Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- 44 (21.11.1919)
- Date
- 1919-11-21
- Page
- Seite 4 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/6682508-6377570-6450426--1145-4850870- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Sc. 44. Cdh 4. »i, liMIto 1(M. •nloiibcU hat», ft«he» der Amezuug lehr sre»rdlich D»»»>d«r <> P p> ctaattra, daß «ine sehr große 9m> Ml «ßitdischer wWil<ls[tt lohnend« Be-Sendung bei »«UI Lledernusbau der »erXiftelen ftnujbülchen i^ebiele Kode» «ird. (Siehe «uh Sei!» r.) Aus Dem Reiche ♦ r Li«i-»ötkH Pr. Herr Fabrikbesitzer Julius Schindler tu Hamburg hat dev Hilfskaffen de- Lehreroerbandeeine Spende von 5000 M. zugewiesen, und zwar je 2500 M. Kr tat Direktor Adlerscheu Darlehn-sond- und für die Adler-Stiftung für berufliche Ausbildung von Töchtern Mdischer Beamten Breme». Der Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung de- Christentumunter den Juden, welche ihren Sitz ui Jtapi^jtorf hat. erklärte in der Generalversammlungdie Atrzlich stattfand, daß die Gesellschaft in ihrer Tätigkeit, du sie in Persien entfalte, in der empfindlichsten Weise durch die zionistische Agitation gehemmt werde. .Wo immer', so sagte er. .die Gesellschaft in Persien Ab- Heilungen errichtet und an die Gründung von christlichen Schulen schreitet, hat sie unter der kräftigen Opposition der zionistischen OrganlsaNon zu leiden, die durch Gründung »an Schulen die Arbeit der Mission beträchtlich erschwert. Kranksnrt a. M. Bei der diesjährigen Stkpendien- Verteilung der „Dr. Adler-Stiftung" für die berufliche Ausbildung von Töchtern jüdischer Lehrcr und Gemeindedeamlev wurden elf Stipendien in der Höhe von 150 di- 800 Mark bewÜligt u. a. vier zur Ausbildung als Kindergärtnerin, z»ei zur Erlernung der Zahntechnik «>d je einefür da- Studium der Neuphrtologie «id der Medizin, für Ausbildung in Putz und im Handelssach und zur Direktrice in der Damenschneiderei. Sieben der Petenten find Töchter von Lehrern und Kantoren, vier solch« von Kultu-deamten. Die Stipendiaten »erteilen sich auf alle Gegenden unsere- Vaterlandes. Ta. «ine Zahl von Gesuchen aus Mangel an Mitteln ab- «elehnt verden mußte, dürfte es ein gutes Werk fein, die'e segensreiche Stistuug durch Zuwendung von Spenden zu Vergrößern. Müiche«. Der langjährige Sekretär der Verwaltung «öftrer Kuttusgemeinde, Herr Moritz Guggenheim. ist Verstorben. Der Verstorbene hat nahem zwei Jahrzehnte im Dienste der Israelitischen Kultusgemeinde gewirkt und sich in dieser Zeit um die Entwicklung unserer Gemeinde Verdi tut gemacht. .Di« Verwaltung verliert in ihm einen Fesühigte» Mitarbeiter von ausgezeichneten organisatorischen Iühigkeiten. Aus Dem AuslanDe ► ♦ ♦»♦»»»»»♦»»♦♦»»»♦♦ p»» km jüdische» jede» U„fl»r»» Heimteslrber»», »»lijischer Kltchtliige. In Ungarn ist in den jüngsten Wochen die Heim» teförderung jüdischer Flüchtlinge nach Gaiizren im Zuge, die der Pester Israelitischen Neligion-geme-.nde und der Pest« Autonomen Orthodoxen Gemeinde große Ausgabe» stell,. Die beiden Pester Gemeinden laffeik es sich, von zahlreichen rein jüdischen Vereinen und Institutionen «iterstützt, angelegen sein, den heimdesörderten Flücht« Luge« jüdischer Konfession während ihrer Fahrt zur »-arischen Grenze rituelle Verköstigung zu bitten. Co Wurden in den letzten Tagen in Budapest unter Leitung dtz» Herrn David Korein und des Führers der Wohl' ' Mtigfattlcftion der Artig,sn-grmeinbe. Herrn.Horner, Kl» Galizianer am Bahnhof bewirtet und für die Weiter« fahrs mit Brot und rituellem Salami versorgt- Gleich« zeitig hat die Budapester Judenschaft die an der Noute gelegenen jüdischen Gemeinden von