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Jüdische Volkszeitung · 1920-09-24 · 36 (24.9.1920) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
26 (1920)
Issue
36 (24.9.1920)
Date
1920-09-24
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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aar«isnir< Eflus dem Auslande i Vldapest. Slcidnhjt Wekerle äußerte fick, wie W. Knrir meldet, tlet die getauften Jude» folgender« •strt: .Da« die gMusten Aide» befrist, so ist e« in «Oer Reih« ei» wefe»Utcher GefichtspunkL weshalb sich der gdoaft Httt: wegen geviffer Kartelle-au« O»a»g. «ms der Adficht. sich mit der Christenheit zu versldmeltze» oder au« eme« anderen Gefichtspunkt. Jeder Hall müßte separat erwöge» werde« and nur so könnte Wa» Och eine Mei»»»g darüber bilden, ob der Betreffende «Otich mstaadeU Hot. alt er .Christ" wurde. Sv würden «de Vmlescht darauf kommen, daß es in sehr vielen Füllen «Mtzkch wäre, sowohl für da« Jndividnum als für die WmOmeinheit. wenn der Betreffende sich nicht Hütte taufen last». Die gegenwärtigen. verhültntsmüßig zahlreichen winliiili geschehen unter der Einwirkung «iuer gewissen WEmmuug. Die Stimmung aber ist eine vorübergehende OhstLeiuiug. und e« steht z« befürchten, daß der plötzlich« Omsthtuß di» Unüberlegtheit später den Getauften zu einem Wechte»» Christen «acht, wie er als Jude war. Da« OhrOwch»« gewinnt nicht unbedingt dabei, wenn ein Jude stch taust» läßt.' Oudupest. Da« Wochenblatt Ggyenlösrg hat jüngsthin die Errichtung einer jüdische» ümverfitüt angeregt. Luf dwst Duu-uug hin erschien — wie da« genannte Natt Otkhrt — der bekannte Philanthrop Samuel Hers« bei« Nubütuer Dr. Ile« Adler und zeigte ihm an. daß er ftr die jüdische Universität enw Million Kronen testamentarisch vermache, zu Lebzeiten aber L0000 Kronen Mhatich deizutragen geaeigt fei. - ♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ a I ♦ I Ais ste» BmUratr Gemeindeleben Z #♦»«»♦»♦»♦»♦»♦»♦♦♦ ♦ G»tt»«»«-Gest-cht»i»feier. Dir jüdische Vvlltzschule veranstaltete am 19. d. Mts. eine rindrmktvolle Gedenkfeier für den hei «gegangenen Gechrmberadbiner Prof. Dr. Gicktmann anläßlich der Wwdersthr seine« LchGtoge« Auf de« mit Blattgrün «schmückten Podiu» hatte der Shnagogenchor unter Ouaa| feine« Dirigenten, Herrn Pulvermacher. Aufstellung mavmmeu. Rach einem einleitenden Gesang bestieg Herr Dagrut Dr. Heineman» da« Rednerpult »ud entrollte ein Mü»»«tÜd de« Berstarhenen. i» dem fich Mensch. Forscher Mb Beamter zu einer kraftvollen Persönlichkeit vereiuigt. l* P» Batrrhans bereit« mit jüdische« Wissen erfüllt. Wallt er in Breslau durch Zacharias Franke! die Mechode kritischer Forsch«»- kennen, die ihm in der Folge bei Behandlung jüdischer Htoffgebiete richtunggebend wurde. La« Judentum.war ihm keine Geisteskultur für fich. sondern ein Zweig der großen Menschheitskultur. Darum war sem wissenschaftliche« Streben darauf gerichtet, beide in chrer gegenseitigen Bedingtheit und Wirkuug auseinander zu verstehen Seine Arbeiten zeichnest» sich durch tzrößtr Objektivität imd Sachkunde au«. Entgegen anderen Gelehrten vermied Guttmann