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Jüdische Volkszeitung · 1920-05-14 · 17 (14.5.1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
26 (1920)
Issue
17 (14.5.1920)
Date
1920-05-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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§ernfpT.-Hiifd)tttt 372 Postscheck ^onto Brtstou Nr. 17393 Sperchümck-N WT «cf4lttMr«t 10—4, W* «chetzwm«, 1-4 Kfe 1 >i i r i 9 r ■ »frfern »»ch fltiffivcftmi bt>t4vi D»4 In *4tQrf»attnwm Znk IHct TO Hu M ImqitH Stele « 9» S<u»Ut«iantnge» 45 9|. — 6H Wtwertz»l»g B»ll4»nk»»a" rltcvt »Achemrich « im« JmtM sowohl dsech die 1)»-. »,e «och dnrch vre Oesch-NeüeRe Preis» ton oierieljLhrlxch ffiL S.QU tzrzvqe, »erben, bei tbboin^ ts I« »eichtstSftrL, B?f, L.M. fesOlfle Snuart 25 Ps tUMRftU Schristleitung. Verlag, und Geschäftsstelle in Breslau l. Schweidnitzerstraße 37 Zuschriften *ab $elbjröbuiißen sind dorthin )» richten — Die Geschäftsstelle ist Sonnabends. Feiertag- und Sonntaggeschloffen. Nr. j7 Breslau, des 14- Nlat 1-20. Z»hr>»i>> XXVI* J*r lic »>r lUacn »nssStz«. »eiche IU peestixlich« HUinttng bet Ocrfaffert tut ÜN»br»0 bringen, ftbemmnit lic 94r1ftleinmg nur I« peetz ßeseHliche OeranrBtrtung. Dir Ttudrntrukrawallr in SBitn. tn Äntrsemiti-mut marschien. Xie erst, €t«ppe war Budapest. Jetzt ist in Wien die erreicht. Wohin geht der Weg? Doist der Gestchl»pu,.k1. unter dem die letzten Wiener Ereignisse für uns ju einem flam* «enden Warnungefignole werten Was h^t sich ereignet? Rm 26 April Hoden deutschnationale Studenten der Diener llniversiiät einen ontijemitischen Umzug veranstottet. der darin seine Krönung fand. daß he zur mensa acndemiea der jüdischen Hochjchüler zogen, da- Mobiliar demolierten und die Anwesenden mißhandelten Am 27. haben sie die Tcre der Universität beschl und allen Juden den Lin« tritt verweigert. Am 28 Hot daraufhin der Rektor die Universität schließen muffen. Tie Bedeuiung dieser Vorgänge für Deutsch-Oesterreich ist am 22. in der österreichischen Nationalversammlung »am jüdisch-nationalen Abgeordneten Stricker in einer großen Siede dargelegt worden. Er hat die rechten Worte der Entrüstung gesunden gegen dieses pöbelhafte Benehmen »an Menschen. die beanspruchen, für akademisch gebildet zu gelten Er wies die Unaufrichtigkeit und Verlogenheit tot «ztrLa^itchcho, Hetze »ach. die dw mn die Lestjuden toisuschlagen und Bedrücku»g durch angeblich jüdisches Kapital im Westen benutzt, u» arme Oftjuden adzuschlachten. Er zeigt, wie sehr gerade diese vorjülle das Ansehen Deutsch-OesterreichS. das in der Welt schon so wie so nicht höher gewertet wird als seine Valuta — den vierzigsten Teil des Kneder^wertes — gänzlich zu zerstören geeignet ist. Den» die mensa aca» tomica. deren Deller und Schüsseln die arischen Helden io «utig zertrümmert haben, iß »au demselben .Joint Distribution Eomunttee' »»gerichtet worden, von dessen Barmherzigkeit Wien Überhaupt nur noch lebt, da» erst kürzlich 6L Millionen Kronen für Pie Heimbefvrderung von Kriegsgefangenen gegeben hat. und dieses Komitee ist ein« jüdisch« Bereinigung,bestehend aus den jüdischen Vereinen Ne» Poris Stricker sagt alle», die willig find zu