Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- 30 (13.8.1920)
- Date
- 1920-08-13
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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I „ _ i fäW+t StOfartonM" rttrtet »AcheaLich an kk* Kreistag aafc bas I b»rch Mt f*ft, Me aach tz«ch v» GefchssstAftesse M» Preis, ton I MwkflUrti* Wtt IM Miwni »ertzea. M ÄWaafl n Wr »«schLst«fte»e 1 hl fax " ' — ““ 5er»s»r.-B,fth<«- 372 poftftcdt-Kmto Brtflou Nr. 17303 «atar 9. DlkaftU . OHrtMhaMi bcc taMMMi 10-4. *t «chssifA'»», lL-NW. la*«l|<»Mtea mA ÄflwUf« teMaei 1« ftttärftt Wt «cht^etPaLnie» ZMe t»Ae« 10 h»w|i|y IHi M ff, 8MMMM|ri|n 45 HL ” ®*> BtafeMtalim OllMWßWaG. Schriftleitung. Verlag und ÄesLüftrstelle in Breslau!. Sch»eid»itzerßraße 37 Zuschriften und Aeldsrndungen lind dorthin zu richtm. — Die GeschÜfUftelle ist SoanabeRd». Aeintaß» «nd Sonntag« gefchtofs«. Nr. 30 f Jir bk mit Uaata ge»efchaestrR Haffttze, »eiche »k peefHaUch« Mia»»« »ei Verfasser, ra» gaS-nick »ria«ea. INraiaiat tk sschristkinn», aar tk sseetz, «echtzttche Owil—rtaa«. ] Antwort. Lu Herrn Professor Dr. Langemuuu, Göttiugeu. Sehr grrhrtm Hcrr Professor! Ich fühle mich »erpfiichlet, Ihnen mitjuteilen, daß Sit »ir durch Ihre» mit lieblichen Gemeinheiftn omlittint Antwvrtbries, den Sie im edlen Münchener .Bülkrfchen Beobachter' vom 18. Heuert (!) d. I. oer iffentllchten'), eine große Freude bereitet baden So herrlich habe ich schon lange nicht mehr lachen Itnnen, all nach der Le IIS,e diese« Ihre» neuesten Geifteterguffe», O« ist ja zu nlkg ,u beobachten, wie lammsromm und «schuldig treu Sie stch gebürden. Sie betrachten e» nach eaft MC ai» Ihr» ooruehmfte Ausgabe, im Namen der christlichen Nächstenliebe .da» große heilige Hassen' ai» .den eigentlichen Hern, die Seele uud Kraft de» JudenitM* »isszudecken. Merle» Sie den wirtlich nicht selbst, tachdamhrim Herr Prosessor, wie lächerlich Sie sich damit '■MtM* -Amu* ««. de« nutz ko» alte Sprrchaprt, Butter auf dem Kops haf. soll Mcht «rite »he»»' Heraus an» einer tolerante» Rtckstchtnahme, die Ihn» ge/nübm aber offenbar »dlig unangebracht ist. unterließ ich e». Sie bereit» in meinem erste» Schreibe» an die ullbekannten Laten der christlichen Nächstmliebe ru erinnern: an die Kreuz,»ge, in denen man im Namen der Religion Lausende »an Juden erschlug und »eibrannte, Hunderte oon jüdisch« Frauen schändete, ganze Gemeinden a»4rotteie und zerstdrle; an die Gleuel taten, die man in der Zeit de« .Schwarzen Lode»' an den Juden »erübte, weil ste angeblich die Brunnen vergiftet haben sollten; an die Jngnefilio», in der man um de» Glauben» willen unschuldige Juden unter den entsetzlichsten Qualm solterte und marterte »nd langsam zu Lode quälte; an all die Au»nahmegeletze. die man >m.heiligen' Mittelalter, nein auch in der noch heiligeren Gegenwart ln Iieir»oller Weise gegm die Inden erließ: wie man ste wie Liere behandelte und teilweise noch behandelt, wie man sie au» der mmschlichen Gemeinschaft »urzuschließm suchte und ste durch besondere Kennzeichen braichmarlte. wie man sie in dumpsen. mgm Gaffen einschloß und ihre Fort» ezistenz durch schändliche Eheeinschränkungtgebote zu VN» hindern suchte. Ta« find, »m mit Ihren eigenen Wartm. Herr Prosessor, zu reden, einige