Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- 48 (27.12.1918)
- Date
- 1918-12-27
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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I 47.*Enemfcn 1918 ftr 48. Ccttt 8 JUIü.U.1. rätcm Juden, der i» den Kreuzstae« Krau und Pmb verlerrn Hai und da«« ei« ^nstemeüidchea i» ftin Haus nimmt und »ie sei« eigene- Kind erzieht. Ho siegte bei ihm die Menschertliche über de« Glaubens« eisir. Et wird niemanden zugemutet. leine Grundsätze -« verleugne« oder ei« politische- Nrubekenntniab«» legen. Et ist aber jeder im Grtvifse« verpflichtet, auf de« Vvden der 'gegebenen Tatsachen an der Aufrecht» «Haltung d« bfsinsiichen Ordnung und d« Sicherung d« BoAernährung «itzuarbeiten. um größere llchel feruzuhalten." Die Lutführungen fanden kein»« Widerspruch. r Aus dem Auslande i ♦ ♦ Wie«. Eine Htlstacli»« für da» tz««gerade De«tfch»Oeßerre1ch hat der jüdische Nationalrat für Deutsch-Oesterreich - eiageleitet, der an die zionistischen Organisationen Amerikas, England». Frankreich-, Italien». Belgien». Holland» und der Schweiz dt» telegrafische Ersucheil richtet die neue Republik mit Lebensmitteln zu versorgen. Der Aufruf lautet: Die Hauptstadt de» ehemaligen Großstaate» Oesterreich;ügleich die größte Judengemeinde Europa» steht vor de« politischen und wirtschaftlichen Zusammenbruch. Gegeü« »ärtig droht die Lage geradezu zu ein« Katastrophe zu werden, da die Millionenstadt von ihrem frühen« Hininland, au» dem selbständige Staate gebildet wurden, abgeschninen ist. Die gesamte Bevölkerung, ««schuldige Frauen und Kind«, steht vor d« Gefahr «ine» Hungertodes, wenn nicht von den Staate«, welche Freiheit und Menschlichkeit aus ihr Pannin geschrieben haben, schleunigst Hilfe geleistet wird. Wir betrachtet» e» al» eine menschliche Pflicht, daß gnade die Judey, getreu unseren uralten Traditionen, alle» anfbieteN, um diese» furchtbare Unglück zu vnhüten. Um viel« Millionen unser« Mitglied« und Hunderttausend«« von Juden willen, welche in den Straße» Dien» zu fammengepfncht der bittersten Rot unb unsäglichen Leiden prei»gegeben sind, bitten wir Euch um Hilft Wie». Bertzvft,,, jüdischer Führer i» Lemberg. Die zionistischen Führn Or. Reich, Dr. Ringet Dr. Hausmann und Redakteur Tennenblat wurden von den Pole» in Lemb«g verhaftet und nach Przemysl überführt. Da» in polnischer Sprache erf scheinende jüdische Blatt ..Rowh Driennik" teilt ii gestrigen Leitartikel mit. da» seine jeitungspakete a» ans den Stationen Tornow. Iaroslau unb 61 »erb rannt Bttbtn. Da« in jüdischer Sprach« mit hebrüisch« Lettern gebrückte Lembeiger ..Toodlatt' muß aus Beseht bk« polnischen Armeeoberkommanbanteft für Ostgalizstn zar Halste mit lateinischen Buchstabe» erscheinen. Die Bestattung per Lemtag« Pagramops« Donnerstag, den 28. Soofmkt, falb bit Bestattung van Iber 60 Opfern bei Pogrome, der zurückgebliebenen Beste der Thorarollen unb anberrr ritueller Behelfe statt. Um 9 llhr srtth hat ber Tranrrzug ba« nieder, gebrannte alte Bethau» vetlaffeu. Die Leichen waren! bereit« , aus dem Friebhose ausgebahrt. >n der Spitze bei Lrauerznge« trug Pros. Or. Hauiaer die zuröckgehliebeuen Reste brr Thorarollen, bann folgten jüdisch« - Offiziere, gleichsal» lleberrrste der Thorarollen tragend. Am Leichenzuge beteiligten sich 80000 Personen. Am Friedhöfe sprachen Rabbiner