Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- 46 (5.12.1919)
- Date
- 1919-12-05
- Page
- Seite 3 (sequence 5)
- Language
- German
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8. D ezemdm 181, Sruppeii-Verband 6er 8gl>6o8 Rrroel wr Deutfdifand JkVchch» ®»0*«eft«»» Um ITIaaher Gelder «t«. Mht SrWp«»V«dM der BgttdaS MvA für Deutfdiiand Poftfdiedi-eonfo 18901 Berlin. für den Hguda«Haup(fond bittet dringend PobidndfConto 18901 BerOn. Rundschau. dtvfecUttinitter Fischßrck über *ir KteLuNii der?r»tsch««ti»ii«ie» )»r Indeofrrge. Handel-minister Fischbeck bat letzthin in Liegaitz auf daS widerspruchsvolle Verhalten der Deutsch« U«ioaalen in der Judenfrage hingewiesen. Er führte »ach dem .Liegmtzer Anzeiger" u. a. aus: Eine anti' semitische Delle geht durch Deutschland. Man ist un« willig darüber, daß russisch - jüdische Agitatoren den Bolschewismus in Deutschland verbreiten. Denn den russischen Juden in Rußland Furchtbares geschehen ist. f» sollen sie es für fich abmachen- Kommen sie aus Rußland zu un» herüber, dann nehmen wir sie am Kragen und schmeißen sie hinaus. Aber es gibt auch christliche Bolschewisten. mit denen zu rechnen ist. Mit Recht ist unser Volk über da» Treiben der Schieber empört. Diese» Schieber- und Kriegsgewinnlerlum ist schon während de» Kriege» geboren. Es waren jüdische und christliche Schieber. Wir haben uns im Reichstage während de» Kriege» de» üstrren mit diesen Dingen beschäftigt und wir haben unter den Schiebern nicht nur Juden, sondern auch Uaubtütige Deutsche entdeckt. Der Vorsitzende der Deutsch- Nationalen Hergt hat da» wunderbare Wort in Liegnitz «-gesprochen: Wir müssen wieder mehr auf Rasse halten! Da» heißt da»? Soll keine Mischung mehr »wischen Jvben und Lhristen statt finden f In Arbeiterkreisen gibt es recht wenig Ehen zwischen Juden und Christen. Aber in aristokratischen Kreisen ist dir jüdischihristliche Derbindnng mehr in Uebung. Fischbeck variierte ein bekannte» Sprichwort: .Der Edelmann mag keinen Juden leiden, doch seine Tochter (und ihre Mitgift) mag er gern." Dir haben demnächst in Oberschlefien. in Westprrußen und in Masuren eine Abstimmung darüber, ob diese Landesteile bei uns bleiben wollen. Es handelt sich um Leute von gimifcht slavischer Abkunft! Ja. müssen diese Leute nicht auf eigene Blanken kommen, wenn sie dir Herrschen Rasienideale kennen leinen? In bezug auf die Juden, die im Vorstand der deutschuationalen Partei sitzen, saht Hergt. daß es ihm richtig e^cheine. wenn die Juden, du tz» seiner Partei stehen, durch ihre Geldopfrr e» erstreben, ehre Interessen zu wahren. Also, je mehr sie opfern, desto mehr sollen sie sich und ihr geborgen fühlen. Ein merkwürdiger Mammonirmus der Deutschnationalen in der Juden frage' Man spricht von judenseindlichen und judenfreundlichen Parteien. Wir find Freunde aller künstlerisch tutt Herrn v. Laust in eine Reih« stellt und dm Reinhardtschen Dramaturgen unterstellt, es dürfte für sie einen wesentlichen Unterschied bedeutet haben, daß Laust von.deutschem". Beer-Hofmonn von .jüdischem Patriotismus' erfüllt