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Jüdische Volkszeitung · 1920-03-26 · 11 (26.3.1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
26 (1920)
Issue
11 (26.3.1920)
Date
1920-03-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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|W» - Ir fMe ^IRdkfche rl^ncl »Schemltch an irtaa Yrrusg nafe tonn durch btt Sog. 9t ( auch durch die Gefch-fls-ell« |IB Preise ton VtnvItShrlich 9M. LL0 deztqev »erden, bei »dhGlariq m der Geschtst«Kellc AN. '2&. *taplne «ummer 9U ff. ßernspr.Knschluß 372 PoftfdKfk-Konto Breslau Nr 17303 «tt«r S. CiUeaftU Strechftunde, der •efcMtt*Äfl« 10—4, der «chrrstteinm, $—4 Wv Rnretqe» »erden such Ell'meler, »«rechne« Da« M»me« der achiqef»a1«»»U ZeOe te»e« 7v K.. a» kf»M|a*tR 6*1« «0?t Ve, «iedertzala», -r»Ltz»-u»tz. Schnstleitung. Verlag und Geschäfl-stelle in Breslau l. S<tzw«<dnitzerftraße 37 Zuschriften und Geldsendungen lind dorthin zu richten. — Die Geschäftsstelle ist Sonnabends. Feiertag- und Sonntaggeschloffen. Nr. n fln liniere befer! Der allgemeine Generalffrelk hafte «udi unseren Betrieb befroHe« und uns aufeerffande geletzt. In der porigen Woche eine Nummer erftfielnen zu lallen. Wir bitten, dies hrdl. enlkhuldlgen zu wollen Verlag der „3fidifdien VolkszeUung“ $Or tie mit TXmtit J«»eich»er«» fl»fTt%c, »eiche tu teech»Uche tBtinvn« te» Derfaffets tarn flu»bT«A tnmgen, <tfcrrni«mt die S^Hflfeituni mir ftic PrrP- OeseHliche Oeronnotnung. J Was Irbrrn u«S dir Srrigniffr des 12. März? Die vergangene Woche Hai eine Frucht zur Änft ge« bracht, zu der das Samenkorn schon seil vielen Monde» gelegt war. Freilich eine Frucht, deren Kostprobe genügte. 4»»-«tttk Te^e. ^^OGM>^Lall^tzztvp^ften. Ort dem Heilungsprozetz Wirt Miness vedurn. voin der Theorie schon sert langem seststand. in der Praxis aber zum ersten Mal seine Wirkrrngen äußerte. Der Militär» putsch Kapp-Lüllwitz wurde mit dem Generalstreik der Arbeiterschaft kalt gestellt. Auch wir Jude» haben ein Interesse daran, uns mit den Ereignissen der letzten Tage zu beschäftigen und unsere Lehre« daraus zu ziehen. Man braucht sich über die Möglichkeit und das Zustandekommen einesolchen Gewaltstreichenicht zu wundern. Die oft und wie lange schon haben alle demokratisch gesinnt eri Kreise aus d,e Gefahr von rechthingewiesen. säst keine Kummer der jüdischen Zeitungen erschien mehr, ohne nicht irgend eme Notiz über den reaktionär antisemitischen Seift der Reich-wehr zu enthalten. Ja. wenn man heute dieErmgniffe rückblickend überschaut, muß man iogar sagen. ba% der flnhjrnitiftnral der Irktrn sechs Vierteljahre Haupt» süchßich aude» Reihe» der Reich-wehrsoldaten seinen Ur» spneng genommen bat. daß er dort systematisch gezüchtet und gepflegt werden ist. u» zu seiner Zeit als Machtfaktor l» der Umstur^ewegung eine Rolle zu spielen. Er hat nur versucht. >w letzten Augenblick, als d'e >»- Zeltler de- Rufr»hrvielleicht schon die Grenzen ihrevo« -i ^««1 so geliebten, und doch auch in- Unglück gestürzte» Vaterlandes verliefen, sein Haupt zu erheben, um erneut &• die Bevölkernng-schichlen unter einander