Beispiele .der praktische» Anüwirkung' der christlichen Nächstmliebe. die fich j« bekanntlich aus jeden Menschen erstrecken soll Und Sie. Herr Prosessor, der Sie diese, auch »m> ehrlichen Shristm al» barbarisch gelmnzeichnetm Zustände am liebstm auch wieder bei UN» einsührm Mächten, Sie schämen stch wirtlich nicht, im No mm der christlich« Liebe »am jüdischm haß zu sprechm! Man lbnnte über eil/ solche Seifte»1 »erdrehung Zeinen vergießm, «MN Ihre ganze Brwritftlhrung licht die Lachmulteln I» surchtuar ,n Bewegung setze» würde. ' Sehm Sie. die wmigen von mir angesührtm Beispiele bedürft» keiner Belegstelle; ste ftehm i» allm Geschicht»- bücheru, jeder Schüler kmnt ste uud da Sir Professor stich, darf »au wähl an nehmen, baß Sie auch schon einige» dt»»» gehärt haben. Barum ftlhrm Sie denn nicht auch eine solche geschichtliche Tatsache an, au» der fich der Haß der Juden gegm dft Ehristm, von dem sie immrrsock faseln, ebenso klar und unstreilbai ergibt. Sie ieschräukm stch bei Ihrer Brwriafthrnng immer nur aus Ztlale au» obsknrm Schriftm, die übrigen», wie z B. die »an Jhnm iMerft» .Drbre Da»ch' so .heilig' find, daß ste selbst meiue .Rabbiner bep». Oberrabbiner', die Sie mir warpend vor die Seele stell«, gar nicht Konen. Sie -füheb» Protokolle oon /beim« jüdischen Sitz»»/» «, dem» Tagungsort Sie selbst nicht anzugebm vermägm. .Me stützen stch aus ei» Friedhoftdoinment, da«, »ste Sie Übst als .Anfänger' in jüdischm Ding« wiffm müffm, nicht» andere» al» ei» Aieüzng tat einem Kchuudram» Breslau, tea J3. ft»,»st J920. Job« Retrliff«, de« srüherm »ietmal« beftrafft» Redakteurs Goedche der ftommm Kreuzzeitung ist. Sie mtdlddm sich Nicht, von dem Geheimdokummt eine» gesallmm jüdischm Major« zu sprechen, ein:» jüdischen Major« der russische» Armee! Und da soll ma» nicht laut aas!acht»! Man weiß wirklich nicht, »a« man mehr bewundern joll: Die Berdouungiiüchtigleit der Lejer de» .Reichdbotm' und de» »Völkischen Beobachter»', oder die Naivität!bez». lln» versrvrenheit, m,t der man e» wagt, solche Lttgm der Welt vorzusetzen Ich habe e« unter genauem Hinwei» aus dre »dt,gen Belegstellen IN meinem elften Antwort schreiben sür überfiüffig gehalten, diese Ihre.ollen Kamelle»' noch besonder« zu widerlegen. Wie ich nun «ährmd der Druiklegung dieser Zeilen sehe, hat Herr Amt»gericht«rat Stet» in Essen, an dm ja Ihr »ffrnrr Brief im ,Reich«bolen' gerichtet war, auch eine Enlgegung geschrirbm, die her wahrheil»sördernde ,Reich»doK' natürlich nicht ausgmommen hat. In seiner »arzüglichen Antwort, die jetzt in dm .Mitteilungen de« Stzndiku» de« Eintralvereini deutscher StaaUbürger lüdischm Glantm«' («am I. August 1920 Seite 28! ff) veröffentlicht ist, findet stch eine genaue Widerlegung der pan Jhnm angesühvtm »geschrcht1 lichm Borgtnge der Gegmwart': Auch Herr >mft«ächt». rat Stern kommt zu dem Ergebnil. daß alle Ihm Qitelle», ohne Auinahme, .al» Fälschung« und Erfindung« »st genug nicht allem «an jüdischm Seite, loader» auch hervotragmder christlicher Seite erwiesm wind« find.' (Seite 28b). Eia Amtt/richt«rat wird »ohl wisse», wie «eit er it», sruw» Aenßerungr, gehm darf, i Me werbe» '«» drcher.'geehcher Herr Pre^eff«, eueG tisbMche Nnchenl daß ich »ü» Wahrheitsliebe, die Sie emrkwürdige» »eise auch