Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- 1 (3.1.1919)
- Date
- 1919-01-03
- Page
- Seite 3 (sequence 5)
- Language
- German
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1»l» 9üMf4e BWHbertonf J»r 1. Crtti 8 Au unsere ^fcr! ®fl/bu JbttMnbiqirit (oriog, nene Aboooeotenlisi« Vrju0Mai, bitten Bit un|«e Leser un fehl Nachsicht »emt.in der ZusteUong biefet Nummer eine einteeten sollte. Heine Ser)Hetm>| Serbanb jflbifdjer Stauen ftc ffvlturnrbeit in Palästina seine Spitzen, Kor» i» Saal Haben bie Delegierten Platz gefimben. Ruf bet Zribtne, bie biau-wriße Fahnen nab da« Bild Zbettmt Herzt« teerten, sitzen bie F4hrer bet deutschen Zionisten. Neben Professor 0t, Marburg. l)t Hantle. l> Bodenheimer und Dr Klee sitzt alz Ehrengast der neue lttantsche llnlerslaalssekretär Dr Nasenbaip», her schon wiederholt den Tagungen der deutschen Zionisten beigewahnt hat Ernste Sachlichleit zeichne! die Bethandlungen au». Mt grobem Interesse wird Dr Honlke« Nechenschostaberuhl entgegengenommen, mit tiesem Ernst solgen Delegierte und Gaste der Trauerrede Bodenheim irs s»r die Opfer bet schweren Jahre, »der alle« wird sortiertsten »l« Dr. Kl et auf bent Tische de« Prüfi. dinm« die Neste von Thotarollen au« der großen Lemberger Synagoge niedetlegi, welche Lemberger Zionisten ihm iberbracht haben Stehend grüßt die Lersammlnnz mit lautlosem Schweigen die Zeugen de« Mai' tyri»»« unserer Brüder in Lemberg. Die Eröffnungsansprache Dr. hantle» ist von ruhiger Zuversicht erfüllt. .Trotz schwerer Sorge um unsere Gemeinschaft und tiefer Trauer um bie zahllosen vpser. die der Krieg von un« forderte, blickt da» jüdische Molk zukunstsficher dm kommenden Ereignissen entgegen Palästina wirb unser, die geeinten Kräfte ott «olle« werben bie alte Heimat einer neuen wirtschastlichen und kulturellen Blüte eilig egen führen und ein Geueeinwesen schaff«, da« von der altjüdischen Idee sozialer Gerechtigkeit getragen ist. Die »ioniststche Organisation. welcher die JuMnhril ihre bisherig« politischen Erfolge verdankt, muß auch die Drasporaarbeit de ihren Ausgabenkrei» ziehen. Die bürgerlichen und Mbsnalen N«hte der Juden in den Ländern jüdischer Masteufiedelnng müffen gegen jeden Angriff geschützt werden. Nach in Deutschland find die Nusgaben der ztonisilscheei Bewegung außerordentlich gewachsen. Die Valüstinatendenz hat auch hier an Intensität und Ausdehnung außerordentlich gewonnen, ebenso die Berdrei» taug her hebräischen Sprache, Der deutsch-jüdische Kowzreß wird mit den Zionisten alle btejengen Juden neainen. bie sich noch zum jüdischen Bolle zugehörig ftlhlen. Mit der festen Zuversicht ans die Erreichung der Nusgaben de» Zionismus schloß Dt. hantle seine ■it sftlrmischem Beifall ausgenommenen Ausführungen, Nach der Wahl de« Bür»« setzte die Generaldebatte. die den Nest der Dormitiagü-Sitzung auüftlllte. ein. Die Debatte sond ihren Abschluß in zwei einstimmig angenommenen Resolutionen, von denen die eine dein engeren Sltiond-Komitee die Anerkennung «»spricht, während die andere Mit einem energischen Protest gegen die Pogrome in Polen und Galizien, in Ungarn und Slowakin, die Forderung an die Frieden«lonserenz erhebt, baß der Fri«Mn»vertrog durch binbenbe Garantien bie vollen bürgerlichen und nationalen Rechte der Juden de« Osten» für alle Zukunft stcherstelll, * In der Nachmittag-Sitzung und der Bormittag-Sitzung de« zweiten Tage» wuoden in der Palästma-Debatte sämtliche