Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- 44 (21.11.1919)
- Date
- 1919-11-21
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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I Die »LAdijche BollArcktamg" eichet»! »öche»r!nd cui >cde« Frlkksk au» kaim I s«»«4i Nrrch bit?•#, mit E»ch d»rch Ne •d$4fti*rlf (am Preise mm I »iarrlMe^ch SK. 1&> beran »ei»«, bei K»hvr,ug u> »er PeschLMVei,' «r. SLO. Etazetae Suauuer LV Ps Zernfpr.-gaschlutz Z72 postschech-lkonto Brcstai Nr 17393 •mtr S. tiUnfri» Sm-chlaa«-» Mt MWeM« io—«. Mt >%nmin«ii 1-4 »fc. ■ •itltta »nM» b*80 W, a •«*» Ml U» Ml* TM Mt «toMaMflf «Mtauta» »Mt W Mm« lm»irl. Schristleitung. Verlag und Geschästvftelle in Breslau l, Schweidnitzerstraße 8? Zuschrift« und Geldsendung« lind dorthin zu ridjttn. — Die Geschäftsstelle ist Svnnadends, Feiertagv und Svantagü geschlissen _ ' -——— i— ' «mm? 1 Nr. 44 Breslau, den 2). Ilovemdsr 19)0. 3a)rgnt XXV. Sftr Ne »t« Tlames Gereich »eien Snfslhe. »eiche »te »erflnNche Metn»»G ki Berfeffen vm Sa»»rack betagt», flberNa»t bk SchrifNeita», io »le peetz- Gesetziiche Derentvortvaf. ] Die «rat Zndentzttze i« «erli». Gmeinlseldmorschall »an Hindmbnrg dal der Ausfvrdeeung ,ur Vemehmuna vor dem Untersuchungsausschuß Folg» geleiftet und ist am Mittwoch vor acht Lagen in Berlin »ingelrassen. stand schon der Ellipsang am Bahnhos unter merkwürdigen Umständen statt, so zeigten die ihm zu Ehien veranstaltelen kimdgebungm in de» seiner Ankunft solgenden Lagen, daß die Anwesenheit des Marscholle in der Reichthaupfiadt von alldeutschen Elementen zu einem tollsten kesstttreiben gegen die Juden «Isgenutzt werden sollte. Neben den Hoch und Hurra» htrte man Nus«: .Nieder mit der Jndenregierungl', und Algehdrige der Neichswehr entblddetm sich nicht, stlugdllltter antisemitischen Inhalt» unter die am Bahndvt Zoo harrend« Menge au verteilen. Daß Studenten und Schüler — meist mahl Mitglieder de» deutschnalionolen Jugend, htmde» — in ihrem verzeihlichen Unverstand derartig hetzerisch austreten, braucht einen weiter nicht zu berllhren. «atz es ater »jeder Neichtwehrsoldaten waren, also sozu- > »«amte de» Staate«, die auch au» de» Laschen der - Sbelähüigee bezahlt werde», .verdient erneut nlld' deleuchtet zu Weetzen. .« gibt strine« aitr»mu» e» der Neichswehr (* erklärte vor einiger Zeit Reichüwehrminister Noske, .und da, wo er sich de- »«ertdar machh «erde ich energisch dagchen Fron» mache»!' Echo« »iederholt hatte» mir Gelegenheit, varzulegm, daß Derr" Minister RaSkr sich irrt. Heute »an ist e» wieder «»mal deutlich zu Lage getreten, »ie sehe gerade die dem Reichswehr« inister »ntergedrdnetr» Stellen Brutstättm de» Snlisemiiismu» find, denn dieser ist nicht spontan an« der den steldmarschnll erwartenden Wenge gekommen — dagegen sprechen ja schon di« sosvrt hereil gehaltenen und verteilten Flugblätter —sondern er ist Ivrbereitet, van ingend einer Stelle organisiert «orden- Gbenso