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Jüdische Volkszeitung · 1920-01-23 · 3 (23.1.1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
26 (1920)
Issue
3 (23.1.1920)
Date
1920-01-23
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Diese im Januar beginneaden Rechtskurse wurden des- Halb zu eine« dringenbea Bedürsai». »eil da» Gerichl»- »rsea nab die RechtsprechaagüLerhauptinPalästind nab de» nahen Orient einer umfassenden Reform bedarf. Ra dieser Gtekle sollen einige Morte über die bestehenden H»lkßtü»lichen Friedenßgöriwte gesagt werden, da dtes« den ken, zur weiteren Entwicklung der Gerichtsbarkeit i» aangen Lande und seiner nächsten Umgebung bilden, ■ab schon jetzt, in dem farmlosen Chaos de» in langsamer Rnfrichluag defindüchen Verwaltungsapparotr». ernen Erk stein für den administrativen Aufbau liefern. Erwachsen au» der Notwendigkeit, der bestechlichen und unmodernen türKschea Gerichtsbarkeit. die übrigen» wegen der Sprachenuntenntni» auch schwer jugängllch war. zu entgehen. «nt> falb bereit» vor etwa gehn Jahren in Jaffa da» erste jüdische Frieden »zeucht. E» war ein Versuch, aus dBKscher und talmudischer GrunRoge, aber i« ErnNang aeit der modernen Entwicklung in Verkehr und Handel. Recht zu sprechen, und dieser Versuch fand rasch SnUang Ü«i« Volke und wurde al» unentbehrliche» VerwiMung»» «strument m allen »wischen den Kolonisten vorkommenden Recht»- und Streitfällen. Die Institution genoß schon damals dir Achtung der türkischen Behörden und der arabischen Bevölkerung. die sich deren mcht selten luder al» der staatlichen Gerichtsbarkeit bedient«. Al» aber der Krieg fern and der wütend« Dschemal Pascha sein Schrecknisrvgiment hier und in ganz Syrien errichtete, wurde da» jüdische Friedensgericht als hochverräterische Anstalt betatatrt. die -achter ein ge sperrt und die Archive auf Mtzlünderl und verbrannt. Erst der Einzug der englischen «nppen und die Wiederherstellung halbwegs normaler Vrziehustgen erlaubte, an die Wiedereröffnung der Frieden», gerechte zu schreiten. Diesmal wurde die Sache aber weit großzügiger angejaßt. Die britischen Behörden erklärten sich von Anfang an mit dem jüdischen Friedenszerrcht einverstanden und stellten ihm die exekutive Kraft zar Verfügung, da e» jedermann einleuchtrte. daß man hier nicht länger mit dem veralteten türkischen Recht anskommen konnte, anderseits auch, weil man in einem al» Rrirgsgedlet behandelten Lande nicht neue Prozeduren einznführen gewillt war- Da» striedenegrricht wurde also zu einer stehenden ®m* rrchtung. Dank dem guten Willen und der Organisation der jüdischen Kolonisten wurden die Friedensgerichte in all«« Städten und Kolonien emgenchtet und ihre Rechtsprechung ohne weitere» al» bindend anerkannt. Der junge und fleißige österreichische Jurist Daniel Auster dient den «eisten dieser Gerichte al» fachmännischer Beirat und ihm ist bie Gründung der striedensgrrichtshöfe in den meisten Ortschaften zu verdank«n- Die Friedensgerichte bestehen «» gewählten Richtern und zerfallen in vrer Instanzen - Eia erstinstanzlicher Gerichtshof in allen Kolonien und statischen Siedlungen, bestehend au» drei Richtern unter Hinzuziehung eine» Rechttfuchmanne» (in den SGdten): bkfd Tribunal hat über Streitigkeiten, leichte Ehrensachen. Mahnung-fragen. Geldforderungm bi» zu 50 Lftr. usw. ^gnarteilen. Die zweite Instanz existiert nur in den MGten oder größeren.Zentren, besteht au» fünf Richtern, derea eiaer Jurist sein muß; ilfte Kompetenzen erstrecken stch über Geldsachen bi» zu 1000 Lstr. ernstere Ehrensachen <6»t Prrßpromste. Gewalttaten usw ). Güterverwaltung»' Greazstveitiakeiten. Scheidungsftagen. Erbschaft»- sowie Konflikte zwischen Bevölkerung und Ort»- sofern diese die Gerichtsbarkeit für sich al» bindend «wrkennt. In dieser Instanz werden auch Rekurse gegen bk Urteile der ersten Instanz geprüft and entschieden. Was drittrnstanzliche Friedensgericht ist da» Krnsgericht. bbstcheud nur in den Städten Jsasale». Jaffa» Haifa. Mkü Ka»petenzen etwa» größer find als die der zweitteMü^chen Geruhtshöfe. Da» Vbägertcht Hai seinen Sitz ta Iernsalna (angenblicklich aa» tähnifchen Gründen in MW und besitzt alle Attribntioarn eine» europäischen Ow> Gl lichte», seine Mitglieder sind SS, uw mindesten» M akdbeansch gebildete Richter; e» zerfällt in verschiedene MMtafca, bk eiazela