aufzureizen, um ■J* da- Chaonoch zu vergrößern und daangenchlel« Un» heil am deutschen AirtschastSkörper zu vollenden. Eist b bricht gelungen Nicht gelungen, dank degesunden lf JStwrt der Arbeiterschaft. Sie hat sogleich erkannt, wo »je Moschen dr- Netzeliegen, in die sie sich verfangen « sollte, und sie hat die Schmierfinken von Aettelanklebern. " die menschlichen Prügelbestien in den Wachtstuben die « richtige Antwort fühlen lassen. Waffenlos, wie sie war. Hai sie die Hände in br.i Schoß gelegt. Alle Räder „ standen still, kein Maschinengewehr, kein Vanzeruuto. y brachten sie in Bewegung und erst, akdie Freischärler^ m vanden. für deren moralentwerlele Gesinnung die deutsche Hahne zu gut erscheint als daß sie von diesen Macht» » -adern in Ehren gehalten werden könnte, also erst, ali k« Soldaten restlos die Kampfstatt geräumt, ihre Fahnen zeruntergehoit und für Zeiten, die hoffentlich nie kommen »erden, verpackt hatten, da erst begann sich wieder alles z» regen, von da an erst begann da- Aufatmen der Be» dölkrrung f < ist inter-ffanl. zu beobachten, vir allmählich unter * den neuen Gewalten der Kamps gegen die Juden proklamiert and ausgenommen wurde. Die ersten Erlaffe der neuen d Herren aueigenen Gnaden, liehen bereitzwischen den - Zeilen lesen, woher der Wind kam. Ganz abgesehen, daß ' die führenden Persönlichkeiten an sich schon die beste Gewähr für Pogrömchen und andere Botk-belustiaungrn EAaUerlicher Art boten, der Kamps gegen da» Fremde - lieg: allejüdische - hn dentsche» Lolk-kbrper ma Breslau, den 26. TTISrz 1920. einer ihrer zwar nicht au-gedrücklen. aber doch herauszutesenen Programmpunkte. Man hatte bisher rmmer ge» glaubt, daß die Fluqblattpropaganba des Schutz» und Trutzbundenur in geistesarmen Köpfen, m Menschen ohne ingllche Veranlagung Nährboden finden könnte. Weit gefehlt! Zwar. »4 braucht nicht grade ein General» lnndichaslSdirektor zu sem. es hat in den Tagen seiner Dikratur auch andere Männer nenug geaeben bei denen d e Flutzblattsaal eine gute Ernte versprach. Als nun die Stunden jener Berliner Machthaber gezählt waren, at« sie selbst die Sonne ihrer Bejreierherrlichkelt verblaffen. ibr sich selbst ang moßte« Glück de» deutschen Volke» (— »herrlichen Zeiten führe ich Sock entgegen' —) dahlv» schmelzen sahen und zum letzten Mol die Türklinke in der Wilhelmstraße tu« Schloß drückten, da begannen ihre Söldner da« Werk der %$X. An jedem Mauerwerk be> gann eine fröhliche Judendetze zu nsiehen. und fast vor jedem Zettelchen stand eine Handgranate und ein dazu gehöriger TeSpot Weh dem. der H wogte, da» hetzerische Pamphlet odzureiße». RiLt daß die Handgranate sofort kepiette. nein, ihr Stiel und ein von Herrn Kunze — Deutschlands Erretter au» schwerer Not — bezogener Gummiknüppel sorgten dafür, daß dem .Verbrerßer'. der dar Plakat abrih. die Erinnerung an die herrliche Zeit aus Jahr» hinaus «uht verloren geht Der Stunden der Macht wurden rmmer weniger. Nun gita man radikaler »or. Man machte sich zum Mörder- Zum heimtückische» Mörder oh« alle Gew'ffenS» diffe. Id» Breslau sind es mehrere siülle. die uns klar beweisen, daß diese Mensche» dar jeglicher Mora!, dar de» tzermgfte» Recht-«»psiudeosind.