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Jüdische Volkszeitung · 1918-06-14 · 24 (14.6.1918) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
24 (1918)
Issue
24 (14.6.1918)
Date
1918-06-14
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Jlnfia. £<a kerlugebuckhändierLeonhard Wohlgemulh, p^reklvr der KunftverlaaSzeselschnftt Bohltzemnth o. Lißner, flch d. Fürst!, Lippische Rose f.' Kunst und Biffenschaft »erliehen. Ia> Werk!», Buffa» Jncvby, Shtburüitxr uni Senivr- ,»Hader der hochnnyttehenen Baumwoll-EntzisSfinnn Gustav n, sHttnrich Jnevdy, >ft im 7Lede»«jnhre gestörten, 50 Jahre aal er reiche« f, knulmäunische» Biffen, st grvße Srbeiidkrast der Firma grwidm«, ErPnar Senior de« Berliuer Bnumwnllgroßhnndtt«, zu deffen glänzender Entwicklung auch leine Aiimn in hervorragendem Maße beiger,»gen Hai. Cr erjreule sich nicht nur in Krttseu seiner engereu Berustgeuossen. auch in den loeileften Krttsen der Geschäftswelt allgemeiner Wert, schiißung und halte zahlreiche Ehrenämter, Er war Hantel«- richler. Borst, de« srnlralverkundr« Deutscher vanmwollwareuanSrüster und de« Lnndeloerdand«« Norddeutscher Baumwoll. wareuauerüstrr. Leinen Angestellten war er wohlwollender gstltoer Chef, ' Im Kriege widmete er sich aafopsrrnd d. Wnhlsnhrtsbestrevungen,-und entsaltcle a. diese» Gediere eine nmsasstude Tätigittt, Die rege Beteiligung an der Beisetzung bewie« die Teilnahme an dem prächtigen Raune«, e. Kausmnnne au« alter Schul«. München, (Geh. Kommerzienrat Lehmann Beruhe,»er). Zn der Haie de« neuen israelitischen Friedhöfe« versammelten sich am 31. 5. zahlreiche Trnnergöste au» allen Kreisen, um d. allgemein geschätzten Mitbürger die letzte Ehre zu erweisen u. a. Direktor M Obersthasmetsterstabei Geheimrar Dr. v. Hdg. lauer. Generalintendant Frhr, v. Krankenstelu, Bürgermeister Dr Küsner. eine Abordnung der Gemeind« Buttenhausen. Zn von hoher Anerkennung beseelte» Lorten gedachte lliabd. Pros. Dr. Lernei de« Leben« und Wirken« de« Heimgegangenen. Im Grabe legten unter ehrenden Nachrusen Kranzspenden nieder. Landral Nußbaum. den jahrzehntelange Freundschaft mit dem Berfivrhenen verbunden hatte, für die Gesellschaft Eoncordia. der Bürgermeister der dankbaren Heimatgemeinde Bnttenhauscn, Kunstmaler Wolter sür d. Sftertum«verein. Uedcr dem Grad erhob sich ein mächtiger Ausbau von Blumen- und Kranzspenden u. a. v. Kronprinzen Rupprecht, Prinz und Prinzessin Franz. Herzogin Karl, Grafen und Gräfinnen Srro- Zinnederg und Tinng-Zstttenbach. Obersthofmeisterstab, Stadt München s.Dem hochverdienten, allseits hilfsbereiten Bürger, dem großen Wohltäter der Armen"), d. Verbände« de« Deutschen Kunst- und Anstquiltlenhandel«, Kst»stlerhau»verein«. Beamten d. Prvviantamt«, Direktion »er Bank sür Handel und Industrie, der Deutschen Bankfiliale München. Bckleidung«hilfe sür 8er- «undete und de« Gesamtpersonal« de« Hause« Leruhelmer. Köln. Ludwig Landau w. a. I. k. 19.18. 25 I. tätig al» Bertr. i. H. d. Knopssa. S. Binswanger. Berlin W. 58 Jtgerftraße 32. In Zffnrzhtt« starb kV Jahre alt Journalist Eduard Schlesinger. Au« demBankiach.mandte er fich in deu SOer Jrhren dem Zertnugtwesen zu, war am .Badischen LandSboteu" sin Kariiruhe) tätig und dem .Psorzheimer Anzeiger", daneben auch für auswärtiger Blätter, ein kenntnisreicher, pflichteifriger, liebenswürdiger Mann deffen Heimgang aufrichtiger Teilnahme begegnet. Ernannt z. Geh. San-Rat: Ean.