Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- 42 (5.11.1920)
- Date
- 1920-11-05
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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zernfpr.-lluschtuh 372 poftftaA-Koita Brtsl«« Nr 17383 an* S. CM«** kt ««>«,!>«, II-IWa Sctlo« «mk «eschäst,stell« t* »««las I. 6<6»eib»i|*tlt»%t 37_ Zufchrisch» »nd taldseitaing« stak bact^ck zu lichte». — Dü MtafltMe V 6«»akrtb4r n» etwUgl geWMI«- Nr 42 Brtsl», de» 3. HMemtar )920. 3«V*«»f XXVI Palais de danse. Tal Schdffengerlcht Berlin-Mille hatte sich kn ein:«« mit folgender Ungelegeuhell zu btfaffra: Cnk< Fchrnar düse» Jahre» besuchte ei» Weuihsndler au» lltailotchuburg mit mehreren Bekannten und deren Gattinnen dal bekannte Palais de danse in Berti». I» der Garderad« Wurde er ahne jede Veranlassung plstzlich »an ei»«« Resrrveoffizier, der gleichzeitig auch Rittngutstesttzer ist. mü d« Saiten angerrmpell: »Sümilich« Jude» de» Hut aduehmeu, ein tzrenhischer Oberleutnant lammt durch I' Der Weinhündler war ater gar sei, Jude und wußte teshalb »der da» sanderdar« Benehm« de» Rillrrgutsbefitzrrl lachet». I» düse« Augenblicke iprang chm ater der Herr Dirserneaffizier 0» die Rchü, schlug aus ihn et» und schrü ihm zu : .Wenn 6it den Hut nicht adnehwen, Sü brtaiger Jude, kämmen Sie »echt ms und au« «einen Hdndeck^ ich «lüge Sie tat. Rau» mit tuch Judenjungenll' Der Auglgiiffe»« nah» schliehlich d» Jbht ah« derResnvepffizür lieh uicht »an ihm a», sauderu fttrzü sich '»»chm«» auf ihiMst» »rrih ihm den Pelz. Daraus »ers»chi» der hebtaimütige Leutnant i» eine« Tut»mobil za «tflieden. wnrd« aber »ach rechtzeitig dar»» gehindert. Dü gegen ih» erstattete Anzeege mar merkwürdiger «eise plttzllch »irschmund»», sobah dü Vermutung »nfianchie. dnh »ü damit beschssllate» Polizei beamt« teeinstustt ward« waren. Erst a»s »üderholle Beschwerde» hi», »ahm da« Verfahre» endlich sei»« Fortgang. Vor Gericht suchte der Verteidiger den Vorgang durch dü A»g»b» abznschwLchen. der Angeklagie habe in sinnloser Trunkenheit gehandelt. Der Amtlänwalt erkaimü dies« mildernd« Umstünde nicht an »nd tm»tragt«, da ed sich nm eia« antisemitisch« Ausschreitung rohester Nr« handele, drei ststauaü Gestngui». , Dal Gericht gab sich aber mit sechs Wach« Gestngui« zufried«. An düs« Iragi-komtsch« Vorfall im Palais de dans« muhte ich unwillkürlich denk«, als ich dü Verhandlung« de» Dentschnationalen Parteitage» in vannooer las- Was auf dies« Tagung Sachliche» vorgebracht wurde, ist »erschmiudend wenig »nd raürrffierte auch »ss«b«r dü Znhdrrr gar nicht. Rur, ««» von der Raffe, »om »risch« Blut, Non Judas Gchuld, von d« jüdisch« Gefahr dü Rta war. erscholl nimm« «denwollender Beifall »nd donnerndes Heilrns«. Ein Direkt«, bet es machte, dü Forderung auizustellen. dah d« .Dummheit» kamhs' gigm dü Bibel und tesonter» geg« tas Alle Test»»«t endlich aushtr« mtffr, muhte schlennrgst unt« t« Schtuhrufen der Versammlung »ttreün. Sttrmisch« Intel umtrauge ad« d« Studienrat au» Friedenau, der kategorisch sorderü, dah da» «ü Testament verschwinden talffe, um d« deutsch,-» Bit«! Platz »» »ach«. Besonder» d« Reichstogsabgeordneü Salt, »ahm bm Munt müder sehr voll und zeigü dem dentsch« Volk mal »üd«. »wo der Rranktzeitbkei» steckt'. Rächt«, « zum uuzthlig« Mal» die Gefahr d« Eroroffelung de» deutsch« Volkes darch das Indentum i, schwürest« Faid« der Vmsamtan», Mt Rngen »fghrt hatte, verstüg « sich zu d« sch»«, Geste: .blllerdiag», mem, wir kein« einstg« Int« im deutsch« Volke mehr hätte». ant es Ickü in ihm doch noch d« jgdisch« Geist, dann