Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- 13 (16.3.1920)
- Date
- 1920-03-16
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Vag sein, lei stch unfm Zeit unch rian solche« ®*ftnun$*Ut. ate ste Israel damals ia Leghpten erlebte, eine längere Ruhepause gegRrat Hütte. Mos« und di* Temm dachte» ander« Ihnen erschien der Auszug «* dem Pharo onenland erst als der Anfang des Befreiungs- Werkes Sie strebten unaufhaltsa« wikr: vom Schilf- »eer zum Sinai, mm de, Erlangung der äußere« Greiheit M wahre, Befreiung. jur fmBtEifcn ÜNtenverftmg «nter das Gesetz. So sehnsüchtig sollen die aal der Knechtschaft Aegyptens Erlösten der Stande am Sinai entgkgengeharrt haben, daß sie die Lage zählten bis sie der Gesetzgebung kbilhaftig werden dursten. Darum solle» «nch wir heut» nach die Tage zählen, die »om Peffach zum Schownosfeste 'hchstberftchrek. " * ' * ' ' Li« Loge und die Lochen falle» wir zähle«, so will es die Sefirahvolschrift. Und dies mit gutem Grunde. Denn so flebt ein, alte Geschichte.- Es war erna.al ei« arwer Mann. Der hatte das Geld sehr lieb. Und immer, wenn der >bend kam. stellte er sich an« Fenster und zählt» mit wohlige« Oe Hag«, die paar Pfennige, die er sich tagsüber verdient hatte, laut klingend ließ er dabei dre Münzen in sein« Kost« solle». Und er zählte und zählt» allabendlich, bis es Über hunbert» von Pfennigen waren. Das ewige Geldgeklimper stbrte aber seinen Machbar, und der sagte deshalb einmal i« Narübergeheu zu dem unermüdlichen Groschenzühler: Gewiß, du bist sehr reich — an Pfennigen. Rechne deinen Dawru» aber einmal in Hehn, in Fünfzigin Hundertmarkfcheine um. und du wirst merken, wie armselig du doch eigentlich bist. — Oind nicht auch wir sehr rerch — an Pfennige« f Prunken und prahlen wir nicht gar zu sehr mit unseren Lagen und Stunde, »ich »ergesten darüber ganz die Lre Loge und Lochen der Sefirahzeit solle» wir zählen. ixaN die Sterne am Himmel stehen. Ruch die Lage des jüdischen Lebens »erden wir nur richtig zählen unb feine Laten richtig wägen könne«, wenn »u über aller notwendigen Kleinarbeit in der jüdischen Gemeinde nicht don Aufblick zu den Sternen. zu den großen, ewigen -der» das Judentums »ergesten. An diese» Sinne wollen wir weiter zählen und erzählen — d»e Lage und die Loche« des Judentums. Dr. Hugo Hahn. Smr Gesamt Organisation des deutschen Z«de»tums'> **i >ichw»»W»U I«cod1»tz,. »«aftas. < Karts, ui osnger N»ch»er) » Dre jüdische Oeffentlichkrit hat die durch die neue Reichsverfasfnng gebotene M-glichkeit aufgegriffe« und mit den Gorärberten zur Schaffung eines -ffenttich-rechtlichen Verbandes der Deutschen Juden begonnen. Zwei Lrbetten — in ihren Ausgangspunkten unb ihren Zielen von einander vbllig »erschieden — liegen vor. Im Lustrage dos L. I. G. 53. verbffenUlcht Dr.Jsmar Freund einen .Derfastungsentwurf für eine Gesamtorganisatio« des deutschen Judentums nebst Einführung und Begründung*. Die Zionistische Gereinigung für Deutschland stellt diese» Entwurf den »an einer besonderen Kommistion unter Leitung Lochsäsnwalt Dr. Dik-or. ManbsbeL angsHr^üts» .