Mannheim
Compact Memory

Jüdische Volkszeitung · 1920-10-08 · 38 (8.10.1920) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
26 (1920)
Issue
38 (8.10.1920)
Date
1920-10-08
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
75% known words query
IRI
…/6682508-6377572-6450483--1378-4851060
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Jüdisch» Votlözeftülg t. (XMb UM. »t. *8. fette 4. aatgeinfea Kr«is« rriigiM ottemtint mt. hat untei de» - Einstich de, JCrägtetecx^SUanffe inu tedanerllche 9taxnbwt{ M« kn Sitte»' »ak Besuche» des Judentum» btgoaiun. Gerade die wirtschaftlich »nd polftisch führenden Persdntichieite» scheuen sich »i«ls»ch »ich», dfientlich da» stteligia»«- k«fttz p> »eiletze». Di» »eisten ziouistischen Schule« find •nfagiM oder gar «ftireligidö orientiert. Di« alten Aalmud - Tharaschulen sind sehe znrückgegangen Vom mligiöfe» Moment abgesehen. befindet sich jedoch da« »om »«»»istischen Wand hachiuuch organisierte Schul« sen in gewaltige» Anffchumng. Gymnasium, Mittelschulen. Lehrer» semrnarr. »nsesftenell» Schule» (besonder« skr Hand werte »nd Lanheoirtschaft), Fortbilhuagökurs« skr Arbeiter. die tostschiedeuste» wissenschaftliche» Institute und endlich di« Kuustschnle Bezalek sind ^grkndet worben beziehungsweise i» felstehen begriff«». Euch da» Zeitnngtwestn blkht Wwallig e»doc. Zwei hetrkische Tagekzeitunge», Dar Häsin« n»d Haare» sind glanzend geleilet und »it »orzkglichem Nachrichtendienst oarsehe». Zahlreiche Wochenschrrfte« geben «e» Bild »o» de» geistigen feftrieb der paläfliaeustschen Juden, llederal Isikrt »an ei» große» kulturelle» Serben. Zur nnrtschafiliche» Lage de« Lande« übergehend, teante Herr Dr. Anerbach vor kbertriebenen Hoffnungen ans schnäl« Besiedlung de» Sande«. I» Hdchstsale tdnne i» Banse de« nächsten Jahre» ein« <in»anderung non stOstOv Menschen ermbglicht »erden. Larlüufig sei noch nicht genng Arbeit »orhanden. »nd sall« hzuch unvorsichtige fenstaganda di« Eintemcheruna pl schnell vor sich gehe, seien schwere wirtschaftliche Krisen »vermeidlich. Echo» setzt pol»ge di» Teuerung und die schlechte Derdienst- Müglichteit lehr viel« dalkstinensische <amilien. nach Amerika »»«zinnandern. sodah j. Zt. die tmigratron säst gleichen Schritt halte mit der Immigration. Hoffentlich erlaffe England nicht ei» Einwanderung«verdat. Um die« zu »rqinder». sei «k erforderlich, daß wir Juden selbst nn» sltr h» »tchste Zeit i» dieser Hinsicht Be schrknkuugn auf- * erlegen Vorerst kbnne »rer solchen Familien geraten teerte», nach Er» Jrrnel zu gehen, di» »jt etwa« Betrteböstapital »ersehe» sind. Die dlohe Arteitkkraft genüg« nicht. Di« landwirtschaftliche» Verhkltuiffe schilderte Herr Dr. Anerbach fol^ndermahen: Nur ein kleiner Bruchteil de» Aekertoden» befindet sich in jüdischen Händen. Di« arabischen Bauern, die durch de» Krieg sehr reich geworden sind, habe» te-nig Neigung, ihm» Grund nnd Boden, besonder« de, ertragreichen Kdrnerbode«, zu verlausen. Mit». Mandeln »nd Del finde» »ulen Absatz. Dagegen iß di« fegsnh« da» Orangen, die vor allem in den Mischen Kolonien sz. B. Pethach Dikivah) gezogen werden, «nsolg» der Hohn lä^ptjschenj Valuta »nrrntabel geworden. Di» Viehzucht «id die