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Jüdische Volkszeitung · 1920-09-10 · 34 (10.9.1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
26 (1920)
Issue
34 (10.9.1920)
Date
1920-09-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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m* MrtMIMWHIli -n,WP 312 P«M>«» Kwk ftmstaa Nr. 1T3» mm 5. r~ ' " H.HW - W»ü«. «O-fc.Nf •»*«*»* »->« liliigli ■okm m4 W—m Sat fct ,>,«>»»'» Am.«chm « «.m «x» »• < jaSteMmUaT«» W-Üw Wiw'ch-w», «-oW,-» Schristleit»«,, Gerhag »»d Seschtsbgstell« tu Grell«» I, Gchmeiduitzirstratz, 87 imk •MMmkiatm Hsk knthi» M ii*Us. — 9i« «tHMMMt ist Cwmnimk«, SciRlaai amk ComM*» ((Mtoffn- Nr. 34 Bfwtm, k* 10. Scptmktr 1020. 3*trt«f XXVI fkt Mo mti \ tofetn, •tmJmmi Mo SchriMiv«, *m Mo f*t%- Msttzttche »oriwftrmm. Zur Jahreswende. Schm» »»r langn Aut erzählt» «in aiientalijche« Märchen ,on «is«« Wendern in kerSleppe, dn »on einem «Henken kin, »erfolgt »ick. An« Furcht Mr kem Ungeheuer spring» afr «I Wankere« is einen «afferlejen Drsnnen. aber aus de» Erunke k«4 Brunnen« erblickt er einen Drachen, ker keu stachen aufteitzt, um ihn zu verschlinge«. Der Unglücklich« »gl sicht hinnu« zu klettern, um nicht »in kem wilkrn Nt, liere zerrissen zu »erken. Er fürchtet sich nuch kivvr, mf km Grund» kt« Brunnen« von kem Drachen dnu» chlunge« zu mnken. Unk I« greitt er nach eine» Zmeige. «r an« «tun Mauerritz« de« Brunnen» hervarragt unk Ik cklt sich karan fest. Abn sein« Hauke ermatten, unk er *■ ühlt. katz er kalk sich kem statergang ergehen mutz, ker tü ha van Heiken Geilen erwartet. Aber er hült sich immer wch fest u»k steht, »ie i»n Mchuse, ei« scheoarze unk nu weetze km Stamm de« Tusche« umgeheu unk karan — mir». Bald wirk ker Aweig sich lisreitzen unk er in 9 «r Rachm km Drachme stalle«. GnWaudeme steh! kat! >nk »ritz, katz er unrettbar verloren ist. Aber währrud r an kam 8»,*, hängt, blickt er um sich unk stäket au >tn Blattern kt« Zweige« einige Trapsen Honig. Gr ~ rreicht sie mit ker Junge, unk leckt sie ab. — Der Wanderer ist ker Mensch. Bon ker Bat unk > steige de» Tage« »ersalgt. Mn unvorhergesehenen Zufällen ink Mhicksaloschlägen bekroht. eilt er durch« Leben. Der fieken unter seine» stützen wankt, jeder Schritt, den er torwärt« tut. dringt ihn dem Grab« näher. In seiner 9 lagst unk Bedrängni» klammert er sich an alle«, wo» hm eine« Halt zu gewähren scheint. Aber di« weitze, oh hi« schwarzen Mtusr. die Tage und die Büchte, unterrohen immer mehr ha» Fundament seine« Dasein», führen hn immer dem Ubgrnnde näher. Wann tritt un« dieser Gedanke der Vergänglichkeit und insälligkeit alle» menschlichen Sein« klarer vor Auge« l «erade in diesen Tagen, da wir eia neue» Zahl Hennen. Wenn wir zurückblicken auf da« ahgelausene ahr. wieviel hat stch doch in dieser kurzrn Spanne Zeit ändert. Di» viele von UN» stehen am Brake gescheiterter Öffnungen unk mitzlungener Pläne Wie vielen hat da« m nicht da» gehalten, «a» sie von ihm erwartet haben. Richt nur im tinzelleken. sondern auch i» Lehen er Böller ist e« so. Gleich dem Wogen de« Reer»«, in rw ein» Welle di« andere verschlingt, eine Wag« di« ankere erklängt, so geht <» auch im Lehen der Biller. Buch nmer wogt ker Kamps unk Streit ker Bationen, nach mer ist die stinhe. ker wir s» sehr bekürsen. nicht «inen. Die sich so grotzspreästrig al» Frtekengstifter «posaunen lietze», haken stch al» jämmerliche Kurpfuscher Krankeubett ker Vüller entpuppt. Sie enoiesen sich kurzsichtig und blink, katz ste auch nicht einmal voriehen konnten, wa» der nächste Tag bringen wird. Sie bi» heute unserer kranken Zeit nicht die geringste eräug