-lllal Dr. S. Rufenbaum-Franksurt » M Wiffraschast mb Die LNeratnr «l, Araftg«!» de» Zndentnm« Zn einem Anstoß im .lag" schreibt Kurt Engeldrrcht über nationalc Kunst und vtlkische« Denken. Die stärkste Kraftquelle eine« Volke« ist seine Kunst and Literatur. Ist nicht die jüd. Literatur der stärkst« halt »«« Judentum« di« in unser« Tage hinein, odwohl seil käst zwei tanfend Jahren nicht mehr von einer jüdischen Nation geredet merden kann? Sie verbindet die einzelnen Bolktgenossen über Zeit nnd Raum hinweg in einer außerordentlich sür »»« lehrreichen Leise, indem fie ihrem vtlkischen Denken immer wieder neue Stärkung zuteil werden läßt. Die Minder Asraet« in Zegppteu. Der Aegtzploloae de« Ldlkermuleum» von Bcttin. Dr. Käfter hielt kürzlich in Dorn» einen Bottrag öder di« Frage, ob die Juden in Aegypten ,«. wesen find. Die Histottker verneinen die Frage. Dr. Käfter ist anderer Anfichi, Der Bettcht de« im ». Zh niedngeschriebenen Pentateuch« gibt die an« verschiedenen Quellen zusammengttaßte Lolkasage wieder. Dir Namen der Pharaonen werden nicht genannt,-wir finden keine geschichtlich grttsbaren Persönlichkttten. Kriege und Wanderungen, die der geschichtlichen Ueberlieferung nicht günstig find, lagen zwischen de» Abzug an« Aegypten und dm Riederschttft. Jnschttflen und Papyri melden nicht« von de» Aufenthalt de« klttnen Lolk«- ftamme«, (Auch von der Kreuzigung Ihttsti finden wir nicht« btt ttnem rtmischen Schttftsteller-, Zn Aeg. war wohl Plaß für ein keine« Volk und Inschriften berichten, daß mehrfach semittsche 8olk»stämme durch Hnvger«ntte getrieben in da« Nilland gekommen find. Wäre der Bericht erfunden, s» hätten di« Juden sicher nicht ihren Mose« in so nah« Berührung mit ttnem Httdenstamme gebracht, wa« ihren B»lk«stolz doch kränken mußte. Weil der Anszeichner de« Pentateuch« dies« Ueberlieferung nicht »erwischen konnte, ist die« der Bemei«, daß der strzghiyna rin geschichtlicher Kern zu Grund« Legt. Die Datternna stt an« der Geschichte Aegypten« zn entnehmen. Nach der Bmteättt der 12. Dynastie Itttt ein verfall de« LahÄstaate« ttn. Die Barbarenstämme der Hykso«, denen di« Zakobstämme »erbnnden waren, dttngen von Asten her in da» Nilland ttn um >880. Amost« I. vertreibt fie lOO Zahre später, belagett drtt Zahrc lang ihre Hanptfeste nnd verfolgt sie bi« nach Syrien. Ein Mllitärstaat wird begründet. Die Zakobstämme blttben ruhig im Nistal, auch, nntn der religiäsen Umwälzung unter Amrnaphit 4., der die Religion der Wahrheit begründet. Erst unter Ramie« 2. wird da« argyptisch« Etaattaesuge erschüttctt. Zn der Schlacht btt Katesch erlttdtt er ttne schwer« Niederlage. Er metzle zwar die Schatte an«, schlug seine Feinde, aber sttn Ansehen war erschättett. Die ilhakitt. mit ihnen auch Zsrael»- stämme, bedrohen die Grenze. Nun wird da« Fremdvolk im " Lande gefährlich, fie «erden dedrückt. da« Hittendolk muß Ziegel streichen und Feldardtttra verrichten. Die Jakobftämme erzwingen fttedlich. den Abzug um 1250 und verttnigen fich mit den Jftaelftämmen. Ihre Religion ist in S«gypt-n nicht beeinflußt, wttl fie in fich adgeschloffen. imNildelt« gesessen haden. Eine Millionen ltiftnng sür die hebräische Literatur. Der hebräischen Literatur und Publizistik, di« fich bisher über ttne übertriebene Förderung durch, dü begütetten Inden nicht zu beklagen