Debreczen. Beregftäiz. Nagykorös. Mckramaroßziget und Körösmezö telegraphisch ersucht, gleichfalls für die Verköstigung der Heimkehrenden Sorge zu tragen. Ls» der Pester Israelitische» AeligisoSgeweiide. Die huntaldreiunddreißig Tage währende Sovjet« Herrschaft hat die Pester Israelische ReligionSgemeinde in einer Weise materiell geschädigt, daß eungeheurer Anspornung bedürfen wirv. ihre Finanzen wieder m Ordnung zu bringen. Die (Gemeinde strebt deshalb eine Reorganisierung ihrebisherigen BesteuerungssystemS an. dasich auch ftüher schon al« unzulänglich erwiesen hat; sie will aus das Gebiet ta Selbstbemessung der Steuern übergehen, daheißt, eikdem Mitglied, anheim stellen, im Bewußtsein seiner Pflichten als Ju f, selber die Höhe der Beiträge zu bestimmen, die etz .für die Gemeinde leisten will. Daneben soll eine Deienlralisierung der Gemeindeagenden durch den Aucbau des Lezirksi'ystem» und die Schaffung von Bezirksausschüssen erfolgen und auch energisch an die Beseitigung deimmer fühlbareren Mangelan Tempeln ge'chritr>n weiden. So sollen schon in kürzester Zeit in drei Bezirken neue Gotteshäuser erbaut werden. Ai» »»-arischer Politiker über de« Aattsemitismus. Der ungarländische Bevollmächtigte der Entente. Sir George Clerk, der derzeit in Budapest Die Entwirrung der politischen Lage anbahut. hat unter anderen auch eine Deputation der Nationalen Temvkratenpartei empfangen deren Führer Dr. Wilhelm Bäzsonyi den englischen Staatsmann auch oder die Lage der ungarlündischen Juden informierte. Dr. Düzsontzi jagte unter Anderem, ..W»r Juden aner'ennen da- Recht jedermanns Antisemit' zu sein. Wenn aber jemand Äiiliiemi! itin will, so tue rt es auf eigene Kosten Der Aniisimitirmus mit öffentlichen Geldern, Mit deni Ge'.de de- Staates aber darf nicht geduldet werden." Hierauf trat der einstige Minister; des Innern Gabriel von Ugron, der Sproß einer uralten siebenbürger Adelsfaimlie, hervor und und sagte: .Unser Redner und Führer ist ein Jude und trotzdem leiste ich alS Christ ihm Gesellschaft. Ich bin ein Q iiholit Meine Familie kann ihren Ursprung auf über tausend Jahre zurückführeu. Dennoch bin u>, fuuu ick nicht Antisemit sein, denn ich stamme aus jenem Siebenbürgen, daunter Gabriel Bethlen vor Jahrhunderten die Ä:li« gion-ireiheit deklariert hat. Es find dres goldcne. unvergeßliche Worte einer dunkel, an Vorüitkilen so reichen Epoche. Sir George Clerk hat unter den zahlreichen Politikern und Staa'-männern auch den Rabbiner Dr. Elia- Adler, den Cheiledakteur des .Pester Lloyd' Juscs D6ßi und mehrere andere ^uden empfangen uad sich auch von ihnen über die allgemeine Lage und über die Wünsche der palriotischen Judenschaft Ungarns orientieren lassen. London. Die Seife depolnischen Neichdlag^abgevrdreliN Rabbiner Perlmutter, der hier zahlreiche Reden über die polnisch-jüdische Frage gehalten hat, und Gelder für die polnischen Juden sammelt, wird von der hiesigen jüdischen Presse sehr ungünstig beurteilt. Dem £0 jährigen Greitz wird jede Kompetenz bestritten, in politischen Fragen mitzujprechen. Auch die jüdische Presse in Polen protestiert dagegen, daß Perlmutter sich alt Beauftragter der polnischen Judenschast gibt. Verschiedene Versprechungen des alten ^erni. seine Reife abzubrechen, find nicht gehalten worden. r Kleine Chronik. r » ♦ Mir -r«d SrS,rr Ae» F»«1«,epreise». Wie die Lage-Presse berichtet, ist MaxBrod für fei» bi-heriges Gesamtwert — der Verlag Kurt Wolsi hat eine Gesamtausgabe der Prosawerke BrvdS veranstaltet, die nun vorltegt — mit dem Fvntaneprei« au-gezeichnet worden. Di« Zuelknmoig de« Preise«, der de» Namen te« al« Aranzot« zedermen