Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- 23 (25.6.1920)
- Date
- 1920-06-25
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 77% known words query
- IRI
…/6682508-6377572-6450454--1300-4850997- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die „ILbischr VoOfiffOnur rttdat »tzchtRlkich an ftbe» JJmtag an» kann fffttty dirrch di, fotz. »k r»ch dmch die Gtschtzstsftrlt r»» ttmf, «ob Vkekfithklich 9tt. 3,00 bezogen merbai. W «dhotmu, « ba t VK. 3 80 fattrtnr «mtan 36 *t. Scrnfpr.-Anftfot 372 Postscheck-Lovto Brestau Nr. 17303 uator 3. QftenftU 10-4« kn «ch^»»I„W, » 4 LP. Mrü-B»ehn» kw4*t Das WtartR - 10 ff. «i hwqma Mt » ff. fei Wt^echai»»» fmf gwy. einftlntuna, »eil», u»b «eschüsirstelle ui Srellau I. Schweidnitzerftraß« 37 SuiiWttfTi und Geldsendungen find dorlhin ,u rscht-n — Die Sesch«t«»elle ist Sonnabend«. Feiertag« und Sonntag« geschloffen. Nr. 23 Bk,lau, den 23. Zunl 1920. Zatzr^u, XXVI Mt nil VnwB ftifBtten Smfsltze. »etche bk fcfeMnf k» TJtrfmftn mb fluabni* brinftn, IbcrniaiBtt bk Sfriftlrim»a nur bk perß. Gesetzlich« Ptruf affttwg. Demagoge» und Führer. Etz kdnnte scheinen, als ob wir den Eireit Korahtz »nd seiner Rotte gegen Moje datz letzte Mal doch zu scharf verurteilten. 'Denn man sich die Beweggründe an« hört, die Korah zur Motivierung fermr Tat vorbringt, so »ird man zugestehen «üffen, daß viele» davon gerade «ns heutige sehr sympathisch berührt. Kvrah fordert von Mose und Aron, daß sie von der Führung drtz Doltetz »urLcklreten. Eie Hütten nun lange genug an der Spitze der Gemeinde^ gestanden. Etz liege eine masilose Leber- Hebung darin, zu glauben, daß sie allein die Führung Israel« verstünden. Andere könnten etz »iudestens eben so gut. wenn nicht bester: „Denn die ganze Geweinbe sind lauter Heilige.' Der kann lengnen. daß diese Gedankengünge an die »«Kavteßen Ideen »nserer Tage anklingen. Korah ist der geborene Verteidiger der Rechte detz Volke». Er künchft gegen Lliquncherrschost und eingewurzelte Bor» «teile. Er kümpst gegen Erbadel »nd angeborene Privilegien. Er will den i» Volke schlummernden Kräften zu» Eiege verhelfen. Er tritt ein für Freiheit und - mmfit - frh**r «ahn fto K TüchtPi^ Gr will die EouveränitÜt detz Volke» «rsten. Männer au» dem Vvlke sollen daher die Regiernngs» «schäfte führen. Und sie find daz» auch «ach seiner Lnficht besühigt. «Denn die ganze Gemeinde find lauter Heilige." ,. Kvrah befindet sich mit diese» seinen Forderungen nicht nur in Uebereinstimmuna «it den demokratischen Grundsätzen unserer Tage, sondern rr kann sich «it gute« Gewissen gleichzeitig auch auf die Grundleh^n detz Albentu«tz berufen. Eteht doch schon in der Bibel selbst ein Satz, der dem von Korah geprägten zum Verwechseln ähnlich steht. «Und chr sollt wir sein", so heißt es bekanntlich bei der Gesetzgebung am Emai. «ein Königreich von Priestern und ein heilige» Bvlk" Ünd doch ist ei» kleiner, bedeutsamer