Fragen der beginnenden großen Paläftinaardeit mit außerordentlicher Gründllchkrit and Sachkeemtn,» erdrteri. Die Aussprache leitete Richard Lichtheim »ft einem Referat eia. da» ein großzügig« Kalonisattontprograwm für die Befiedelun, Palüstdna» im Beilauftcher nächsten dreißig Jahre mü etwa IV. Millionen Juden »orfieht. Um den zionistisch« Ortsgruppen enee eingehende Stellungnahme in allen Spezialsragen der Palästinakolonisafton zu ermdglichen, wurde beschlasten, in zwei btei Sbnatcn einen neuen Delegierteniag zu lasten, der sich ausschließlich mit der alästinasrage beschästtg« soll. Die Polästinogipsftte in folgender einstimmig »genommener Mi: .Der Delegi erteniag fordert von der Frieserenz die Anerkennung Palästina» al» nationale ,Hütte für da» jüdische Voll und die Schafften, Mäatichörit« für den no^hinderten Austd» de« hen Gemeinwesen» im Lande. Er sühtt sich mtt Zionisten aller Länder in dem Bewußtsein einig, die Besiedelung Palästina« mtt Ausbietung aller I» und so schnell al« et die Verhältnisse de« Langestatt«. durchgeftihtt werden muß und daß der Aufbau der jüdischen Siedeln», «uj Grund de» immungsrechti dem jüdischen Bolle selbst Über» |n bleiben soll, da« seine künftige Heimat den in lebenden Tendenzen enttprechend zu entwickeln lscht". Die Fragen de» deutschen Judentum« und liall drr Frage de« jüdischen Kongresse« in and behandelte bi» Kurt Blumenfeld in einem eingehend« Referat. Am den ständig wachsenden Kreis der organisiert« Zionisten Hai sich eine Gruppe periphärer Elemente gebildtt, die ohne berrii zu sein durch Beitritt zur Zionisttschrn Organisation die letzten Konsequenzen zu ziehen, sich doch za der unzerstörbaren Einheit de» jüdischen Bolle» al» zugehörig empfindet und gwoillt ist. gemriusa» mtt den Zionisten in dieser Erkenntni» zu arbeite», E» handelt sich dabei um die ostjüdischen Elemente, deren Zahl und Bedeutung im Dachsen begriff« ist. und um die Orthodoxie. die gerade in der neuest« Zeit den nationale* Charakter der jüdischen Gemeinschaft enerkannt hat. Beden der naftonalm Heimstätte für da» jüdische Boll in Palästina und der Gewährung der national« Autonomie für die Inden in ben Ländern der Staffnsiedelung stellen die Zionist« folgende Forderung für Deutschland auf: Die jüdische Schale, die für die «ichttgste Fordernng überhaupt anzuseh« sei. die Umwandlung der Kultusgemeinde in Bolktgemeind«, die alle Ausgoibe» de» Kuüu». der Schule, der jüdischen Wissenschaft, der jüdischen Polittl und der Sozialpolitik zu erfüll« Hab« und aus Grund de» allgemein«. Zeichen, direkt« allgemein« Prvportionalwahlrecht» für alle mehr al» zwanzigjähttg« Juden und Jüdiyn« ausgebaut werd« sollen, endlich die lokale Palästinaarbeit, Die Bolkigemeinde hat sich al» die lokale umsaffende Organisation der jüdischen Gemeinschaft zu fühl« und demgemäß auch an allgemein jüdisch« Aufgaben, wie Paläftinaarbeit. sqiale Fürsorge und ähnliche« zu treten. Eine national-jüdische Autonomie in Deutschland wird nicht gesordett. »eil die zahlenmäßig« Voraussetzung« dafür fehl«. In dtp Aussprache, die sich dem Referat anschloß. beurteilt« die Delegiert« aus all« Teilen de« Reiche« die Aussicht« der zumistilchm Arbett» in D«ffchland im allgemeinen uud die de« jüdisch« Kongresse» im besonder« al» außermdmllich günstig. Die Debatte gipfelte in verschieden« Resolrttion«. die einstimmig iwgenomnjm wurden. Der Delegiertentag erklärte sich mit aller Enffcheedenhett