wtr» damit gar nicht« geholf«.' Es rrsttngt sich auf düs« «mahnte Phrasengedrrsch anch »nr mü einem «usthasü» Warte z» erwidern. Dü Harm» vom echt arisch« Geblüt verwechseltet« schein, dar braut »och Vn gallische» Bersammlungllaal mü dem Palais de dans«. Sü komm« erst in dü richtig Gtimmnug, wenn sü mit dem Inden ei, Tänzchen amffghr« ktunen. Sü mbchch, es «ch i»m« durchsch«, dah der 3tat Mt jefca «bnllbmch« ta. Hat ta- »pi, »i Und so In* dü» Mt «schützt, hau« ste in «rtiffemr »nt auf d« )»t« iK »nd merk» -fei Al ta| fr sich damit sLst mn rarastM«« taff«. *k tau« Meller Im f «Mt kt dmch.»mHch. land' »nd letzen, »der mallen es nicht sehe», dah sü ans einem Abgrund tanz«, der uns akü» ein«» Tages »och zun, Berhsognis werden kaun. kbr. H. H. Der Kampf um die Berliner -keformgemetude. Eine zeitmeise sehr üttzaste Detatü wurde in der üdün Berliner Revrltimlantenvrisammlung durch eine vom Reprssentanten Plotke <8itJ als Sprrcher der liberal« Frallton eingetrachü Anfrage eingeleitet, di« »am Vorstand Aufklärung »der den Staad der ringemeintungse Verhandlung« mit der Reform ge mein de sorderü. Sprecher «rinaert daran, dah dü Reform gemeind« sch», seit langem dü Fusian mit der Haupt gemeinde erstrebt. Dü Vorbereitung dieser Frage ist murr gemischt« Denutatim, itdertrageer, über der« Süllungsnahme dü Rchmtsentant«- »erfammlnng bisher kein« Bericht erhielt. DÜ lrteraü Fraüion wünscht «ine Erklärung vom Borstond«, wü er sich zur Aufnahme der Reformaemeind« z» stell« «tahtt. Reprüsentant Plotke empfiehlt dü Ausnahme dm Resormgemrsudr au» Bervchligleitsgründe». Dü gegeumtrtige Zeit, in der Regierung und herrschend« Partei« zieltewaht »ul »ü Schwächung der Religivnagemeinschasü« hinstirb«, zwingt all« düüni^n Ulltm ihm», welche gemeinsame Berührung «punlle Hot«, sech,>Ii»mi»»schli»Vm MBibilM ml «bfaräMMMik'iiia Attala, düeattmeaa» tamriSr nimmt, muh anerkenn«, dah er i» jüdisch« Geiste vor stch geht und Liebe »nd Tmt zum J»d«t»m erweckt. Die bedauerliche Iurltckdrsugung der alletzrwürdig« heilig« hebrsilchen Gebetsprache ist zwar eine sehr dedouerliche, »der wohl doch nur ein« tuherlich« Mahnahme. Dü R-fonngemeind« gehdrt zur jsdisch« Gemeind, i »an foiü ihre« Wunsche, ganz in derseibm aufzugehe», mit Frende begrühen. Mit derselbe» Würm« wehte man auch für den Anschluh der Adah Jisrock an dü Grohgemeiud« ei»' treten, - Geheimral Dr. Ster», der Vorsitzende dm Gemeindeoorftaude« erwidert, dah dü Fustinstestretllng« in der ResormgnGind« fett viel«;Iah,« bekannt sät, und dah seit lange« einaetzevd« Verhandln»g« hierüber stattfind«. Mit Rücksicht ans dü Reutikdnng der Reprüsentanüuvnsammlung und de» Geneebdevmstande» war« düse Verhandlung« von der Grahaemeinde »nterbrachen worden. Jnzwisch« scheint dü Resorwgemeinde dü Geduld verlor« zu haben. Sü Hai sich an da» Ministerium gewandt, um Schrill« |» einer koslbsung ihrer Mitglieder von der Grohgemeiud« z» bewirte». Der Vorstand wird nach best« Krtsü» »ersuch«, dich« Separütionsbestrebung« zu beseitig«. Dü Aesornegeueeinde wird ein« Hb her« Beitrag erhält» »üss«, da sta d» gegenwärtig« Zuschuh der Geweind« tat Rücksicht «»s dü steuerliche» Leistung« ihrer Mitglieder bemängelt. — Als Sprecher der Jüdisch« Bolkspnrtei kündigt Dr. Me« UN, dah sein» Partei dü Anfnahiu der Mesnemmmeind, «ergisch bekümps« mir»/ dü stch darch Anstatt heiligster Mscher »rundgesetze hei ihrer Begrtrabnn, an» dem Juden»»» nns^schloff« Hab«. FiskaUsch» ltückfuhüu «f hü Stepeikeistm-g der Mitglieder «er küsornrarinntgemeind« dürü» uicht »llsprech«. Dü Angel»!