Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- 10 (12.3.1920)
- Date
- 1920-03-12
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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»IchtMNW cs jede» A«ttsG nt tan | as4 die G-r- E«W*< eottfvntt*fl- . »urch Cif U*t, »ie »ach tan* die GeschöftSgeSe fxt* ml htttch ftt 1^0 kMn «rrtcs, fed «vtzcUmg » kn «cIchSftSHe«, I ftt S^D. tis|e(JM ttnsusrt 10 n. $cnfpr.'JUf4tH$ 372 Postschsck-Ront» BrttUtt Nr. 17303 mm s. etter*» MMNMi 10—4. Wi «chdftena , *(»*.. CB iMmMt -» itkattat IfabariV «Ce, Mm Ocum ürmchm frei WMechd»tz Eo»WG»fr Schriftleitung. Verlag und Geschäftsstelle in Breslau I. Schweidnitzerstraße 37 Zuschriften und Geldsendungen find dorthin zu richten. — Die GeschäftssteRe ist Sonnabend!. Faierta-s und Sonntag! geschloffen. Nr. 10 Brerlau. den 12. Mär» 1020. 3mm «vi Jkr Ctc «U tlcmcn cctci^nctcm LsfsöHe. »eiche Cte Peesvsliche üteiMmski Derftffert na ftulrvA frrtse**» SkcrniBBi etc SchrifNeitenA mir eie trr|- tzefeHkichc Derenmcrtwif. ] Ferieuerholuog für Kinder des Mittelstandes. B»n Dr. Dt Kinkel, verlm. Seit etwa vier Jahrzehnten besteht die schöne Ein« rtchtung der Au-rüstung von Ferienkolonien jüdischer Kinder; sie ist ovs Anregung der Deutschen Reichsloge .Bnei Britz' zurückzuführen, die im Sommer 1682 bald nach ihrer Begründung die ersten Ferienkolonisten au»- sandte. D'lchen Segen dufe W^htfahrts'nstitutlon gebracht hat. braucht nicht weiter Lurgrsüdrl zu werden; es genügt auf das alte Wort Hinzuwelsen: unsere Kinder find unsere Zukunst. Tie Dcreine und Ausschüsse, die stch mrt der löblichen Ausgabe beschäftigen, pflegen gewöhnlich zu Be» Ainu der Arühjah'.S ihre Vorbereitungen zu treffen - Gelder zu sammeln. Ferienheime einzurichken. Unterkunft bei edeldenkenden Familien zu suchen, um rechtzeitig ihre Schütz» linge in die für sie bestimmten Orte senden und ihnen Kräftigung und Erholung »ährend der Ferienmonate ge währen zu können. Die Objefte der Fürsorge waren bi» jetzt vornehmlich Kinder au* den ärmeren Klassen, da die anderen Bevölkerungsschichtm für ihre Kinder selbst Kr imstande waren. Der Krieg mit seinen böse, di, üdPsshcOeS Uö>näs»«,IlM»fr-dtä'>rüVch1»' ^nkämpje uiw. haben die Verhältnisse in «Ottern Vaterland in vielfacher Weise geändert; der Mittelstand ist finanziell stark geschwächt worden, er hat am »eisten gelitten. Die wenigen Ersparnisse, die der eine oder der andere besah, wurden durch die sabelhaften Preiserhöhungen aufgezehrt Da der Drittelstand nicht in der Lage ist. wie der Arbeiter, sein Einkommen entsprechend der Teuerung schnell hrrauszuschrauben. so ,st er der leidtragendste Teil aller Vevölkttungsklaflen. Ich denke an die Beamten oersa-iedensttt Kategorien, an die Rabbiner, Volk»- und Mittelfchullkhrer. Verwaltung» und Ausfichttzdeamten usw-, denen weder die städtischen und Gemeindeverwaltungen, noch die Organisationen ausreichende Gehälter gewähren können. Die Kinder dieser Beamten find daher am