Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- 43 (25.10.1918)
- Date
- 1918-10-25
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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3mm« PoBwdtoM- Ausland. Braloa, de» 25. Mtofttr (9)8. Nr. 43 Palatino ZmrtslnnIsD« Ur»»«p«»ö» fit H kaiischr Z>»»iffr»frdrr«ttou drabfichtigl die Schaffung eine« Wbtn Pnlästinäfilm» äl» BertraittrI für «je Palästinaffedlaug. Dir Grsrlsäiast jüpischrr Schauspirln. an» Schauspirlrririnrn mirä ffch »rmnächft ,,, Amerika ou«. »brr Zäpan. MonUa, Hongkala und Erylä» us«. in tat Hrii gr Land br> grbr», u« don rinr Mäffr »»» Kilmausnahmr» a »achrn. Dir Grundlage dtldrl rin Nomau von Grorgr L. Huischia. Dar Nomon soll rinr Glorifitnilo» drs jabischrrr Cynraktrr« und seiner Glänorotlrrur Irin. Drr Film mild nachher in drr ganzen Veit grspirlt «rrdrn und dir Hälsir drs Ertrage« soll drr vrrrinigung drr »mrrikanischr» Zroniftrr^Lrrrinr zufaOeu Zn Zmrckrn drr Propaganda für dir Anfiichlung drrnrur» Anffrdlung. Mpn rrwanri von dr» nrurn Unternehmen rinr grmältigrEinnnhmr von jüdischen und drsrrund» driru Jtrrifcn und rinr Brrirrsung «r» Paläftina-Zntrrrffr« in jiidischrn uud nichijüdischr« Kreisen. - -«ßerreich. PIr Aordrru», ». «grrr Audr» a» dir Krirdr,»- »«nsrrrnz »m Id. 10. fand rinr PI«ffr»»r>I»»mlung drr Juden Dirn« «il drr lagrdordnung stnti: , Das jüd. Lolk und drr Frieden". E« murdr rinr Enlschlirpuug grsohl. in drr da« jüdischr Golk Anerkennung al« glrichtrrrchilglr Nation in drr Gnnrinschcksl drr Ltlkrr. Anerkennung r- Lrrlrrrung dri» olgrm Frirdrntkoagrrh. r. aal. Hrrmstätlr in Palästina, ual. Recht« in allrn Länder». «o Zudrn Irdr», fdrdrrt. Dir jstd. Rnttoo in Orftrrrrich vrrlaagi Zuzirhnng d. Umbau dr« Eiaair«. Wtntstrrpräildrnt Knssnrrt rmpfing dir Abgeordneten Rttgr« »nd vrriirr, dir ihm dir Frage vorlrgirn. Ha« au« »rn 600800 A,dr» NN» Paütirn »rrdrn solr. Drr Minist rrprär stdrul antmorirlr. daß dir Fragr «ohi im Zusammenhang mir drr Gründung rinr« jüdische» Adnigrrich, in Palästina grlöst »rrdrn kännr. Dir Abgeordneten rrklärir» fich von dirsrr >»t»»ri aichl drfttrdlgl UN» teilten dr» Miniftrrpräfidrchpu »st, daß dir »stgailzischra Zudrn jrdrnsall« jetzt »ach dr« Rrchlr drr Erlbstdrstimmung zur Gründung rinr« Palionalrai« schreiten »ürdrn. lligar« Mn^r isn iuln Xnttnrvrrri» Drr Plrnsaistcadrmira. AuHschud hirii unlrr dr» Präsidium Boro, Bela Dirßiay« «. Mtttnr Armin Reumann« rinr Sitzung. in drr drr vorfitzrndr üdrr da« dletzjährigr Pogrom« drrichlrir. Drr Frei lisch wird mäßrrnd dr« Schuljahrr« 1918/1» im Hinblick ans! dir großr Zahl drr BrMrrbrr »50 Hochschülrr uud 100 Mittelschüler »rrldsttgru. Dl« »«« drn Pirnsa jnsammrnhängrndr» sonst. Krirgdwohlsohririnrichlungr, drginnrn ihrr Tätig kris am iz _ >0. Saliir» r» dir Piitirl grftailrn, »ird auf »Nirag Arau V Dr. Nrnmann« drn Sludrntr» »ichl nur mittag«. soNdrrn auch atrnd« Frrittsch »r»ährl». Di« Zugrnddiditarhrk »ird