Brande. Rabbiner Or. Autman und ber Bizeprösibent ber AuItlBgnuinb« ^Dr. Wasser. Dr. Waffer ist wahrend ber Rebe zusammengebrochen. Schließlich hielt Befinningigenost» De. Waschitz. anknilpsenb an thanuka und alle Juden zur SalidarrÜt ausrnsenb, eine stesempsnabene Rebe. Srelen. Jnbenhetzr i» Rnmünie». Sn»' Krqstu wirb gemeldet, batz in Rumänien und Beßarotnen große Jubenprogrume stastgesunben haben, an denen rumauische Soldaten hervorragenden Nutest genommen haben- Auch in einige» Ortschaften ber Bukowina ist die jüdische nab deutsche Bevblkerung von Rumänen angegriffen und Plünderungen an benffche» und jüdischen Geschüfte» verüdt worben. Haag. Eile bedeutsame Pretestversammlii« «m, die Progrome. An« de» Hang wird dem I. P. SB. telegraphiert. I» grüßten Saale Haag» fand ii Anwesenheit von 3000 Personen eine Riesenversammlnng zm» Protest gegen di« polnischen Programe statt. Exminister Treub führte an», baß ei» Protest nicht mir vom jüdischen Gesichtspunkt an«, sondern auch vom »enfchlichen Standpunkte »ötitz sei. Ei» freiet Polen ‘ k*Tf« nur entstehen, wenn lne jüdisch« Freiheit Verist. Ganz Holland schließ« sich dem Protest« Die Entente werbe die polnische» Gewalttaten nicht dulden »ob bit polnische Regierung stürze», wenn ste mitschutbig ist. Die Progrome bedrohen da» jüdisch- Poll, aber noch mehr ine Gesittung. Nenn di« Progrome ungestraft dleiben, schloß her Redner, bann würbe ich vorziehen, ein jüdische» Opfer zu sein, ml» mich al« Ehrest schümea zu müffen. Die Red« Lnenb«, der bei der Entente hohe« Ansehea genießt, rvurde lebhaft applaudiert. Sench« »an Pol führte Die holländische Regierung ltnit und müsse ptRkmntn. Eine Rentnalftöt gegenüber den Progrvmei- , . selbst die polnische Sozialdemokratie. Ban Rot schlich «st de» SSorten: An dem demnüchst stattstndendr» Soziolistenkougreß wird «eine Fordern», der Antfchlnß der polnischen Soziulkmokratst sei». ba« Da» Mw der Jnternalionnl» «ege, die polnische» Pogrome. »st Eamill« Hu,«man telegraphisch au» Brüffel mtttellte, hat da» »»»führend« Komitee der Internationale gegen di« Jndenpogrome protestiert und dt« Hoffnung antgesproche». daß di« polnische» Missetaten in Zukunft verhindert werde». E» wird «in« Sitzung de« Büro« der Internationale einberuse» werde», n» national« Recht» nid kulturelle Autonomie für die nationalen Minderheiten zu »erlange» und besonder« auch die Recht« ber Ost luben zu wahre». flu» km BrcsUraer Semetnklek» Eile »Utlprache »der die Jndensrnge bildet« di« Diikussian, die sich an die teiden Referat« der Herren Salbmann und De. Barth in ber Vau ber Beklau« Zionistischen Vereinigung eindernsenen Bersammlnng am 16. Dezember »»schloß. Herr >ro» Kober nnö Herr I. Simonsohn, all Vertreter der Rguda« Jiöroel, betont»»; daß sie grundsttzlich ans dem vom Kopenhagen«» Komitee ansgestellten Programm strheu. nur bedauerten ste, baß in beiden Auösthrunaen de» Abend» »an Religion und vom ttderkstsast» Indent»« wmig die Rebe war. Eine Ldsnng ber Jndensrag« durch Paltstrna ist auch van ihre« Standpunkt mahl möglich, aber nur aus Grund der irhora. Hat dach bereit« der Schweizer Grnppenverband ber Rguda« eine Anftage an sba» Kopenhagen« Bür» gerichtet »ege» ber Gorantstn, die da« gesetzeltreue Judentum für »in Zusammenarbeiten habe» muß. Herr Dr. Barth erwiderte in seinem Schlußwort, der Zionilmu« ist eine