schlimmsten dran Im Laufe de« Jahre» müssen sie sich mit schmaler Kost begnügen und in. den Ferre» find fie gezwungen, ihre Hungerkuren fortzusetzen. Früher konnten viele Beamte, die Verwandte in den östlichen Gebieten hatten, ihre Kinder zu diesen schicken. Seit der Abtrennung dieser Provinzen von Deutschland, ist ihnen diese Möglichkeit genommen Damit die Kinder de« Mittelstände» in ihrer körperlichen Entwicklung nicht gehemmt, damit auch fie gestählt und gekräftigt werden für die Strapazen de» Leben», die in Zukunft nock viel grötzer sein werden al» bi»her. ist e» unbedingt nötig, die Aufmerksamkeit der Oessenttichkelt auf die Kinder de- Mittelstände» zu lenken, damit auch fie in den Krri» der Kerienfürforge mit einbezogen »erden. — Ten Vereinen für Ferienkolonien und den Ferienansschüffrn erwachsen somit neue Aufgaben: sie werden ihren Dirbmgskrei« su erweitern, ihre Geldmittel zu erhöhen »nd die Zahl der Schützlinge und der Ferin Heime zu vermehren haben. Freilich wert en w»r — wie die Verhältnisse » unserm Vaterland« nun einmal liege» — xn» au» eigener Kraft nicht Helsen können. Denn selbst wenn vir genügend Geld aufbrüchten. werden wir kaum die nötigen Lebensmittel herbnschaffen können. Wir find ans da» Wohlwollen de» Auslandes unbedingt angewiesen und müssen die» — so schwer es un» füllt — off» und ehrlich erklären. Wohl haben vir. als wir von der Not rn »reu hörten, von den dort frierenden und hungernden Kindern un® ^g^lchm vernahmen, eine Hilfsaktion eingeleitet und un» s»g« entschlossen. die darbenden Wiener Kinder zu un» einzuladen, um mit ihnen den kargen Bissen zu teUen. Diese Hllfsbereitschast «acht un» alle Ehre und legt Zeugniä davon ab. daß die eigene Rot unser Herz nicht verhärtet hat. und baß unser Mitgefühl und unser Mitempfinden rege ist. Ader durch diese edle Tat wollen wir wederul selbst täuschen, noch darf dadurch da» Ausland über unsere trostlose Lage getäuscht »erden. Unser Herz ist -wach. aber unser Beutel ist leer; wir find arm geworden. Dies« Tatsache, so betrübend fie auch ist. müssen «r un wunden eingestehen Armut ist bekanntlich keine Schande, und wir brauchen un» unserer gegenwättigen Armut umso weniger « schämen, al» wrr fie nicht durch eigene» Verschulden herbeigeführt haben; kurzsichtige und verblendete Führer haben ba» arbeitefreudige. erfolgreiche und wohl' tobende Volk ins Elend und Unglück gestürzt, und wo d.rse herrschen, wo Frau Sorge eingezogen ist. hat der Jude dekanntlich doppelt zu leiden. All diese» »gfien w:r unseren Brüdern rm Ausland« offen sagen und ihnen zurufen: .Helfet un»!' Helfet un» und nehmt unsere Kinder auf einige Wochen zu Euch, damit fie wenigste«» während einer kurzen Zeit genügend Milch und Fett haben. Nodrun^mittel. die wir ihnen hier bei» besten Willen in einem für ihre Gesundheit erforderlichen Maß« nicht geben können Werdet ihr unsere Bitte Übtthöven, so wird ein aultzemkrgeltes. entnervte- Geschlecht heranwachsen, ohne Saft und Kraft, ohne