- «»--«640** »m» der Fall de- Juden Schottkünder, der sichert«ch lctzte« Endeseiner Religion wegen zum Märthrer werde» mußte. Soweit also batte es jene Sorte Menschen gebracht. — Da- Unangenehmste aber, wa« unjene Tage beschert haben, war die Gennmmgslumperet emiger Mitmensch«». Drastisch ist der llmfall de« Oberpvüsidetrten tum Ost» Preußen, de- .Sozialdenurkalal" Wtnnig. der sich in Ge» sellschast der Lntljemilmhäuptltnge wohler fühlte aiin der seiner politischen Genoffen. Die Partei hat ihn jetzt vo» seiner Milgludschaft entbunden. Es wäre aut. mm» man die Anderen, bic gleich ihm gehandelt haben und vor den Neuen Herren sofort zu Kreuze krochen, auch a» den Pranger pellen könnte, ftetder haben sich mutz auf unserer Mille etliche gefunden, die da glaubten, an der neue» ZeÜ nicht Vorbeigehen zu können, oh« ihre verstaubten Offtzter-epaulelten oder Unterofftzierstresien zur Schau trugen zu müffen. Dir sich nrcht scheuten al- Juden ihre Kräfte einer offenkundigen antrsemittschen Klique z« Verfügung zu stellen. Es lat eine» tu der Seele weh. sah «au dhtze Herren in Gesellschaft der Korpsstudenten aus den Autozu neuen Verbrechen au-» fahren. Ader freUrch. selbstbewußte Juden, Juden, dir nur eine» stunken Glauben-stürkr in sich fühlen, werden sich zu '«lch niedriger Handlungswetie me bereit finden. Man muß die Herr» in jen» Kreis«» suchen, denen da- Judesein an sich lcho» eine Unbequemlichkeit bedeutet. ... Di« wcnigm Tage der alldeutsche« Herrschaft haben genügt. « klar und deutlich vor Augen zu führen, wohin wir steuerten i»d wauns unter jenem Regime bevor» stand. Dunk mr vernünftigen Haltung degrößten Leilder deut'chen Ve»-!kerung ist eander« gekommen. Durch den Zusammenbruch der Gewaltherrschaft von rechtist aber die Gefahr von linkplötzlich riesengroß 'rstonden. Ter Bolschewismus putzt an unseren Toren, und sein Eindringen in unser Land bedeutet für un- Juden eine doppelte Gefahr. Die Tatsache, daß einzelne Führer der ßowjetregierung in Rußland jüdischer Abstammung find, gibt dem Antisemitismus immer wieder Zündstoff, gegen die Juden im allgemeinen als die Verbreiter der balsche» vistischen Lehre vor zu gehen. Dtr haben Mtnie mit den Ideen des Bolschewismus ibtntiftirrt und ihn für die europäische Kultur stetals Gefahr erachtet. Nicht zuletzt auch de-hülb well die Erfahrung gezeiat hat^ daß gerade die Bolschewisten es waren, die in Rußland dm jüdisch» Gemeinden und ihren Mitgliedern arg zugefttzt Kob». Anderwürde es auch hier nicht komm», deshald erscheint undoppelt Vorsicht geboten, um der lleberrn«pelu»g da» rechtnicht eine von linkfolgen zu laff». — Reue Männer find zu» Teil an Stelle der verjagten getreten. In de« Aufruf, dm der ne« VkfthGhnbkr bei vL Armeekorps. Generalleutnant v. Leqni-. vor kürze» erlassen hat. las» wir. daß der Riich-wehrmenn lediglich Zatzrga»g XXVI der Pflicht lebt, die Arbeit und da- S—^—r^L Bevölkerung - jede» Berufe- und jeder KonfeMm zu schützen. — Da» voll» wir sesthalte». DamA/' der General d«n Pogromjünglinge» eine d-ull-ch- Möchte sie in ie«em