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Jüdische Volkszeitung · 1920-07-09 · 25 (9.7.1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
26 (1920)
Issue
25 (9.7.1920)
Date
1920-07-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Dezember 1919 ist die Bittschrift de» Verbände» der De»tschen Juden in Verlin um Einstellung von Mitteln für die Aufgaben der jüdischen Religionsgesellschaft in den Voranschlag de» Ministerium» für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung der Staatsregierung zur Be» rückfichligung überwiesen worden- Demzufolge hat die Etaattregierung sich einer erneuten Prüfung der Frage unterzogen. Sie ist. wenn auch die für das Eintreten des Etaates für leistungsfähige Kirchengemeinden mit maßgebend gewesenen, au» der Säkularisation des Kirchengut» herrührenden Gründe hier nicht in Betracht kommen, grundsätzlich bereit, die Einstellung von Mitteln für die Dynagogengemeinden i» den Haushalt für 1921 zu er» wägen. Nur muß zuvor über die in meinem Schreiben voik 4 Oktober lylst — G l gst2 1J — Porovs» fePorg staatlicher Leistungen bezerchnete Errld..ung einer di« Gesamtheit der Syn^ogengemeinden umfassenden Organisation Klarheit geschaffen sein. Eine svcTze Organi» fotio» soll analog der Regelung bei der evangelischen und der katholischen Kirche neben der emshilfsweisen Betätigung de» Staate» in erster Anie die Kräfte der leistungsfähigen Glieder in den Dienst der Unterstützung ffii die hilfsbedürftigen Religionsgemeinden stelle». Würde eine solche Organisation nicht geschaffen, so wären au» der Bereitstelung lediglich staatlicher Mittel für leistungsunfähige Thaagogengemeinden und der darin liegenden erheblichen Bevorzugung ror den christlichen Kirchen berechtige Berufungen auf evaogelischer und katholischer Seite zu befürchten Dem Vernehmen nach sind Verhandlungen über Schaffung einer suchen Organisation bereits im Gange. Ich kann diesen Bestrebungen nur den besten Erfolg wünschen und Dankbar sein, wenn ich über den Zortgang — dn durch Benehmen de» mir als Sachverständigen fc^frv^tten Herrn Iustizrat Lilienthal mit meinem Referenten auf dem laufenden erhalten würde. Die Einstellung von Mitteln in den Staatshaushalt für 192U verbot sich schon deshalb, weil zur Zeit des Eingangs de» Beschlusses der Londetveriammlung die vorarberten für die'en StaatshauSh^t bereits abgeschlossen Karen-- gez. Haenisch. Der Verband d:r Deutschen Aiden hatte bereits vorher a» den Vorstand der jüdischen Gemeinde Berlin ein Ghreiben gerichtet, indem es u. q. heißt: Geteilt sind die Meinungen über die Frage, welcher Leg zweckmäßiger einjuschlagln :st. um zu dem um allen ersehnten Reicheverbond jüdischer Gemeinden Deutschlands zu gelangen. Während der Temrindebund glaulck. am leichtesten dadurch zum Ziel zu kommen, daß er auf seinem Gemrindetag die Verfassung zur Annahme bringt und dann die einzelnen Gemeinden zum Beitritt einladet, während die nicht beitteteode« aus de» Gemeindebund für die Zukunft ausgeschlossen werden müssen, erachtet der Verband für erfolgversprechender, daß, wie es der »kt. 137 der Reichsptrsaffung vorffeht. die jüdischen Gemeinden selbst und unmittelbar sich zu einem Verbände zusammeuschließm. Die Jüdische Gemeinde zu Berlin ßisommen mit anderen großen, mittleren und kleineren Gemeinden. die sich ihr etwa freiwillig anschließen vollen? wöge diejenigen Ge- «emdea. die einer» Zusammenschluß geneigt find, zu einer kanstittnerenden DersaN»l»»g einigen, in welcher die Dauernden, die endgültig hierzu bernt jtik, den Verband •**» ®nw^ der vorltufigm verfaffrag begründe». , "*»«Uich aus fvlgnrd« Erwügvrgen wird u. L. dem "tzteren Weg der Vorzug zu gchen sein: Nach Art. 137 der Reichsverfoffüvg >ds. 5 ist Vedingung für die Verleihung