Mannheim
Compact Memory

Jüdische Volkszeitung · 1920-08-06 · 29 (6.8.1920) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
26 (1920)
Issue
29 (6.8.1920)
Date
1920-08-06
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
77% known words query
IRI
…/6682508-6377572-6450461--1330-4851021
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

t* MmäanfT e^cheMt »HchmMch — 9niiag ob law I |w»M d«ch Me Dich, mk M»ch Mach Me OefchMMßele k» DM9k mbD Mi l*Mng M Mi «chchcht»MLe 8! UnoM 95 N. . . f* MoMUMü« «r. 400 Mun ~ iST ßrrnNr.-Knschlnt 3T2 Po(t(4«k-Ko»to BrtnUa Nr. 1T393 ■nt S. tatafri» t« »<>»»'11 10-4. ko «MMai 11-1 < 4 k i r i« r« aakat —4 HHT—wni fern»»,. Da» MM kn »4ni4riwni Znl, Mo WM.« Inwf^w v*4» W 1 aSTni««|ll|il 44 M - m W«« tmlüi«!. 64ii|tltild«B, SttlOB u«fe Grschüstfestelle in Br«4lau I, Schweidnitzarßrast» >7 und GelbfendieAgen find dorthin zu richten. — Di« Geschäftsstelle iß Sonnabend«, Feieftag» und Sonniagfe |i|iMi||i«. Nr. 2» Bmlan, fe<n «. fluguft 1920. 34*|4>i XXVI )h Me Ml Mm DMMchMM MchMtze. »Mche Me »eechMlche »et««, Ms Ocrfefew mm M11M1M MM««*, ItcnÜMt Me SchMsttMiMW m» Me Msetztiche BiruumMn. 3«m v-judr»prostlk«. Herr Neichlaafeabgeordneter 0. 91 um« fühlt sich deruse» und verpflichtet, in einer Jieihe von Zeitnngfearfikeln fe»4 deutsch« Soll vor feer drohenden Ostjudengesahr «indringlichst tu warnen. Mit welchen Mitteln er dadei «rteitet geht >u» solgender Erwiderung hervor, die Herr Landeürabbiner Dr. Nieger-Braunschweig in der .Bronn- Ichweiaer Landefezeitung' nerfesftMlicht. Er schreibt: . .Ich beabsichtige .keine Widerlegung de« vdllig irreführenden Irtikft» de« Herrn l). Muni« in 9h. 189 der .Lanbeszeilnng'. sondern nur ein« sachliche Nichtiastellung seiner irrigen Behauptungen. Jeder einsichtige Leser kann sich dann au» diesen Berechtigungen leicht selbst ein Urteil über den Wert de» Artikel» de« Herrn Mumm bilden- 1. Die Zahlen der , unerträglichen Einwanderung gnlijischer und ruffischer Juden' > Die Zahl der seit Kriegfeschluß eingewenderten Ostjuden betrügt sür Berlin 25 000 bi« 80 000. sür Bauern 8000 bi» 4000. sür Baden und Württemberg zusammen 8000. Für di« anderen Bundeüstaaten find die Zahlen der Emwaicherei noch geringer. 2. Der Geltet meid in München hat mit der Ostjndansrage nicht- Du» Mindeste ‘in «um. > Zn den Ermord' gehbrte» nicht nur Mitglieder einer antisemftischen Loge, sondern auch der greis« jüdisch» Maler Professor Berger. >«n den im Münchener Geiftlmoidprozeß Angeklagten Fritz und Joses Seidl. Schicklhoftr. Will. Purzm. Fehme. Kick, tffsell. Hasteimann. Lern«, Ga««», Huber, Nothwetzer. Petermeyer. Bdlkl und Schmittele ist auch nicht Einer Jude. Dagegen hat sich der Jude Lol« dem Mord« der Geiseln mit aller Macht widerletzt Levin-tzeainö-Nisten ist niemal» Jude gewesen, Nach Aufekunst der Münchener Etaatganwaltschaft herht Lettin» Vater Ludwig, sein« Mutter Katharina Kondraftow». Er stammt also auch nicht von jüdischen Ettern. Der Name ist eine Verdeutschung de» lateinischen Namen» Laevinu«. 