Mannheim
Compact Memory

Jüdische Volkszeitung · 1920-03-12 · 10 (12.3.1920) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
26 (1920)
Issue
10 (12.3.1920)
Date
1920-03-12
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
81% known words query
IRI
…/6682508-6377572-6450443--1244-4850951
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Ul «Hg UW*__ Fracht» brr Pertzrh»»^ Frankfurt. ü. März. - Ja Voden'Badeu kam H zu ram bäuerliche« StcfaH infolge onitfnmtifdKT Verhetzung. NaÄ einer Versammlung. m Welcher viele antlsewitische Ausfälle vor- Uaun, schob ein Student, der an der Versammlung feilgenommen hatte, den Studenten Kahn, einen Gohn debekannten Bankier« auf der Strohe nieder, sodah er svsart tot war. Z»tise»i1ische» Wjßtr«urw;*w Im Fall .Osiropa' ,ft Erzberger im Prozeh Helfferich Engend gerechtfertigt worden. Es stellte sich heraus, daß «zberger ohne fem Listen und fernen Willen zu« .Aufstchtsrat' der Gesellschaft gewählt und alt solcher ein. getragen worden ist. lieber die Zeugenvernehmung schrieb tan, die .Deutsche Zeitung': Zuerst der Herr Nolar'uS. 66 Jahre. Mosmlch: einem ..Goi' vertraue', sich bie Herren »an der Ost» ro»a. so arisch sie an sich au«sehen. in schwierigen Angelegenheiten wohl nickt gern an - .Goi' ist ein hebräisches Wort für .Christ'. Wenige Zeiten vorher hatte die .Deutsche Zeitung' de» Verteidiger HelfferichS. Dr. AlSberg. einen Mischen <,mosaischen') Rechtstanwalt. in den Himmel gehoben. Helsiench. .so arljch er an nt» auSsredt". ickeml sich also .in schwierigen Angelegenheiten »ah! nicht gern einem .G»,' anzuvertrauen ,»llq. Zlg. » Wer »area die Krieg»»,cherer? Der ehemalige nattonattlherale RnchStagSabgeorbnete Dr. Nilhel« Arning-Honnover war früher Stabsarzt r» Dstafrrka Be, Ausbruch des Krieges befand er stch z»Mrg rn Daressalam und hat bis zu« Ende deS Krieges k» Lstafrika im Felbe gestcmden. Er hat Über leine Keirg-ertedurste e,n Buch .Pier Jahre Weltkrieg in Dentsch-Oftasrrka' veröstenllicht. dem wir dre folgende »tereflante Stelle entnehmen: . .Eine ganz gehörige Heraufsetzung der Preise war fast überall die erste Folge der Kriegserklärung! daran änderte a»ch nichts die allerdings erst spät eintrrtende behördliche Festsetzung »cn Höchstpreisen. Trüben ging eS wie daherm; denn jeder war froh, wenn er seine Wünsch« erfüllt sah. «rd zahlte dafür, was verlangt wurde, zumal die »on den Sroßfirmen abhängigen indischen Kaufleute in entsprechend gesteigerter Form ihre Borbilder nachahmen. Die Pflanzer. welche ihre Plantagen verließen, um dem Vaterland« zu brenen. kamen dadurch in eine unangenehme Lage, zumal auch sür Darlehen ganz unerhsrt hohe Zinsen gefordert wurden; dis 12 Prozent Wurden allerdings halb auf 7 Prczent heruntergesetzt, da das Mutterhaus in hhMtin »erkändigerweife an-otkut*. daß di« Pflanzer so« lange und so gut als möglich ,n ihren pekuniären Rerhättruffen zu unterstützen feien. Aber eS gab auch Übliche Ausnahmen. fowvhl unter den größeren Geschäften, wie ta allem unter den kleineres dazu gehörten, um einige nur zu nennen, die Schweizer Firma Hellweger ,n Tanga sowie die Firma Rosenbaum & Lev, in Tanga und Mombo. welche letztere ohne jeden PreiSaufschlag und noch dazu, wenn nötig, gegen Kredit deck Pflanzern daS verkaufte. Dag ste zu ihre: Ausrüstung für den Krieg nötig hatten ' Wo faßen also, darf man auch hier fragen, in Wirk' lichkert die Kriegswucherer? wr -»dr» «U fai echirit DaS jüdisch* Rachrichtrndnreou r fvlgeude Mitteilung aus Warschau: Alle Ita*. die » den früher ruffische» Gebieten