unlrr iirivm, d«r Damrn lPilhrl» Bacher. Fr. Ign. Daräghy, Jai. «. Galüdrrgrr am ld. 10. rräsfnrt. I zimla»». Zi« Ztirngnung „tisrmtt stprattit«» drr »rurn fin». landschrn Rrglrrnag. dir jrtzl d. fianischrn Zndrn i Idwrhr drr ihr unnrqurmrn Anschuldigungr» mihdranchl, ».'durch r. urn« aniisrm. Maßnahme ln r. rigrnlümlichr« Licht grsrtzl. Di« nrn« MaßnaWrr drr Rrgrrrnag drdruiri rinr schwrrr ickonomlschr Schädig»»« drr Zudrn. Brkanntlich hat dir bi«> hrrigr mitlrlaltrrlichr fianischr Zudrngrlrtzgrdnng drn Zudrn drrdoirn. Handri und Gnnrrbr ru trridrn mit >u«»ahmr dr« Gmrrdr« mit als« Kleidern. Zm Lausr drr Zril hadrn fich di« Zudrn insoigrochsrn säst ausschlirhlich aus drm Grbrrtt drr Konsrktion und dr« MaunsakturhandrI« sprgiaiifirrt. Unlrr drr falschrn Lrschnldigung. daß dir Zudrn sich »it Prriitrridrrriru brschäftigr», gründrlr dir Rrgirrung jrtzl rinrn ' Handrltvrrriu mit drr Brgrichnun, .Manisanura', drfirn Mitglirtrr» allein, da« Nrchl zustrht. Handri mit Manusaklur- »arrn «u trridrn. Allen andrrra ist r« auf da« strrngstr vrrdnirn mit Mauusaklurwarr» gu haudrln. Trotz all» Brmühungr» ist r< bi« jrtzt krinrr ringigrn jüdischrn Firma gr- Innarn in drn HanhrUvrrrin .Maaufakluia" ausgrnommr» zu »rrdrn. Dirsr unrrhirtr aniis. Psaßnahmr hal dru offrnfichtlichrn Z»«ck, d. klrinr» Zahl tz. finniänd. Jndrn ihrr rinzig« tknn. Srmrrbgmtglichkrit zu raudrn. um fir z. In«. . «andrrung au« drm Land« zu trridrn. Dir Judrn in Hristngsor« hirltru au« dirsrm Anlaß rinr Nrih« »ou Eitznugrn ah und legten dri drr Rrgirrung drn schärsftrn Prolrft rin. lichait«. j>i« Mitdnngoliommiifion dr« litrrarischrn Landrlral» in Milna tat solgrntr Schuiprojrktr drlürworlrt: Ltaailichr, land. , »irlschastlichr Miltrffchulr in Dotnarr, Privat-EIrklnomonlrnr. schulr. privatr Vrgr- und Häuserbanschulr. Privalr filunstschulr in >U»a, vrrschirdrnr ftaatlichr iandmirlschastlichr Sirmrularschuir» an vrrschirdrnr» Orte», in dirsr» Hrrbst 8. -re W«»»ff,ch grgr, Mnchrrrr In «r o » n o find »uggrl und «uchrr so üppig rrdlüht. »rr Unkraul in «. stldrrtrn Gartr». Rru find dir Rittrl. mit drum man d. unlrr drm dir drrttrn Lolksntaffrn schwrr zu lridrn Lnärottru »ill. Za Ltdrn »nd an Sttaßrnrckrn sah am 7. >0. schmarzumraudrtr Plakatr in hrbr ». drutsch. prnchr, dir wir rinr Dodrtzantzrigr «irktrn. Ihr Inhalt I rgrn dir Lrbr»«msttrl»»chrrrr sol drr .Chrrrm', drr rrlig. Ban», autgrsprochr» »rrdrn I ,Um 4 Uhr nachmittag« muffrn »Ir Läden in Siadt und Vorstadt grschlnffr» »rrkt,. Allr ^»Irn »ach der Synagagr komm«», dort »ird drr Binasprnch grrnfrn »rrdr»!' So lantrlr dir Anffordnung der Rad» , fich z» dirsrm Anlaß au« drm gangr» trrio k» Gradno »rll statten. Gegen 4 Uhr knarrt«» dir Läden in ^er Stadt, alle« slrömlr-zur großr» Synagoge in der Schuiftr. Kops an Kops drängle fich dir llfirngr auf drm Platze und in den vorhtfrn. Alle« war gekommen, anch dir Kinder. Man nettexte »ns da« Dach, druckte fich in de» Nrdrnräumru zusammrn, um wenigsten« einen diidhaslra Eindruck oom iirerg oU zu rrhaschrn. An Hbrrn wnr nicht zu drokru, dasnr war dir dwdrlntr Masse zu unruhig, der Lärm schreiender Kinder zu «roß. Der großr Synagogrnsaal lag im Halbdunkel, dir goldschimmrrnden Kronleuchter schwarz umhangrn. vor dr« »horaschrrin standen 2 Särge — Symbol der heiligen Handlang. 