gcv-ea deutschen Dichter« irLgi, dringt jene« deüümrr Gedicht i» -itmnetunj, ut »«ichem Fvnirme lerne Siell»ng )i>v iuera rischen Judenlu» in h»«ori-,scher Leise kennzeichuet: An meine» F»ns»o»stet>sigSe». Hundert Briefe stad angekemmen. Ich »ur »er Arenbe wie benommen. Nur et»a« verwundert aber die Namen Und Lder die Plätze, woher sie kamen. IL kachle »o» Enrlkeit einzesunzen: Du bi't der Kann der „Landeruagen". Du d,ü der Uan» der mLrllchen Gedichte, Du bist der Man» der manschen Geschichte, Du bist der Mann de« auen Fritzen Und deree. die mit chm bei Lafei sitzen. Gnrigk plaudernd, andere stumm. Erft m Snnslonci. dann in Echsia«: £9 bifl der Mann der Iag»w und rochor». Der vrecho» und Posedow. der Lirntzo» nnd Rocha«. Dn kanntest kerne größerm Meriten »I« de von Schwenn und'vom allen Ziele», Dn fandest in der Leit mchl« fo zu rStzmen »i« Lppen und Groeden und »rachi und Thstmen. »n den Schlachten »nd meiner Begeisterung Spitze Marsch enei, au« Uckermnrk. Havelland. Parnim, Die Nlbbeck« vi d Kaue«, b.r Bülorv und «raia, Macschierien die kreskow« und Schliefsea und Kchliede» — Und über alle bad ich geschrieben Ader die ju» ZUdeirag kamen. Da« waren »,ch lehr, sehr andre Namen. Ruch Jan« penr er reproche". ohne Furcht »nd Ladet. >der säst schon van prLhistonschem Adel: Die »ul ..berg" und „heim" sind gar nicht zu sasien. Sie sturmen ein ,n ar.ßen Ltafsen. Metzer» kämmen in Bataillonen. N-ich Pollar« und die noch östlicher wohnen: Nvram. Isack. Israel, Alle Palliarchen sind zur Etell. stellen mich freundlich an chre Spitze. La« solle» wir da noch d!« Itzenplitzet Jeden vin ich was gewesen, h,be > fte mich gelten. Alle famiteu m.ch lange schon, Und dar ist die Hauptsache . . ..kommen Sie. Cohn'. Lheodar Fontane. 19ty »aUnferr. M8ft Ksidemag 1 Loddsrtz- | INov. 1 Su^aitj i |30 i., .“J 1 [ ‘ 1 »b!chn>n -roptzel«». Lbschn»; i i 1 21 1 28 j mSin tn.n ^nv 1 i l M. cp. 1. Samuel cp. Sabootl) j ii* -J^tirfOlauj 2S"-2S" AM«-42 Sonntag! * 1 1! | znr vht\ Sobald Ihre Sehorgane versagen, ■ vertueben Sie ea mit meinen AngenfUieni B Optiker Garai, Breslau, Ubreehtstr.i | -Scher SAer d«» ntnt -LLaftm«. l. Dr. Arth« JC« L»fda» de- L»ndr- Afr«l" Irdischer «erlag. Bervll ISIS. (6.- «k.) Wenn beim Aufbau Palästinaauf die bisherigen Erfahrungen zurüägegrrsien werden soll, so wird Arthur Nuppin sicherlich einer der ersten Werkmeister am Bau Sem. Kein Mensch hat im Laufe der letzten 10 — 15 Jahre »ajüdische biedluna-werk in Palästina m eineni gleichen Maße beeinflußt. Man kann sagen, daß nichtwichtigedrüben in dieser Periode geschah, woran er nicht mit» gewirkt, was nicht zumindest durch seine Hand ging. Rebe» einer Unsumme von praktischen Erfahrungen' besitzt der Berfafler der .Juden der Gegenwan', der Schöpsrr der jüdischen Statistik eine theoretische Schulung, die ihn wohl Pi einem der ersten Judaisten der Gegenwart gemacht bat. Wenn nun dieser Mann henke ein Programm ausstellt für den Aufbau devande- Israel, so wird jeder, den eangeht. dem Erscheinen diese- Buchemit den größten Emvartungen entgegensehen Gilt edoch, nachzuprüfen, as die Methoden, die die Zionistische Organisation, unter Nnpprns Führung au-gebaut. geeignet find, unter gang «»deren Berhältnisseu und in einem vielfach vergrößerte» Maßstab angewe«d«d zu werden. Da- Buch zerfällt in zwei große Abteilungen. Di« EinzelfrogeN der zukünftigen Siedlungsgebiete, die »Wigstea T«ilprvbleme dar landwirtschaftlichen und städtt« PH» Siedlungen werde» i« zweiten Teil behandelt, wie A V. die verschiedenen Anfiedlungstypen. daländliche Gmoflenschast-wesen. dernfliche Ausbildung. Agrarkredit, die ßMU des jüdischem