Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- 20 (4.6.1920)
- Date
- 1920-06-04
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Sehr geehrter Herr Professor, gefallen Sie. daß ich Ihnen mitleilk. daß ich Ihren im .Jkeichsdolen" veröffentlichten Brief all Herrn Amtsgerichtsrat Otto Stern in Essen mit grobem Interesse gelesen habe. Ls ist sehr dantenswert von Ihnen, sehr geehrter Herr Professor, daß Sie es sich in Ihrem Schreiben zur Aufgabe gemocht haben, .die bisher sorgfältig verdeckte religiöse Wurzel der Judendewrgnpg bloszulcgen'. Ls ist wirtlich an der Zeit, daß endlich einmal, nachdem das Judentum doch schon ernrge Jahrtausende existiert, ein Gelehrter von Ruf sich die Mühe nimmt, die Wahrheit über Israels Religion und Moral ans Togerlichl zu ziehen. Daß Sie. hoch« verehrter Herr Professor, hierzu die geeignete Persönlichkeit -find, geben Sie in Ihrem außerordentlich lehrreichen Zwar in etwa» bescheidener Form. d:e ^ber völlig unangedrachr ist. oa je^rr, ^der Ihren Artikel euch nur fluchtig übersieht, an der Fülle der angesü.irten Stellen aus dem Talmud und der son igen r«dt.!:nschcn Literatur den tiefschürfenden morscher und herrc:rageuder'. Kenner des Judentumsofort erkennen muß M.t Bcrus.lng auf tue .zynische Offenheit der südlichen Rabl'iner" und an Hand cit c2 sorgsüttiz zusamlnengetragenen Material, fallen Sie sisl, daß das heil'ge Hassen" Len eigenttichen Kern, die Seele und ttrcijt de? Judentums bildet. Wie sich nbrigevdiefe ..zynische Ossenhelt" .der religivjen Führer des Juden» tum-5 mit Ihrer obigen Behauptung. daß die religiöse Wurzel ter Judenbewegung bisher — von wem eigentlich? — sorgfältig wurde, zufamm«7»i'mt. ist mir nicht ganz Kar geworden. Das uegl aber wohl mehr an meiner Urbegabtheit. a's an der Sack-lichkeit J'rer schätzenswerten Ausiuhruugen Tic Argumente jedenfalls. die Sie zi.r Klarlegung des : von Ihnen uui..edcckten Sterns 0er jüdifchtN Aellgivn herbei» brir^n. scheinen unzweideutig quellenmäßig belegt zu sein. Sie z'.tiercn eine ..duslige Blutenlese" ans Talmus »nd Midrasch, um zu zeigen, daß das jüdische Schrifttum das PrüLftat '<.danr---Tlcnjch nur den Juden zucrkenne. alle übrixen Menschen aber mit unauslöschlichem Hasse betrachte. Daß diese völlig aus dem Zusammenhang gerissener Zitate ' eWTVVT**- falsches Bttd von der wahren Meinung des Judentums geben, wissen Sie sicherlich ebenso gut. wie jeder, der sich auch nur einmal ernstlich mit diesen Fragen beschüstigt hat. Denn Sie aber schon so ungeheuerer Gewicht auf die Bedeutung des Bortes .Adam" inner» halb der rabdinifchen Literatur legen, warum führen Sie wicht die bekannte Erklärung unserer Weisen zu dem Satze im lll 6. Mos. 18, 5 an. wo es heißt: .Beobachtet meine Satzungen und meine Rechtsvorschrift«. die der Mensch tun fall, damit er durch sie lebe". Es ist in diesem Satze, so erklären nämlich unsere alten Lehrer diesen SchriftverS. weder von Priestern, noch von den Levrten, noch von den Israeliten die Red:, um anzudeuten, daß dieser Satz d« Thora von jedem Menschen gilt, der die Moralgebote orfüllt. fSifra XIII. 18.) Warum jagen Sie davon nichts, hochverehrter Herr Professor?; Und dann. Herr Professor, wo bleibt denn die viel» gepriesene Wifsmschaftlichkeit? Bit zitieren Sie denn JmüftnpM Sis woven , B. ein Gebet des Versöhnung»' tage» anführe,, und sogen, da» stehe 0. TephilU k. 