ist. Nun Reinhardt und sein Theater stehm zu hoch, al» daß man sie gegen solche Anwürfe oerteidigm möchte, und seine Goethe«. Hauptmann« und Shakespeare- Aufführungen sprechen für nur deutsche» Kunstverständnis ebmso deuUich. wie Herrn Sch'» Kritiken gegen da» seine. . Nebrigen» steht Herr Sch. »it seiner Art. Theater« kritikm zu schreiben, nicht allein. Sein Kollege an der .Dt. Tgzt." weiß auch nicht» beffere». al» sich über die .streng orthodox Rechtschreibung" de» Titels: .Jaakob» Traum' luftig zu machen, und in derselben Zeitung bemüht sogar Richa^ Nordhausen in höchsteigener Person seine Feder, um in der Kritik eiue» im Schauspielhaus gegebenen Stücke» .Brandt' von Richard M. Sahen eia ntm wenig antisemitisch zu Hetzen. Da» Stück, e» ist eme Kriegsgrwinnlerkomüdie. sei ein Beitrag zur Erkenntni» de» Seelenleben unserer Eahens. Herr C. verrät .sein und seiner Geistesverwandtm unheilbare» Fremd lingstmn deutlich usv." nach der bekannlm Melodie. Die glücklich find doch die vvlKschen Theatersach» verständigen, sie brauchen künstlerische» Urteil nicht zu ihrem Amt, sie schimpfen auf die Inden, frrum sich, wen» e» bei dem Fiasko im Zuschauerraum rinm monarchistischm Theaterskandal gibt, und ih» Gemeinde verehrt ihren Kritikrrfcharsblick und folgt ihnen als zuverlästigen Führern in» gelobte Land der Kunst, wo »an sonst eigentlich nur eine Bewertung kennt: Begabtheit oder Dilettanten» Pfuscherei. _ Der 100 jährige Gednrtstng ln Sevrge Eliot. Am 22. November fand ip London eine Dersammlung statt, um die 100. Wiederkehr de» Geburtstage» der bw rühmten Schriftstellerin George Eliot zu «eie», die u. a. anch di« Verfasserin de» belmmua zionistischen Roman» .Daniel Derönda" ist. Di« Versammlung, die von de» Londoner zionistischen Gtudentrnverrin emoerufen worden |>ah» eine» würdigen Verlauf. Die gesamte englische widmete gleichfalls der Dichterin au» diese» Anlaß Rüche Artikel. _ I Sltmmtt, die mit uni gtnuinfam hai Wohl bti Vater, (anbei erftreden, mdgen sie religidi aus diesem oder jenem Baden stehen'. _! A« der si»»istifche» Kr»r,„». Berlin. 25. Vavember. Dai »Engere Aktionb-Komile«' der zionistischen Organisation hat beschlossen, di« Jahreikoeiferenz für die Zeit vom >8. dii 28. Januar 1820 »uch Basel einjuderufen, nachdem bei den Bedungen verschiedener La»dmannschasten die Forderung erhoben morden war. daldmdglichst den Kongreß und die Jahreikonferenj eenzuderufen. Da ein Kongreß im Augenblick aus den verschiedensten Gründen nicht justonde zu bringen sein dürft», weil zum Beispiel in großen Teilen Osteuropa« ordnungsgemäß« Wahlen zum Kongreß nicht oorgenommen werden linnen, soll di« Jahreikonsrrenz. die statutarisch fast all« Befugnisse dei Kongreffei besitzt fauigenounnen Äenderung bei Prvgrammi und Neuwahl dei Aklioui-Komiftei) einderusen werden. Der Jahreilanserraz gehdren anßer den Mitgliedern dei Großen llktioni-Kopiiteei. dem Vorsitzenden dei letzten Kongreffei. sowie Vertretern der wichtigsten Organisationen, besonder« Vertreter der Landei- und Bonder-Berdind« an. Di» Tagung der Jahreikonserrnz dürft« angesichti der politischen Lage sehr bedeutungsvoll sür die zionistische Bewegung werden. Ztaatltch»r Iwschw» fie »nttwnßrnmtr. Berlin. 