für die Einberufung eine» jüdisch« Kongresse«, an dem alle Juden teilnehmm soll«, die im Bewußtsein der Zumhörigkett zum jüdisch« Bolle an einem lebendig« Judentum mitwirk« wall« Für d« Kongreß schlug« die d«tsch« Zionist« folgende» Programm vor: Palästina al» nationale Heimstätte für da» jüdische Volk, volle tatsächliche und rechmche Gleichberechtigung, nationale Autonomie für die Inden in dm Ladern der Maffeufiedeluiig. und in oll« denjenig« Gebiet«, in den« die Jud« sie sordesn, Aushebung aller Ausnahmebestimmung« gegm ausländische Jud«. insbesondere der Grenzsperre, die Umgestaltung de« jüdisch« Gemeindeleben« in Deutschland in demokrattschem Sinne und nattoetaljüdischem Geiste. I» würbe ferner beschloss«, für die Durchführung de» allgemein«, gleich«, dsrelllen, ,gt» heim« Praporttonalwahlrecht» ftir nlle Ind« und Jüdinnen über zwanzig Jahre bei den Gemeindewahl« einjutret«. Die Dahlen die am Schluffe der Berhandluug« erfolg« verbring« die Wiederwahl Dr. hanike» zum elften Bdrsttzeild« der zionistische» Bereinigung für DeuftchloNd Da« Wahlresullal wird mtt lebhaftem Beifall begrüßt. In d« geschäftsftlhrend« Ausschuß werden acht., in da» Zentralkomitee vierzig Mitglieder gewählt. Für die Pflege der hebräisch« Sprache wird ein besondere« Reffort beim ZentraLomiler eingenchttt- Jn seinem Schlußwort gab Dr Hantle seiner Brftiedigyng über d« Bettaus der Tagung Ausdruck: die er mst einer Mahnung zu eifriger Arbeit für da» jüdische Poll beschloß. Brrsln» war bei der Tagung vertreten durch dir Herr« Leo Grünthal. Rax Kode«. Dr. Hermam, Badt, per. Fritz Sternberg und Ludwig Laqneur. In da« Zentralkomitee der Zionistisch« Bereinigung für Deutschland, die «0 Mitglieder zählt. Word« au» Breslau gewählt hie Heer« Zahnarzt Schachtel und Dr- Walter Steinitz. au» Benthe» Rechtsanwalt Dr. Dodrzhnski, an» Tarnawitz Dr. H. Stahl. In da« Zentralkomitee der Gesamtoyganilatiou worden au« Deutschland dolegiert tne Herr« Eust Bsumrnfeld-Berlin. Rechtsanwalt De. Kollenscher-Posen. Hugo Schachtet-vreßta», De. El, Stvanß-München. «er stawtlttlelpe» Die Migrnchi tn »es Schwel» Die Btrsrachi. inder Schweiz iß chst z» »eginn de» eiert« wieder zu neue» UtifW Leb« erwacht. Der Last jähst sich em de» tn Zürich zuerst eine kleine MiürochelGenptze «gründet wurde, die unter tatkräftiger und pellmmchtrr Leitung in weuig« Doch« über lllv StttgLeber gewann. Bald wurd« auch in Basel und Luze« kprtügmtzznn fte» Leb« «ruf«, die h«tt mit Zürich, zü einem Misrachi-Berbond deseimgt. ein« bedmtsaxz« Faktor im jüdisch« Leb« brr Schweiz blld«. Wie Slisrachi-Bereine brr Schwei, hob« rwr eitrigen Tag« die erste Nummer einer .Misrachi- Kvrsespostdenz" heran»gt«b«, Z» stiutzu» SakglouA «0. Gedarlslo», Am 10. Jamsar 1919 feiert Nahnm S»d»lo« seinen M. Gebmtttagj Die Sebratung Sololows für die zionistische Senxtia» und da« Jndentnm überhaupt sind allgemein rsthmlich bekannt. Seine zionrstffche Tätigkeit steht gerade jetzt ,» vrennpunv bot jüdisch-potttisch« Siebrat. Seiner Berdimste um bis nationale Erprhon, der jüdischkn «aff« im Ost«, die Neubelebnng dsr hebräisch« Sprach« und die Ernruerung brr hrbrärsch« Lttrrntnr ist berrit» »ehr als eine Ge»ratton in tiefer Dankbarkeit Und Beeehrung sich bewußt Die Hnltnng de« Papßr« per Paitsttnssoedern»« \ »er Jude» >J. P. M.) Di« vereuugt« jüdisch« Or- ' ganisotton« non Awerita verössmülch« soi^nde Erlläruno de« Kardinal» Gibbon«: .Mtt BergnL^n hdrr