Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- 2 (16.1.1920)
- Date
- 1920-01-16
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Das SUufe «ottrt «Atz die |tt)i MmMßett ßtüdmlich einen- Di« »ei»t>; 9N, de» find: Di, allgemein na$t €cfawfaiil des einziges Gotte». di« . der gritetectlai Sittlichkeit durch den Wandel G» ßckw» N»» «d der emige. im Sefützte der Ictkp Mn Kckommengehötigkeit aller Menschen begründete MMchMd«. .de» »aS mied die ganze Erd« der Er- Mttl MM fei». gleichmie boi ©offft de, Me.reS- M M*T <Ief 11, 9L Die Lehren de« Inden. »MS find daher mit den Theorien des Bolschewismus - Weher kommt eS ade», daß eine Anzahl rnffifcher and lWOchee BoEchemtfi», »an jüdischer H«>k»«st findk Mini, harte Knecht»»» und soziale» Elend find die de» VoffchewiSmiil. Im ehemaligen ruffischen die moderne Bildnn» die schlimmste der Religion. ES gab dort kau» einen Me» der »och glüntig war. Die Gymnasien »am Mt BnlfiöUeu deß Atheismus. Jeder Gymnasiast der Mmfie» Mafien »ar vertraut mit den Lehren Nietzsches. OnrninS «nd Hückels « sprach von der Verkehrtheit stG-Morvktegrrffr nnd der notwendigen Umwertung der DnaEwerte. Die Theorien »der die Entwickelung der Wnschheit. »der den Affmmenschev us». hielt er ftr WWOößkch» Wahrheiten. Jüdische Aditarienten. du von m materialistischer Weltanschauung erfüllt. die Ztckigion MyM ßchernt hatten, empfanden eS besonders un GstWGKch. daß ft» nur um ihrer Abstammung will«» den JMNnM» SoaMrgefetzen nntertagen und viele von-ihnen AMtilstMtSfiudinm anaaefchtoffen wurden, weil die Inden «ix in hefchräntter Anzahl zu« Hoch- , «ließ Bol BerbitUrnng pstegten sie sich radikale». Politischen Richtungen anzuschließen Element» nntrr de« ruffrsch-pvlnischen Juden M derritl la»»» nar de« Kriege nicht nur unter den - * sondern auch unter dem grvßfiädtrschen Dndnrch. daß die Juden Rußlands nur in kleinen Laadstrrijen wohnen dursten. » Egtstnumüglichkeit sehr erschwert. In den dm Ansiedettmgtbezirke wuchs ein O »ar notdürftig sein Dasein chnstete. trotz der elenden Hungerlkdne hin- Arbeit finde». Unter diesem Proletariat traf lfach Uwtzlanße. Unbildung und llnsittlichkeit an. r Teil »rt ihrer völligen Unwissenheit in religiösen »nd ihrem Mangel au jeder elementaren Bildung Den» obligatorischer Unterricht existiert« im rufirfchn Aarrnrriche Do« ungläubigen Studenten, stch znr Aufgabe machten. da» Voll aufzuklärr». m st» jedoch mit de« das Gemäl vergiftende« Lehren Materialismus vertraut gemacht worden. Rur bei iff-My 3ntai Rußlands findet man strenge Moral Anfchheit. ein reine» gesunde» FamÜienlebdn. Hinist der ungedildete ruffisch-polnische Jude, der di« von sich adgestrrist hat. in moralische» Elend gesnnle». GW ihn Mt aMS ak» «lanbt: Ehebruch, frme Seda. Ln» ufw. Unter solchen glantniks«» Inden fanden sich nicht nt Sozialisten, sondern anch Anarchisten, die ihre ehe' maligen SlaaßenSgenoffen braadschntzen nnd überfielen. Die glaubenslosen, »eisten de« .Vmrd' zugehörigen Arbeiter der Großstädte trieben öffentlich mit der Religwn Spott. Selbst das heiligste jädische Fest, den DerföhnungStag. sacht» sie z» verhöhnen. So hatte mir vor etwa zehn Jahren der Rabbiner einer poluischeu Industriestadt berichtet, wie jädische. glaubenslose Arbeiter am Vorabend des BersöhnungDsesteS an alle Synagogenbesucher Zettel verteilt, worin eS etwa hieß: abend findet in Saale 2 eine Feftversamm'ung statt. E» wird dort dis futtert werden über die Sünden und Verbreche«, die Sott i« letzten Jahre begangen hat. Im Aaschlaß hreran findet Festeffe» und Tanz statt". Am BersöhnunflStage selbst suchten glaubeatzlose Arbeiter den Gottesdienst in den Synagogen zu ftö'en Derartige glaubenslos« Elemente, welche die schlimmstea F.