Polens »süffig find und den rustischen Akten nicht als Bürger eingetragen Waren, find als.Ausländer' erklärt worbe». Ihnen wirb die polnische Staatsangehörigkeit verweigert. Neuerdings werden ste sogar auSgewiesen und ihr Besitz fällt an den polnischen Staat. In Warschau wurde ihnen besohlen, die ihnen gehörenden Häuser binnen 24 Stunden z, räumen; diese werden vom polnischen Staat beschlagnahmt In der Pvovinz ergeht eS ihnen noch schlimmer. im «schrchlschr» Mirrfßsri»». In Kreisen der Prager Indenschost erregt ein Erlaß des Ministeriums für die Slowakei ungeheure Erregung. Es handelt sich um die Erteilung von Kinokonzeflmnen. wobei der bezügliche Erlaß des Ministers Srobar unter anderem »arschreibt: .Ist der Bewerber selbst nicht aus» gelernt, so muß rr einen Fachmann als Gesellschafter haben; dieser darf ober weder ein Jude noch ein Mensch mit schlechter Dergangenbeil sein'. Sie N«lästi,,-V»litik der G»tr»te. Zürich. 2b. Februar. Die führenden Kontinenlalstaaten der Entente. Eng« land und Frankreich, haben sich ostenbar nun auf die von ihnen in Palästina im Hinblick aus di« Errichtung der nalwnalen Heimstatt dejüdischen Volkes einzuschlagrnde Politik festgelegt. Deutete darauf schon daS Schreibe» Millerands an den Führer der zionistischen Organisation Sokolow hin. so niührt Frankreichs Haltung in der Paläftinafrqge eine neuerliche Bestätigung durch Neuste' rungen des augenblicklich in Palästina weilenden französischen Kardinal- Dubais. Die jüdische Prestzentrale in Zürich berichtet darüber: Der Kardinal Dubais empfing in Haifa die Vorsteher der jüdischen Gemeinde und drückt« ihnen ,n Erwiderung auf eine Ansprache seine Stzmpathie sür d» Juden und ih,e Interessen aus. Bei eine» Bankett zu Ehren des Kardinals, dem angesehene moha» medomsche und christliche Araber, aber kt,ne Juden beiwohnten. ersuchten arabische Vertreter in ihrer Begrüßungsansprache den Kardinal, er möge ihre an den Papst -«« richteten Forderungen, daß Palästina nicht den Jude» gegeben werbe, unterstützen. In feiner Erwiderung drückte Kardinal PubmS nochmals seine Sympathie für die jüdische Sache aus und soll gesagt haben: .Die Palästina» frag« ist bereit« aus dem Stadium der Lheone hetaes» getreten und e» ist Ihnen bekannt, daß Palästina dem jüdischen Botte gehört. Im .Sunday Herald' nimmt Churchill in einem längeren Artikel zur Palästioakrage da- Mort. Er betont, dost Balfour ,m richtigen Moment bi» Gelegenheit ergriffen habe, um die Politik Großbritanniens gegenüber den Juden i» Palästina unwiderruflich zu entscheiden. Die feurige Energie des Zionistenfahrms Dr. WeizmarmS. die Zustimmung der englischen Juden und die volle Autorität d«S FeldmarkchallS Lord Allenby feien alle darauf gerichtet, den Erfolg der zionistischen Bewegung zu vallenben. Eine jüdische Siedlung unter dem Schutze der britischen' Krone Dann wird er traurig und fragt zweifelnd: .Dafür denn eigentlich, für welch' Verdienstf' .... Eine- Tagetrat er nach der Thorostunde zu» Melameb. .Rabbi!' — feine Stimme bebt — .Rabbi, saget »ir. wie ich on jener Weit teilhaben kann.' .Lerne Thora!' .Ich kann nichts!' .Lerne Mifchna. wenigstens einen Abschnitt!' .Ich kann eS nicht!' .Gage Psalmen!' .Ich habe keine Zeit bozu!' .Bete inbrünstig!' .Ich versteh* nrcht. «aS ich bete.' Der Melomed blickt ihn mitleidvoll an: .Was bist buk' .Lastträger.' .Go diene den Thoragelehrten!' .Vas heißt das?' .Trage abends ins Veth-Hamrdrasch ein paar Kannen Master, auf daß die Lernevden keinen Durst leiden, oder tue ähnliche Guttat'' Freude durchstrahlt ChaimS AnUitz. .Vt&tot’* — beginnt er nochmals schüchtern — .Rabbi! .... Mein Weib . . .?