Fähigkeit und Lust zur Arbeit Unsere unglücklichen und bedauernswerten Kinder, die in den Jahren ihrer Entwicklung »ährend de» Kriege» darben mußten, würden, wenn feine Hilfe von Euch kommt, als Erwachfevr da» H««r der Anne» vermehren, fie werden al» Landerdettler un». aber auch Euch im Auslande zur Last fallen. Darum aitt e» jetzt vorzubeugen Denket an die sozialen Lehren unsrer Thora, die un» gebietet, mit unserer Hilfe nicht zu warte», bi» unser Bruder am Boden lieg!-sondern ch«. wen» er nur wankt, helfend deiruspringeu. ch» unter die > zu greife»., baß er nicht fällt. — So ergeht ber drtllgend, und heÄche Ans an flbfMfotetoi» ttiifr IwliiMMiiM «»-bkv Kinstvw'cheg «IiftfWmti >) - MorgruthauS Bericht übrr die polnische« Judenpogrome. Nachdem Einzelheiten bereit» fett längerer Zeit durch gefickert find, ist nun endlich der voll ständig« Wvttlaui de» dem Präsidenten Wilson von Morgenthau ftWmicblen Berichte» über die von ihm in Polen geführte Untersuchung veröffentlicht worden Ta die verschiedenen Einzelheiten bereit» bekannt waren und man das Schlimmste erwartete, wird jetzt vielfach behauptet, daß der Bericht nicht einmal so ungünstig sei wie man es befürchtet hatte. Da der Bericht wie fast jede politische Note und wie es ganz de» Charakter Morgenthaus entspricht, etwas unklar und verschwommen gehalten ist. kommt e» eben ganz daraus an, wie man ihn liest und was man in ihn hineininttt» pretiert. In dieser Hinsicht behielten allerdings die peffimistischen Stimmen Recht, denn die amerrl«kische nichtjüdische Preffe legte den Bericht fast ausnahmslos zu Ungunsten I er Juden aus. Der BerüLt Morgenthau» besteht eigentlich au» zwei Teilen, au» nnem Protokoll über die Gcschehniffe und Mor^enti-au» Ratschlägen und Ansichten öder die Lage. Nach d.c Frstfi/llung der Genest» der Kommiffion uftv. werden >ie von der Kommiffion erforschten Exzesse in 8 Släd..n. und zwar: Kiel«, Lemberg, Pinsk. Lida. Dtlna. rolluirzowa, Ezenstochau und Minsk beschrieben. Wenn q.4 Morgenthau ans politische Gründen nur von Exzessen spricht, so weist er auf jeden Fall daraus hi», daß die Schuldigen, bi» auf ganz geringe Ausnahme» bisher nicht bestraf^ ja nicht eiimal zur Rechenschaft gezogen worden find Morgenthau weist ganz desonbers auf die Mitschuld der polnischen Preffe durch deren antisemitische Agitation hin. wie auch auf die Boykottbewegung, woran sich auch zum Teil die polnische Regierung beteiligte, wie i« stalle der Bahnaugestellten. Außer ben Exzessen in s den erwähnte» 8 Orten, di» 280 jüdische Todesopfer zur ^Svlge hatten, erwähnt Morgenthau noch die anderweitige» Ddangsalierungen der Jude«, wie Bartabschaeida». Botzwtt ... ,.:x_ Dnvh die Preffe, durch offizielle Mel- Abonniert auf die füdische Volksztg.