sehr lohnende Milchwirtschaft wird von jüdischer Seit« »och nicht intensiv genug betrieben. Auch Hemd«! mb Industrie befinden sich noch sehr in den fesüNgen. Aber gerade auch hier ist viel Neue« und fenhek im Werden. >— Da« Eisenbahnwesen ist durch die Engländer sehr verbeffert »«den. Man reist heut« von . Kam» »ach Jerusalem im Schlafwagen »nd befindet sich dabei mitten in der Wüste sicherer all iu manchen deutschen Grosistkdte». » > Hinsichtlich der politischen Lage ist vor allen Dingen sestzuhalten, daß durch die Erklärung von San Nemo kein Judenstaat geschaffen wurde, sondern ein Ratioualilklnstaal, iu welchem Araber und Juden vollkommen gleichberechtigt find! Da« Judn, die nur etwa ein Siebentel der Bevblkerung »uemachen. stellen qualitativ mindesten« dieHklft« dar. Die offiziellen Staatespracheu sind Englisch. Arabisch, Hebrkisch liu dieser Ileihensoige). In.der Verwaltung wirten bereit» viele Jude» mit und die hebrkisch« Sprach« nimmt einn sesten Platz ein. Aber bei alledem lann nicht die Rede davon sein, daß da» jüdisch« Element etwa rinn nffcheideudn Einfluß autübt. Die Juden sind gleichberechtigte, nicht herrschend^ Nation. Die Spannung zwischen Arabern und Judn war noch vor einem halbn Jahre sehr stark Aber durch die große Klugheit Herbert Samuel» und seine gerechte, redlich« Dermittlungtarbeit hat die Spannung bedeutend »achgelaffen Heute ist Samuel« bei Araber» und Judn der populärste Name de« Lande«. Gerade dedhalb. «eil er offn ol» religidser Jude austritt. ist er den religiösen Arabern mnschlich nahe gekommen. Die englisch« Negierung ist tut» Juden wohlgesinnt und bereit, unsere Stellung durch Konzeffioun zu stärken. Wenn aber über solch« Konzeffioun al«bald in der jüdischen Preffe Amerika» und Europa» Judelhymnn angestimmt werdn, wie da« leider oft geschieht, so muß sich England naturgemäß mit Nücksichl aus die Araber größere Zurückhaltung auserlegen. Daher leisten wir unsern Brüdern im heftigen Lande durch Preffeleklame dn schlechtesten Dienst. In stiller und allmählicher Arbeit müssen die Grundlagen für ein jüdische« Palästina geschaffen werden. Di« innerpolitischen. jozieln und Wirtschastlichen Gegensätze müffn LUigiglichen und da« cinignde Baud der Neligio» gestörte werdn. Dann dürsn wir mft froher Hoffnung der Zukunft ven Erez Jlrael ntgegnsehn. All den hochintereffantn und segnöreich ausklärendn Vortrag Dr Aueibachü schloß sich eine Debatte, die in höchst überflüssiger Weise parteipolitische« Gezänk herausbeschwor. Eine Diskussion. wenn sie überhaupt nötig war, hätte sich in diesem Falle lediglich aus ergänzende Fragen der Bersammluugtteilnehmer beschränken sollen. Da« dn übln Bre«lauer Gepflogenbeilen folgend« Parteigewäsch auch nur mft einem Warte zu erroähnn. verlohnt sich nicht der Druckerschwärze. Dr. F. R. Gedenkfeier dr» 8r»*l«atr linkt« sidischer Fr»,ts«ld»1,». Am Sonntag, dn 26. September strömten tausnde von Menschn im ffefttagökleid« »ach dem Ehren-Friedhose iu Lasel, wohin sie der Breölauer Bund jüdischer Frontsoldaten zu einer Gednkfeier sür di« gesallnn Komerodn eingeladn hatte. Al» Ehrengäste bemerkten wir die Angehörigen der Gesallnn. Gneral Höser. Oberbürgermeister