* .Wenn der Mann im Himmelsoden aus herrliche« Stuhl sitzt, ist das Weib der Schemel seiner Füße!'- LIS Thai« tn sei« Stube trat, saß Cham bei Lisch und sagte frvmmernst bas Uraurngchet .Gott Abrahams . . . Schneibenbes Weh faßte Thanns Herz, als er sein« Fra» ansah. Er stürzt* vor ihr nieder: .Mein. Chane' Ich will nrcht. daß du der Schemel «tarn Füße seist. Ich will mich zu dir hinabbeugen, bich «mtzarheden und neben «ich setze,. Wir walle, zufammeo auf einem Stuhl sttzen. »ie jetzt ... . Wir fest back so glücklich zusammen .... Hörst bu. Tha«l Du mußt mit mir auf eine» Gtuhl sttzen .... Gatt, d« Herr ber Wett, wich es erlaube» «äste». . . 1h hm wache .tu M« «■» Mä*. es I Neue Literatur. 8i»e rrrrrr Geschichte «rr Jude». Es ist ein sehr erfreuliches Ereignis, baß eine der bekanntesten und »erbreitesten wistenschastlichen Sammlungen auf gemeinschaftlicher Grundlage, nämlich die Sammlung aus Natur- und Geisteswelt, bie im Berlage von B. G. Teubner in Leidig erscheint als Rr. 746 eine von dem Berliner Dozenten Profeffar Dr. I. Ellbogen verfaßte .Geschichte der Juden fett dem Untergange des jüdischen Staates' herausgebracht hat. Denn es ist ja bekannt, daß die allgemeine Geschichtsdarstrllungen in der Regel um die Probleme der jüdischen Geschichte einen großen Bogen schlagen oder sie höchstens i« Vorbeigehen berühren. Nun hat Ellbogen die große Ausgabe aus stch ge» nommen. aas beschränktem Raum* ein« Epoche von 2000 Jahren darzu stellen und man kann nur sagen, daß rr dieses große Problem «tt vorbildliche« Geschick gelöst hat. Er ttthrt u. schlichter, kühl abwügrnder aber doch immer fesselnder Darstellung durch die Geschichte der Juden i» Altertum seit der Zerstörung Jerusalemdurch LituS. zeigt uns das Leben der Jude» m Palästina und Babylonien und «bl mit wenigen Worten ein Bild von der geistigen Leifmvg. die der Talmud darstellt. Dann eraählt er die Wechselnden Schicksale der Juden in den flämischen und christlich« Länder» des Mittelalters. Es ist schwer innerlich ruhig zu bleiben, wenn man bie bekannte», aber doch immer wieder erregenden Schicksale unserer Glaubens» und Stammesgenaffen liest, di« in manchen Teile» Deutsch» lauds länger als die Genua»«» im Lance, wie ettoa am Rhein, doch Heimat- «nd rechtlos vertrieb« worden, nur weil ma» aas ihren Wohlstand mißgünstig dlrckl» Die Geschichte der Juden in der Reuyett führt »ns da»» zur Emanzipatian, die »rav viellercht Heu, mit gemischten Gefühle» betrachtet, betastet sie ja ds» Lufa»g att Eatjudram des westeuropäische» Leils nuferer Gemei» «oft. Es ist bemerkenswert, bcfe auch ei» Historiker vo« bew Range Gllboge»s »rit ber Gchoffuug nues jüdische» mit bmi bis ta ««mm»IG» tat vo» Mm« wvhttüttg wita ta t» tz»r»»tt jff stchttamkte at km »chrr» M lkivsch» MM s«i» tftt», im «■»•?<«. vir häbni kntH Iber di» Drn-Mll««i S»«d« bd auf 3«ln ftUitigni «iuaanrt llniinuhaurf T—' * Braun für di» Budap^k» »rthadai« G«m»iad« d di» »ur Gxrichtu», «auf fLdifchr». fkiug ntiuln ( Mrstnbcf wrrdra fallt». Di« »rldodor» •«■tiaM nun »in |tfign»M Cautarriaoi käuflich ctBoit»*. btt Tprnt» btn tkuufptrif nicht salfUnkta dtchi, dt» arihod»r» Etmrind» uud k^Drn Audilcha dnt d«f Kaufpr»«f«f auf sich gtnomuten; bn Spender! Braun bat sich aber derpflichtet, ju den fthrlich» E»- daltun^lastea jährlich eine Vieriei-Milli»» deipefr^«' Dichiniichtun» de» »eu» tkruukenhaufef ist beraif i» Auge und dank ber Opfwoilltalttt ber