«»twurf «ner GesamtorgäsisanonFperfassuag jts di, Jaden in Deutschland" gegenüber. Beide Entwürfe ßrutgen einstweilen nur die private» Meinungen der Der taffer zu« Aasdruck und find bisher in den beschlußfastenden Organen des D. I. G. B. und der Z. B. s. D. »och nicht durchberat«» worden. Rur der Kürze halber »erden sie im folgenden als Entwürfe des D. I G V. nnb der Z. V j. D. Üe^ichnet. — Die Lektüre der beiden Entwürfe und ihre Vergleichung «Ueraander bietet einen lehreichen Einblick in du Fülle der zu lösenden Probleme. Nur die wichtigsten dieser Probleme werden im jolgenden kur) erörtert. Schon in der Perschirdenheit der Fundamente, auf denen die beiden Entwürfe bauen, zeigt sich der tieft UaterfchiS in ihrer Lendenz. Der Entwurf des D- I. G B. versagt es sich, die bestehende Dersaffung der Emzelgemeinde» iraendwre anzurühren Las da an Willkür und vuntscheckigkert besteht, soll ruhig bestehe« bleiben. Nun soll, unbeschadet dieser qualitativen Zerklüftung, ein Verband geschaffen »erde», der gewistermnßea ein Sammelbecken für alle diese inkonsequenten und inkommensurablen Einzelgruppen ist Eine Byzamfation soll geschaffen werde«, deren Elemente jeder Homogenität ermangeln. — Der Entwurf der Z. S j. L. erwägt dagegen, daß etwas Ganzes nur entsteht» kann, wenn die Teile zu einander Seffrahdvnchrift. die verlangt, dl« Tage in die Lochzu^ passen, homogen sind; etwas Brauchbares nur, wenn und die Lochen des llebens in die Jahre und Jahrzehnte "a»ch die Teile brauchbar find. Er l^nt H daher ab. erazuordnen? Hallen nicht auch wir uns im Mischen Leben der Gegenwart allzuviel und allzuoft beim Zählen der kleinen Münze, auf und vergesten darüber ganz unb gar den Blick für di« großen Zusammenhänge? Le, Inrat fit nicht die P fennig^thler unserer hiutigen jüdischen Gemeinden, die fich — bildlich gesprochen — immer wieder mit denselben abgedroschenen Groschen ans Fenster stellen und ße so lange in der Hand herumdrehen bis man sich wirklich als reich Vorkommen mußk Gewiß ist ewahr.- „Lee den Pfennig nicht ehrt, ist her Mark nicht wert". Kleinarbeit muß sein, soll Grnßes geschaffen werden. Auch da» Hand des Judentnms kann nur gebaut werben, wenn Ginn um Stein « trsuer Arbeit hinzugesagt wird. Aber die Kleinarbeit ß«f nicht zur kleinlichen Arbeit werden; sie muß vielmehr geschehen heraus aus de« Blick für bas Ganze des ju errichtenden Baues, sie muß in all ihren Teile« getragetz sein von dem Dillen Aller, mitzubauen an der Ev ckchtung dieses unsere» gemeiufamen Hauses, lieber aller MBwußige« Pfmnigardeit dürfen wir nicht vergessen. »Ufa« lleinen Münzen zu messen an den ewigen Lebenswerten des Jnbentumsdir bestehenden Gemeinden in unveränderter Form mit all ihre» Spnre» fahrzehntelanger Desorganisation. Willkür. Reaktira. Lebensunjährgkeit einfach in einen Laps zu werfen unb dieses Museum eigenbrsblerffcher Mannigfaltigkeit dann für bie neue Organisation der deutschen Juden mrszugeben. Um eir, wirklich lebensfühige Qrgan.sativn zu schaffen, muß den Elementen, d. h. den Gemeinden, erst wirkliche Lebe« emgehancht werden. Um ein wirklich geordnetes Gefüge zu erhalten, «nß «an die einzeLnen Gemeinden so zuftotzen, hobeln, glätten, daß sie fich wirklich in das Ganze ernsügeu. De^alL fordert der Entwurf der Z D. f. D. in erster Reihe ein gewiffes Mindestmaß von Einheitlichkeit für die Dersaffung der Gemnnden: einheiUiche. für alle Gemeinden verhindtiche Normen über eine wahrhaft demokratische Lächl der Gemnndeorgane. über deren Aufgaben. Über den Kultus, die Gemeindebeamten, den Etat ujw. <Don einzelnen dieser yarderungen ist noch werter mtrn ausführlicher die Rede.) Nur aus solchen, aus de« Geiste der Demokratie und Gerechtigkeit ausgebauten