-inüe der jüdischen Religion find, haben sich nun mit Feuereifer de» Bolschewismus angeschloffen. Sie terron» sterrn heute die jüdischen Gemeinden, suchen da» religiöse Leben zu ersticken, die religiöse Eruehung der Jugend zu hemmen, tne Herzen der Kinder fiühznliq zu vergiiten Die gläubige Illbenheit in Rußland und Polen leidet seelisch schwer unter dem bolschewistischen Terror. Der Bolschewismus, dessen Stifter üdnqenS ein Russe und ke:n Iudfnadkömmlmg war. ist der schlimmste Feind nicht nur des Judentums, sondern jeder oofttlven Religion. Daher sollten die Gläubigen oller Religions^emeinschasten qt> schloffen den Bolschewismus bekämpfen Don diesem Slaudpuntte au» hätte ich gewünscht, daß dre Antwort des ZentralvernnS beul'cher Staatsbürger jüdischen Glaubens an den Bürgerrat G:oß Berlm etwas anders ausgefallen wäre. Gewiß kann »on einem Abrucken der Iudenhert von deu Bolschewisten jüdischer Herkunft nicht gesprochen werden, denn man kann nur von ernem abrücken, zu dem man in Bezrehaag stryt. Die Bolschewisten aber, die mit der jüdischen Religion Spott treiben und völlig mit dem Judentum gebrochen haben, gehören nicht mehr der jüdischen Gemeinschaft an. Aber der Borstand des Aentralv'reins. dessen Mitglieder nicht nur .nationaldeutsch oneutiert" find, sondern zum größten Teil den lüdischen Glauben al» ein heiliges Erbgut betrachten, hätte die Gelegenheit wahrnehmen sollen, zum Ausdruck zu bringen, daß er bereit lei. zur Bekämpiung des Bolschewismus, da er der schlimmste Fernd nicht nur des jüdischen Glaubens, sondern auch des deutschen Rationalismus sei. sich mit allen Gläubiaen und Ordnung liebenden Parteien zusammen» zuschließen. Jeder Ernstbenkende. dem die Gesundung der Menschheit am Herzen liegt, sollte rach seinen Kräften mitavbeiten. dem Rechte und der Wahrheit zum Siege zu verhelfen, den wirklichen Frieden unter den Menschen zu hegründen. der die niedere Selbststicht eindümmt und den wrtderr. tierischen Leidenschaften, durch die d,e Mehrzabl der Menschheit beherrscht wird, ein heilige«, mächtige« Gegen, gewicht entgtgenftellt. .Aus drei Säulen ist die Welt begründet, auf die Wahrheit, da« Recht und den Frieden, denn e« > heißt: Die Wahrheit und da». Recht, da» zum strieden | führt, übet in euren Stabten." <Abot 1.18.) | Rundschau. Di« Zeitschrift.Eichenlaub", da» offizielle Rachrichtm». blatt der Reichswehrkrigode lU företto* Hülfen), »rt bffftn Haltuua wir un» schon de» ö'teren befchäftrgen mußten, veröffentlicht in ihrer soeben erschienenen Rr. 8» einen ganz im alldeutschen Snme geschnedenen Artikel gegen den parlamentarischen Untersuchungsausschuß, de, auch starke antisemitische Tendcnzen ausweist. In dem Artikel wird behauptet, der Untersuchungsausschuß pabt zweiselloe zur Stärkung de» Arlt'.semitiSmuS bttgetragm. .Wie kommt dasfragt das Blatt und beantwortet diese Frage solgendermaßeii: Wir brauchen nicht daran zu errnnern daß sich die Regierung selbst zu einem starken Prozentsatz zusammen« setzt au« jüdischen »der judensreundüchen Kräften, da» würde nur einen Teil der Antipathie gegen die Regierung selbst erklären, nein, wir wollen hier nur den .un« parteiischen" UntersuchungSauS'chuß in« Auge fasten. Wie lugen die Derhältn.ffe hier? — Die Durchsicht der Akten de» Auswärtigen Amtes hat. bevor der Untersuchungsausschuß in» Leben trat, »n den Händen deS tschechischen Sozialisteo Kautskh. seiner Gatttn und zahlreicher, fast auS'chließlrch jlldrlchi Hilfskräfte gelegen? Ter Refment deS Ausschusses ist jüdisckrr Rasse, im engsten auSschlag' gebenden Ausschuß;,rtel l^egt da« DerhällniS der jüdischen und der germanischen Raste io wie drei zu zwei zugunsten der ersterea. Da» Blatt behauptet, den