der Rechte als öffentliche Körperschaft, daß mehrere öffeattich-rrchttiche Rrlchionsgesellschaften sich zu einem verband« z»sa»»enschueßen. Die Gemeinden find es daher, welche die Veitrißtserkläru»gen adgeben müsse», dawit ei» salcher Verband zustande kommt. Dir Beitrittserklärung der Gemeinden kann nicht durch die Abstiwmung ihrer Vertreter auf eine« Gemeindetage oder durch einen Mehrheitsbeschluß des GememdelagrS ersetzt »erben. Rach der Beschlußfassung des Gemeindetages müßte daher noch eine besondere Bei« trittserklärung jeder einzelnen Gemeinde erfolgen. Zur Erreichung wichtiger Zwecke des Reichsverbandes, namentlich der ausgiebige« Unterstütz««- der Leinen Gemeinden. gehsren vor alle» große Mittel. Wählt »an den Weg. daß zunächst die Mitgliederversammlung eines Vereins beschließt, und erst dann die Zustimmung der Gemeinden erbeten wird, so besteht die Möglichkeit, daß gerade die leistungsfähigsten Gemeinden diesen Beschlüssen nicht beittete». Dann aber hat «an zwar eine« Reichs' verband, aber er ist nicht arbeitsfähitz. Darum ist h« Weg vorzuziehen, baß zunächst gerade bi« leistungsfähigsten Gemeinden sich zufammenschließen und unter Zuziehung anderer, deren Zustimmung sicher ist. dir übrigen zum Beitritt auffyrdern. Dana ist von vornherein die Arbeitsfähigkeit für den Reichsverband gewühtteistrt. Der Anschluß der überwiegenden Mehrzahl aller Gemeinden wich sicher iss kurzer Zeit erfolgen. Die Schaffung der Gesamtorganisation ist die eigenste Angelegenheit der jüdischen Gemeinden, nicht der Verbände. Nur die Gemeinden können und sollen sich ziisamm«' schließen. Sie müssen &4.JUIU» oes Vorgehens schlüssig machen. Der Verband der Dänische»' Juden hat derhalb beschlösse», unter Darlegung der RR herigen Vorgänge und bes Standpunkts des Verbandes dem Vorstandder Jüdischen Gemeinde zu Berllnals der größten deutschen Gemeinde onhennzustellen, nnnmehr nach Fühlungnahme mit andere» Gemeinden selbst darüber Entscheidung gu treffen, vb die Gemeinde« die Gesamt- Organisation selbst in die Wege leiten oder den weiteren Betrieb der Angelegenheit dem Gemeiudebund üdertassea wollen. Vorschläge find ja jetzt genug gewacht — wo bleibt die Ausführung? Der zionistische Drltzierlnttag. Eon Rkchlsamsatt Georg Schatz. Dir lt>. $tltginltnlag btt zionistischen Bereinigung für Deutschland hat in der Zeit vom 20.—24. Juni in Berlin staltgejunden, Die Tagung stand ganz unter dem Eindruck der Beschlüsse von San Remo, Die unmittelbar bevorstehende Einrichtung der Ziviloerwaltung in Palästina unter Leitung jüdischen Oberkommiffar« Sir Herbert Samuel gibt endlich die Möglichkeit ausbanenden Schaffens. Daher war die Beteiligung au» ollen Teile» Deutschland» außerordentlich stark, und di« groß« Zahl der Gäste, die trotz der mehrltzgigen Berhondlung nicht geringer wurde, bewies die rege Anteilnahme der Berliner BedÄkerung. Der Eiaffnungilag stet gerade mit dem Tage der Redrüsentantenwohle» zusammen, Al« am Abend de» Srdffnungitagk, der l, Borfihende, Rechl«onwatt Dr, Kitt, Mannt gab, dag non asten Äroß-Brrtiuer Stimmen mehr all ein Drittel! sltr hie zionistische Liste abgegeten worden seien, dankte der Delegiertentag Herrn Gr, Klee ol» dem steiler der Wahlbewegung durch eine stürmische Ovation. Aach dem Rechtnschastsberichte der Leitung erstattete Herr Lichtheim eiutM Bericht über die politisch« Lage. Wahrend dir zionistische Politik bi»her in erster Linie daraus gerichtet! gewesen sei, die Herzen von Juden und Christen sür die Idee,zu erwärmen und sich eine sest. organisierle Anhängerschaft zu schaffen, müßte jetzt an die drattische Beiwsrklichung der großen Palästina-Ausgaben heran,-kete» weiden, A>» wichtigste »oliiilche Ausgabe der in Palästina selbst zu ireidenden Polelii bezeichnet der