Dr. Wagner, Bürgermeister Dr. Lrentiu. Geh. fegrerungörat v. Lippa. Oberpräsidrni Zimmer. Dr. Simou. Geh. Justizrat Heilder», die Bertmter de» Borstande» der Synagogen.Gemeinde, der Neprfew» tauten, de« Zen trat Verein« und de« Verein« zur Abwehr d. A., der jüdischn Korporationen im Wich« mft dw» Fahnen. Dom Breölauer Bund jüdischer Frontsoldaten waren sämftichr Mitglieder süber 600) vertreten. Punkt 11 Uhr begann die Feier mft dem »am Bläserchvr der Küraffiere gespieltn Largo von Häudel Hierauf folgte da« Gebet und die Rede de« Rodbiner» Dr Saenger. dann der Prolog von Oberregrffnr Arnseld, tierauf die Ansprache de« Vorsitzenden de« Breölauer Bunde« jüdischer Frontsoldaten Dr. Fraenkel, welche in da« gemeinsam gesungne Lied: ..Ich halt einen Kameraden" auöklang Zum Schluffe sprach der Rabbiuer da« Kaddischgebel. General Höser. der Breslauer Bund jüdischer Frontsoldaten und Private legten Kränze nieder. E« war eine er he bn de Feier, die jedem Teilnehmer unvergeßlich sein wird und ein beredte« Zeugni« ablegte von der Pflichterfüllung unserer jüdischn Eoldatn. Für die Gesallnn eine Pflicht der Dankbarkeit, sür die Ueberlebenden ein Beispiel jüdischer Trne und jüdischn Opserfinneö in iatevrller und doch selbstbewußier Art dazu angetan uns den Rückn zu stärken. Schon» der UroiSsentnnIeiweesamminn» am Sonntag, de» l«. d. Ml«., vonnlNoq» II Uhr. Auf der ragedordnnog «eben n. a.: Dienstanweitiing für Rabbiner, Erbebnng der gtemeindebrttrllge, Znlaaen far die Beamten. hachliüNM. Herr Limoo Draier. Poßttr. 3, begeblanl 13. Otloder die Feier de« Lbfädligen VefchäftdlabilLoin«. Der vnech ,e»ft«»»l,rr M. gand-e^rr e. o. «real»» lch, »nterer henligen Rmnmer ein wetchälisanzeigenbian dn, da» wie »er Beachlnag nalerer kefer anote-len mSchren. Familieunachrichtcu. (Minriteagm d»m Lcherkreise stete ensstnlcht.) Her HtaMfc. In kn Neuen etpufoge: 0« S. 10. Fr», gntsett, 8a ur JaDl-rai Gompert, *atoaia**Ilf 24/SS. (mm. In 10. 10. nitttgf 12 ahr, flatet m dn «Um Synagoge iu Trasimg M ftttatein Pools Htrfchbng mit Herea Lehrer Varuck Feerer K»tt. 1920 S«l*teber. 6681 WocheiNsü Btsaoi OkLiThterl 31 r.j» r Vaddach- { «och». -Mchaiv frostetu» abfchma Zrriim I 8 24 50»*«! 4 37 )8rt*lat5<al HTITD jSlOThOirrO j. | I. M. cp. 1 |a. cp. I ' I l»-6* I 42*—• Druck and Sntaq: E. {illcnfrlb G. .9. Rrpt), fe-rJikNvortUch ffit den Indatt: Dr. H>->» Hah». Seide m BreSlao. sikfttettekit A I» tmtoMjutPf*: Alte Sy». NeatSyn, itutten-SHztmgmul WaüstrnBe 9. 1 ivVmttuNiiftiBrlMtUatiiTVuaaluf Dr. WaliUMr. 8JI0. •VIA 10./10. lA/10 Bcgiaa &30U. 8.45 U. 10.00U. - u. — u. 5^5 U. ftJOU. 530 U 530U. 9J0 U. 9v45U. 1CM»U. - U. 5-55 U. 7 00U. 540 U. MUihin( 4« ttffiiMUiiMnnralug . M. Oktober 1920, ram. II Uhr, Kdi({oa«. Unterrichte. Anstalt I 4t Syucofca^leaefaid«. Die Aaftuhme neuer Schflkr ». Schülerinnen IMd IfMlH, tea 10. Oktoter vorm 10—12 Uhr M Konereazzimmer 4er Amtett, Valbtr. 7/9 tteteih— 2. Stock statt Aach für die Kane to der Ihatofirknle fmdea die Anmeld nn gen zu dteacr Zeit sfiitt Bcfian des Wlatmemqien 13. Oktober. Mb. Dr. Simonaobn. Reüfions-Unterrichte- Anstalt 11 «ar Sy—gne— Ormmimde Die Aafntbe water Settier a. Sdtäieriaoen tfeoataf.de« 10. Oktober vorm. 10- 12 Uhr |lllteicb,teaD.OIrtolr —eh«.3—5 Uhr km Amhaim Hier Aacer 8. 