bringen künnen, »eil e« ihn« gar nicht, wie immer wieder in heuchlerischer Weis« vorgeven, um >t und Gerechtigkeit zu tun ist, sondern weil «» ihnen »glich Ms die Besriebigung ihre» tigeunutze« und ihre» Herrscheruni en« ankommt. Steht e« so um di« Bngmgeuheit. «I dürsen wir don der Zukunft erwarten? Ja. wo finken wer einen au« kem Wirrsal nnsem» heutig« Scheu«? »m Tube eine« Jbseuschen Drama» fta^ lim stra«, km »lick nicht Mm Unglück ihrv» Scheu« wwcheu kann, ihren Rann: »Wohin sollen wir schäum?' Und der aisiwortet: .Aufwärt»! — Auswärt«, zu den Gipfeln zu heg Sternen: und za der grotzen Still«.' So ha» e« da» Judmtum während sei«! tausenkjähngen Wanderung immer gehalten. Bichl nur rückwärt« unk nicht nur Mrwärt«. hinaus hat e« »m stiasch-Haschonoh vor astem geblickt, hinaus zu km Gipfeln, zu km Sternen «nk zu ker grvtzm Stille. Ben deuther kam ihm bi« Kraft, den Kpmps auszunehmrn mit alm Schicksalgschlägen de» Leben«. ll»> solch« Kraft Müssm auch wir in dieser schwerm Zeit besonder» bitte» Damit da» neue Jahr UN« gewappnet findet/ gegen alle Wechselstlle de» Leb«»». RU unfern Lesern : misten wir >>< ober «in* iu dem Wunsche, hast da« «tue Jahr un» sühmn mdge zum Leben uud zum Frieden! _--_ Dr. H. H. Die Loten des Jckhres ÜÜ8V. wen «urwi, Maaasse-veeMau. Im vergangrnen Jahr» hat dm Tod eine Reihe von Mtnnlrn und Frauen au« uechern «ieihen gefordert, di« in segingreichster Weis« al» Führer im religidsen und seziale, Leben unserer Gemeind« gewillt habrn. Wir den km au dm uuvergehüchm Rabbiner Proftstor Tr. Gpttmauu zurück, dm gm Ta^ nach geist inpbesmch«» «useme Gimchndi gewesen isst wir Heer »ich« pt willu-HUm. I, diefrn Tm-U. k« die Siouke ferne» Totu« tzch-t. ist uug hesoechm» keul welch stberragrnd» Bersülckichkhit wir i» ihm vertown habrn. An« >. November verschtch dm verdiente Gerskcher d« Alt-Glggavm Shnagoge. Herr Moritz Blldwig ,m Alt« von 88 Jahren. Mit ihm ging ein Porbisk jükischm Besinnung unk Betätigung »»» UN». — Wenig« Tag« später, am 18. Rovember verstarb da« Mitglied hm Sklower Shnagotz«. Herr Leopold Silberberg Leopold Silberberg war einer jener Männer, von denen I» im Gchete heitzt: .di« Lehr» ist unser Leben, und über ft» sinnen wir Tag UN» Recht'. Sie »ft sind«« sich bei ihm Gleichgesinnt» ein, um sich mit ihm gememsa» in unftr heili»» Erbgut zu Verliesen. Am S. Dezember starb'im vier von «ä Jahren her Kauft»««,» Herr illbert Michaeli». Al» Pwglich der Reprüsegtontenversaunuluim hat er seine Fähigkeiten stet» iu de» Dienst der Gemeind« gestellt. Er war «ch-tzmeiste, ker Zwoiten Brüderzesestschaft. »in Mensch, ker. wo er konnte, snit offenem Herzen «ub offener Hand Gute» tat. Einen Tag später verschied der in weitm vreälauer Kreisen angesehen« Kaufmann Herr Isidor vaher, der erste Porsteher der Pinchaü-Stzna^ae. Sans plötzlich verstach am 85. Dezrneber im Win von 58 Jahrun der langjährige Bürndinkwr «userrr Gemeinde. Di. Arnvld L^ewenthab Lonventhal hat sich bcheutend« Berdienste in der Berwaltun» unfern Gemeinde, erworbm. BesondeN« ersprietzlich war sein «irkm i« Gerbaud der Shnagostengemeinken Bretlau-Liegnitz. Am 81. Januar lchlotz ker ehmalige langlähiige llllterüpiäsikeut unserer RepräseutantmveriaMMluug, Herr Hermann Hamburger. Chef her altbickasutm Zirma I. Z. Hamburger, im 8». Vebengjahre dt« Augen zum ewigen Schlummer. Inder seiner segen»reichen Tätigkeit in «er klt-präsentantenversanrmlnng. erwach er sich noch al» Borstehe, der Jnkustrieschule fttr iüraelitisch» Mädchen besonder« Berdienste um unsere sühische Gemei^chast. Am >4. Februar folgt« di« oerwitwet» Frau Rabbiun Ros» Deutsch ihrem Batten, dem