Artikel emer holländischen Zeitung entnommen zu hobeo — welcher. w,rd märt gesagt — und z>«r Rückendeckung eine kleine redaktionelle Anmerlung. daß eS nicht mtt ollen Einzelheiten de- Artikel» einverstanden sei. Der offensichtlich« Zweck aber kann nur sein, die ReichSwehrangehörlgen >m Sinne de« Artikel» zn beeinflussen, da nicht einmal yeiagt wird, welche Einzel» Herten der Meinung der Schrrstlertung widersprechen Denn wenn der Artikel der Auffassung der Schrtttleitung nicht entsprach, so bestand für sie keinerlei Anlaß, ihn abzudnlcken Die Bemerkung ist offenbar nur vorangesetzt. um sich .nach obenhin' der etwaigen Rügen zu sichern In der Agitationskonserenz der Berliner Funktionäre hat der ReichswehrmiNlster erklärt, daß ihm für die an« gekündigte wirklich neutral« Soldatenze ljänlt leine Mittel zur Dfrfögnnq stünden Für diese im alldrutschen Sinn« gegen die Regierung arbeitenden Brigabeblätter sind aber Mtttel da! )ar Fr»,e einer >»»li»trrl««srr»irrnng. Berlin. 12. Januar. Durch verschieden^ Blätter ging kürzlich die Rachricht, die preußische Regierung plane die Errichtung »on KonzentrationSlagfrn sür Ausländer. An zuständiger Stelle wird der .Dtich Allg.Ztg^ erklärt, .tmß diese Frage sich nüch im AnsangSstadmm der Erwägungen befinde und daß eS nubt »ulreffend lei. daß diese Lager schon sehr bald und in irgend emer bestimmten Kor» geschaffen werden. Ta» S taatSministe, >um hat sich mit dieser Angelegenheit noch nicht belaßt Toch wirb s darauf hingewielen. daß alle Maßnahmen, die da» I preußische Ministerium des Innern bisher in der AuS« I läuderfrage getroffen hat. auch der vielbesprochene Erlaß j de« Minister« Herne, durchaus »m vollsten Einvernehmen mit der Reichsregierung ersolgt find. Denn nun m der I polnischen Presse eine große Erregung darüber inszeniert Der letzte Mann. Ba» SladreaS -atzt». I, tmt Soaella Der letzt« Maas-, ta, etzr, m de, 3 Jtu IhrU* d«S DrniS^der-kerlaqeS er IchNnm t». lchiltzere tzlavreLS -atzt« *?»« BMawanz einer tiw,>pir m EchStzeagraSe». kie als »achtzar »erlimni Pest» -elast«» ms», währe,» ktt Aemse den othtt Der inp Mnjtter TarSktz darchlehr i» dicke» Etnnden »er Grwarraa, lckv verp»-ene« -eben »mche »d de» vahnfim, des Kriege«: de, «e»r» Gttß ksnl de. Ge »Sen trifft er e»e» tlei»en Dtzckche» Gch»ckder. der ih» a» selbe, Marge, da« Irnatt vmchergckagt tzakte. Gmige Schritte weit von der leeren MunitionSkifie. »f Me er wich« zufienerte. loh er einen Soldaten, den ’M gegen tte Grabenwond gelehnt — und irkannle bei MMmm Hinschanen den GesangSkomiker. .Run. wa» Hab HE nfagtt" klang es ihm traurig entgegen, und er mußte MGni. t«tz aller Sympathie. Aber den gemütlichen Ting- > Mchor Sprache. Me an übermütige Rächte in Spezrali- Mtorn. an vielbelachte Anekdoten erinnerte, und ,'o l fremd und wiMrfpnichSvall a»fst-eg in d« heroischen von Snndföcken und Grndenmörser». ,e« sucht» Gadtky nach irgendeine« trostreichen de, er de» Kleinen hätte schenken können: und rr ihm nrdluh von der Gefangennahme de» älteren mit ein« schüchternen Rntzanvendung. di« nicht Üderzeugend klung. Der Schneider schwieg ein« nax nachbankUch den Knps. ängstlich besorgt, .»treten au» dem Schotten, der sein Gesicht ptgfmtde» Blicke» beschützte. Dann zog er mit »al die Achseln M» über die Ohren, ließ beide hach stiegen und erwiderte bitten .Der Herr von ,f ... Io. so er» Kavalier, der mtt'm Schnuller schon hoch zu Roß gesessen ist! Wenn ich den- Schuß in »eine schmale Schaeiderlur.gr kriege, bin r M. dewor di» yrnnzosen unseren Graben erreichten. Uebrigen»! . > . Warum «ollen sie mir Hoffnung machen? Helsen sie mir lieber die Hoffnung aufzugedm! Sett zehn Stunden tu' ich schon nicht», al« mir einreden. daß ich verloren bin! . . . Und kann» immer noch nicht glauben." Aadsky senkte den K»pf und starrte auf seine Stiefel. Es war zu traurig, dielen schlagfertigen Spaßmacher so ganz anders reden »u hören, als »an es von ihm gewohnt war' Er hatte, weiß Gott, recht! Wozu ihm Hoffnung machen?