organisiert, dllnkt un». wie der ganze Hindmburg- «nmmel überhaupt. Wir find gewiß die letzte», die die «ilitllrischen Verdienste de« Beneralseldmarschall» im Weltkrieg« schmälern wollen. Ehre, wem Ehr» gebllhrtl Ater wn» man in diesen Lage» in Berlin «ollsllhrt. ist keine Shrdezeugung und Huldigung sllr einen verdienten Mann, sonder» lediglich ein patttische« Machmerk. Daß sich an« de« politische» Wirrwar nu» allmählich der nationale Gedanke wieder herausschält, war »ach den Taten der Regierung zu erwarte». Sie hat es in dem einen Jahr» chrer Herrschaft . nicht verstanden, dem geknechtete», von inneren Kimpftn zersplitterten Aalke da» »oralisch« Gleichgewicht >» geben. Da» Ball sehnt sich »ach der starke» Hand und in Erinnerung an den Jutelrausch der Hindenburgsche» Siegesmeldungen glaubt e» in dem alten Militär den Gesuchten gesunden zu haben. Al» Hindenburg seine Uniform ablegl« und seine Billa in Hannover bezog, sagte er, er wolle in Ruhe sei«» Lebensabend »erbringen. Und jeder menschlich Fühlende wird e» der über da« Schicksal seine« Balte» niedere gebrochenen Exzellenz nachempsnnden haben. Und jetzt plttzlich steht er wieder im Mittelpunkt de» politischen Leben», umbrandet von hochgehenden Wage«, die jeden Augenblick znsammentreffen und da» deutsche Balk erneul in ein Stadium der Seltstzeisleischung bringe, kbnnen. Man hat bei dm Ruadgetungen Var dem Reichstag vielsach auch di« Worte grhsrt: .Wir laffm Hiadenbmg nicht zu dm Judenjungm'. womit man de» llntersnchungsan «schuß weinte. Man kann aber di» Wirksamirrt dieser Institution pmkm wie «an will, ater da« eine muß doch hervorgehobm werdm, daß die konunistim verloffungtmäßi» eingesetzt ist. Sie lall kein Urteil film, sailder» nur ergründe», ob and «an» Feretensmbgtichkeite» »erhanb» «arm. Ms» «ersitzt sie trrnm der » Leehdrrndm in NIM Lnklageznsiond. DG lkommisfio» ist «I» Abgeordneten der Siattonalversammlung znsammmgesetzt, untrr denm — und «I liegt lei» Grund vor. da» m verschweige» — die Rdgeordnetm Eoh» und <mzheimer Juden find, «der ebms», wie ma» dm übiM Mitgüedei» de« Ausschuss«» ihr Glaudensdeteunbii» nicht verhält. s» ist es «ine U nm orai, hie» «dem Barwnrs z» erhebe«. Der Dvrfitzende de» llntersuchunasaurschusse» ist. nachdem der Abgeordnete Darmutd niedergelegt Hai, der Abgeordnete Gothein. Er steht uns Jndm sehr nahe al« Vo,sitzender de« Verein» zur Abwehr de» Antisemitismus, kein offener und grober Ehanikie« Hot fich grade in der Bekämpfung der Judmhetze esse »dort, und wir iverdm dem Chriffen Gothein dasllr Tank »istm S« liegt »in« gewiffe Lrogil in dem Zusammentreffen. daß s„ff, währmd in den Straßen Berlin« die anlisemitijchm Wog« hoch, gehen, und es Vorwürfe gegen den Uniersuchungeaullschuß hagelt, beffm Vorfihmdrr in einer außerordentlich« Generalveisammlung de» Verein« zur Abwehr de« Antisemitismus erklärt, die einfichttvolm Führer der Deutschnnlionalm von Posadowskh und Delbrllck hätten