la^zährige, Rabbiun »N kn Asten Stznagvg'. in die Ewigkeit nach. Grau Rabbiun Deutsch hat stch in bekeu^mn Weis« im sozialm Sinne hetttial. unk speziell da« Jüraelitijche Gp^sehau» war ihr zu besenkerem Dank« verpflichtet. Der i» «ürz eiuseszmd« Kapp-Putsch snderte auch au» unserer «meinschaft Opfer. Eine »erirrte Kami setzt« dem Lebrn dn Frau Hekwi, Kretschmn ecuam eis oorzchti», Enk«. IIn»er»hljch fti da» traHsche Enke de» jungrn Beruhard Schettltnker. . Wu 8L März stach im 7«. »chnmstchm Fra» Gharlatt»! streukeuthal. ein« i» weitm Kvnsm kn Meklaun Gemeinde bestaunte unk verehrt« Persbulichteit. Durch ihr gastsrnch. echt jüdische» Hau« unk ihren chtigeu sriekliebenkrn Charaktn hat ft« sich di» Hnzm »wkn Glaubmkgrsossm «rwotbm. - Am 8. April verschich dn bekannt» Berl»g«tvchht»kkn Salo «chotlläuder. Er hat die »eitvnbreitck, Mo»» schrift .Ror» «ud Süd' m« »ebm »msm und n ». auch Mt Wnk» Lindau» und Gottschalk» -hnaustgegedlük Auch dem jüdischrn Buchwesen wandt« n sein -Mmchm zu. L. «. gab n ein^ paar John dt» »Zeitschrift für dm »iffrnschaft W Judentum,' heran». Am.88. Rai »erstach Herr Roritz Pollack im Altm Mn 80 Jahrrn nach einem srommrn, gesegnetrn Leben. Sein Wirken al» »nstehn dn si»ch»-«om»^«e «uk M Fördern jüdischrn Weisen« ist bekannt. In den weitesten, auch uichtjüdischrn Kreisen war den am 8«. Rai verstorbene Kvinpantst Georg Jarno bek Sein» Vperettrn, die über so viel» deutsche Bühuen > zeugrn auch nach leine» Tode von dn nie »nfteg Lebenglust de« Künstln« Am ». Juli rndet» da» arbm«,reich, Lebrn de» hin im Ruheflavk lebenden Rabbiun« D». Herma»» Klüge», Schüln de» diesige» Rabbi »»rse miuarü. wirkt« n Predign uud Lehrer in Lok, unk 7" erteilt» n llntnrich» u kn T »ahm lebheftrn Anteil »« dm Kvntronersm «usern s ki.Dckitzsch'sche«be Am «. August ' SRnl Le, »oersetzt. dn Toten, ürn wie hin gedrn dmutm. dadinaemmmu, di« des, Etuuchwu u» nah« stnuden, «ud derru Aubmbm in unvergeßm bleiben wird. Wir wostlei gehen, mtt dem festen Willrn, t» Glum nusrm» Tot» ' weiter zu wirbrn. _ «l» jüdischer «eltko»,rrD. ,»w> ttehttme «a » Al.gler iümtrbM». Ich beautrv» di, tivberusnvg mnr» jüdischrn Wetbn kvagrrffe« für dieselbe Zeit, iu »n dn «ttkndaud set» erst« Tagung haltrn wich, und an demstldrn Ort. m welchem di« völlechundsttznug stattsindrn wich» Wn teilMnmmnm hat «s de» Sttznugm dn JNdtschock' WelthilGstmunm» in Karüba», dm» dchugte sich »n Gekanl« jwnt »it Minwmdn Ratweudigkeit ans. <»ialow ha» ihn in seinn Gchlntzrch» »er dn HilGstmstM»» "reift, «it Zrender sstw») habe ich ihn «inMmdß H§chÄ! Äl''«itztra>m »yunnander schm »il nach immer di» Gnlker «ch Renwnrn. Kein Hatz NUB. lei» Misttranrn kan» sich jedoch mit dem Messm. mf h-nte fest difln« »htt di» Jndmh.it dnichMGh Vornrteil und f «in Golk doi ondne Ri« i» »Imm sich jo m«,»». ujgehbuft wie « pm iasseudjkhriam Leidmkmlchichi» hat »rteil, so »dl Fblschuirg ge^n UN» ausgehduft mrtn*£!k nud Rot jeujzm kl-otm im» »dost^^ «ein 8eid..led> «lenk ist ft «otz »i. dm MI MH. Bolle«. Sech« IU fiebm «illrönm Jndm sich i« kW» ei» Spilldoll dn sich bestliwpsmtm Gortoim «ch »Mch nalitütm: Golm, Ruffen. lllrnian: BoBchmmmm kqiaiiste», Konftrooti»«, Klerikal«, et« witzrn MM de« Jndmium» irgendeinen Fetzen hernnwr. Ander» Millianrn Jndrn dmpn aus «am IMmlv glücklich-r. dn un^Ickkichermch« Hu« Pt ahueu. »»r ruudhnum Mvtzt; «de, fie lebrn »ml hrnw «us MW'. i» buuklrn Baegefttdl iw» irgeud etwa«, ba». «» M , hna»schleich», «ub aetrn dn Welt da« midnmürt' ftuel eiuer barchoitischm. iuuerlich wrfteffmm ' trun knp »ud gi n ntzgierig dem Ad^uud «utasa» auf kt

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