otibobap, Iub»» fchast Budapests ist st, auch schutt fatueit fnrtjifchrM», dast di» Lrdffnun, de» Spitals i, vdld« exfal,«» b-rstu >« vilgliidtm de« Spifaldtrutsriums »urbe» »erBltstbsM der orthodaxen llandeslanslri Adolf Aroukl, ber Prtstbot ' ber artbod^en Lhearalrabtfcha Jajef Hrrioi. ber du» laanie Philautrop Leopaib von streubiaer uud ber Stffts». Berual Braun entsendet. Lu« Leiter des neuen SpitolM 1 ist ber i, jtibifchea «reifen allze»«in bekannt» Chtr»» Dr. Mai stkafruak auserstbeu, ber lange Zeit als Otnaß aut Spital» der Bester Lsraelitifchen >Üiaia»sS«»l»>» Uti> »ar und sich in stachkr»if«u eines grasten Rufis «ft»». «♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦»♦♦♦ ♦♦♦♦ ♦»♦♦»»»♦♦♦♦♦ Aus der l^eichshauptftadt Bntl». Di« >kbei>«g«»»i»schast dir B>»»lo» ber jgbische» Gemeiub» berief in ihrer f ' über eine» Antrag, mit de» Angestellte» Oraantf«tuitci ztoecks «usgestottung ber schuft «u einer Orgaiüfaita» ber Angestellte» ber Getneinden und Organifatisne» Deutschland« in BiichinbWst, zu treten. Ss wurde beschlossen, püibchst mit den «0» ' gestellten der jgdtsche» Oraanifatiane» Berlins >u nehmen und, fall« hierfgr Gtiat»»ng uarhanbe» eine bfsenUtch» Lerfammluug ber in Betracht s Angestelltenichast «injuberusr», dir dauu >u ber I Organifation Stellung nehme» soll. Di« i» »erianb ber Angestellte» organisterte» itbtfche» <; bilden gemeinsam mit den Angestellte» bische» Organifotraue». der gemeinntttzig« Berat« ber anbere» Rellgionsgemeiafchafte, etne Sei Leiter ber Beamt« brr jgdtsche» Sn Wittenberg, mmshlt würbe. Die fhstematijche «ehe gegen bi»- jlbische» Bewahner de« Schenneubiertel» tat«" auch oa» linkspartewche» visttera mft^macht 3» iaiWU, Berichten Ichllber» bi» BerUner Btateer, wie tu lestttB «ach» bi. «erüner Pultgei poetmal ^tue Rag^a tE,-- Schieberatertel abgehnlten hat. Vas sstr wtrklich lofcMbaqr , 8a», fit dabei pmachf, baoon war fmtllch auria |£ hbren. Dagegeu las »an: Aus de» uumbglich« >»' stellen, vielfach auch au« den Doilettm mürbe» AtM«', und Scannt j»m Deil mit SewaU heraitsgepagen, MT ■ tan» in eiugelnen Drupp« nach ber Wrgnubrr-Aqs» gebracht j» werben Srouenhaft sah es durchsucht« Hiusrr au«. Sie starrt«! Wirrt a« »w», - Ssthlr» rhaub» K taanaMÄA ,”sa nrniun»«a. ■■ n<saib^te l'Wal S: Balssttna« eine, neu« Abfchmtt ber fsbifch« Schcht herauskamrn« steht. Ob die Aukunft der Juden trrckbe» tu ihr« hantt SabnMnbcni liegt, möchte Ich bahtugestelli fei» laß« Ich glaub, «bn, bast Btr aar «itrer neu« gea vanberatelle steh«. Doch Ist hier nicht de« Ort. um eiuzelu« mit d« doigetragetrr» lustchtr» M «tzra». I tdnnen nur msufch«. bast lllldageu« .Saschicht« bs», Jub«' bi» allermetteste Berbreituug stubet, bast st» nur gekauft, fanber» auch gelef« wird, bast st» dopt .t Beschicht» wieder «m (" tiummnAft AMb bast damit «um Erlebai« toirb. nur getaust, tvnveru UI trügt, daß bi, jgdtsche l Lefitz uuferer Iugeub « b«fum fgr st« weeber j m »chlerfUbb f8r ptct«^ e. »tfchee« »Bl«, «eeg». Der durch fern tzerrtiche« Drama: . I» letzter Aeit mit Recht >u as gek»tr»ene Dichte» legt ans «tue» ein .Schiaflieb fgr Mirfa»' bar, bn» I8St «fstaub« ist. Zu dies» schlicht» . . SEtfÄStsaSÄisar, mb ans ihaeu tritt uns mit tatfa*. bau, fbiftk m a o - ».»« cunngiM ch« «iw», bast «nt#» bl Schi --»»» »Ja'.ii- -Mb» st» » |wW^ •04^® BÄ® I MaWt bi stch «mstubat. Shm ist bo» M stnb all«." wwamoBü intim mp m» pbm - (dH «ub»m W», bo« mV» pW»*» ffaPl |p Hta mqH aab oa« ’bm tietz» Bllr Mensch« stub st» gMar»».

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.