28. November. Vom Verband der deutschen Inden wird uni geschrieben: .Eine vom Verband der brätsche» Fußen eingemichte Eingabe aus Bewilligung staatlicher Anschüsse für di» Alter«' und Hinterdliedenenversorgung der Kiilluibeauiten in lristungischwachen Stznagogengemeinden ist bei der Beratung dei Kultuietati im Hauihaltianischwß der preußischer, Landeiversawmlung erdrtert worden, der den Antrag der Negierung zur verückstchtigung üMrwftse» hat.- Du MtttelP^kt Mit* Mt München, td. Saumbet. Der Landeiauischuß der Vaheristhen Mittelpartei hat in seiner Sitzung vom 22. Nvvewder d I. di« Jubenfraae erdrtert und hat dabei einmütig folgenden Entschluß gefaßt: .Dl, daherisch« Nittelpartei steht aus dem Boden des deutschen Volkstums und der deutschen idealistischen Weltanschauung. Sie ist bestrebt, beide mit allen Kräften zu Idrdern und kümpst deihald gegen jeden zersetzenden nn> deutschen Geist. Dos Judentum ist »in nach Blutilinb Geifteiart durch seium eigenen Villen abgeschlossener viikischer Fremdkörper. Daher »erlangt di« Vatzerische Milteipartei »ine ausschließlich deutsche Leitung unserer gesamten politischen, wirtschaftlichen und btUucellen Angelegenheiten, sie wendei sich entschieden gegen die Bor- Herrschaft dei Judentum», die seit der Revolution immer perhüngniiooller hervoriritt und sardert Maßnahmen gegen hie Zuwanderung kulturell lies unter dem deutschen Volke stehenden ystjudentumi." WirßerinkrnMrrtrn bn -chichtwerßnt» i« »er $4«nti{. Bern. 30. November. Der Bundeirat Hot einen Beschluß vom 28. Mürz 1818 detr. Auinahmen vom Schachlverdot und di« gestützt aus diesen Beschluß erlaffene Verfügung des Justiz- und Polizeidepartement« vom >7. Juni 1818 mit Wirkung aus 1. Januar 1820 ausgehoben. Bon diesem Peftpnntt hinweg ist dai Schlachten der Tiere ohne Betündnng vor dem Blutentzug« wieder aniuahmiloi im ganzen Land« untersagt. I« -«mYMtch Argen dir $rtranaritmjriaM*t ta Wir». ft.f. b. C. Wien, 25. November. In Wien wird zurzeit dai Eintresseu «euer neuen Sendung neu Ledenimittel» «ui Amerika erwartet. Dü pgraulaM di« bsftrreichischen Rabbiner zu ein« seterlicheu Maßnahme, di» saust nur in dem groß» Me Meute II der Milchen Geschichte getroffen wurde, die ober hier «ft gijtckstcht aus die antisemitische» Stimmungen und di« Himgerinot in Wien wohl angebracht erstheint. De« Bnnnlpruch lautet:! .I» Sinn« unserer Brüder, der mitleidigen Balki. geftnffe» an« Amerika, welche sich unserer arm» euro< pl ischm Brüder amwhmen and UNi Lebensmittel geschickt Hz hm, staden »ft uni verpstichtet. ein Benbat und «in », Istündigei Anathema l.Eherem'j gegen hi» Ledenimittele» psanger ansinsprechm, welch« sich, unterstehe,, sallftu. dies« Sebenimiftil, sei «i Würnft. fci H i» gbnjn, ,n verlausen. Sie dürfen sie nur sür stch und ihn» chaw» genoffen »erweichen. Ml» dftsü verbot UtdchftltenbM »erden unweigerlich unsere» Bann untersalen.' Zi>M»M ich» Mt«Mcht-K»«f»r»»k. London, 