldem). cnscftliedend mtftierfer - Vemaaloog de* Vereins freie Jddltebe Volkabochschu!e. 1. Beriefet des Vorstandes. 2. Redumngslesuns und Entlastung. 3. Wahl der Kissen prüf er. Aach Nicbtmttglieder sind herzlich eingetiden. Kartenverkauf für die Vorlesangen der Freien Md. Vottabochschnle Freitag von 11—2 Uhr, Benaabend von 5—7, Sonntag von 10—2 Uhr, im Lesezimmer der Leasingloge- Der Voretaad 4tt Verdat Freie Jöd. Volkthocbtcbnle. Dr. A. Lewfcowitx. Scdlvtz der Snferafen - Annahme Uttwdi nadunlttafl 3 Uhr yeremMachsikiTitort jn unersetzlicher Verin seiner einsamen un3er Dank für Lewkowltz aus der C^iuden ist für uns tust wir hoffen, daß er Arbeit nicht vergessen wi seine Hingabe ist ihm sich! Es zex2men die Mitglker des Verbar.drs Alexandrowitz. Wdawtki, fdwlowicz. Kiefer.' Lipschitz Wir Unterzeichneten Mitgi^der des Ostiuden- Verbandes bedauern aufhchngjdaS unser. Ehrenmitglied He^ Jakob Lcwkoititi aus Prasckau z. ZT Breslau aus unserem Verbuid ausgeschieden ist u. danken ihm gleichzeitig die uns geleistete Arbeit und Mühe. Wir hoffen! daß er uns auch fernerhin mit Kat u. Tat zur apte stehen vird. Jakob Skornpa, Jakob Raareh, Jakob EM, David Cohn. Jakob Skarka,r~ J.Mfihlateio, L * mann, M. Alexandrowicz, L.lAlcxaadrowicz, S.Proviaora.Fran,W.Bicrcd«iaki,M-£fertich Bankhaus Hermann Loewy 1 BRESLAU I, Wallstrasw 5 Telegramm-Adresae: Loewy bank \ Tdefoo: für Ortsgespr. OhleNr.1240 ) für Femgespr. Ring Nr.7609 Pof ckcckkootoi Brealaa 240 Oiro-Kontot Reich »bank Sonnabend, d. 15. I. pünktlich l i> , Uhr Herr Emil Breslauer. Pentateuch. Uro pünktlich, und zihlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand U L- IX. 349. U.O.B B. 15. 1. 21 8>/*L’hr£jRef. Hebrftischen Sprach unterricht auch Einzelunterrichtfür Anfing, erteilt zu mißig. Honorar. Banmgerbei )acobovitz,Soanenstr. 11 Sprechzeit vL-4 nachm. Wir bitten unsere I^ser bei Bestellungen /unsere Inserenten zu bevorzugen u. sich dabei auf die Jftdlsotae Volksseltnng Ruff ührungen u. Dichtungen aller Art f. 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