von mir al» einem dentschm Intim erwarten, auf Mein Zitat, .daß e» sür du Verleumder (eine Hoffnung gibt' weiterhin bestehm muß. Sii haben fich aber auch in der Erwart»»,, daß ei» deutscher Jude auch .Sinn sür glich Sitte' hat. wie Sie gleich 'merken werden, nicht getäuscht. Ich erachch e» »U eine Anstandtpfiicht, Jhnm, hochverehrter Meister, in aller Bescheiomheit dm gutm Rat zu gebm: Berüssentlich» Sie um GottetwMm Kiue offmm Brief« Über jüdische Fragen mehr Daß Sie ein guter Jäger find, hat» dch von Jhnm in Ihrem erst» Artikel geschaffen» Büche zur Gm »ge gezeigt. Aber ei» gewisse« Maß der Beschränlung muß fich selbst ein Prosessor in dieser Hinsicht auserlzgen. Wo» Sie fich aber in Ihrem letzt» »ff»» Blies geleistet haben, geht mlschieoe» über da« erlantch Maß hinau». Sie sübren zunächst ein neue« Dokument, da« de» jüdischen Haß erweisea soll, ins gelb: da« Betenntai» de» Rabbiüer» She»Kl Zwi k l ätze l. Sie tum zw« «ied« so. ol» ob Sie diese gewiß merkwürdige Stelle selbst gesunden hätten- In BirklichKit ist »brr auch da» eine »olle »bgelutschte Kamelle', die bereit» in dem w» mir schon einmal zitiert» .Abwrhr ABE' (S. üll) solgender» maßen in« rechte Licht gefttzt wird: .Unter der lleberschrist .Da« große Haff»' hatk der Zionist llheelel Zwi kldtzel in der Münchmer Monatsschrift . .Janus' (10L2/1S, Heft 2) eines Artikel oerdssentlichl. in dem er behanptete, daß dem AnüftmitGm»», dem Judmhaß, aus jüdischer Seite ei» große» hass« alle« Aichtjüdischm aegmüberstehe. und dm er in, weitem» zu einer wahren Haßorg'e gegm alle« Richljüdische an»- geftaltek. Diese hysterisch »ujgeregkn Deklamati»»m warm natürlich Baffer aus die Mühlm unserer Anti» semitm aller Grade. Da ma» fich davon eine große Zugkroist versprach, sorgte ma» noch Kräslm dafür, daß ste nicht in Lergeffenheit aerietm. Nammtlich Hem Lheodar Fritsch ließ e» sich anaelegm sei», aus ihnm gehtrig Kapital zu schlagen. Da« ersteht ma» scha» daraus, daß er in seinem. Hdt. ,» zwei Stelle», S. 007 bi« 809 und S. 22 und 23, große Stücke au» dem Artikel zum Abdruck bringt, die zum Leis wirtlich ütereinstimmew Diese Bieder holu»g «erfolgt natürlich d« Zweck, dft der antisemitljchm Hetzpropaganda trefflich zu Hilfe kouitiimdm >a«l-ffu»gm Zwi Klitzei» de» Leftr» »nd Benntzem de» Hdb ganz besauder» einzuschtrsm. Und Hem Frrts ' hat seinm Zweck »ollständig erreicht. I» einer große Zahl dm von dm Anstsemitm «erbreitetm Flagblttret Brosch»»«, ZeUnngsartikel uswbegegnet man inemm n» immer wiedm de» .großm jüdischm Hasftn' de» Hem,! Kldtzel. In de» Schandtmye «Ih. Meister» 1 ^m(cs hIb 3b|^mma Ultf ** ‘ fülfchvch «U Rabbtner be/ichock- Klü/t * ) Zützrgüng XXVI gar nicht. Ar war zur Zeft dm Absaffung det Jrtikelü ei» junger, etwa zwanzigjöchrigm AKmmlarlehrer. Jnsolge sein« Entgleisung find damals alle jüdische» Richtüng» ausdrücklich »an ihm atgerückt. i»»tes«dem auch ftend Parftigenosft», dft Zionisten: durch eine Erkltrnnß ttzaa» ParteiöarstiUide« i» ihrem Parftiorga», dm »Jüdisch« Rnndsch»,'. Nicht einmal erfinderisch st»d als» dft Herr« Anti» semite», sondem, «ft Sft Ham Professor salbst sehen, einer schreibt nur dft verlmnitn», »nd Dummheit das a»dem ab. Ist da» nicht zum Lachm k Sft sag« da»»' weiter, dal Judmtnm sei »derzeit bestrebt gewisse», Ueierftstungm seinm Quollen, besondmll de« Lalmudü, z» verhindern, weühal» auch üb« dft «« Jhnm ptftrft» LalmudWersetz« eftw .