hären, daß wir Juden mit jüdischen Schiebern und Wucherer» 1 ebensowenig zu tun haben wolla». wie mit christliche«, daß : »ix st« ebenso verachten, wie es unsere christliche» Mitbürger tun. Inzwischen haben die Wiener antisemitischen Studenten sich genötigt gesehen, ihre Demonstrationen .Umstände halber' .bis auf wertere«' abprbrechea. Diese Lmstäup« sind darin zu juchen, baß sofort tue Kommunisten aus dem Plan erschienen waren, nnb vor schwieligen Arbeiter« fäusten halte» sie scheinbar «ehr Angst al» vor Porzellan« geschirr. Dana aber hatten sich auch sofort die Ententekommiffionen geregt; nicht baß die jüdischen Studenten 4 sie angerufen Hütten, aber es handelte sich ja zum Derl toga, u» amerikanische Wohlfahrtseinnchtungen. Deshalb verlieren di« Ereigmffe aber nicht ihr« grund« jttzlich« Bedeutung. Sie zeige», »ie »nt die antisemitische « Verhetzung besonders unter der akademischen Jugend ge» drehen iß- Staube, wir nicht, daß es bei uns'io Deutschland nicht {• schlim« sei. Der »erden demnächst zeigen. »*t dick JAtckpoff unter «nser» reich-deutschen Studenten . «igehteft ist L» de» Funke» wud es Nicht fehlen, der dann toi uns schlimmere Explosionen hervorbriugen wird »ie in Wren. Nur kluge und schnelle Aufklärungsarbeit ÜPn »»ch helfen. E. J. A^rftridirr iktt die U»i»ersttckt»skch«ßAt«. biede des Abg. Slrrcker entnehmen »ir folgend« VAckfütoHNgea, »eil sie auch für unsere deutschen Derl DÜwuffe^on prinzipieller Bedeutung find: Äck beschränke mich darauf. Ihne» ohne jede weitere vorznlegen. Nicht deshalb, weil ich Segner de» Sebrauches scharfer Austov. fonton weit «emer Lnficht nach in diesen SpIIi chehr geschehe» ist als de« D^/Ufache» spreche» fa, sich und jeder «chUich H»«»fch. vckcher Parteirichtung er auch angehdrt. I wirb. glaube ich. nur den Schluß ziehen können, daß in dieser Art nicht vorgegangen werden darf, wenn man vor der Welt al- Kulturnation daßehen will. Ich überlaste Ihnen die Beurteilung Ihrer Jugend. Egeht Sie mehr an. aluns. es greift Ihnen tiefer in daß Innerste alun- Jch bin auch nicht hier, um nach Nacde und Sühne zu schreien, sondern nur um zu fordern, daß jede Wiederholung verhiadert. daß an der Universität die Ler»- «,d Lehrfreiheit gewahrt werden. Wenn das nicht geschieht, ist diese Universität, deren deutschen Charakter onzutasten niemandem im Traum« nnsallt. kein Kulturinstitut mehr. Ich protestier« hier nur gegen das Verhalten derjmige» Faktaren. die berufen waren solche Dinge zu verhüten, gege» dss Veehaltr« »es NektoratS v»p des Prvfeß-re»- kslegi,»-. Sie haben nicht» getan, um diesen Zuständen ein End« zu bereiten, sie haben nichts unternommen, um die Jugend, welche sich aus einer durch den Krieg entstandenen falschen Mentalität auf Irrwege begeben hat. daran zu erinnern, daß man politisch» Ansichten anders verfechten muß. als in dieser Weise, daß man in der heutigen Zeit mit solchen Mitteln nichts ausrichtet. Daß man auf diese Weise niemand anderem weh lut. alr nur sich selbst E» ist d°e Universität, die Technische Hochschule geschlofien worden- Ich betone nochmals, daß ich nicht nach der Polizei, nicht nach Gewalt und Sühne schreie. Aber «an muß versuchen, die beteüigten Faktoren