e«. in der Sedankensarbeit früherer Gelehrter seine eigenen geistigen Anschauungen gestaltet wissen zu wollen, um diesen ernen autoritären «nmd zu geben. Mit demselben liebevollen Sichversenken wie in dre großen Denker, ging der Forscher auch'auf die wenjger bekannten, die Sterne zweiter Trdße ein Für ihn machte aber da« I»dentum keiuesweg« der Ausdruck sein« speziellen Denkweise allein aus. sondern es war chm auch Lebensform. Sr war der Sabbath chm mehr als bloßer Gedanke, etwa eines sozialen Ausgleichs: er de deustte ch» Weihe des Herzens. Verlangen des Gefühls. Eia Liberalismus, de» das Judentum nur um seines geistigen Gehaltes willen stuer war. hätte »tcmoll seine Billigung gesunde». Seine Liebe zur Beligion verglühte nicht i« unklaren Kausch der Phrase, sondern offenbarte fich gerade in der gründlichen und unbestechlichen Art seiner wissenschaftliche» und menschlichen Persönlichkeit. Trotz der ernsten Stimmung löste die meisterliche und packende Rede spontanen Beifall der Zuhönr au«. Ein Chorgesang in Kor« eines Kanons bildete den wirkungs' vollen Abschluß der schlichten Geier. K«n. Gedächtnisfeier. Sonntag, den 26. d. Mt«. veranstaltet der Bund jüdischer Frontsoldaten ein» Gedächtnis» fner für dir nn Wrlttrieg gefallenen jüdischen Soldaten auf de« Ehrensnedhof zu Cosel. Bei der gerade in unserer Zett erhöhten Bedeutung oller jüdischen Kund gedungen, die das Lreubewnßtsein gegenüber de« Vaterlande betonen, ist eine zahlreiche BetetUguug'aller jüdischen Kreise erwünscht. (Siehe auch Inserat) Die Lgnda« Jisrvel beginnt die Wintersoison am D««»erstag. den 3V. September, abends 8 Uhr. im großen Saale der Leffingloge »nl eine» Dortroge über das Thema .Die gegenwärtige Loge in Palästina'. Der Redner. Herr Dr. Moses Auerbach aus Jerusalem, zählt infolge seiner langjährigen umsangreichen Tätigkeit als Leiter de« Schulwerst« der deutsch-holländischen Palästina-Verwaltung, z» den besten und genauesten Kennern Palästina», von wo er soeben nach Deutschland zurückgekehrt ist: er ist daher in der Lage, die Zuhörer über alle palöstiuenfischen Gegenwartsfragen aufs Eingehendste zu informieren, wozu die stch an den Vortrag anschließende Disknssio» a«sgiedige! Gelegenheit diele» Vonck. >,szeich»»M»^ Dem ehemaligen Bizewacht»erster- Kurt Hollaender ist das Eiserne Kreuz I. Klaffe verliehe» worden. — Dem Kausmoun Georg Erwin. Svh» dotz ver» Korkenen Lehrers S. Lewm. Gutteutag O 'S ist »ach. trüglick das Eiserne Kreuz!. Klaffe verliehen worbe». Eingesandt. 8i»r jüdische Wr»s» »r.»r«ir«: Dar einige» Semestern bestand hier in Breslau ein« jüdische Mensa academica. i h ein ritueller Mittagstisch für minderbemittelte Studenten. Er wurde versorgt vom Israelitischen Speisehau« (Antonienstr s »nd war i» demselben Haus« untergebracht. Es nahmen an ihm etwa d—7 Studenten teil. Leider wurde er nnn? nachher geichloste» und nicht wieder eröffnet. Die bi«herigen Gäste waren also, wenn ste nicht für ihre Verhülttnffe recht bedeutende Opfer bringen wollten, gezwungen, ttefe zu essen: besondere Gelegenheit bot hierzu für billige« Geld das olgemeine Studentenheim. Da« neue