Unterschied «wischen beiden Eätzen. Lori am Einai heißt etz: «Ihr sollt «ir ein heilige« Volk sein". Korah stellt es aber so hin. als ob diese Forderung schon erfüllt, als ob dies Aeal schon verwirklicht sei. inde» er sagt: «Die ganze Gemeinde sind lauter Heilige". Was dort in die Zukunst verlegt, als erstrebenswertes Ziel der Menschhetttzeuttoickelung anfgesaßt wird, das wird hier schon als tatsächlich an» genommen: die Gleichheit der Menschen. ststm ist es gewiß wahr: dem Judentum ist nichts ftt&titn: als die Leber Hebung des Menschen gegenüber jeat* Rächsten. Dos ist ja gerade das Ruhmesblatt in der Geschichte Israels, daß seine Religion es war, die zu« ersten Male die Gleichheit aller Menschen vor de» statuierte; daß ferne Bibel es war. die » erstmalig verkündete, daß alle Menschen im Bilde Gottes geschtzn, find. Und doch rst diese dom Judentum gesordete Lnerkenuung der Gleichheit aller Menschen wett entfernt von "Sead«ich«r Vleich««cherri «>d Vertuschung aller Gradunterschiede in der Bewertung des einzelnen Menschen. «Daria besteht gerade dtt Grüße Gottes", sagt einuurl der Talmud, «daß er den Menschen einzeln schuf; den» der Mensch z. B. prägt vvele Münze» mtt eine« 6b»txl und alle Münzen fittd einander gleich Gott mr prägte die Match«: nach dem Urbild Adam» und »»er gleicht de« Lttbern. Darum ist jeder Mensch ver« pMttt zu sagen:, um meinetwillen wurde die Welt W» A«itlich«d Eg nicht gesagt werden, als durch dieses «K bstingenbe Wort der Mischna, daß bei aller ff t« Gleichartigkeit alles besten, was Vif*!'- ^Urüyt. da» Judentum sich doch im tiefsten lruu. inge» und Einzigartigkeit jedes einzelnen Mensi^ . : n, va, bewußt iß. Das Judentum stellt auf, daß die Menschen sich alle nach ^-> hv^entwickeln sollen und künaen; e» will, daß all. Mo-ch». «»mal heüia sei» solle». Es weill 1 sei» soln. <g »eist ober auch, dast diG Ziel nur eereichl werden kan», wenn alle Glieder der Gemeinschaft sich der Schmer« dieser Aufgab« bewustl find, wenn jeder »an seiner llnzulinglichkeft überzeugt. an fich arbtilrt. an sich sa dnnl. al» ab der Vau der Menschheit aas ihn allein gestellt sei. Man kann nur durch den Einzelnen hindurch zur wahren Gemeinschaft kämmen. Hier scheiden fich die Menschen: in Pelsdnluhleften. die besihigt und dethald nicht nur derechligt. sordmn oerpftichtet find zu sthren und in Ander», die ei» blecht daraus haben, geführt ,u werde», Korah aber stellt e« so hin, all ah jeder zu m Führer geburen sei. Der Maste schmeichell ec damit, und sich selbst hofft er dabei einen Namen zu machen. Leider ist diese Sucht des Ebensogut- und Besterwistm« za allen Zeiten ein lsrebüschaden de» Audentumg^getlieden. Man ist bei UN« die aus den hentigen Dag »ft der Kritik sehr schnell bei der Hand. Man hat an dem Bestehend«» immer »iel Und noch mehr ougguseten. Man kan» und weist e« immer bester. Ser sghtt sich bei un» nicht dagu berusen, »I« lliichter