50. Da» »Erden Sie wohl dazu sagen, wenn ei» Bistenschoftler etwa eine Stelle au» Goethe einfach unter Seite 50 zitieren würde? Welche Ausgabe. würden Sie mit Recht fragen, ist denn gemeint, oder welcher Band? Ja. sehr geehrter Herr Professor, »an verläßt eben nicht ungestraft die altbewährte Methode aller Judengegner. Zitate möglichst ohne Quellenangabe anzusßhren. Sehen Sie. bei dem angeblich von Grütz geprägte» Satze: »Die fteoolutuai ist der Stern Juda»" haben Sie merkwürdiger» »eise vergessen. die Seitenzahl anzugeben. Darum denn? Sie »iss« wohl, daß selbst Herr Fritsch. den Sie doch sicherlich als ..unbefangenen" Beurteiler de» Jodentum» anerkennewerden, jüngst erst zugegeben hat. dieser Satz finde sich.überhaupt nirgend» bei Grätz. Was ober das Merkwürdigste an Ihrem Tephillazilal ist: Ich habe mir im Verein mit guten Klägern der jüdischen (ftebete die größte Mühe gegeben, da» *on Ihnen angeführt» Gebet aufzufinden — aber vergebens! $» schnnt ba|\n Ihrer Lutgcbe ein Satz au» dem Segen»« sprach über den Prcpbetenabschrntt mit irgend einer anderen Stelle zuHmmcngcfloffen zu fein. Aber y.nn Sie schon so großes Gewicht auf die Gebete des VrHhnurigstogeS legen., warum übersetzen Sie nicht für Ihre Leser eine» der Haupt zedete diese» Feste», da» mit den Dorten beginnt: m2i furcht vor Dir über alle Werke Sollte: diametral ist dock) W dir Bibel Konsorten Dir über alle Derne Werke und dre Scheu vo» .. — Die JUiAfltlc für die «tffr»schast des J,d«»t«M I« Logenhau» in der Kleiststraße hielt die ' für die Dlffenschast de» Judentums ihre erst» l Mitgliederversammlung ab. die von zahlreich« u ^. jüdischen Gelehrten und den sühnend« PersönKchEM>d geistigen jüdischen Berlin» besucht war. Sin B» *- Hrrmann Lohen, den eifrigen Förderer des aedanken». den der berühmte Schüler de» Prvseßor Dr. Ernst Lafsirrr« Hamburg hielt, den Höhepunkt der Deransheltung. — Die Dersan wurde vom ersten Vorsitzenden. Geheim« Mediz Professor Dr. Landau mit einer Vegrüßnag dm 1 glieder und geladenen Gäste eröffnet. Professor Dr. »rnst U>Il«rHü»G«g würdigte die Persönlichkeit und da» Schatz« Lohen» in begeisterten Atz»führungen. Er hob Derdienstk um die Vegrüfidung der Rki^enüe für DistenscLast de» Judentums hervor, dir sich der % * Lebensaufgabe gestellt fatlej. Hermann Loh« > von der Akademie eine Dfrtiefung und ErnenerMtst« Judentum», dem er mrt «ganzer Seel» verbünd« Der Drang nach Wahrheit und Klarheit «er ö« i de» gesamten Schaffen» de» großen Toten. 3s_ Suchen nach der Wahrheit wurde der streu zum religiös« Seher, zu« Propheten, pserlern ruht Loh«» Lehrgebäude: und den Propheten. Plato» ille«. Km« Du erschaffen., daß Dich ehrsürckten und vor Dir sich nieberwerfen alle Geschöpfe, daß sie alle einen Bund bilLen. um gemeinschaftlich Deinen W llen m;t aufrichtigem Herzen zu erfüllen. - - Ihnen diese Stellen, die Ihrer Theorie zwar entgegengesetzt sind, nicht bekannt sein? Da« einem so gelehrten Herrn Profeffor. der mit den Quelle: l de« Judentums nur so um sich wirft, wohl kaum anzu rehmen. Oder meinen Sie. die Tatsache, daß der Antisemiten, dvß die Eisenmenger und iese Stellen .zufällig" auch nicht zitieren, fei auch für Ihr Verschweigen Entschuldigungtzgrund genug? Ich befürcht Nebereinstin Üderreugt, auf den M sehr, hochverehrter Herr Profeffor. daß diese munq keine zufällig» ist; ich bin sogar davon >nß Ikre .duftige