Winter-Semester beginnt am I November. Sollte e« nun nicht »«glich sein, diese segensreiche Einrichtung wieder zu erissnen? Die Unkosten find verhältnismäßig nur gering: bei 8 Teilnehmern, die jo auch ein Teil der Kosten traqen ksnnten. ließ fich schon mit geringen Mitteln eine entsprechend» Einrichtung schaffe». Daher müßten fich sämtliche Parteien de« Judentum« dieser Angttrgenheit anoehwen; besonders aber müßte es Ehrenausgabe der organifietten gesetzestreueavtude»1ensch«st fein, die jüdische Mensa academica hier wie in anderen Universitätsstädten zu organifieren; es wäre vielen eine Hilfe? Cand. rur S. U. 1930 A«te*ster. MSI «ochsnasq [»t'l» i.; 1 .«sch«» St«m M ■-! Sotztzach 25 i 13 ^wrnoiaN«» 27 . 15 1 Oirmtsi 28 15 1 | Laubhüttenfest D»»ck m* «erlas: H. *i111» f 11» |Aatz. 6. «. msaeWirtfaA fto Wn Inhol»: De H»g» Hatz», bertze » BreStsA. ii In Stwbto-Iyumw: ks.Nese5ri * •- Aades tb.fi. n^r-7 Alte Sy», f 22- 545 U. «XU. - ü. — U. - u. «_26 U. 6XU. 5.45 U. 9.00U. — u. — u. — u. «XU. «45 U. — u.| - u. M ii du 0»iUd«-S;u^u » Im Mda entu Tifu du LubUUufuUs. Alte Sy. NeoeSyn. «M|Z7. A/9. rj«.; nergi. . Ptadift von», i ' Bafin» «bcäds i .. j»oe»> , Ptedlft i vom. ' i Sckfaiß sodemt» i.fi. «.45 U. «XU. 10 00U. «XU. 8.X U. 10XU. 6.19U. 5.45 U. 9XU. lOilU. 5.45 U. 9.X U. 1016 U. 6.19 U. e: M jll. FmbilOt» a bulu verustaltat am SMffUc, de» 2«. September d. Jt^ Vormittax 11 Uhr, aif des Ebreafriedhofe in Coael eae Gedächtnis-Feier Kr di« tal«IUri«|e ftUlima KumpUcb. Eiagciaden sind hiennit in erster Linie deren AngeMrife, ferner Pmnde and Kameraden. Besonders enrtascbt bt außerdem die korporative Teflnähme jüdischer VereMEmyxen flyurore EtuM Tump«L Antonienstrafle 11/20. Am ersten Ta|e des Laabhflttenfestea Predigt des Herr» Rabb. Dr. Heppner (Koschreio) m . Ö | nie Sie Ihren _ffXttlftt! Zaeker l«a n. i Wied, arheiidftfa.-nerd^ teile ich ans Dank- ' hnh. —catfeltl. jedem Zackerfcraaken mit , UmmI, Bhainboellon A IIS fmälKhihThn Senanhond, de» 25.9. pftnfctHch 11 Vo Uhr Hm Rabbi oer Dr Aoerbach: Pe»t*te»cdi. Um pOnktUdL und zahl* reiches erscheinen bittet Der Vorstand. -M3 r W e i ngroßhandlnag Berthold Danzig Breslao I, WaUstr. 31 Telefon lAng 640«. Pflr «ml« Anff. X, symj p Blondine, v. eroßer ( % Herzens(<ite,Rhein- ( (Inder., a.30 Mille, scb6o«TAussattuag; sacbe einen anstftn-. djgen braven Mana. enmtb. Reft. bitte; ich vertrauenav.ihre , Adr. niederzulegen unter AZ. IX a. die OeschiftsaL d. Ztg. Inseriert hi der MYilkueitnnfi Erteile energische Nachhilfe i. polnisch. Uftrricktsiineh Spezlatitlt: Mathematik, Ptiyik, Chemie Zaachr an A.Z.98 OeschstA^tg. Agndu Jiaroel. Vonnervtax. 30. Septbr. 1920, abcads 8 Uhr, Orofter Lessingaaal, Agaesetr. 5 Vortrag Dr. Moses Anerbach aas jenualen (soeben rsrückgekehrt) »Bii iipillieilicli ligi ii Pilittiii“. Freie Aussprache. Eintrittskarten Mk. 1,20 u. 4,40 in den Buchhandlg. Brandeis, Mayer u. ander Abendkasm. Bankhaus HemLoew; BRESLAU 1. Wallstrass« 5 Telegramm-'Ad resse: Loewybenk Telefon: fftr Ortsgespr. Ohle Nr. 1240 i für Ferngespr. 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