auftrrten >u kdnnen, »er südtte sich nicht besthigt, da» Judentum einer neuen schtnere» Zukunft enlgeamsthran j« mtstenk! Nun ist Kritik gewist etwa» notwendige» und nutz, »olle» und wir find die letzten UN» dagegen zu stemmen. Sir find auch weit davon entsernt. d«n rrdolutionürrn Drang, der besonder« in der Jugend nach Betttigung ll»d Gestaltung schreit, zu unterschttzün. Li»«« aber wüsten wir uubedlugt verlangen: Wer da« Judentum glaubt kritifieren i» »Üste», «er sich berusen sühlt, dem Judentum neue Wege zu bahnen, der mast vor alle« wis mm,-d» Iahen«»« ist, ddr-urust st. . . gemüht, der »ist e» in seinen Liesen ersvescht nnd erkannt hoben. Mft »adelnden Werten, »ft hochtrabenden Bedeugorten ist un» heut« weniger denn je gedient. Lesting sordert mit stiecht einmal, dast jeder Kriftker in dem stach, in dem er kfttistert, selbst einmal fich betütigt haben must. Wer ba» Judentum kritifiert, must dal Jndentu« unb sein Schrifttum kennen und beherrschen. Ist da» Ober bei allm. die sich heut bei «n» aus di« hohe Warte stellen, um di« ffehlrr de» Jndeninm» onszudeften und um ihm neue Wege zu weise», der Fall 7 Ein Mothemetiker wird e« fich ficherüch »ertitteu, von einem Poeten kritifiert zu iderde». Da» Judeutu« soll e« fich aber aus die Dauer gesallea lasten, von Leute», deren Lhrenimrtigkeit und allgemeine BUtung wir nicht im geringsten aazweiseln. deren Msche« Wiste» und Kinnen aber vielsach mehr al« pmisekhaft ist, in neu« Wege geleitet zu «erden s Wir find osten: Wir »eineu damit auch diejenigen Kreise, die da« Wort vom Judentum andauernd und begeistelt im Munde sühren. ft, Wftklichkeit aher vom jüdische» Wesen ebenso wenig verstehen al» die andern. »» geht hente nicht mehr »»bei«: Wer im Judantum etwa« z» sage» haben will, muß vor allem da» Judentum kenn»» and »erstehen. E» geht nicht an mft Korah weiter zu sage»: .Dag gooze Poll find lauter Heftige." Die Hütte» gewist mcht» degegen, wenn da» ganze Volk lauter Prophewn «treu. So laug« die« oder aicht der Fall ist. und heute ist «» wenjger hm je der Fall, solaug« mißen »01 alle« diejeuimusKreise, hie vom Judentum »och etwa» «ist«», zur Suiun« der Gemeinschaft her-»gezogen werde». / Au» Baden kommt di» ersreulich« Aachc cht. dast iu der neuen Stznod« di« Aabbiner »nd Lehrer eia« eigene Bertreftmg bekommen habe». Auch im Lntwues der Gesamtorganisotiou der deutsche» Jude» iß eiu ihulicher Pastug vorgesehen^E« ist höchst» Zeit, dost hie tzreußischeu Gemeinden diese» guten Leispiel« folge» und de» stiabhiueru und Lehrern eine «iel stärkere Positron all «» hilher geschehen ist. ift ihrem Verwaltnnglkirper eftrrtumen. Da» Schiff de« deutsche, Judentum» hat auf seiaer Fahrt mehr dean je mft gesührlicheu Klippe» za ifthueu — sorgm wir daher fttr geeignete Steuermstuuer. _ Dr. H. H. Rundschau. Pie Gerliwrr 8e»rt,»r »»> to K»tch»»htzrWl»lß»r. »erliu. 18. 