zusammenzgbrjngl» »nd chne» Üax JH machen, daß es s» nicht »etter geht, daß HÄchllpulfragen ntchk auf Grund von! Beschlüflen deutschnationaler Vereine aus der Aula ausgefochten werden können. Ich billige der Regierung zu. daß alle diese Vorgänge gegen ihren Willen zustandegekommen sind. Ich fetze auch voraus, daß sie sich to' mühen wird, diese» unerträglichen Zustand ein Ende zu bereiten. Aber beendet muß er werden Ich protestiere weiter gegen die Berlpgenhett »»d Unansrichtigkett der jetzigen antisemitischen Agitation. Ihre geistige Nahrung empfangen die Hörer, welche an diesen Ausschreitunge» teilgenommen haben, in Versammlungen, di« alles eher sind als Stätte», wo man sich so au-schließlich um das Wohl und Wehe der deutschen Jugend kümmert, in Ber» sammlungeu. i« denen man etwas ganz anderes bezweckt, als ihre geistige Förderung. Wir haben gestern hier i» Hause gehört, daß der Kampf sich gegen das wucherisch« jüdische Großkapital richtet! Ich bin der letzte, der Ihnen bei diese« Kampfe in den Ar« füllt. Ich wünsche, daß Auswucherungen des christlichen Kapitals und dejüdischen Kapital» bekämpft werden — und wen« Sie glandwürdig Nachweisen, daß hinter dem jüdischen Kapital «ehr Wucher steckt, als hinter dem christlichen, bekämpfen Sie es «einethalto« intensiver. Niemand, der auf meinem Standpunkt steht, wird Sie daran hindern. Aber ist es ein Ka»pf gegen jüdisches SrvßLapilal. wenn »an verhungerte«, armen jüdischen Studenten das hißchm Esten von dem Munde »egrrißt, wenn man ihnen die Teller und die Küche» zerschlägt? Das ist der Kampf gegen das jüdische Großkapital? Gegen diese Verlogenheit protestiere ich. Kämpfe» Sie mit oste»e« visiere und schieden Sie nicht arme Studenten vor. Wogegen wird noch gekämpft? I» diesen Versammlnngen wird .Hoch Kapp! Hoch Horthtz!' gebrüllt Ich hnde nichts dagegen, wenn Sie sich dazu entschließen. Ihre Jugend an dem Borbild dieser Gestalten zu erziehen. Es ist tos Ihr gutes Recht. Dann führen Sie aber diesen Kampf ehrlich, sagen Sie gerade heraus, was Sie »ollen. Aber verprügeln Sie nicht jüdische Studentinnen, um diesem Ziel näher zu kommen. Wolle» Sie Ihren Kapp, und Horthtz-Thro» aufbauev, bitte schsn. Sie haben die »eite deutsche Erde k Aber der jüdisch« Rücken ist nicht dazu da! Mr verbitten es uns entschieoen. daß die »ntneinantor streitende» Kapp- und Horthtz-Helden sich auf Kosten tos jüdische« Volkes im Autisemitisums «ine gemei»same Plattform schaffen, »eil sie sich doch nicht gleich gegenseitig aufaßen »olle». Und weiter muß ich auch »och gegen die Lnoufrichtrgkril protestieren, welche i» dem Worte „D#t«to»f»Mr liegt. Es heißt, .gege, di» Ostjudeu' and man dedimck ob Gtoist oder Jude, kvi iawpckck r in dieser Atmosphäre |« Uto» i sich sogar des Argu«entes. daß di« anständige» nünftlgen Westjuden auch der Ansicht find, daß i diesen Ostjuden aufräumen soA Ich »e'ß nicht, «ß i in Ihren Augen ein vernü»ftiger und anständiger I jude bin. ober eines kann ich Ihnen versichern: Ich I Ihnen auf diesen Schwindel nicht hinein 2« > es Ihnen? Hier klagen Sie immer in beweglichen 1 Di« Juden vergiften als Üniversitütsprnftßnrr» Lehrer unsere Jugend, tos jüdische Gwßkapital. Direktoren beherrschen unser Wirtschaftsleben, die jül Redakteure der großen Zeitungen verseuche» unser» 1 Die Schundliteratur — und es gibt eine solche S lueratur — diese jüdische» Operettenfabriknntrn. sabrikanten. Erzeuger von schweinischen Romanen.