Laaer gehört werden, möge «. der neue Gebieter dir Macht Hab», sei« Barsttz- _ führen. Uni dünkt leider, daß da- Gift, büß sv ~ Zeit in den Körper der Reich-mehr getrünftit MMI I schwer zu bekämpfen sein wird. Die de« aber mech J Augen aus! und Aus der Hut seinl »ft düll^ fordernis der Stunde. Jegliche Provokativ» unft^ jegliche- Anschmeißen an die herrschenden Männer! gegen unau-zulegenden Sinne muß vermied» l eng und enger müffen wir unsere RellgivnÜge»e zusam»»schlikßen. edürfen keine «eh, au« d» Rethen zum Gegner übertaufen. wie et aescheh« jeder Jude muß. von Stolz auf sein« Abstan füllt, furchtlos und grab der Zukunft g^nü bereit zur Abwehr, bereit oder auch znr «ill Aufblühen dedevtsch» Lande». ' llmsch»«,' namheifteß» \ t» fein» um »nzig größer» ' iavbe»-ge»Hff» a huß in« 8»» g teligM ßAtt.. für P«lü-f»» Der Au««»-« M ÄTi^rt h«t da. ^UfMMKÜN valHK»» (fr.lm .,Vnttal {itlHtentk«‘) Mt «CM, t ‘ trat» »ujaadra «eßellt. Di« »attfalfe “ “ Judra i« Ostrar«», macht et» gratmig«« Ulirrfafclidi eiridmiti. »der sldasit tat Da »«l'tischra SrMttmB« t» Paltfti», bi« «»/ich« t ■■•qgfeBB&aa?- ttnt dt« f*tM k rrdddra (oOtt. Etwa otnm btt i kette« der jüdische» Gemeinde Berti». Komitee bei und unterzeichneira seile« lasras. schloslra sich ihm in etwa «eunji, Deutschland, di« sahrenden Glaub» wurde ein stiadbiner-Iu.schuß jum elften Mal» dt« Lertretec aller Kichtunge» im sttabmen »l»rr zemeias»»«». I Werbetätigkeit sttr da« Valäfttaaweri aerriaiftt». »tilg wurde n» klabschaft a»n BirtremmG»! der die Tätigkeit de. sttabdiner. AMschaft«. > unterft.tzte. In«! es andere gelegratlich der lande« saft in sämtliche« jlldischea Geaeeiad« Sammlungen jbr da. Werk de. Hils^omita. Ergebni. dieser Sammeltttigkrft wer »i» wchl , E. sloften ,» Laute Mn •raigra Moaatra 1M00Ö1 Obwohl die kam mlwagen ai» dauerabe gedacht sodaft mit der Jett eia gräherer slond. ausgedrach. W darfte. wird eia Deü der gesamaaltra Gelder »h» schub r«r Verwendung gelergr» Hlerdei wird dl« J Wort, unabdäugig wn dra> »iedrlgM möglichst verwertet »erden. G» rändn Geräte. Maschinen »ad sanftig». Material sstr Bauer« u»d Handwerker i, Palgßta» tNMiftta, di» Lurftettung dem Herd«»«» sftr jstdisch» Gtataa» Ein anderer Betrag wurde fgr die deraffich« G.M organisierter Grustpen juagrr >a»oa»d»«rr t» DaE» und Pole« beftimml »ach det dem Aaßdaa MA M wird sich da« Komitee darch O "" deteiligea. Zunüchft wird der d dische Kolonlsatioa^Orgoaisott««' tStalhftoi, Gr»»»« gegrdndet«! Krloai» , ein derzinllicher Boischuft gew^rt. Do. .Hilsrtomit« sdr Paläftr» s.mUicher Parteien »ad fteftt Bode«. Bei»« Tätigkeit ift ensschtieftlich der wirtschoftüche« Fbkdrau», de. KoleoisotioastMlßa 8>o«E» vermeiduug m irrig«» Gerrochaoaa» i weisuasst» ist c. Wichtig ses^iftckkra. doft da. . Pilstkomita' mit dem .HrksNoert sgr identisch ist Im neuen Jahre sefti da» iätigkeii mit Hilse M» Semnai erweiterter Grandlage fort. Gelogeaklich de» wird i, gao. Drälschlaad «M B klmsa-g. MttramnM« weide». Dl«! ftt stad derert. getrosfrn. Ja der bas Hilssrowlte» a «dar M »der in (M|

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