ihm prridnlich »erpchett, daß st» sllr die antisemitisch« Bewegung nur die vollste Mißbilligung hätte». Do» in dem Augm» dlick. wo deutschnational« Jugmddtudler aus dm Straßen antisemitische Exzeffe prvvazieim. k« erinnert un» na die Wotte de» Eeheimrat» Sem aller, der auch einmal erklärte, in der Prcvinzinlgrupp« Schlesien der deutschnntionnlm Dolktportci sei kein Platz ftit Anlise«iti»mu>, und e» einige Monate später ruhig zuließ. wie aus einem Parteitag sogar ein« judmseindliche Enlschließnng Annahme sand. Also, wenn Herr von PosadowSkh und Herr Delbrllck wirklich vom Snttsemitt»«»» adrllcken, dann sollm fir das auch in ihrem Rreise beweisen and nicht nur gegenüber dem Bvrfitzmdm de» Verein» zur stbwehr. E» scheint UN» vielmehr, al» ot sie di» ganz« Bewegung mit gemttaumtjmmfmmwL Die aBrai r— mm cikriir ffni ohne Aweisel — warm itt der Lege, di» ontismiitischm Provokateur, au» de» Bestand« der Rr>cht»ehr und dw unzweisekhas«,» Dmhtzicherldm J«d»tz>»< uuschsdllch p, machen. >«I ihm, »rrelsm hat »an dem Zivilisten Hindmlmrg militärisch» Ehm» erwtesm. und au» diesm lkrrilm stammen auch die dm Soldatm in die Hände ge» drllcktm Flugblätter. Da» geschieht unter dm Augm Ml Sozialiftm Stoib. Der Herr Reichswehrminister wird nun einmal die Gelegenheit habm, zu beweism. daß er sthig ist. derartige regierungsfeindliche und aalke verhetz«' rische Bestmdimge» zu »ntechrllcke». Tut er da» nicht, »u» so wird man in der Regiernng di« tkvnseguenzm ziehm mllssm, will ma» der Well nicht ein Possmspiel dieiea. U»g»«D kn Verein» s«r Atz»»tzr tzr» Gachei» NN», ttandtver, Wer die »«»Ischnatttnal« Hetz». Der Benin zur Abwehr de» Aniisemittsmu» hielt am Sonntag Vormittag in der Aula de« Kaiser-Wilhelm» Realghmnafiui»» in Berlin seine ordmüiche Gmeralver» sammlnng ab. Reichsminister a. D. Gothein wie» einleitent aus di« terrllttetm Zuftäich« de» Rmche» bei de» Beginn der WaffmstilstantsverhLndlnngm hin. E« sei der Gipfel der Berlogmheit, wenn di» dmischnalionalm Antisemit« behaupten, daß aste diese ealsedlichm Znstäad« »us da» Konto der Jndm zu schreib« leim. Di« einsichtsvollen dmtschnnttonalm Führer, wie P»sad»»«ktz und Delbrück, hoben H ihm, so erklärte Gothein, persdnlich versichert, haß sie sllr die anttsemitische Bewegung nnr die »ollste Mißbilligung habe». Ans hemselbm Standpunkt stehe per sillhere badische Minister Düringer. Da» sind deutsch» Natimial» Gegner, di» wir hochochien- Aber diesm dentschnattooalm Fügern fehlt der Wiste, der Mut »nd die Kraft, ihre Aeiunng in dieser Beziehung durchzusetzm. Denn hinter der deutschnotionalm Hetze steht lediglich der Will« der Partei, wieder znr Macht zu komm«, di» Repntlik M stllrzm »nd sich an die Stell« der jetzig« Regiernagtpartei zu schm. E» scheint, daß di» anttsemckischm Hetzer an l 800 ovo »«. sglenm näch nicht »enng dade». Auch di» Opfer der Abonniert auf die Jüdische Volksztg. t* I Hungerblockade dllnkrn ihnen ^ring st« wostm »ach «in»» blutigen Bürgerkrieg entzessel». Der mvralftch» Zwsammmdruch zeige fich »der auch jetzt bei dm Eietzvm. E» sei Hetz«. «MN man ihn eues da» Kmcku der IG« schreit«. Vm, als» der. R»ttsmn1i»«W» innm»»«isch ei» Unglück fei. da» bekämpft werdm emß. so sch m in eußmpölttischer Beziehung teinnh» »och gefährlicher. Mm mäste sich »Och dnmtt »erimett »»chm. da» diesm Mit mH vertrag nur durch dm iliistiwqchvm Beschluß da» KÄe »und«« gttabert werdm kdmm. Bei nnsem» hemdstchchft» Wehrmacht, die «mm »Gl «üreich». um di« Qidmmg >« Innern msrechi » erhalte», sch doch m «um dew»G>Gi Erhetnng des deutsch« Boiles nicht M deNdm. «G trätzde» muß da» deutsche . B«a uersochm. diesm Med« llbzaändern. Das denische Ball ist daher daraus angewiesen moralische Onobernngm zu mach«. Schm dam» m» der Anttsemitismu» deseittgt werdm. RR tu Wim mwsemittsche Str»ßmk»ndg^i»>m stattsmedm, dt» ttn MM gleich zu dm Berliuem nvch sehr zah» «G hmwl>G warm, habe die Gttmb sehr scharf und merggch »tm gegrisft». Wostm es di« Anvsemttm, s» frngt» Gaihettl, auch daraus mkvomm lasse», daß di« «nlmte «nch tu DeM^^^u» «chatz »m. E» sei ßllimm Milch daß di» Dentschnntimeckm^ ihrer annsemifischea Hetz« dm Avsstftg dev B-lb» ' mvm tat AnM mi »M WGsm Sie must von der chrsstkichm! dt- Sittlichkett unterstützt werdm. Daraushi, «ihm der Adgeorduete I SKichlminister Oft» Levdidrr, da« Wort. Sr wie» einleitend damns hi», stlß! Sozialistm de« Wistcht seim, der Anttjemittsem» ftt ein Klassmlemps. Er kommt dünn »us dm sGeuiGUtm jüdisch« Kapitalilmul z» sprechm und erklärt, daß diejenige», welche behaupten, tat jüdische Kapital fei äwhmst vsädrlich. d.» christliche d«M« ei» WehNlier »ee Mmschheit, sparsam- Hanlväter »ns de» Geltete dB Intellekte sei«. Die »Elch, strsach« »>» »ettsiwit»»«Ul sei tatsächlich »ich« «f dtesem Gediet» m fichm. Bi» Bewt, de» lhittsemittvmne Ü«GM bditzSch t» dm Wtzchv» lagt, und der ».ckkemzich»», «e (eilet Me , leMhett ab Riedet^eft de» mftsee' lam NR WWßHDtzHM I dm Inttsemitichnnä mdeM M «ellärm. üer(Mi| (ctatc tsfftfccNMai msbk 9mnmb( Mss Mt InfnOMÜtM Sfilaib Me W» O. JMissIwssM riss» n» thrchr Kleis« im Stich Nitz«. Ose OGwevl hättm ste teilweise peetägigkm md ch» »Gm « Wel« eerkmft. Die Jude» sebn in ihm» »stdenlschm Heia»» gedlied« und werdm dufttr »Mt hm Pelm «B lume Deutsche eerfol^/ 2» West» »et emecher suchchche mw Dmlschuatianal» »ersucht. dmtschM Im» m dit " ichern. KrinJÜde hGe sich die Deutschnetimalm sechs »meb ._ . ua fich »der hie lesmhwi dm Jet» ja Me Partei schlüssig zu iverten, hvtm ste vm üm jüdchchm Herr« ». Wetnder, und «v Rethschild groß« Betvtge M ihre PaMte^che »tgeW»gme««m. Dm frützme «iuister Hergh« habe erstüL daß de, lsüllsimllilmelieü Dmtschuattönolm Burtri dm N. Slb» heb in Zukunft »te ' z» sürchtm. i M vendübm hm flnottai mmm, w daß die Jndm in hätten. ottJUktt, M be dmmlrvtm mm Kx^abil Mm sn, wejlb enbs» müsse», stmtmng L üm ■a ma*m VSSMRIi n I ‘Sr Sä