denuckratisch« Bemegung, dir Wed« ein» Diktatur »an recht« noch ein« von link» vertrügt. Er wie« ans die innahalb bo» Zianismn» bestehend« Föderation b« Miürachi hi», die gerade au» religiösen Gründen bi« Trennung von Kirche und Staat oerlangt, da nur dadurch di« Verwirklichung b« geletzeütreuen Forderungen. Durch bst einzelne» Orgauisattonen möglich ist. Er forderst deöhald bst Orthodoxie ms, sich dem Zianilmn» anz»schließen, nm gemeinsam mst ihm bst Rechst Jß «rkümpsen. ' ' ideralen Jnb^ttnm« sprachen bst t*t,. Dst „Schles. ZestG" HUt o*nkt «innn verrchstrstast«. welch« früh« jüdisch« Ginnstn« mar. für besonder» geagnet »kr jüdische Din» «n krichst» »nß »st« nicht kr Fall ist. zei^ kr «rwühnst Bericht, den» gernk ei» Zwischen snll da sich «8 kr ErraMit kr Debatst «Atrt, iß d-rn orm dokn NN» kr «chlnßsatz dm - Berichte« zeugt kgnr »»» ««« Gehösfigkeit «t kdnnen »st« dstwüsn», »u , »errchterstattnn, k^tch«» »•> wen» kr . Zritg." daran lstk. ki ihm» Lesern Verstöndni» für »st nenzEch« Bestrebung« dm Inden « «mich», bttrsst Wnicht «stm» Berichstrstatstr wühlen, b« setwra Slanden k» Rücke» »Ehrt het nnb damit «ist dst Benrstilnng jüdisch« »n«st,«hstst, «n» mindest« all desangen M hqeichn« ist. Ren« SgMgog». »m letzte» Sadbnth Hst» H«r Rabbi»« Dr. »neu,er «r NN« «hlnich« jftchkmschaft sei« «ntritstpeobi^. in kr « pmstich daü P»- gromm sein« Dütigstit «ntwickckst. Wie Jaknü ftstwm Krnnkenlag«, al» « dst Süd»» Iches» s zuerst sein« Hemd «rs Ephraim, de« jü»»«» ' Hanpt bth, weil « in ihm dst Ing«», »st i, Israel«, «blickst, so »lobte De. S.. dr «ist, I in dst Heqe» kr J»g«d »st Lstk »»« Indent»» « »stanz», «kr so mst 9«M «ch «emasse, Irsch» alteren «ahn, seiest, werk « sich kmühe», anch ki den Erwachsenen dst Frend« am Zndmstnm m» de» Stolz »ns nnsem» »landen mach «n hülst». SeineDütigkeit werk sich »ns kr mittler«. Linst k» wem»; n strh« ms de» Stmdpnnkst, daß mm mtt kr Zeit sartschrstt«, nnb mmch«. mal sich »krstk hak, abstreisen müsse, baß mm »kr »m km «atme de» »landen« nicht I « <M adschmiben bars«, baß kl durch ba Stemm selb« oertetzt m«k. »iß ihm »st» ^ltn»n »Ü». dazu erstehst « «alst» «ege». Gtistnng sstr « Jkßchltische ««»stNhmch ®B Primtraqt kt chirnr^sch« «stilmn k» Ist,Eilisch« Krmstnßms«, HerrPrastss« Dr. »allstell het «- läßlich sein« 80. »Mir««,« km «mnstnhmse «" Znwendang »an 10000 «mck »krwstsen mit k» l Affeffar Ollenbors.' Di« ..... I ihr« »ich kr zionistischen Anschmung ein« tief* «Hilft, bit sich Iran übnbrücken laßt, well sst «» für nnzeitgemüß halten, jetzt, wo bst palitisch« Lage so nnünlürt ist pnb all« Kräfte de» Sststberanstra Dentschlrad» gewidmet sein müffen, in «in« Diüknsstou »kr Hst Judensrag» »inzutirten. Sst müsse» auch »au k» Inden in dies« Zeit unkdingst und restlos« Hingabe an da» Deatschtnm fordern. Har Affeffar vllendnrs dagegen betonst, baß a i» wesentliche» mit den PrvgrommpunfteN kr Zionisten elnnastraden ist, di» > ans den ersten, kr bst Anerlennnng kl jüdisch« I Volke» all aleichberrchtigte« Mitglied da Völkergemeinschaft besagt- Er »st» ans den einigenb»» Gotteigebanlen hin, ber da» Jubentnm «halst» »nß, Rur in kt feste» Zuversicht an diese» Glauben kan» unsere Gemeinschaft «starke». Herr Rechtlanwalt Reibmann stellst sich sich selbst »I» Gegendewei» für die Behauptungen de« Herr» Dr. Schweitzer hi», da'« »ach »strjührig« Pflichterfüllung