-Und doch konnte sich GladSktz nicht entschließen. den armen Teufel einfach stehen zu lassen, allein mit seinem erschwitzten Gleichmut, der ihm so schlecht, beinahe spaßig, wie der Sturmhelm zu Gesichte stand. So legte er zum Abschied die Hand auf die Schulter de» Gchneiber» und sagte mit einer Därme im Herzen, die er willig in firne Stimme überffrömea ließ: .Bleiben Sie nicht hier draußen! Man trägt eS viel leichter unter Menschen, wenn man sich ein wenig zusammlnnehmen. . . Roch eh« er den Satz beerbet halte, entzog sich die Schütter seiner Hand, und eine ganz fremde, gehässige Stimme ließ ihn erschrockbn zurückprollen: .Ich danke! Da» darf sich der Herr Unteroffizier FrvMl erlauben, ich nicht! Derrüber Hab ich gerade nachgedacht, al» Sie gekommen find, wie schön fi« e» alle haben! Denn sie mutig find, dann kümpsrn sie wie einer von de« vielen braven Deutschen! Wenn fi« aber weiß, wie ein Bettuch, im Unterstand herumfitzen, mtt verweinten Augen, dann find sie der feige Kattl Fröbel, und weiter nicht»! Ich mnß mich hier verkriechen, damit nicht für jeden Seufzer, den ich mir zuschulden kommen lasse, «eme drei jüdischen Kameraden i« Bataillon mitbezrhlen müssen. Und wem nütz ich wa». wenn ich mich zusamwennehmek ... Ich Hab« mich gerade gefragt, wem e» zugute kommen wird, wenn ich hier so großartig sterben werde, alr wärr uch mein Leben lang Löwenbändiger oder Drachentöter und nicht ein kleiner jüdischer Schneider gewesen? . . . Niemandem, sage ich ihnen! Kein Mensch wird etwa» davvn haben? Kern Menlch auf der ganzen Deltl Nenn meine armen Duden einmal groß sein werden, wird man sie doch wieder feige Juden heißen, ganz gleich, ob der Papa ein Tiger «ar oter ein Hase." Erschütten lauschte GadSky diesem b-.tlerem Grimm, der ihm wie eme giftrge Flamme ins Gesicht spritzte. Dar das wirklich der .GesangSkomiker". der so spracht Konnte man so monatelang neben eineul Menschen dahinleben, ohne den Haß zu ahnen, der ihn zerstoß. .Ihre zwei Buben werden eben nicht mehr so heißen?' —sagte er energisch, mit bewußt forcierter Entschiedenheit .Sie haben doch . . . Ein höhnisches Lachen schnitt ihm das Wort ab .So? .. . Meinen Siek . . . Dann werde ich Ihnen was erzählen. Gestern war die Reihe an mcr. den Unterstand der Herren Offiziere auSzu.nister; und da habe «d mit ein paar alte Rummern von der Zeitung mitgenommen, die sich unser Herr Hauptmann schicken läßt. Dollen Sie den Arkikck lesenk Sie können ihn haben! ... Da steht, sch»«» auf we,ß. daß wir Juden dre Geier dieses Kriege» find, daß wir nur Papierfvhlen verkaufen undGWuchergeschöste machen und die feinen Restanrant» überschwemmen Do« un» vieren hier im Bataillon weiß der Mann nichtü! Natürlich, er fitzt ja auch in den feinen Restaurant», sonst wüßte er nicht so genau, wer sich dort sattfri^. Ater können Sie mir sagen, warn« er sich «ü6i einmal Mt letzte Seite v,n so einem verdammten Indentlatt etmeck genauer anschaut und die Siegfried Cohn» und Mtitz Rosenthals zufammevzähtt. die fich dort, geehrt mit dm» eisernen Kreuz neben ihren Namen, tl» Helden empfehlend ... Lassen» mtch zufrieden? . . . Meine Buben habüt yy so krumme Lerne und so krumme Rasen wie ich. Unt wer sie trifft, wird immer nur an die fetten San«, denken, die er irgendwo Hummern fressen und Brillante» tragen gesehen hat- und niemand, rnemand sag ich Ihne», wird was von den vielen tausmd krummen Rasen wiffe» wollen, in d'e hier draußen