1 Treppe stztt Aach Mr die Kane io oer JWiicaanile rinden die Aamekl sogen za dieser Zdt statt. Braian da Wiatenciaertert: 13. Oktobar. ftabb. Dr. SAafer. Moderne Weißwaren •ehr preiawert I. IhbarlCi, Imin Oaito—tr.57 55 Liehichhaus Pararaf Ohl« 02S4 Hertha Jurke — Louis Goldemann Verlobt» Breslau Odiiiiz Ich habe aieine Anvaltspraxi« von Ostrovo nach Brealaa verlegt aad bin als Rech tun vait beim Landnnd Amtsgericht Breslau zu gelassen. Mein Bfiro befindet sich Autoaienttr. 10-21 Pensprecber Riff 4257. Militscher, Rechtsanwalt. Nach laa0ihriger Aasbildnng nnd Tltigkat auf doa OÄetc der Immen Meiizia, zuletzt als Oberarzt der inneren Abteilung da diesigen isr. Krankäbsnsä. habe ich mich hier als Faeharct 1. Inaore rrsnkkelt«! niedergelassen and halte Sprechstunden Kaiser-Wi Ibel tn-Str. 94-9B II, Td. Ring 1052*» reocbentftflicb von 3—5 Uhr. Ich beteilige midi auch an Kssseopraxia Dr. med. 8. Meidner PHv.teohnn'Cichcndorftetr.2S.]0,Tel. Rg.56i<) VmaHidiikilhn Sonnabend, den 9.10. pftnktikh 11 Vs Uhr Herr Rabbiner Dr- Breslauer Pentateuch. Um ptaKlicb* und zahlreäcbes erscheinen bittet Der Voratand. LL IX.349. U.O.B.B. 9.10. SO ab. 8*/« Uhr Q J&Kanfm. Mitte 20. Ausl., i.festAnsteüf.ara Ort, sucht zwecks *p£t. Heirat Bekanntsch. mit jg. Mädchen. Einheirat (Ma.iufaktw.)erwüoscht. Off jn.Bild erb.u.AZ.102 Oeschstd^tg.Str. Dbkr. Vorschul -Z irkel Fftr meinen Ostern 1921 beginnenden Vonchai-Zirkef fftr Lernaafln^er (Knaben nad Midchen) nehme ich jetzt s schon Anmeldungen entgegen Recha He’lborn,*011^,3® _ ... Spreehst 12-1 Stotti. gepr. LdirenR aaB.Sonnabd. 3üdischeSchule i E. Breslau. Anmeldungen von Schfllern u. Schülerinnen beiden untersten Klassen fflr das neue Schuljahr werden in der Zeit vom IS. bis HO. Oktober im. Schallokal Rebdigerptatz 3 von 12 bis 12Vt Uhr nnd am 21. uno 22. Oktober VaÜatr. 14 Uf von I2V« bis I Uhr von Herrn Lehrer S Freier entgegengenon men. Oeburts- und Impfschein sind mitzubringen. Vas Kafatoriam. mit hShererSchulbildang zur Ausb>l.'ung >n Büro u. Lager gesucht bist htaOIkL hSM-LhUI«M| Pellz Kortna Inh Sanjuel tuPreuud -irD Wein groBhandlang BerthoM Danzig Breslau 1, Walhtr. 21 Telefon Ring 6408. Somilienflnzeigen finden Weiteste I Oertorcituni ia der Ziidischen mq Volks zeitung Bankhaus I Hermann Loewy BRESLAU I, WallctruM 5 Telegramm-Adresse: Loewybank! Telefon: für Ortsgespr. Ohle Nr. 1240 für Pemgeapr. Ring Nr.7609 Postscheckkonto i Breslau 240 Giro-Konto i Reichabank m Buchdruckerei S. Lilienfeld imH»iimMii>HHiuiMtemiHM«t*«tikww—teWki——M—m———wunim** Inhaber S. W. Meyer . - Fernsßredter 372 Breslau i, Sdiwaidnitzar Straß* 37 Verlag d. „Jüdischem VoikszaHung“ Anfertigung Drucksachen aller Art für Geschäfte, Vereine und Private aesaa ' CHnittgek Angebot für Brautlouto! Wilhelm Nitschke & Co., Telefon Rin* 2776 Adftlb«rtstrMM 4—8 TelefM Rin* 2716 Mfibelfsbrlk mit Dampl betrieb empfiehlt »ehr preis weit Wohnungseinrichtungen, ca. 200 Mnsterzimmcr in jeder Holz- und 'Stilart aus gediegene* and ksraigsa Material. — Jede grvüaaehte Garantie. — Lagerung frei bis anr Abaani—,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.