3 Rabbiner sprachen rindringiich von Rot und Tod, Hunger und Elend dirsrr Zeit, Wucher und Bewucherung I ,E« geht nicht an. daß dir Reichen allein drn Braten rfirn und den Arme» nur da« Gewürz ädrig soffen! Seid mildtätig! Liebet drn Nächsten! So klnng r» durch dir Reden. Dana ward der Bannfpruch verlrsru. Wer den Bann bricht, drn wird der Himmel mit drm Tode brstrasrn! . polrit. Zkrlrn ,»» Jude» Dir deutsche Verwaltung hat de. kaniitlich im Hcurralgoriverveinenl Warschau rine moderne Orgaiisatio« ><rr jüdischen Religisn«gesellsch«fl eingeführt. vie Wachte» z» htm ^e»et»dne waren schon im ganzen Lande durrhgeführt biauf Marsch«, und Nun hal der Lorstand der jüdischen Gemeinde Warschau der auf Grund eine« mittelallerlichen plulokratischeu Wahlrechts gewählt und dessen Amtszeit längst adgelause« ist, auf Derantassung des polnischen Kulruemillisterinms die Neuwahlen, die jetzt stallfinde» sollten, aufgehoben. Darüber herrscht in der jüdischen Bevölkerung lebhafte Erregung; fie glaubt aus dieser Maß. nähme schließen zu müssen, daß der polnische Staat nicht eiu« mal ei« modenie Organisation der ^uden als ReUgiootgesellfchaft ohne die dre Verwilderung des Gemeindeleben» nie beseüigt werden kann, zulafsen will. Die Verordnung entspricht nicht den zionist. und Nationalist. Forderuazcu. war aber ein erheblicher Fortschritt gegenüber dem früheren Zustande. Offendar wollen di« polnischen Instanz n. geleitet von törichtem Aatisemitismus, der die Bedürfnisse des eigenen Staates verkennt und da< Urteil der Welt mißachtet, oder irregeführt von Ratschlägen der Usfimilonteni überhaupt keinen Fottschritt. Das Vorgehen in dieser Sache zeigt deutlich, daß die poln. Iudensrage aus der Friedcnskonserenz besprochen und geregelt Verben muß. -«ch die polnische»')ude» metde« ihre ZnsprSchc »n Von der Warschauer jüdischen Presse schreibt bas Zionistendlatt > Die Worte de- Regentjchaftsrates an daS Polenvolk haben in noch viel höhere« Maße für das jüdische Volk Geltung. Alles Trennende mag jetzt verschwinden vor dem starten Rufe: Ein Heim für das lüdische Lolk in Palästina und verbürgte bürgerliche und national« Rechte in alleu Ländern, wo Juden wobnen. Wir glauben fest, daß dt« Unterdrückung der Jude» beendigt wird durch eia Wahlgesetz für die Kon» stitotaote. Davon hängt eS ab, ob die Politik der Richlberückfichtiguvg eines ZweimMionenvolkes, welches das staatliche Leben Polens miterlebte. unter demselben Druck litt, aufhürin soll. Der nationalistische .Moment^ vetsffentlicht dazu den Beschluß der LolkSparlei. i» der die Juden als d»e am meisten