4. Die deutsch« Eowjetbewegung hat m l den oftjüdischen Einwanderern überhaupt keinen Zusammenhang. All» Behauptungen, daß sich bei den Unruhen im Nnhrgebiet Ostjuden beteiligt haben, find all irrig langst dargetan. Ale. aber auch alle von der .Deutschen Zeitung' vom 2. April nomentlich ausgesührten .Ostjuden', die bei den Unruhen eine führende Nolle gespielt haben lallen, find entweder al» Ehriste» oder al» völlig Unbeteiligte bereit« nachgewiefin. Unter den 16 Daten der Efiener Einwohnerwehr. d„ im Kampfe gegen feie Spartakisten gefallen find, befinden fich allerding» zwei Juden Da» ist feie einzige Tatsache der Beteiligung von Juden an feen Nuhrgedietunruhen! 5- Wenn sich im letzten Jahre eine Anzahl rujfischer Und deutscher Juden — zumeist überspannte stiteraten — an der kommunistischen Bewegung beteiligt hat. so ist da» Judentum dafür nicht vrrantwoftlich zu machen, zumal diele Kommunisten langst au» de« Judentum aufegetrelen waien und wie Eibner jeden Zusammenhang mit dem Judentum schroff ablehnten. Gros Arco. der öen Juden Eigner ermordet hat. war übrigen» der Sohn einer Jüdin. 6. Gegen die Behauptung, dah die eingewanfeerten Ostjuden .Händler und Schieber niederster <!> Garte' und Trüg« de« Balschewwmu» find, lege ich feierlichen Einspruch em. Da« Attenmaterial beweist, daß sich unter allen in bayrischen Jnternierungglagern untergebrachten Oftjuden kein einziger besunten hat, der sich eine« ehrenrührigen benfewandet» schuldig gemacht hat- Die Internierten find »„»schließlich Juden gewesen, die ahne die ndtrgen Papiere über di« Grenzen gekommen find, um dem polnischen Elend zu entrinnen. Mit Menschen, die durch Wucher. Schiebertnm und Schleichhandel oder durch Hehlerei die Notlage de» deutschen Vaterlande» auöbenten. lehnen wir jede äufiele und innere Gemeinschaft ab. Soweit dies« gemeinen Schödling« Juden find, sogen wir un» offen und frei von ihnen lofe. Zu unseren ehrlichen, arbeitsamen ostjüdischen Glaubenüg«nassen bekennen wir un» dagegen ebenso »Isen und frei.' tu« dieser Erwshernng kann man sich ungesöhr ein Bild mache», wie die Begründ», auggefihen haben man mit der Herr v. Mumm dieser Lag« im Haupt» »«schoß de» Neichfetage» einen Antrag feer Dentschnatronalen Partei pur Ostjudensrag« nngebrachl hat. Der Antra, lautet: Der Neichfet», »olle beschlleßeo: die Neichferegierung zu ersuchen: 1. in geeignet erscheinend«! Weise daraus hinzuwirken. dah feer MoffeneinWanderung fremdstömmiger Elemente, iafebeso adere über die ostgrenze, gewehrt werde. 2. in geeignet erscheinender Weis« daraus hinzuwirken, dah sremdstömmige Element«, soweit fi« sich al» löstig erweisen. über di« Grenze, loser» »ngöngig. zurückgebracht und ersorderlichensall» inzwischen interniert werden. 8. dem Reichstag beim Wiederzusamwentrift «in» Denkschrift über di« Einwanderung ftemdftömmiger Element, seit lös», über die ^gen unerwünschte Eiuwandernng getroffenen alteren und neuen Mahnahmen und über da» biüherige Ergebni» derselben varzulegeu In der Prozi» richtet sich feer Antrag natürlich jimt gknen die Ostjnden. denn gegen die Maffeveinwanderung russischer Adliger, die sich in den schönsten Berliner Wahnungen beeitmachen. hat noch nie ein Deutschnationaler etwa» einzuwenden gehabt. Nach de» auösölligen Darlegungen Mumm« gegen di« Ostjuden spracheu die Mehrheitösazialrsten und die Unabhängigen gegen feen Antrag. Zentrum und Demokratie «Bürten fich sür den Antrag. Neichg- »inister Knch erkennt an, dah bei dar Defeor^mjattan e» häufig den Ostjuden gelinat. ans de» Wage feer >»- »mhun, ad« »lt Helschen Ächan übm dtUm».