Nationalsonds. Kapitalbedarf, Laich» «deiterftage. Kapitalbedarf der städtischen Kolonien, jüdftche Stadtteile, neue Industrie». Nationalisierung u»d Uchchterftage i» der Jubustne. Kulturelle-- Wle man sieht, handelt eS sich durchweg um Dinge, die den gesamten Inhalt deS Siedlungswerks ausmachest und doch liegt der Schwerpunkt dcs Buches im ersten allgemeinen Teil, der den Niederschlag gründlicher stzstematischer Forderungen und vor allem einer 12 jährigen Kolv' nisationotätigkeit im Dienste dejüdischen SiedlungSwerkes enthält. Hier werden die allgemeinen Voraussetzungen des ganzen Unternehmens behandelt: Volk und Land ldie Zahl der Juden, die großen städtischen Gemeinden, die landwirtschasUiche Kolonisation und vor allem die Er» sahrungen aus den bisherigen landwirtschastlichen Kolonien). Tie Voraussetzungen einer neuen großzügigen SiedlungSarbeit (administrative Vereinheitlichung Palästinainnerhalb feiner historischen Grenzen. Neuordnung der Lande-verwaltung. nationale und kulturelle Autonomie, technische Maßnahmen zur Hebung de- Landes, rechtliche Formen zur Förderung der Neusiedlung bilden den Inhalt de» zweiten Abschnittes) Efolgen dann die Ziele der neunz Ciedlung-arbeit (Schaffung einer jüdischen Majorität Erwerbung de- DodenS. politische Verständigung mit den Arabern, Palästina aljüdische- Kulturzentrum, soziale Neugestaltung). Den Schluß dieses grundlegenden Teiles bildet die Organisation und Finanzierung de- Siedlung-' werke«, in die u. a. die außerordentlich wichtige Aufgabe der Au-lese und Organisation der Au-wanderer füllt. Da- Buch erscheint in eine« bedeutsamen Augenblick der jüdischen Geschichte. Noch eiaige Wochen, und die Entscheidung Über da- Schicksal Palästinas wird gefallen sein. Da- Ausmaß der jüdischen Rechte »nd Arbeits- Möglichkeiten wird bekannt »erden. Eines steht jetzt schon fest: E» wird unter allen Umständen eine intensive großzügige Einwanderung-- und Befiedlungstätigkeit beginnen. Darauf vorzubereite» und allen, die an tan Werl mit' arbeiten werden, ein» so gute Ha»dhabe zu geben, wie sie ein Buch überhaupt nur zu bieten vermag, ist die Ausgabe, die der Leiter debisherigen jüdischen SiedlungSwerkes sich gesetzt hallt. Vr. Curl N»»r«tzki: Da» stme jüdisch, Palästina. Jüdischer Berlin 1919 (8.- SRI) Der Verfasser hat sich durch sein vor Jahren erschienenes Buch über die jüdische Kolonisation Palästina» al- Fachmann eingekührl. (Stc hat als erster die exaktm Methot der modernen Nationalökonomie für die Erforschung jüdischen Siedlung-wertangewandt. Seitdem hat feine Forschungen fortgesetzt und wohl keine neue Tatst auf diesem Gebiet übersehen. Auch dir neuesten Berit namentlich seit der Besetzung des Landedurch die Englün! konnte er verwerten. So ist es ihm gelungen, in da» vorliegenden Buch eine dem jetzigen Stand unsere- Diffus von der jüdischen Kolonisation entsprechende Darstellu»g zu geben. Der reiche Inhalt des Bucheumfaßt echon folgenden Stoff; / Die Lage in der Dir-spora. — Die Lande-verhältnokse Palästinas (Grenzen. Bevölkerung. Kultur. Wirtschaft, Verwaltung). — Die jüdische Kolonisation Palüstii as (Geschichte der Juden in Palästina, in Palästina arbeite che jüdische Organisationen. Entstehung der Kolonien. Ein ck» darsteüung der Kolonie», die jüdische Landwirflch st» städtisch« Kolonisation. Einwanderung und Aufnah wsähigkrit des Landes). — Die jüdische Gesellschaft (Sä i» wesen und Kulturelles. Hygiene. Soziales). Zulerläflig im Detail, einfach in der Darßellu >», systematisch gruppiert, die neueste E»twickl«ig der ck» siMigend, wird das Nawratzkische Buch seinen Platz i Jft Hand- und Nachschlagebuch eömehmen.