rechtlose und unterdrückte Nation für fich das gleiche Selbstbestimmuagsrecht wie alle anderen Rationen fordern. Im wirderhrrgestrllten Polen verlangen die Juden für sich national politische Auto»omie. Bei den Wahlen zur Konstituante ist den Juden di« nationale Kurie zu gewähren. In das KoalitionSministerium wollen die Juden Benmer schicken. Das orthodoxe .Jüdische Wort' lehnt die zionistische Anregung, eine interparteiliche nationale Vertretung der Juden» schuft zu bilde», ab. da fie im wesentlichen die Durchführung natiosal-jüdischer Gedanken bezweck^. I>tr »e»o HLelere»t für j»d Angtlegentzeit,» tm Ml» ntSerinm für religiöse Angelegenheiten und Volksbildung Adalberg h. mit Zeitnngsverlrekern e. Gespräch, in de» er darauf hinwies. daß die Angelegenheiten deS poln. Judentums von jeher im Ministerin« mit Jntereffe verfolgt worden; d. Kragen der jüdischen Gemeindeverwaltungen, des jüd. obersten Rates us«^. erforderten dringendste Aufmerksamkeit der Behörden, die di« Beamtenschaft der Abteilung für jüd. Angelegenheiten in letzter Zeit erheblich vergrößeNen. Größter Wert würde im Ministerium auf schnelle sachkundige Orientierung über alle Dorkommmffe des jüd. Lebens gelegt. Die polnische Regierung har den besten Willen di« Judensrage zu lösen, oder bester gesagt. die jüb. Be»ölketung gerecht zu behandeln, fie fei ernst bemüht, die Lösung der Judensrage auf einen gangbaren Weg zu bringe». Die jüdische Oestentltchkeit habe aber die Pflicht, de» VemÜhongen der Behörden mit Geduld und Vertrauen entgegeozutrele». — Der neuernannte Referent ist e. der wenigcn AffimKatoreu. die. obwohl eng mit der poln. Kultur verwachsen, doch keine extreme Stellung in der Affimilierungsfrage einnehmen. A. besitzt e. anerkenuensroerte« gelehrtes Viffen über jüd. Dinge, ist verwaltungsmitglied einiger jüd. wohllät. u. gefellschastl. Anstalten und genießt das vertrauen weiter Kreise. Dt« Autzen »nd die potntich« Armee. Eine ganze Reihe von jüd. Abordaungen sprach beim Regentschaftsrate vor. um ihre Bereiwilligkeit zu erkennen zu geben. Gelduuterftützüugen für die Organisierung der pol», "raa zu stiften. Ei» jütz. ist für fiilna in Aussicht genommen. Et soll sich in seine« Aufbau und feinem Unterricht de« Muster der dentschen Lehrerbildungsanstalten anschließen; die Unterrichtssprache wird Hebräisch sein. Die WGrfchtmrr jüd. Tages-eitunge» (»Hajut, Moment. Jüdisches Wort') find am 26. 9. erstmalig «eder erschienen, nachdem fie ««Deu Setzerstreiks seit 4. 8. nicht heroaskameo. Die 2seitig erschienenen Blätter enthalten neben Informations- Material in ihrer l. Rr. nur R»chdn;cke ans der deutschen und polnischen Presse. Kor de» GemelndeWUtzten. Die jüd. Zeitungen «rr-! schaut vom 27. V. melden. »aß gleichzeitig mit den Wahlen > zur jüd. G^metndeverwrltung in Warschau, die endgültig auf den 15. 