^n kommen. Er sieht di» Frage nicht al» Parteisrag« an. Bei unsere« Mangel an Lebenümitteln. an Wohnung«, bei der Gefahr der Seucheneinschleppung sei allzu streben, dah bei der Erteilung von Püffen mit Zurückhaltung verfahren wird. E» geht nicht an. wenig brauchbar« «beiter au» dem Osten zu importieren und gelernt« deutsch« Arbeiter dafeurch zur Anfewanderung zu zwingen. Gegen feie Sfimmen der beiden sozialdemokratischen Parteien wurde daraus der Antrag in den beiden ersten keilen »ngenammen. Die in Punkt 8 erwähnte Denkschrift soll sich nicht nur aus die Osteinwanderang. sondern aus die gesamte Ein. und Anfewanderung erstrecken. Wenn die rechtfestrhenfeen Blatter auch schadenfroh danüber lächeln, so hat der Unabhängige Dr. Nasenseld diefemal wohl doch fea» Nichtig« getroffen, wenn er lagt, dah ihn die Zustimmung der Demokraten zu diesen deuffchnetionalen Lorschlügen .erschüttert' habe. Wir kennen die Gründe nicht, die die Demokraten zu dieser Nechtfeschwenlung bestimmten. Wir halten «» nur sür angebracht, in diesem Augenblick daraus hinzuweisrn. bah selbst di» Herren Denlschnafionalen nicht immer feen Ostiuden gegenüber «ne solch seindselig» Haltung eingenommen haben. Al» 1914 zu« erstenmal die deutschen Armeen in Kongrehpolen einrücklen. da erließ, wie feer .Borwürt»' richtig schreibt, die beritsche Oberst« Heer«»- leitung im Osten, also Herr Ludenborsf. einen »under- Ichdnen Ausrus .An die Herren Juden in Paulen'. In reinstem .Jiddisch', besten man ihn gar nicht für söhig Hütte halten sellni. versicherte Herr Liibendarst den Ostjnben. bah feie Deutschen al» ihre Beftriee kümen. Sargsültig waren aste Echan dielen de» Zorifemn» gegen der Juden, alle Unterdrückungen. Pagreme ns», angesühet, um im Anschluß fearan zu zeigen, wieviel bester fei« Juden in Deutschland behandelt mürben. Ja. bat war einmfel . . . fife ist nur gut. baß der Direktor de» Wohnung»- amte» von Groß-Berlin. Dr. b« Laporle, «in Mann von flroßer Sachkenntnis und wirklich humaner Gesinnung ist. Berlin ist nach wie vor einaü der grüßten Sammelbecken de» ostjüdischen Wanberstrome». I« .Berliner Lagelllatt' setzt nun de La Porte dieser Lage alifeeinonder. daß augenblicklich die Wahnungfeverhüttniffe unter den Flüchtlingen in Berlin katastrophal m werden beginnen. Durch da» Fortbestehen de» Kriegszustand«» zwischen den Bereinigten Staaten und Deutschland «arten Hundert« von Dnrchwandereni in Berlin ans dir Bifiernng ihrer Püffe. Da» Sahnnngfeamt HÄ nun wfechnu» den Gedanken der Internierung ausgenommen. Dieser An», weg wurde von jüdischer Seit« bisher mtt Ibecht immer al» ungangbar dqeichnet Non hat sich da» jüdisch«. Aebefttefttrsorgeamt Berlin selbst entschlossen, in her Nähe von Berlin Teil« eines Lager» zn mieten, xm Heer kneift sür «in» «Hm Zahl ofisüdische« Arbeit», M schfetzftm In einrm «knnbfchwjben weist da» jüdisch»ArbaitnM sürsorgeemt aufebrückllch dornns hi», haß bichm Wfe» nicht fea» Mindest, m» den «estv»n>>»n i„»tl,nünm Kreis« zu tun ixt, ein - Aa»n»hm w»f«tz gegen ostsüfemchfe Flüchtling« zn fthaffen und st. zmMüIw^ wmnüHl» noch unter militürischm Mer hB|Mr Anstcht. 