Dlütmlese" in Wahrheit nichts andiecs als ein übelriechende« Bukett ist. gepstückt ^eten deS schmutzigsten Antisemitismus Äuf II r Tatfachrnmateria! bezüglich der Herrschaft des Hasse«. Welt in Juden sind die Macht d lwie könnten alle Frevetta mit dem die Juden angeblich heute noch die c necken versetzen, einzugehen. dürfte sich nach dresen Vorbemerkungen wohl erübrigen Da» hierfür Nötige steht zudem in dem soeben erschienenen .Abwehr-tzlBC' Berlin 1921 (Seite 42 f). Laffen Lrie mich, sehr geehrter Herr.Professors auch mit dem Hi rweis auf ein jüdische» Gebet schließen.! Wir twas rückständig. Wir glauben nicht stur an r Liebe, die Sie geachtet zu hoben scheinen Sie sonst da« Judsntum mit so liebevollen Augen betracrten und beurteil«)., wir glaub« vor allem auch an die'dercchtigkeit Wir sind davon überzeugt, daß gesühnt wird, urrd haß die Wahrheit letzten Wir!hab« daher auch > ein« der T^tphillah. der miti d« int: .Und für di» Verleumder ist keine Ende» doch Sieger bleibt. Gebetsabschnitt innerhalb Wort« begi Hoffnung . Indem ich mir in aller Bescheidenheit erlaub«. Sie, sehr geehrter Herr Profeffor. zstr wiederholten - Lektüre dieses Gebetststcke» anzuregm. \ bis 'ich mit voeZügVchrrs Hochachtung Ihr ergebe«» Dr. Hugo Hahn. Mischung de» geistig Sittlich« mit dem I und Schwerpunkt der »eligwn find durch deu Mw mu» von den Ruturlräjte» zum Ättlicheu! <»I« geistige lllkrutt de» Mm>othei»mi>3 ist" Prudheten am klarsten stlr loden NI di» getreten. Hur fand »ine rein geistig, Hiiffnffinn'’ Religion immer wieder neu« ürastqueste». Mit hdchsten Schdrse de« Denkens oeiband der grast« lies« Blut sittliche» Empfinden«, pieligin und! ichast wurden >dm zu einer neuen, wahlhäst p%tläfot iimdeel. Di» tiefste» Wurzeln seiner Kruft lugen s eigenen Brust. Ein durch 9tomm Nicht z» Beist bildete den Urgrund der lautere» Perst! de» grastkn vhilosopden. Rach diesem Bortrage, der eine» tiefen EindrnE di, liest, eistattete. ' Snnitttlrnt Dr. Brasch den «orlilufigen VerwaUungfibericht »der da» «rft, t jadr der Akademie. Ein oorbereilender n«schsj IM Fedruar l»ls mit den ersten Arbeite», den«, i' d«» Privatdazenten Dr. Atnbler zu «runde L wurde eine rege WerbetLligkeit eingelcktet. die Mr»rt »an LrlekomUee« in' Leipzig in» Sranksnrt stlirte. In anderen «emeipden. wie Breslau. Hamdurg, ist di« Arbeit noch nicht abgeschiissm, mit Amerita, Dänemark und Holland wird »ach dandelt. La-, den ifirostgenfeinden bereinigte»_ und -iterlin grbstere Bei rilg«; im Orden Bn» Britst edensalli giwmben. wehr erfolgreich »ar '' "■ ’’ bei auilLndischen Glaubcnrgsnoste«, Deutschland leben. Dies« stellte» f_ Arbeüakrast in den Dimst de» Alademi« Akademie ist bereit» i» Besitz« einer set» Bidlwldrk, dir der Barsitzind« Geheimiat Dr. stiftete. In Dr. ASudlee sau» der Sludl den tatkristigen, wissenschasttiche» Leiter, detzrne keilen und Jfainhuix bu Ankunft, der a'J Ausgaben der Akademie aerdilrgen. Pridatdazert Dr. erstattete den wistenschakllicheni Bericht. Di« Art im Werden begriffenen Akademie begannen t» . 8orschun,»iastlt»t Am ». Zbüi I»l» historische, am l. Oktober 1919 1 dl» tat«__ I. Januar 1990 die spr^issnschsftlich, ««»fim, Di« Arbeiten der Mchaideitert jolm tn tn Berbffentlichmigen de« storschch>i»stchi»B» bi* ansterde» Nn SorfUxb i " «der di« B«gl»»du»g dB Du gristte und MbniBif R4 Wb» kann, ist die Indui««.' Di« Astoben a