10. festgesetzt seien, auch die Wahlen zur Verwaltung der Kreisgemeinde des Warschauer Landkreise» ftatlfiidea. Der Wahlkomwtffar habe bereit» die Vertreter der KceiSgemerade- »erwaltung zu Vorberatungen zusammengerufea, die über die Aufgaben der Kreisgemeindevenoaltung unterrichten sollten. 8s habe fich gezeigt, daß die bisherigen Vertreter der Gem.-Lerw. keine große Sachkenntnis besäßen. Unter den Dosorm des Warschauer Landkreises befänden sich nur einige mit höherer Schulbildung. Die Wahlen zur Kinigemeindrverwaltung seien auf deu 21. 10. angesetzt. Rach Beendigung der Wahle» würde iur Bestätigung der nominierten Mitglieder geschritten werden, luch die Dahlen zu den KrnSverwaltuagen tn anderen Kreisen des Generalgouvernements würden in dieser Zeit statlftnden. sodaß voraussichtlich nach Wahlen in Warschau und Lodz zu den Wahlen zzim jüd. Oberrat geschritten werden könne. (Inzwischen hat d. Vorstand in Warschau auf Veranl. d. poln. Kultusministeriums die Wahlen ausgehoben.) Mor den GemelndeMatzten. Rach dem.Haint' hat das Vahlkomite« des Hauswirtenereins deschloffcn. sich mit de« Wahlkomitee des Misrachi zu vereinigen. In der Lgudas Haorthodoxim sei die Frage der Kandidaten noch ungeklärt. Personen ihrer Kandidatenliste wollten nicht auf der Liste figurieren. Reibungen seien zwischen der Aguda und ihr nohestehe»den Orthodoxen entstanden, di« sich gegen die Kandidatur von MojszePeffer wehren. Der .Zentrale Handwsrkerverband". um de» sich die meisten Warschauer Hauowrrkeroereine gruppienen. dementiert die Meldung der Volkspartet, daß die meisten Hondwerkervereioe sich dem volkrstischen Wahlkomitee anschlteßen würdea. Der Handwerkeroerband habe ein eigenes Aahlkomitee gegründet und werde Dettreter verschiedener Handwerker, die verschiedenen nationalen Richtungen angehörten. als Kandidaten aufstellen. — DaS Morfchoner Maßßtnat Dchloß bei den Wahlen nicht mit der AgudaS Haorthodoxim. sondern mlt dem bürgerlichen Dahlkomite bei der Ngudas Jeschurun zu gehen. Auch einige chaffidische Kreise hatten sich diesem Wahlkomite angeschloffen. . Der Beschluß hatte in orthodoxen Kreisen starken Eindruck gemacht. Die Sgudas Haorthodoxim habe um die Situation von sich zu wcuden, einige Leute ohne deren Einwilligung auf die Kandidatenliste gesetzt. Der Kandidatealiste der Lolkspartci w. sich einige der größten und angesehensten Handwerkervereine Warschaus anschlirßen. — Bis z. 4. 10., d. letzt. Termin f. d. Einreichung der Kandidatenlisten. w. 7 Listen f. d. 1.. U L. f. b. 2. Karle eingegangea. Da die WahlkomtteS ln d. nächsten Tagen noch vas Recht h.. ihre Listen zurückzuztehen oder zu ändern, w. die enMittigen Listen erst Mitte des, MonalS veröffentlicht w. Morfcho». Streit jüb Beßrer. Die Lehrer der Schulen d. Warschauer jüd. Gemeinde h. am 6. 10. den Unterricht ringeflellt, Sa ihm Forderung nach e. Teoerungsznlage von 100% nicht bis zu« 4. 10. erfüllt w. E. stürmische Versammlung des Vereins jüd. Lehrer befaßte fich mit den Vorgängen de» noch andauernden Streiks der Lehrer der jüd. Mittelschulen. 