i» Filk auch heust Zionist geworben ist. Har Goldmann legt« in seinem Schlußwort dar, daß « sich freuen würk, mit kr Orthadazst zusawwenzuarbeite», weil sst bi» Jntrreffenvatrrtung ist, dst esst» Mllen« ihre» Ziel zustrebt. Ei» gemeinsam« Nrbeften wird nmso «her möglich sei», weil da« Kopenhagen« Bür» «ine nach sein« Anficht desrstdigenk Antwort ras dst Anfrage dm Schweiz« Agnto geben wirb. Dom literalen Judentum dagegen trennt rach ihn ein« unükrkückbar« Kluft und « «nß selbst dst Auffaffnng. . daß kr G«t«g»da»s» einigmd wirke, znrückznweffe», denn « »«de» wahllnoch giwiffe Unter» schiek z. B. zwischen kr Galteüvarstrllnnst ein« tv lhodoxen russischen und ein« «estenrapüischen lidaalen Jude» besstden. , Diese ststarst ginge» «ne» TeU kr Bersammlnng zu west und gaben Anlaß zu erregte» Zwischenrufen. S. I. Bedarf « «st da antbrücklichen FeststellnNg. daß dst „BreRaua Zeitnng" kan« Asti» Rem» für eine» Bericht üb« dies« Bersammlnng frei hatstk Silst ihr doch alle ftchißk» Angelegniheit« ftirmd »it Anünatzme kr Familien-Rachrichsta und da sttzst» damft rn Zni sammenhan-e stehenden Abannenst». Hat sst doch rach; sr. 3t dst so kkutungivolle englisch« Regierung«. Erklärung zu» 3iom»mu» damit adtnu z» kl»»«», geglaubt, daß sst ste >»> dem gut deutschen Sstorst . .^Siuff" bezeichnest. Doch, sst hot ja in de» Krstgdj jahren s» unentwegt eine falsch« Richstmg einpeschlagen, daß wir sst ruhig dabei lass« können. Sir Dm« jtt mitansehe». Sst möchte» « an dies« Stell« nicht »nstrlaff« mit einig« Warten aus de» Bericht kr > „Schlesisch« Zeitung'' 8ha dst Versammlung sei»!»» matz«, kn Best»! dies« «Rsd«, «»Grandstock s»r dst Schoffn»! do» Reneinrichkng« «r Behänd« ra, chirurgisch Ankrknlds« t, »stranst» Röraw» rarasssmtt sr nra tuberkulösen i» Interesse kr erscheint « Znwendn»»« hochhl ralraLdStz-,krach« dst wSSSuFJSm »IS!kt«rfeUftkm«k^öVr-jA,«s-rkZ!ch« ÄÄbÄ U«- kt». E->ratt«»«arastn ralMs^an JSMtQCC OM Lessinglo» srad am Gon«»» k» 88. k «» dst Konmftstanng «stm» .jüdisch« Jramkwii«" stnst, nachdem «» d«> «nöschntftt, JnGradsstck«« Paarklstn erlchstt war«. D« ran tigrttndist Bast» km ,«stich «« 80 «tt«L» MM«, steht ras km «okn strratz« R-ustEM d. h. Gkr all« Frag« k» Jwdintnml st« k edsekftnir »ist — «ne. d»ß ein varsttstradpratt m Iw tritt — - krastriert m«kn. damit HsttstttstlM, pisittstöndst« in km Berein q« Gtttst fink». Daß dstst Gart »ran, «in» KofeiraMgfctt ist. Mt nekn de» Mn Jrrieaff« f*t dst Jk« kr Nmstrad daß kr geößst Teil rasa« Jugend km jüdisch« Lriw» »stichraltt, »pngkr steht mcht ra, MraM« S»>«»k. st»km aS Ahnristra, M» Parstiner« ine Hin so« k, Bari» «kriAicheArktt leist«. Eröffnet wnrv» »st Berstmmtnn, ran Prescks« Dr. Bronn, kr »kr dst SstEnno k» »iitiiiibrara Anßschuffeö zu» Bari, spricht ni Mraki* kt B» ndht»Mk»>t de» JwMkarin» ram^stchschn» ktmri. da natürlich stet« mft Rat und Tat ßels« »ich. UM dst Ansgah«, Wm iri SM k» MM sprach Ratbina Dr. «imenseh», kr de, «Mtff da Rentralittt. Stell»», M k» rader« Garin« ». ». darsttzst. Am nöchsst» «rak, stndtt est» rache öffentliche vasammlnn, statt, t» kr dnt nöh Pragramm znr Besprechung lammt <S. Inserat). Md. Frankfurt a-M. SchOtzenitnaK U. <m> OcmFtnoilziger chpdottONO0km,««O and Benifiboratuno 6er 6t» M» ulififl— ‘WAmc 4m SMifti Wert km chrf»GU«Vd«r «sie freiof sabtwiv fnrlbrcn wollai ndi tdUewiifrt