3aL Lin offizieller »atailouhbesihl de» Botoislo«» der tzleichgwehr hat s«l»ud»» Wortlaut! M di« Jude» »ft der Unadhüugign, kopo— Partei kl Aerdindung stehest muß bi» Tatsache daß am ll. Mtrz auschließeud »u »men der Svnagvg« Fasenenßraste unter streng und Gehftmhaltung eine tommunjstisch« - adgehalten worden ist" Dies« stnnlos« Derleumhosttz anlastte de» Borstand der Jüdische» Gemeind» »tt I Dersxster diese» Besehl». Hckn» Haupimanu Schwtbt „ Verbindung zu trete» und aus di» Hilllustttfttt kMBI; Behauptung hinzuweise». tzauptmou» Schmitt hot^e» tiürt, daß er seine Jusormsttianen »m, «ftwr h^>» Pers dnlichkeft erhalten Hub« uub bi. B-rdnumM, Beweise» fttr sei»« Behaupt»«» iu >u»ß«ht »istttA —~ dies. .Bewerse" seitstmchttrdLh nicht -ibrmht wnch« tonnten, hat her voißanb: der jstdchhe» Semttnh« ßH beschwerdesghrend an den MschLnihimlaiß» Du Geßlen gewondt. ahne da» btther «in» Ontschttdnn» >rg-»W».ck.. I» Gegenteil so» Herr Hu»»«»-»» Schnöbt in» in da« Aeichewehrmimsteri»» bernsr, wo«»«» sei», ist unerhbrt. buh «ine Lingude der Vertretung her " - «emeiude Dentschlunb« in dieser d ' ft wild »Üleicht jeird der miiwm ftni) lMfpi|nlMpH71^w dieser motivierte« tlleschwerb« p, teschlsti»». -1-- $rri bnitatf »»dr, Frunkftrt a. 9t, M. Jnnt. Di« .Franks Zt,.' z-igt!di «dm» Aussatz .1 «ult LutmiOuuaeu in «inet heßnun^eemm ' Deiftschlanb bnrch bi« richtig veümnüm, ' Mitte gemachter Lrßnhnnni» an, sein« zweisinnglvulle» wirtschaftliche» Lage de» I . Diese Erstudungen find Hie-Gminnnng »an lstrst nachHater, von «alistichßoft noch Lara «ch nont -nd Lstigsünre »ach Grstnßet». Dir »bchtsgi l kwezern, bi» veaftiignng bar große» deutsche» t Fatrtte», hat hereit» ü« Bickeststst»! sei kapital« teschlosiwi, u» Mt Gewiuuun» M« C der Snft wtta au^baaM Dtt m M salpetre — inte 2-8'/> &&***• <Wh» — i sich dun», dir «rutwrtrüpiisse »Er»«» ßch te Gewinnnng »uu Stftkßassmltzgnng fttr Wrgltßt schließlich kdnntea ne« viel« hmchmte MALamst l onlaeftthrt werde». Der SußßftWess hat mnB>I tberhoft, dieser wird oder «ch dteft» iß besender» »M isttrttnt I »PSi nnd brauchte nun teine Haber, kurv unb ■ -M .WrrtGGGbl»^ «erll», 18. verstsftntttch» i Jube» tu b»ß a, m diese» C Vi..i Schtetsft. btt I dtt ßel Abonniert auf die Jüdische Volksztg.“ * Da« ftlhreub« . Zuschrift an« mißliche» euftsemitisch« Laibe» ß seß. da» dies, a^iftmttchhe hat unb baß btt Loksoche, Parteien ftlhreud« Stellen kkfiiMM Id. Die Wßt semtten daran« herleiteu, ... ..—.. —_ nntersttlleu. wie p ». de» mich Lr rtchtnng «tner Weltherischest. tun» man wchtz ft, baß <i»ft» » .raweift». Der Autisemitigmu« ober bebrntet um -- em« politische Sfttthr. ßßtr hatm ja ehe» müsse», za »elchen Nesaltatea; hi« »Utiftmittsch« Dg führe» k-n». «ü i, »miß Ma »**. *4 k» bann besonder» hesteg ansletst wen» m temnb 0 «eischleiem, gibt, wen» beßtmmte Krefte ei» JntereG» hatn, btt Aechnerlsamirft mtt nnbmml DI Jute, abnlente». Don» kÖoi »ttft an ttttL FÄer mochte man st« str Hmsst^Att