3Lehrer w. aus dem Verein ausgefchloffen, da fie den Streik gebrochen hatte». Die Grü»duug eines Streikfonds und Organisation vemes Rates zur Leitung der wirtschafll. Arbeit », beschlossen, ein Protest gegen eine jüdische Mittelschule angenommen, die an Stelle der streik, jüd. Lehrer chriftl. Lehrer eingestellt h. Ein 2. Entschluß richtete fich gegen einen Artikel, der gegen den Lehrerstreik Stellung genommen halte. Marschau. Der .Moment' berichtet, daß der Streik in den Gemeindeschulen immer größeren Umfang annehPe. ES sei. zu befürchten, daß bald Tausende armer jüdischer Kinder ohne Aufficht und Ernährung bleiben würden. Die Gemeindeverwaltung rechne damtt. daß fie ja doch nach den Wahlen einer neuen Verwaltung Platz machen müsse und daher keine neuen Gelder bewilligen könne. Falls die Gemeindeverwaltung dieses System fortführe, würden die Kinder »orausfichtlich vier Wochen auf der Straße liegen können, da ver diesem Zeitpunkt wohl kaum die erste größere Sitzung der neuen'Ge- «eindeverwaltung statifinden dürste. — Am 15. 10. fanden Unterhaudlunaru zwischen der Gemeindeverwaltung und den streikenden Lehrern der Gemeindeschulen statt. Die Verwaltung verlongt sofortige Wiederaufnahme der Arbeit Vefferungen der wirtschaftlichen Lage wurden zugesagt. Die Forderungen könnten jedoch nicht im ganzen Umfange erfüllt werden. Die Vertreter der Lehrer erklärten, daß eine Teuerungszulage von 100 % des Gehalts ihre Minimalfvrderung sei. Darauf w. die Unterhandlungen abgebrochen. Aübische Stnbenle» unb ^osptechusk««. Die endgültige Entscheidung des akab. Senats deS Warschauer Polytechnikum» über die 6 ausgeschloffenen jüdischen Studenten ist gefallen. Die Studenleu. die fich an einem Protest gegen die SchUeßung der national-jüdischen Studentenorganisattonu »Gegenseitige Hilfe' beteiligt hatten, hatten gegen die Relegierung beim KultuSdepartemenl Beschwerde erhoben. Der Senat hatte seinen Entschluß gegen 2 Studenten aufrecht ^erhalten u. 4 den Besuch deS Polytechnikumwieder gestattet. Morsch»». Die Beamten der jüd. Gem.-Bcrwaltung verlangten eine 100°/tig« Teuerungszulage. Im Falle der Ablehnung würden fie streiken. Die Lehrer der Gemeindeschulen hätten bereits deu Streik erklärt. tznrell Der allg. gesch. Arzt Dr.Sachs erkrankte v. einigen Tagen plötzlich an Blutstauung im rechten Bein, die alsbald den Brand im Fuß hervorrief, so daß dieser am 6. 10. bis zum Oberschenkel abgenommen werbe» mußte. Trotzdem ist er seinem Leiden erlegen. Die Bestattung fand am ll. 10. statt. Dr. S. ist «kn Sohn der St. Lodz, wo sein Sohn als Lrzt tätig ist. HtLckkejr jüdischer -rßeiler »ach Deutschland. Bon zuständiger Stelle wird unS mitgeteilt: Da- Rückkehrverbot für die aus Deutschland hierher beurlaubte« jüdischen Arbeiter ist aufgehoben. Diejenige» jüd. Arbeiter, die s. Zt. auf Grund de- Rückkehrverbots zurückgehalten wurden, aber jetzt noch zurückkehreu wollen, können sich im Arbeitsamt melden.