4a * «nnjmtcatwnitagn n übersühmn. « hanfeev Ach mehr um ÄnUiimchi, sfeibstbnfeig» Mt jüdischen Oegontsatiaaen. Man miü «es blas» MW ostjübischen 8lllchtsin»n nicht unr Unterkunft. ' alle» auch Arbatstwmkstütten zur prnhakttpM I . «m Schneibern. Schuhmachern. Iffchlmn n-1w. . Das Aebeitüamt .legt Wart baraas. zu Mmm. bach G sich dabei MÜi4 » »ine «ntznahme hanchM, bla aus den Gr»ß-B»rli»r nntunttchen Verl hat. kw aber süei bi» tu anbamn Gagen befindlichen Ftüchiliev «Mi Mrnhemin «nasch, chfet. Die AnFmKm »mban ja anch dies« stützen» HG Ostjudensenge beanstundan. Gfe ist icher zn hfeGet, feach trotz aüefeam düi vertzanfeiaeegen, feie ». Zt. Piwschm btt »fei,chm, AebiweesürsiiegmMt »ch b« k«»^m>mß «tM AngAegenhMschwfestti. |u «im« «MHife« Mwt> Dast bim nbm natürlich M» «fegülst» MN» km Ostjudensrag« seiw kann, feavan I» anfeeemal. ' n. : DS < »y» dr»tsch »»Ms». f M L»« mischeftwnd Äch^^w beb . geblieben. Are snaatksche «lten Germanen, die st« gelegentlich nicht» anch des chrisÜiiM Glauben« zurück in erhitzten Kbpsea. di» ich« .Geistüü'.Praöakw b» . Beob.' abgulagern psiagen, dm> Gebanlen »ach > taffen, hi« alte Fe», wieder PI liwickn. n» mtt Hilse gegen das Wachen and Schtebwtn» Diese Wrisni van München haben sich bi«! »erd riesten lasten, «inen ganzen Gchtziüauümws M Pckragrnphen nnmnarbettm, der biese einzigariig« . Iprechaag^ die Mahl btr .FeUschigm' für M* I geruhte usw. gnun «gelt. Der Enüanrs Straft: bau Lob durch Eehbnmn. dar ll rieft sosort zu vastchchen ist. tust Jaden na» . stümmltng» van der Wnhl anfegftchlästen bleiben, ist I verständlich. Dft Nebaktimi muß ihren lieftckeiü > daß fi. ihm einen ftlchen »lbdstnn «orzusetzfen Gegen di« Lotuün«teile dm lpmm - zetert man. hier aber befttrwartft den Bolksinstinktrn nu»wl^lten Sans lasten u achtigkefte» Hansen würi»7 Wie dich« Urteile würben, kam, man an» ein« Ouaeeknn» bestalben l entnahmen, di. fich in ftsGad« Natiz stndft: Ja Nt hat fich jemand an» Gram üb« die Schmach Dantst den Lot Gneben. .Ein unnützes vdftrl ' «inen van Mn Hönptlia als» nicht» andere» niü tischen Menchekmach l s in Menschenltpftn matt fich » diesmn sftgs dt»! Do» kann »an auch Mit «ine» Eemeh szgm. der dekznnt» Ham Dr. Dnmk», dar Pe wtzmr de» M »oster» Dftitzsch bi dm Ztn.' »am 13. k. »dar l Hakenkreuz Mchnpft. Sr »mfieiat fich da PI dm st hanpinng. da» Zatchan .heb« den LrügM an» dar haran» und zwin^ ihn. t» manche» FWlm ach» 0j in den«, er Inf »üleicht kn UM M t Kurfürsten.Veden!« dästtn «in Dntschm tißl' i» \ »evblick nicht befalaen wücha.' Dich» Worte hatn scheinend einen Einbrecher in dn HeGchiadtnngn Schierhorn so gehoben, daß a «chü» CUpaI M hafte, sich «in Hatenkrrnz p, lausen und I» bei ftb Fahrten gleichsam al» stanüei zn tragn l- Wie fea, Zeichen sein. tUgn mmhftt. HM «an bei Lebenfemitteltrawallen in vamn nutz Kl " wabrnehmen können, wa «kannte Mitglied« de» Schutz and Lrntzdnnde» in dm Men« mnhmMnmn, «W klein» Paardmchn. p> veranjtoltn. und «r PWftdmtüfi y «an jüdischen Warenhünsern znnechiümk anstoedartnl M! kl», admohl bftanMlich »rade »ft W.mihAchm OSE mittettoaren zn »illiaeren Pmiftn »dzn»bOi pfiiWG «G? Spepalgchchötze. .LM nicht», Nr And« »ich lick ms irrt

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.