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Jüdische Volkszeitung · 1920-01-23 · 3 (23.1.1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
26 (1920)
Issue
3 (23.1.1920)
Date
1920-01-23
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Zur Stunde bewege» die Grfüllungm der territorialen Bedingungen die Gemüter Di» Etüdtr und Landstriche der Praviaz Posen, die bis jetzt »och in deutscher Hand waren, muhte« im Laufe der letzten Lage geräumt werden und sind iniwischm von dm Polen m Herwaltung genommen worden. Das ist für unsere Glaudensgenossen einst schwer» Stund» gewesen und di» kommenden Mache» werde» sicherlich »och viel Unzuträgliches mit sich bnngm. Len neuen Machthabern geht ja kein desvvdertz guter ft»f ooravtz. RÜ die Schreckens, taten polnischer Willkür. die Zügellosigkeit polnischer Goldotetzka. das Triumph» und Rachegefühl find noch in zu frischer Erin»rrun-. noch ist kein Gras gewachsen über die Gröber van Lemberg und afl der anderen Orte, wo «me FÄrv Wf »rlöefisl s.istm K-. Wird das Schicksal der adgetrrteneu deutschen Gebiete b«n der panischen, ukrainffchen. galizischen gleich sein- Diro auch hier der Mob und Pöbel da» Heft i» die Ha», »ehmen und sich an unschuldigen Bürgern vergreifen- Ode . wird eine Verwaltung den neu annektierten Gebieten er stehen, die v»o demokratischer Anschauung erfüllt, allen Staatsbürgern gleiche» Recht widerfahren lüßt- E» wird unseren GlaubensdrÜder« nach all den schreck» lichev Erfahrungen schwer sein, optimistischer zu denken, es wird ihnen weiterhin schwer sein, sich alsbald der polnischen Staatsform unterruordnm, nachdem ihre Vor» fahrest, nachdem sie selbst seit Jahrzehnten unter dem preuhlschm Regime in friedlicher, ruhiger Art Handel und Wandel treiben kannten. Freilich wäre« die verflossenen Jahre nicht frei von Einschränkungen und Krsnkungen, die sich gegen die Einwohner jüdischen Glauben» richteten, aber e» bestand doch eine staatliche Ordnung, die ihnm Sicherheit des Lebens und Nutznießung ihre» Besitze» verbürgte. Und haben nun letzten Ende» nicht auch die Sühne der jüdischen Familien Posm» ihr reiche» Kontingent zur preußischen Anna gestellt, find nicht unter dm Opfern de» Krieges auch eine große Anzahl Juden aus dm Ge» dieteil. die nun au» dem Körper de» dmtschm Reiches herüusgeschnittm werden- Deshalb besonder» wird es »nser» Glaubensgenossen schwer fallen. der neuen Macht Untertan zu sein, vor allem, »eil die Staatsautorität im heutigen Polen so gering ist. haß von einer Sicherheit seiner Bürger gegm Uebergriste zügelloser, von verblendeten Hetzern ausgewiegelter Banden wohl nicht die Rede sein kan». Und auch die Gleichberechtigung in Fragen der kommunalen und staatlichen Wirtschaft ist noch nicht klar um» risse«. Da» Bestreben der Behörden, den Juden au« de« Verwaltungsdienst auszuschalten, die avgestrebte Bewegung, dm jüdischen Kaufmann zu boykottieren, treten allzu klar zu Tage, svdah auch in dieser Beziehung sehr viele» faul im Staate Polen erscheint. Dir taute« die schweren Kümpfe, die die jüdischen Abgeordneten im polnischen Sjem ju bestebm habe», trete« sie für irgend eine Forderung chver jüdisch» Wühler ein. Die Zukunft, .die sich also «»fern Glaube»sgeaoffen in dm abgetretenm Sebietm eröffnst, ist recht dunkel. Müssen sie deshalb ver aweifela- Rein! Mir glaube», der Ernst der Latze füllte er» «euer A»laß sein, endlich die Gegmjätze iuver» halb wrserer Gemeinschaft zu beseitige« und ei»e Ge» schlossacheit im Wollen und i» La» an dm Lag M lest». Diese schwere» Woche» sollte« allm «landend Müoffe« focketts h«r deutsch-rrpvdllkanischm GreuzpstAe. b«n Wzanwinng im Bade« ja »och so frisch iß. er«ut «st BeWchtsm» oinpestU«. daß nur eine geschlossen» Grant stöst. Indent««» tzG» sei», Patotafierung In' « chstWüst» dentsche» GG«wa etwas ansznrechtr» «er». mag. daß nur ein gemeinsames Erntrrwnsür der Mochte der jüdische« Staawbür^r im Gtnaw Pol» ihnen dt, Früchte bringen könnte, die man nach der «rnpütfch« Umwälzung auch von den polnische» Machthaber« z» erwarten berechtigt ist. Kein Parteihader, lei« Gegünk um «ichtiger