^ müsten hinan»! Aber seren Sie doch auftichlitz. diese Leute Ostjuden? Forschen Sie doch »ach, in I Himmelsgegend diese Juden geboren sind! ttnfc ruA l geht». Schüden Sie nicht immer den -B«üriß ik vor. Die Ostjuden sind genau solch« Menschen, Westjuden. Sie sind nnr unter et»os anderen^ . hältnisten ausgewachsen und manch« tragen MorEOckßh Makel an sich, di« aber keine jüdischen sind. f~ Herren, viele von Ihnen find im alten ssterreith Parlament gesessen und »iffea. daß unter der Herrschaft tos Pvlenllnds olle», gleichgültig o werden mußte, jeder nötigt war. Die oft hak «an an dieses Hans U« Gottes Willen, fallt doch diese» Statt» i* »rtft torh nicht |», daß Millionen fteckßd tat verdorben »erden! Aber hier i» Wien hat «an dem Polenklub sehr aut vertrage» und ß-ck ruhia »ckk gesehen, wie der Mrstha»se» toii Osten t»«tr hüß» < höher gewachsen ist. Ich fühl» nicht solidarisch »ft Gaunern und Schwindler» au» de« Osten und de» verfolgen Sie st», stelle« Sie sie var ihre Gkckchch Behörden, ihre Bestrafung wird «eine« Wa entsprechen, als de» Ihre». Für Sie find Echtechtigkeite« schließlich ein« ganz gute A, Aber für mich sind jüdisch« SchlechÜgftt^n « die am Ksrper meines VoUeö wnchert. und ich letzte, der sie vor Vloßleguag schütze» würde. Es wurde uns gestern to der .Arbeite»^ Vorwurf gemacht, daß die Juden «Uößlich dieser zu den fremden Miffiane» geaingen sind, a» Schutz und Hilfe zu suche». Ich erkläre Ihne«. Angabe absolut unrichtig iß. Ich verßstq «einer Person, daß van »ns kein tomti+tt nnmnmen wurde. Es hat sich etwas Ich habe Ihnen bereits »itgeteilt, die wurde, von fremden Miffionen eingerichtet Mr Vertreter tot Missionen sinb selbst hingegauGk» und habe» sich eto» tot GaMtzß gesehen. Sir haben niepand gerufen- Ach «LstW-ß nicht, »eil ich mich vor der Veschulbignng sstüchto, " ' »m der Wahrheit willen. Wir lebe» wir wolle» zu seine« Gedeihen; unser Recht ohne fremde Lermitllnng dieses Recht verweioert wird, tonn Ihnen zu sagen, daß für uns der schulausschuß oder das Rektorat der nicht die letzte J,stanz sind, wo wir tos Rscht für Volk, unser Menschenrecht, snche». Rein, da» aptz» wir an die gesittete Menschheit and wir ton damit das. was Sie für sich i, Ansprnch nehme». — Als Schlagwort dieser Krawalle an der wird die Behauptung gewählt, daß zu viel Indra an der »atoeaßtstt sind. Ja. «eine Herren, es find zu tock Jntzm Universität. Sie können die llederprodukkto» an \ Proletariat seitens der Juden gar nicht 4» tolle bedauern, wie wir sie bedauern. Aber ich tote ( freundlichf* beachten, wieso es -»'tocher gekommen ist. Wies» es dazu gekomm« s zeistig und wirtschaftlich so verkrüppe« tostch a» &z keine Gewertotrritonde hatoa. htoWDM . und Jnlelligentztornse toi uns ütorMt ' ' «ie nicht, daß dies vortodacht geschaß sagen immer, wir Inden gehen anfs Da wo Reichtum tlüht. Gar »nt sind^wir tocht \ MMMWMMtotoM.

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