«»erbittvcha. pme. same Lersolgung verhäng eeorb« ist, dft manche daw ihn« in dm Lad trich.,' A»ch da« ist eine ast «ftderholft Lüge Ihr« GestNmngtgenofft». W»»» haben sich dmn dft Aide» »egm dft lleterfttzu», ihr« Schrift« «ftrtubt, und »ft. um olle« in dm Welt, linnft es denn da» Judmtu» «erhinder», »aß seine Bücher, »ft b»ch durch jede Beechbimdlung »nd dnrch jed« BSlftthet « Hab« fnl>. »m Monsch« akftr Nationen und Religime« geleft» u»d übersetzt werdm k . lletrigea», warum schreib« Sie, hochdereheftr Ha« Pmiessor, den» nicht seSst »ft »»» Ihn» al» sehftchd bezetchnete wllstBedige Matmnblltechetznagk Hat« Gft etwa «ich Angst, »ach Sch dtühalb .dt d» Lob /trieb«' - werben, «tat In« Sft kü .Mickleichl nur deühatl "" »M Met« Jjn Stfti» wt «Hta dürstet üamznIbK?tach»ft mfmS't*SmII 1_ tezt lese» kbnn«, /statft ich mtr Ihn« z» »erraten. HM' m eine gtit L^madübeefetzm^ und zwar am, Da. Geldschmidt pbt. doch habeUch Seüüre Ihr« essen« Briefe /linde Zwaisel. ab Me st« richtig «eertan bennüen kbunm: tan, auch dazu mhärt sch« etwa» mehr all ein» nur ant proseffmaft tantsch-oslktsche Gest,,»«. Bitzblattreif ist ab« schließlich v»r allem »» Antw«». der Sft mir ans da» »aa »ft beanstandeft Lephftlaktnt getan. Gft sa/n: .e* stammt »ns tastm Quelle'. Atar tastm Herr Projeffor, /tan Sft stch »ach nicht s» mtzstmtlül Bür« Sft nicht ai, dentschm Pröfrffm, küntae m« tüft sächlich ^eütbew Sft gehürte» auch MM Beend dm «n Ihn» «ltirrft» .Weis« id« Zft»'. so »eheimntlnall brücken Sft stch an«. Weist« Oft nn» den» nicht awch diese .taste Qualle' «errate» t An» dem. wai Oft wett» sa/n, kann man sft ja »dar eini/rmaße» erraten. Me klär« mich dahin auf, daß dag von «ft nicht verstmebaM 0. Tepleilln-Dicke Lchtikla M fts« ist. ErftaebeetMe Hem Prosessar, wa» iss da« jtr «na neue technisch« Bezehhnuna: dft Dicke Lesthillnt E» seheint «ft. daß dft .»uft Quäle', bei dm Sft stch in »iesm An/le/ndftt Rat geholt habe», ei» atgtfeimt« Bitztild ist. be» Me ans tan Lei» gekrmta» find. Zudem komm« Gft wfttar neck Kr« Seift tO. «h« auf meine Auffordarnng hi», ft »ft m stch für tarn Bsssenschaftlm tach aezftmt, Drmkmt nn» Jiaheechmcht Ihrer .Dnftn Lephill»' mezn/tan. Aus Ihm bäsanieä» Anfra/ hi», bestlli/ ft» Ihn« «tardft» ptm wi|M« daß m Met Schet, e*t Cie ei »Mer«,' ütarhantzt Damit hoffe ich. Ihm Bißbrgftrbe, soweü al fte mefte« schwach« Krtfft» steht, genüg«» /Mt m habe». Ich tagen/ Ihn« atar auch:/nt, wmench «ft mich nicht gefragt ^etau, daß «e aess «rnnd Ihr« ' genamck« Ddißh« Kenntnisse »etar befugt noch bm stod, auch nnr et» Boet Nom da« Jntantnm »nd Onetan «wpeft/n. Ben» Sft el ftehdem I Ich reicht, ob Sft es ilme, «. ft/n »ft mal — »dm aew dm w» Ihn« aeetmftn« Ntchstenli eta fte» I» tatta, ssil» »in lch »nz Jhrm Asteionng. iet ehe HWzfHM ssjMM AichM Wßtz ktlssSM DuÜflDM Ihre« Schl»/» wirklich »echt «ÜMch ist. «ft Bssnh, Schiller.war Kta Jnta mid tat »nch schm, /siigt/ftch 1 * ff« «»«ftore« ssehi« M, //» dft selbst stft^ ÜWHfEU. -1 * «kr mt ** cfaMtc >k tia, Mit Nviig Sft. sehr «ehchm Hem Pmftchm tata len. Miss, indem fthßftrmck dft Dwteessm» Dr. H,,o Haß».