Gemeinden, kann die Gesamtorganisation bestehen, nicht aber aus Gliedern, denn» ab- *) 2m ta »ct twnfca 9t**mn »scht««»» nfr Z*ii ünfiatzes «chttU rnua ßmieur-rüens«» Drucyehler. I, dem Satze: (der t X E. •.) Ichuf — cr«in|at etngrvteus — m» stch •nt SeMige -innchwsge» .... sie m be« Rohm» ei> Sen»«»« tchtechch» nicht tzmeMpoßl«»-. war M | sthmNtch ftiifdfffea a«iWb. '.J. feinte «eafthenkchkeit erieiM. biifa l» »etlaflen. ( Semit iR ebet bei »eckxb pMAi' beiten gelegt Me tat tee Mkn Wa*4n ' Punkt enthalte» stnb. -, Der «ntrnnrt be» » S- ». «. tberieht M kn, Serneinben. fit kee »eiamtorgeMtfietin i ihr firn ju Wetben, fieht nnch kn VHtril •di- Dnnch Unntan elf» ulke Onutatn ne «igenbttbleriMn Defeie eerherren- D« 8vf- Deenen SaMngennknnb «let I eine Oegjnifatiea elf», bet grell 9e|lkf> knlfchn •eeeeinkn eegehörn, fekefi ■( wm I Reken, «ne SnMtteeemg mehr «kn km^ fielgerichti, Mel be« «ntünq her R.JR R! Aefnnetäcgeeifetien mit her De' feinte Orgenifettenneifeffnng. Rimemmgee. Me fich enf Me leaeenben bezieh»». |a Ende , «eneeinkeeecht Inbeii her Cntserf M S>! (i efeeeUM bn «enumben Me Mit ' gibt bei CkgentWin ner fnkOMbe r; recht geht mt •efeatMgentfatfenkeMkt il iR Her, knß benul bu Gefimil _ Ohnrnecht vernebM M. *1» Een tank nn j «ekeelen Mtig metan, | Mi kn kn tagtan f nicht in tn fteri* ikm Uttgleet kenn Wetter nni fnfMM k« n ftoWa tätig wordvM, Mfeanh s> 1 SUtäÄÄU, fMAag4W«i mgdM. Ceit nebefitWMt nk infietael fltal k jene», Kifke Wenf bei D.A.». eTSi I bet •ef<ntegek#ete fegL Die fttmmang Intel: .» 1 de, L. I. «. «. bejaeA M» faffung ela Ärgste im bnifchn Ieltafin pn t fetna gefembn Jetaeßen. inAifnkw n) pu Heben, hes «Ugtbfn **en» nnt« I bei GelbfibeRirnnmieg ber Wemetnbin. b) int ftnnifetn UntaftlnM Benieinkn, c) |« Lcheffung unb llnterhnltnng ek Rttkung gemeinfeeic kinrichtagn Mk a) zur »etkiettune aOa ka IRMfchn I »meinfcheft im Deulfchen Reich geeeeetnfiw tegeuhettn nnch enfin nkb rf zur ybetereme da rechilichn und nix) Stellung Mt jgMfchn «niediMkeemtn. it dmch «iurtchiungn zur veifergnune beefa I imi zur Strfeege ftti Mae ♦intirktlibin« Die «uMuug nnlet n-e ist Ichtecht mk i Rknbig. 9tän tetmi&t z 8. jebe» Meri «ta . Fürsorge ober »ber bu fo brauunM Oßtaetan«. Ml ist ohne gnRe Bebeutnng, mell je im 0^0» I R 1 bie Pflege ber .gefembn Jnfirrffn' ta Iubentuml geferberi mich mch Me I» Bort .inkbefiubm* eneeigt, uni Seist Wichkiea ata iR befcci fetanktl: Riefe gbeeUkt allem, aber euch rrftta eile», ta tteureinbeullnt nur Me Sacka, Me am Be, Metten, ober bie Blffa, Mt zu grefi Rnt. tat einzelne «emeinbe sie fchlncken kbnnte. Ueehn ta 1 orgauifation inneteilt: unb felbsi Me» nch mit 1 MR natürlich Me CelkRbabieleit ber Remeinta Metten mlfe! Del ist nicht ber GeiR, ta lg krLftigrn Korbbeutfchin Sund, 1S7I ei» fiarie Reich eil orgauifchel Ranze« schuf. Saekern! Refft, ber IStL Me schenke, zu jtta Zet giburt eine« Deutschen Pnnbl«, ein unoege zerklüftetes. Mrtibckerisitfches Gebilde in Me'j Herr Dr. Frrunb hätte eng ha deutschen Res sollen. — Der Entwurf ta 8- S. s. D. j Mn .Stock' ta Resemteremttfiüinn. nnb m wm nnb mit nlem »ficht Dnß ka I dieser Cntaaf ihn mit, tachetal iR, sich Mschen »ngcknakeiten « keseßm. und Mfi neben und einer Mn Remeintat sotten sker. sfihen soll iftlLn gefegt .SmAf ta, p> ,eMr Zeit hei sein, mes seine DrMM , Zsbisikes berfta, strmkfike. lak Mr Juden im Leuchcha Nrich'1» chnm 1 - ' rtk—A