2T Nmwmb«. Am 23. Dezember wird eftw nlwelLch«' Miünnchh- Koaserenz staftstnden. Dft Konserenz wird m Erzwhnnwh fragt in valüstina. Mt ßEschiillAM MÜfifit und den Plan eine» akweltlichen jüdischen MGeÄchb,' Kongreffei behandeln. Di, Kecht» st« I«»», t, I»st»N«»t»». «.s.d.o. i Dft vorsteh« »0A Jngostawftn dft der Frftdenükonserenz haben nach rinmn Itnäeeem Wchmchnnd« sich bereft erkwt. auch alle dft Pnrckft dft PftchWgverftagi anznnehnien. dft dft Aechft dm nntftmaftm Rinoritüten überhaupt and der Inden inüffindm, > Dft Suhl der 3nb«n in Jngftl ewi en betrüg« , 800000. »ach den Itklm SUbnngn stntm Me stoatlichm nnk pftwschm Owüüungra IH» Nückwirknng für dft Jndm gehait. Man nunmehr der durch den ffrichenüpertin, ge Schutz dft Lag« etwa« erleichtern wird. Iistisch» GP»«bß»» t, »Psttqüß. Dft Pesftr Jlraelftisch» Nftieimmgenwind, Hut dm angesichti der Mnftlung der Metliche» «chnlm nicht genug n untafMMnMn «chchbch gE ihn hfth« Bürgerschulen für Knaben nn» vbidchm In «tzmnWm für «naben und Müdchm nnchümndftn Dft «eembfttm sür dies» nmuaubfaug sind bmfttü s» «U gedichm dnst Mt Bminn diest» Schnlftchen» nn dm bechen jstßchchm OfVMfMn PW UPRCRf 4CWft* sMffW» MMN IPURIu •mW lv MtliOMWMWW Mflnll fSA «O Den»ft ««>»— »ft' . . . denzdürr uni berichftt — daß »m> der »rmmflhrnn» 1V Nlllionen Nudel für dft jüdischen Progiemegser dswÜÜ^ wurden. (Dit NAßrtcht klingt sehr na»nhrschei»«ch m* miffm wft dft ftrantodnng dafür dem angeführten Bür» tderlaffen. Dft Schlifft. > F»r Mi Wirstrrftftfstn, tu Wtiknta» Dm .Deutsche «ftderansbnu' Mehrt eui Nftgchmk. MQ oon Ott von grvUM MMAtzM HUMOMMDW M vereinigten Staaten sich zu eftwr aemiinsnmm Akts« zusamwengeschlaffen hadeu. Dftft «tim, Iguill Mn' Wiederaufbau Mil vsqndmtmn» uud zwar fall Mach ftm Ausammmsaffung der wirft mftftichm. luAnmstm KMsb» dm Ostjudeniumi diesem etu sm.stübwft» «nstnch ans dft wirtschaftliche, «ultnreste nn» pnvAsche chntMMnng Osteuropa» verschafft wmstm G» ist in NftmDmt ftm Bank sür jüdisch« chiftWmck. g^ründft wardm. »ft mft eine» «npftal mm «0 Nahmen Mtn nrüftbft. «ft Bani wU in grrchfttaiger Witse iftftschnsvche Mnh knAnriche Operntimmi bei Ostsiibentnmi sftmiqftrm und dai Ost» judentu» in seiner Gisnmtheik ans »ü pnlftftcha, wftb» schasftiche und kulturelle Ninenu dm Inch« anbiear i teile Heden. Gift» fchrsti» schst. i Nie», 28. ' Dft Budgekkammiffian M ukratuftche» Fiuangmtnistm riumi hat aas »nregnng dei Miuisterinmü sür istßchchi Angelegenheit«» 8 MMaaen.Hrhmm für M« MdMstftsst her Mschen Gemeiaden bewilligt. ÜUS der ^eichshauptstadt Berit». DieGeneralverlamnrlnngha«>ereini ' ' tzaudwerker jüdischen »lanbenü i» Berlin beschäftigt, sich eingehend »ft der Glellmnü nf veminst 8« dm braaftlchendea Amftchnftantmmnhftn. Dm Verein Haft» schau de einer sr ihmm i Mt einer Barfti in dm chrmeiude «hml,s palitische oder «ligiis« Stellung ein« >'~ ziehen Dft Jüdisch« BvifthiarM. Bereu, hatten de» Bereu, oufthh«» »ugebaftu. doch war mft Rücksicht ans dft , Strümuugra im Verein M» einm «ffiziftlra i bti (tun dm bdMu Gruppen Abstand grnmnnmn worden.