« heit läme zur Schicksalsfrage der Lerlmer Gemeinde »erd». stützltseutaut Moritz - % Loeb Misst sich eine» Proteste Dr. lkter» an. d» derselbe g«ta» ein» Vergleich der Resormg«leind« mit der »dah Jisröel erhob« hat. Dü Resormgemei,»« hat sich mü der Auftat« de« Sadbath» au» de« Judeutam uu» datat mm dem stbhmtz, der Grohgemeiud» heruustastellt. Prof. Dr. T»rk betriechüfe das Problem der Restataemeind« MM historlsch« Standpunkte. Bei de» i» d« oürptar Iahe« de» MMmn Jahrhnvderts in der Berliner Getaind« herrsch«»«^» hältniff« kennt« ein« ^ohe Fühl M» Fnmilü, tan Judentum um erhalt« merdm durch Schaff«,, «lim» Gallegdünste», der d« «ad»«« Anfeideeung« «tsdrach. ü> de« JMMulum und deutsche Art mrfchmM, womn- Dü MWüder »er «eformgememde habe» immer ta> Zusammmtzang tat de« Jitaulli» festgetzelü, und « m vestreMram» Auteil genonrae». Dü Aaf- Reürmgemeind» als al,i»erach»itas üÄüd fOMoll }| {iMMni Vtk >»ch We ffaM|Wfc 9igr )m Itfam* ist für tzü F«ta »»» >>d«l>«g Dü Rtmpfe, I nicht schreck«, ste »erd« tan» grbher sch» als f I der lbni»ps tage» dü OiGck dü tratsch»! Die Eratzell der G«>,l»d» mrd durch st« nicht, »«»«. Borstanksümmiss« »otss üp staw M Stellnngnad»» ft der Frag« dar. Dü Gntschestzum dü Ansnatzm« der Rrforwgemeüid« darf nicht MM r standmrall »»troff« merdm. G» ist »echl, jemand, der stch anhertzald »taisste f ein Jade ,« sü». De« cknzita . Glaub« an «im, GMt. ttaldb ta Mitstlübm dü> »nmafct tat me». Dü AlelgiiNgMithembl» sorttasttzt »erde», meera ehr Ergetmis auch > scheüm» »mg. *a» solch vnsnch«, »nch d 90lM|fMlRN M MP p - eswodl r» dieser tidnmillchieweise beimRrignng sü»« Herr »eminski sRmrs.) Mandl. tatatWI der Reformgemelwde M der stnanzchll« stsg» dees stich«. Er «rill für dü Vtailli»«, üm» tzützmm 1 Mahn, ater geg» dü Austrahme in dü Groh ei». Dr. L»b güd. Belbstzeital »«tat stch \ Ansführnnge, dm »mM^rjchbsMM »olff. Dü! gemeltcho hat etm Vchmhemg taegeeemumm Mg »ahltah a»f tae Soanüa mebepe «ch dch Vmbd der Mtüh »dlchach. Dü GchWmtachm, dm »Mtz» tim UWMIWOWWMW» hUtzGA I eldüm! stüAMtakVükiLltaW» *£. { Cw Ih—t ffstchmtem »mm sü» f tatallta. »ü i» Vegeupff pu Rdeh Jtanck l petbsüiiiin »ü »üü «mem Prinaü ml. . dm Henligen Geemintmechaffiing is^sür rtat deev, egkreme Richtung bet» Vapm takutai meun eest jüdisch, volksgemeind, rm »«eeitadtaut ptamtat Ml tat», müd tat Wchtam dü Mdtaefckell mm frech» Vtzb ütig«, chrrr nliMe» «taüftase d»dm h nr «M aumnkk Ster» lveb.j lehü» * tmM n». taß Mb «tue Mchtmeg i» Sael bartder i^fchckd« »lll, mm I da« Judentum hitaumhürk. «nd mm' dmuchta m c WS dü Ei>ta««i»d»»» der Rihmmieumüta tm Jnbmeff» dm Fmtnllmeckluug dm taPWm »ufchguta, dm VeeRmm Vmtaute str »rtugeud'eehmdervch. Da Mm VmHtatzO' tischkeim weiter« Erklsrnng« mehr «feig«. Bsd mV der Versa« »Im« keüm lldortnmldmeg« mellt uochchglW» erklärt dm Vorsttzrad« dü Jtaitzillelie» für erradlgt. m D»« «iePlungSpToHli» der Ache» t»D«tfchlTRd. - .-Dta -jüdisch, »rbellsmarkt', »tachm. ichtab« li Auf uufmÄm^hhtata, erhmtau tar ü» «usstWAchV Schreib« M» Heer» Eüllnldsteiu-Breslnä, dm u. G SS.'«, 2 2 LSS t sru ■ “ suugm leuch, ia nicht «eltaer Antadl der MkM MM |l Ml sslleta« darch Vewühen», M» Frchstdtz« tu Ick «et dmwllsch« Mtatttt aWa «■»■«■»•#» würde, (4 ste uöchmtamchuu» dm StagM b Fach iluchekmum« stetan uu» ulcht dm V»d»chu»I tallMW. , MHfeMa ü MM*. GOMt-D>>WiWW * W-Vstm» pm, Schüch. daß Ltauu noch uicht ta» staech Atarfützruu» dm taita auf» Stad dch llMühta, , ellwr tauf» auldmtachu QWmffüAml, «R h» >ü üü Mi me^r Mittel mir OmuMsttaem tat. Mm fiMtite iMi m|m MM KiilMf Mm Wt Mt 'Mil fmtata mtlm. «taj BlstelenGm ,