* rö trunfRi Mt auch -«ach jhW« »ich M« eMtmn« «tätfotbrrf. mit 3»*<* -**■« no<t»n. Dir bkonouusch« Bohkott »ich dl nutzt, um die Jude» tat zu Werde». Christlich» 1_, •nangtin tztust, jede Autamunuardeit mit ihr» MWGstM Verutatzeuoste». »> «eist» ist jch-ch dirpdirtschriM» »al« Stnuuiuu« mm dal, »ch di« 9dm ,|»dC;. TharaVrr der jldilche, Rast« in pdm ist hautzStchiich di« tasaut««» Lacht, hi« eatlaih» »»Ketie des «aantach. di» Speiietzchetz», dch varttra,n> u»d der i Sprache. Morgenthau beichrridt sodaun di» Ichasüich« Lag», i, di» Pale» durch dm Kriag i_. watei Mn ftc die herrichende ZmmM i» ntbcl di« Juden dernntroortlich inacht Da dir meisteu s besonderen Itidischeu pdidschen Partarn a> besonder» politisch« Gruppe«, bilden, ist ch manch« «ntijldische Late« der Pdrn «chr ein al» eine» antisenntischen Tdaralter traarn. Di» i zmische» Inden «nd Rlchisnde» »eidm stch eine» £stt demokratisierten Pole» bester». Ilm I erreichen, müssen di« 86 Prozent dar ÄenIltarchlU gieism, dast sie kein» stsie Fron« g»gen ihr» 5° richten linnen, «enn U Prozent, also «tat ‘ Beoslkerunq, unzusnedm, eingeschlchtert »ch Di» Minorität muh ermuntrrt Werde», »it ifcwj Kraft unk ihrem Mnstuh Polen zu,«ich« einigten Land zu! than, doh ch >u di» Kmnuiffio» ers« (M«MI >ch jrnDG s -UM kchlnh «« ch». »konomischm Lag» der s kledttrfniss» Polens. Liga der Nationen «im ttmmmm hch sie M kj MPdochWWMi I «XgchstaGG HMi j sch, Wch t» Hgch d d »trh dchhalt iMpsohlo», i -«■ -- ■ -Wwi. >*■ vvtt geopeee» »n»n. m , a» diesem Problem» hat«,, »ach Pole» «im entsenden, die dort so, lange »eile» soll, hch ' die« grttndlich ersorscht hat. All» Varga " emsehen, dah sie aus «>» Ausammenschm . 8» bald sie dich begreisea, «erde» si» chlch, Wch t» l Macht lugt, in« misten, na, zu,i«r! »tange», Di» polnisch« Nation »nh e trgst-n Feind« di« sind, di» z» innerlichen ,, »dhetzen. Ga darf in Polen «nr «in» Plast« W» i ,eden. di» »de dmsrlde» Itacht» »atahm j pßichten tragen.__ Dea Beweis sch»ldt, gedlteSea. Dir .Badisch« Presi,' i» Karlsruhe hd «ch I de, Ortsgruppe Kartsrnh-. dch Aentralpcheich ktaatsdltrger ftid. Gl. ftitaechch persstmllicht: , .Lm IL. Ottoder richtet« der Jeulinknanl» ch' hi» > Landtagsabgeordurtm »eh. Obrrkirchmmt Mshsg hch soigrnde Schrritrn i kehr gerhrter Har OberLrchmnat l Ls Borsitzmder da Orts^npp« Kalsrnh» troldereins drrüscha CKodtttatn jslichchm r ich Mich in salchida »n^lachiheil an Gm wenden. 9-ch de« Laicht hch .Karisrnha Lsachldhchi de» Parteitag da dentsch-nationalm Grischachd h Si« in Ihrer Dieb» aftich: .Ga hch Koda» gromantrsemitisurns miss« man stch hittm. da ' oarhandea sei«», »ah diese Gchschch »ch IMch' chch>' i Nd«.' Nach dem »nicht da .Gdchchrn Pästa« HK! Sie cdUtt .dah Prgrom« hsufig a» da chdch» «: selbst augepettelt aekm.* Ich dars Si» diejenigen tatsdchtichen Bvögtag» mir »eich« Ihr» «ehchptam, rntchrü», ja»«». HsHsElstWEWüR »d l 9fr chr. r Der Ze»1»l»eresti ertziillt vom 11. November: »n hm SmtraUiertm» d»»«scha StasGhGm» Glauben», ortlgr. Knrisrnh», g. H. Har»Dr. J Sehr chhrta Har Ddtal »ns Ihr« Laschrift Mül. MG. dah di» darin in tlnsprnch achMchch tat «s be» tu «-chdim. Ä - ÜÄ ta^ ich,! sein laste, ab si« dch gmtrdaae» i» ,