ober vereint wichtige Gerichtssachea M «atscheibea haben; bieser Goiichißhaf «teilt in letzter Itchaaz anb bient aaßerdom als stänbige» Bindeglied W>chea der sderßea politischen Laadesbchürbe und den Ki G«sjchtehös„ '-! M.A. « ll-i- U-» Hü I m __ wo wamveMWerW»* nomiw ■ WM cumwmu Mm. ü Mm. mlkati fcüm Mm m «tat, «m)«. IM aMlmtm ta H> «Mb Mta IrrtMili t» iljMil« ■* Mi 3k« kamOMmMm GuichtatiiLit tat M M« M MwtAl Mk M ih« SmtnfatM Mn U «Wim tam Mta M mMbtatallntf iW MM nt taSmWIim xttb et« »» kn Ortultatla« M CtaifrrM «miHU. Cta«M ktt Riginn« km MW <ta IMt M Stetaianfl Mt. ftakMi (Mi M« Ctata« kn «■* Ultra tpt»«K l-tar» Mm. «MM M M nst. «kn «räittaßaijliche llri»U rnN««««« >>r m kn »«tlichra Mrlchtihkira »üifrainraki» jßMschra WnUMm ■nbra i» kn Kigtl «an kn Rtfum« a M» jßkychm Gnicht» «»»tra. ti kM 3n(bt*lio« natnMli M kn Mrim Marf. ui* ka utwirtU* bu Zttzl kn «Mlkdm Jiilta», dl» «II «ichleutk unk Fl hm kn GiiIchmlkF Mmt lolra. Irhr «nlnt iß uuk ilia Vtrikutioun aa mtMtch sink (fU dirara j. 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Um einem offenbar lies» und weilgefühlten Bedürfni» zu entsprechen, hat ein Herr I Maher^oh in München. .Herausgeber der Monatsschrift .Die Drehlad«'. Leutnant d. R. vorm. Kgl. bohr. 7. Ins.-Rgt».*, wie ev stch selbst nennt. eine .Bayerische Königspartei' gegrüadet. Ra» eine» langstmigm. schwülstigen und tachlson Btefras. bat der Gründer »it blaue« Drnck aaf »etße« Pupter hat drucken laff«n. wodurch also die doy«rW« ÜaadelfnröeA symbolisch verkörpert werden, ist za ertehrn. haß vor alte» der Antisemitiswu» al» Zugmittel für die neue Kdnigspartei herhalten soll. Für den Ton. in dem der Aufruj gehalten iß. ist wohl die Tatsache mehr al» zur Genüge teaazeichnead, daß darin der Geist der zehn Gebote Gotte» ia direktem Gegensatz zu dem Tanz um da» goldene Kalb gestellt wird. Der Verfasser scheint also diesm Tanz für eine jüdische Religwnseittnchtung zu halten, während chm wohl nicht bekannt ist. daß da» Lhristrntu« und die menschlich« Kultur überhaupt die zehn Gebote be» Iudentu« verdanken. Er schreibt dann: .Dir wollen wahrlich keine Judenverfolgungen heraufdeschwören. aber wir wollen bte jüdische Vorherrschaft brechen. . . . Darch sie ist unsere« ehrlichen deutschen Volk ein ganz wesen»fre»der Geist nageimpft worden, der Geist der Autoritätglostgteit. bä Sitteaväderbni» und der astatischen Brutalität in Mißachtung der Freiheit und Rechte Andersgestaater. . . Mir »tffen, daß e» auch aastänRge Juden unter un» gibt, die unsere Achtung verdienen. Ader in seiner Übergrößen Mehrheit mißbraucht bte» Krrmdvolk freventlich bte arglos gebotene deutsche Gastteeunbschaft. . . . Mir »ollen nab werben die jüdisch« Zwingherrschast brechen au» ua» selbst herau»? ohne Anwendung undealscher Ausaahavwfffetze. dadurch, daß am zu unseren altehrwürdigen. chrisll»ch«a und deut^chvölkischen Ideateit zurücktehren und verdäaaen. was wir bi» heute angebetet Hab« und devstiva. was a-ir vielltichl noch nicht verbrannt, afc* ia uns-teger Brf b.endung stcher vernachläffigt und vergeff« hattea. 8«r wagt e», un» deshalb eine» wüsten Lntiseantismus zu beschuldigen?' Rem. da» ist nicht wüster Aatise«i1iga»aä. sondern nn Ausstuß de» Geiste» der zehn Gehate. ia der antisemitischen und deutichvdlkischen Auffaffung natürlich« nicht der jüdischen zehn Gebote, die ja wohl dea Geist der .astatischen Brutalität' verkörpern. Senn der Gründer dieser aatisnaitischen Königspariei stch als Heraasgeber eiaer Monatsschrift .Die Drehlabe' bezeichnet, so wirb ja wohl vn Echtester ober ein anberrr Landsarann M»äß der Bebeptung. bte dos Wort .Daß* labe' - ia seiner Mundart hckj, den Schlaß zteh« molea. daß es stch dabei etwa a« eta cha»orchische Aeikfchrist aber irgend eine kaafuse literarisch« Padlikattva haickle. bte ja auch »it de» unlogischen and »irrra Iwhalt des Aast ras» in Ginkloag zn brägea wtrr. Dies« Zeichhrift Mt> folgt aber, einzig uad aleia den Zwock der Ciasühraag vom Fimbelh^era ia Deatschlanb; Mittel» eraeo DMhlob« wachen ja in b» «ittelalterü-tal Ginbelhä^ern bte «nder eingGefert DsteMwdereinführnMgeinortelGmGiAchchsang würde' afac Mali» »it b>» -«kfDaUM» IM» teaW» ia Mn» ja briagn Wa, teste» Mm nach dswMchU «ab saarA aachdM ttMilMBtei all | {■MMll km M» chm I •WM Jw M* iMWfilfcWwi! 0. 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