ich. daß Seine Heiligkeit Bmehitt XV. seine Billigung des Plane«, in Palästina «in« Hrimstättr für hie Angehärßpn de« jüdisch« Bolle« p» schaff«, anünesprachrn hat. Ich bin sicher, haß e» kein« Ind« gen« wirb, der nicht glücklich sein wirb, in dirsrü an geheiligt« Uebettieferäng« der Beegangrahett so reiche Land ff eückzukehren. da» gleichzeitig da» Land seiner Baker ist.' Die Znknnftüanüstcht« des Handei« »erb« »an der bekannt«, Englisch« »uischastlzettnng ..Economist" sehr optimistisch behandelt. Palästina war eine der wenig« Provinzen big tün» kisch« Reiche«, dir «tt Nachdruck und Ersaig wirtschaftliche Kräfte «tsalttt had«. Die wirtschaftliche Entdeckung de« Lande« ist in der Hauptsache ben jüdisch« Siedlern zu Verdank«, die sich zurr» Knsang der achtziger Jahre de« »eunzchnttn Jahrhundert« ein» fand«, al« dis rrtigiüs« Derfoigung« in Rußland eine große Anzahl Jud« ans Me Suche nach einet neu« Heimstätte trirtra. Sett jmu Zsil sind 4» jüdische Kolonist« »tt einer B»»lkernng pnn rt»g löovll errichttt Word«. Dies« Ü«tt stnd voimhnrlich in der Landwirtschaft tätig, und Ihr Pionnrwmj »e»> heißt gute AntGchi« für Me Zrckinch. Sie hnMn kumpsgebiet trock« gttsgt. bie Skolari» bnrch Anpstanznng von Encaly»tw»ä»m»n v tt-krish« und bnrch dir Eiüsützrung wirtschaftkichrr. frndwfrtschaftkichrr Grundsätz« bri brr Bvdendearbritnng die Erzragnng in große» Maste gestck^rt. 6us der ^eichshoupkstadt Mn« Aortinorfkfmniir<a)rtNM. Die Urheber drr ontffemittfth« Flngtlätter. die täglich auf Berlin in immer gtübcm Ferm hrrobrrgn«. find endlich frstgestrllt nmch«. W« Me Berliner „Große Gl^e" schrtitt, Nnd die Bskstcher Mg rot« Flugblattes bar brsi Srmchnldat» nicht Mt «•»' «schab«« btei Unterzeichner, sondern Mt Herr» Etzristpfexst, Beamter im stnttstischen Smeheüoort. Kartzbad 4 wohnhaft, ferner rin Herr Hogpüp«, nick schließlich der bekannte Anttsem>l»ffÄheer Dr. Werner» Girff«. Rrichüln^abgrarbneirr. Drr Grstgrnanntt ist r» Fanatiber. drr an^lich all« loin« Mttwl i, Mn DM» Mr km», ft« und sstr dichrtb. Mrbi nnb rat- Mn- 1-T I Gl Ist, HM,AbW nnd über Dr. Mrrnyr mib der InpRrT (rinn schart nmriffrinn Gestalt kl der Polittk fff nicht »ehr hrrnuizndrnttln, er ist eb« bar Führer dar deutsch« Antisemit«. Wenn die Herr« den ehesich» Sdtt hütt«. sich^selbst zu nenn«, könnte »an auch ihre Ueberzruguno ehr«, da sie es aber voqiehsn, sich hinter ander« «phn noch Unbekannt« und llnhascholtenen zu steck«, so darf man aus diesem Borgeh« ans Mn Mutsch« Skaunsünntt Mr drei Gil« Me einzig,«lässig« Schlüsse zieh«. Berlin. SonnaMn», Mn 28. Dezember s»ch » Bettin bie erste dssentliche Prapaganbavnsannalnng für Mn jüdisch« K-ngnß statt, die M» Mrtüntan Kangreßanschuß zur Borhrrtttung M» jüdisch« KmearHo» in Deutschland trabcnf« war. <p sprach« di« Hrrr-w Nahn» Galdmann nnd Dr. Klss. immer rnn stürmisch« Zustimnuengskundgebungm Ms sehe zahlreichen Padiilums Unterbrachen, hie RaiwendigkrirM» Kangreffe« dattegend Here Galdmann betonte, daß in iFrepeooM« io »er riettan) Veillva u. L1vmm«r «4 bar. volck-Donbln-DrsUan nnck Alammar, loeon-ewn »Mr — Trt, — Han — Scbiidprtt. « otgtuorUft AntinjUMr I«i»aePiiDiUl*hrfb, lenlskftn. der ettbtta», OMaer Mi lumfiv Pl*dl»r, —. , AlbndUriiaBe ,0. ürbortärtw» uoüe 41/42. Kiissrkrau Sdi^fichitoef 9>Kftg’r>b. t. ABltreten erster Kustkrtfte Pnni*Auluiiii ssfflnssä: Eiahomma, V«kbiaZläämegV^oUrtc-rirütMen, Dinbriwstä Benin II, 14. Tu eben» » lütllM IMk. kMMMt