Dinge willen. — strafte», festes Znsammeu» halte« in diesen schwerm Stnnd«. nud die ZutNnst wirb vrelleicht Bahnen »eism. die nicht so dornig fi»d. als sie heute «och erscheinm. Leider habe« ja gerade die kleinen Genta«den durch dm Fortzug ihrer besten Steuerzahler, ihr« angesehenste« Vertreter, die tatkräftigsten Stütze» Verlöre». Mb« ift durch die Furcht vor deu polnische» Maßnahme« manch Hoffnung»' volle jugendliche Kraft dm kleinm Gemrindm verlöre« geganam. Iugmd. die vielleicht heute nt dm deutsch« G»ßstädtm. bar alle« moraUschm und sittliche» Halts verflacht und dem Indiftrrentismus zmtagt. Ader trvtz alledem. es muß ein Band zu schmieden sei», das sie alle, ob alt vder jung, vd rechts oder links. zusammenbindet, ein jeder muß zu Opfer» bereit sein, seien fi» persönliches oder materieller Art. aus daß das Judentum, die jüdische Familie, die jüdische Ltbmsanschauvng sich in dm pasevschen Gebrete». auf dir wir als dm Quell unserer Kraft stets so stolz «arm. nicht allmählich verliert und versickert wie das Büchlein im Sande. Rein, anschwellen müßte der Vach zum Strom a»gefichts der Staawehrm. die ihm durch die «um Machthaber drohm. «»schwellen müßt» das Bewußtsein zum Stolz, daß das Judentum lebt «ck lebe» wird, msgm sie es drangsaliere« und schikomerea, so viel S»r wvrdm «ehr «lü je die Ausgabe h^e». WeGemmabwe zu eine« Hort der Eiotracht zu machen, sie verdm b» Nut haben müssm. Gcatandomitglieber. di« «Sees ha»del», als es das Gemeinwohl vertrügt, aus ihre Hatidlnna»'' weise aufmerksam zu mache», dir «icht nur itzne« selbst., nicht N»r der Gemeinde, nein unser« aesauttm Judentum > au» schwersten Schaden sei» kann. Wir heg», dm bm stimmt» Srmartnng «nd Hoftaung. daß «an oalmitacham jüdischer Seit, in diese« Sinne gewirkt »erb« »lob» «ch daß dip Haltung gerade der jüdische« GimemtzcheawA» M de» pdlüijchm Mtbüraer« »nd Bchseste»> tvetz all» Gegmsvtze eine verfdnliche »nd würdige sei« wird. 7!icht nur die GebietöteÜe der ehemaligen Provinz Posen find es. die unser Augmwerk ans sich lenke». Auch unsere Provinz. Schlesien, wird einm große«, für dm Lebensnerv wichtigstm Teil vorläufig fremdm DiÜatorm unterstellen »üssm. die eine geregelte Lbstimwnng ge» »ührleistm wollen. Biele vaade habm die oberschlesischm Iudm mit ihrm Glaubensgmoffen i« Reiche stets ver» knüpft, geschäftliche und familiäre. Auch sie wisse» «icht. was ihnen die Zukunft bei polnischer Herrschaft trotz aller schvnm Dersprechungm bringen wird. Bu wisse« aber, was sie gehabt habm und das sollte ihnm stets eine Mahnung sein für die kommenbm Wochm. Wir möchtm wünschen, daß auch das Iudmtu» in Oberschlesim sich mger z»sammmschließt. daß auch hier der Gedanke, de» wir oben mrt Bezug ans unsere Gla«bmsge»oss«ll in Pos« geäußert haben, zum Leitmotiv wird. Bei all d« änßer» Einstüssm möge man die Ehre de» Iudmtm«» nicht aus d,m Auge verlieren, stets möge man daran denta'. daß die Gesamlheit unter den Fehlern einzelner zu leid« habm «nrd. Wir »vllm unsere heutig« Betrachtungen schließe« mit de» Wunsche, daß allerortm. wo um« Machthaber einziehen, die Iudm diejmiam sind, die in ihrer Halta»g und in ihrem Auftretm Würde und Berstswdnis oft»» barm, die überall in Wort und Lat zu» Ausdruck bring«, daß die jüdische Lehre die der Liebe und der Wahrheit ist. Dann wird uns u» die Zukunft nicht bange nab der Weg zur Böltaverfbhming nicht lang tmd steinig, sondern kurz und schmerzlos sein! Siegfried joeu*. Abonniert auf die , Jüdische Voll wchlesische «topfe p>» Zeutrsas» pertottAA. " WO» iS. b. W) da UHW Sita ,0» Jotzolt ktr «*rtfttrt»a «aU| MM I Btan. ko« fit Mt tat km WM tut » oMokto VofkMm »*f io tItoS*an*l'-* j Brat tiot Groß» 8-Uni M»b»WW*I itcno Srfrrfmft Müa fW, oM krara . o*Ui} Urrrioßdooü. ft bto» MI GtfchM*. > «ao»} M «MM «m olfliiifMIII*» -Uli **I2ET*L^s-'SSEM es iwMi fich wewe Mretse WWW vas BsEpsS i Ultimi io fttinfrSaai Üim loPra mck fast J Herr Z io onion 9rttn| ft tktr ft Mtt mfr ktoit. ktot not ktf mW richbbß HW*. Dozo Bin tatte&i iMimml« kto i kn Sann kt« ,§r»tra Km* «MW. 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