Redner die Schaffung freundlicher Lrziehunaen zu den Arabern, Wir »rauchten, um sür und in PalüsAn» Platz zu schaffen, die dort letenden 600—«00 000 (toter nicht i» verdrängen. Wir Hütten zwar durch Unsere IRfiiK, den znm grdßten Teil brachliegenden »der »rimitin bebauten Großgeumdbeffh einer intenstne» vewirtschastnng zuzusühien, den Widerstaird der arodischen Sroßgennddesitzer herdorgemsen. K>ie Araber Hütten »der in ihrer *n .MNÜ- I «ehrhfft Serstündniü dastr, daß dt» wirtlich, Sukunft i» eigentlichen stlrtzbi»», «taMi nnch in j SiSÄSSf»! , ans jtfaur niedrigeren Gnt«ickln>>V»stNtdMe »in s dündni« zwischen Arnstein Und l sch»», wie Mi raMMt UU «ntschez^end sei, daß nicht nur zweisrll-» di» Ptncht. sondern nnch, veschlüst« in Sa» Rem» stewrrsen. den hat. die de« Mschen v»tt» ^chmeen Be halten. Di« »»tckisch» vttttiürnermaltnni Hab« zwar zeitwiüig keinen guten Mil» aber ««reit» in diesen Tagen astgelstst Ans politischen Gründen ließ« sich Anchlanst nen! leiten, di« Stz»d«thi» «ck Danckdarteü den über di» st oeytrenten 16 Pkistinnen Inden gn gewinnen. Engländ gibt nn» «in« s«ia «äh nnwttndeede s Wanderung sowie Grteichiernng der RatnrnlWnttn». l Juden, di» nach PalüWn» ,' einem Jahre die T“. dltrger zu werden, 3Ü> Ichaftlichen Annzesponen «hakten. Ule I „ die nicht Mn der DanMaaHOni seltch » »erden der jstdischm RwMisewanlgch» stlhrnng aagedatw »asten.! in Svroch« und Schnle stabil., . offizieller RnheGg nnaBmistMlÜG Ast» Laude«! erhalten. >0»/. der'Betwaann, fftlr di« kgnstige Artett stad« man bereit« di»! und w«d« auch da» zur Dnüchttihmng de» MistM t . liche »eld bekommen, »ttHldtisch. veMlstmwa schnell genug hiukomme». 'Dnmnw »er»« mit> Aachdruck daraus hinzuardettml snig «in« d . Siedeln», zu erstreben. Zur Gnhistdwnn, da I »erd« «in hestrüische» «rzlihuameffw in »anz ' durchzusqen (ein. Die loliffie Gesistgistnu, jüdischem Geiste zu leisten senr Danebeu «»ff« ein» GalnüßaNti« »enchtet sei aus di« trhattung de» «lürtung nn» Brrtridi^m, der Postüanen. die di, heit iefitzt. ans Schastnn, Mff BchinMn»u, di» t •olni da» jüdisch« Ledw erhnSw Jnliu» v«r,»r führt» darnus nn«. daß di» j Organisation, welch« di« vrrhandinngm, ssthr» Deätrüg« abschließ», dadurch die Lfftong der ' jüdischen Polka in di, Hand nehme und mi« eine Regierung sür nlla veeantwartlich dem jüdischen Pulk» geschehe. Berge» »«grüntet die 1 wendtgkeit der Schaffung «na zentralen Wand«»" «mia, da, die «ansternn, » gaßzügiger Meis» seil«. Da Palüstina nach auf Mete Jelsü mhat» na» I «aluRüudern »bstlMgi, seiu merste, ^st, der Ztm sein« tm* Kraft de, «nfM», zuzamensten. da« - jutentum stark nn» ßürker ,n mechin Ar Einführung einer Dienstpslicht Me, tst» ftsten M>. und jede jung« Jüdin nagstbchtet. sich mindesten» «in s Jahr dem Dienst, am Patte m imtmm I« dr, gaßeren «nhfft de, Bdchchen ststchM h« die Schaffung einer Pertretimn da msemta vetka. größt» alljüdischen Kongresta unst sttneo Untre» — lüdischen Kongresse der einzelnen Lieder, für ff Im Anschluß daran mnrd« der Bmtcht Sogkin« I .Di, landwirtschastlich, Erschließung Pelrstinn»' Eoükm sardert ein« RatioimlPernng da ^san nur da jüdischen Boden» ist Pelüsttmi. städtischen al« auch da lündpchen, «nmtt private Spekulation und vodtznwncher die Einiganderer immer ,«hr erschwert wert«, l snmr die Poiwendigint einer intrnstwen Bei» man nur in den weffeuropüischen Reuldsdui Belgien, Frankreich, England, auch iU Bxläar» vorbildlich in China, Jnpan und Korea md Länder müßten in erster Linie für di» ’ Chaluzim hemnaezaaen werden, — Bei der Fraß» \ weite« Artett h Deutschland ton «I |n W hnftest Kümstsen. Kon nstenmal uns dieseni ' Uwe Mnr der FmvtonMllstmmft stw» s ' nur -wenig» Bche^wR ftMinüI,, Ri »ei.

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