hatte, ist ttn Mäzen erstanden, der fünf Millionen Rudel für die verbreit»»» der hebräischen Literatur, die Her. autgabe hebräischer Zeitungen u. die llebersetzung von Mttfter. wetten der hebräischen Sprache gestiftet hat. Der Spender diese« großen Fond« heißt Ezlybel; er wohnte vor dem Kttege in «arschan und wurde von den Ruffen nach Zentralrußland verschleppt. Hier erwarb er sich ein Millionen-Lennägeu. da« n jetzt teilweise in den Dienst jüdisch-kultureller Zweite gestellt hat. DI« zSiedcranlkindnn, von Marth chattlieb» ..Betend« Inten." Vor ttniger Zttt wurde in Berlin, wo da» Znteress« für den Kunftmarkt und den Kunsthandtt in der di«h engen Stärke andancrt. ttn Gemälde erworben, desien Schöpfer der in jungen Zähren verstorden« Lefterrttcher Mottß Goltlirb war. Da« Bild, für da« jetzt etwa 300.000 Kronen geboten wurden, war viele Jahre lang »erschollen, und nur ein Zufall führte zu sttner LIederausfindung. So stell, in ganz eigenattrger Austastung »Betende Inden' an chrem höchsten FtteNage im Tempel vor. Die Betenden find hier den religiösen Bor- - schttsten entsprechend in zwei Gruppen geteilt: in die untere, die die männlichen, und die obne, die die wttbli chen Gestalten umfaßt. Der Ausdruck ist der tiefster Reue und Zerknirschung, wir sehen fie nicht nur vvr nn«. sondern vernehmen fast auch ihre Sliwmen. Jede Gestalt ist voller Leben und wahrhttt, "cholltt Seele. Wan möchte fast sogen, daß in jeder Figur da« Schicksal und der Cha rakter der ganzen Klaffe, der fie zugehitt, ausgeprägt ist. Die Mfttelfignr, ttn schmächtiger, blafier Jüngling, ttngehüllr in die Gewänder der Ostjuten ist ..ein genaue« keldstpotträt de« Mttfter«. Die Jnschnsten, die Szwtt Stellen de« großen Gemälde« angebracht find, enten folgend« Botte in hebräischer Schttsk: .Ein Opfer die Erlbsnng der Seele de» verstorbenen Matth Gvttlieb. e sttncm Andenken." Drtt, Lotte Hot der Maltt selbst gttchrieben, als ob er geahnt hätte, daß er sein Bett nicht lange überleben werde. Ein« «-jüdische -nnfillokonie in Kranken. ES dürfte kaum bekannt sein, daß in Deutschland, und zwar im bayerischen Franken, ttne ziemlich ausgedehnte, au» Polen herüdergekommene Kunstkolonie der Ostjnden besteht. Al» im IS. Jahrhunden die bi» dahin glänzende» verhältniste der Oftjudcn wcsenttich eiagttchränkt wurden, tpanderten. wie in den .Monatsheften für Kunstwiffenschaft" «itgttttlt wird, ttnzelne Semttvden au» und wandten fich nach Franken, der Httmat so vieler ihrer Vorfahren. (Man braucht nur an die Namen.Frank". .Frankel", .Fränkel" zu ettnneru.) Mit diesen Rückwanderern ging aber gnch ihre Kunst nach der früheren Httmat. Zn kleinen Städten und Dörfern de» oberen Maintalei. so in Horb, Redwitz. in der Umgebung vpn Würzbürg,'zum Beispiel in Allersheim nnd Kirchhttm), ferner in der Umgebung von Antbach (Bechhofen) erbauten die au» Polen vertriebene» schmucklose, nüchterne Bttftuben, die außen scheunenattig, innen aber nach dem Vorbild« der «-jüdischen Gotteshäuser rttch bemalt wurden. Diese farbenprächtigen Znuenräumc find nun von dem Dncktor de» Düsseldorfer Kunstgewerbemuseum- Frauberger im Austrage der .Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler" ausgenommen worden. Bechhofen, da« vollkommenste Bttspltt. ist jim Gegensatz zu den übrigen noch al» SotteShau« benützt; die anderen Vau. wette find de« Untergang gewtthl. In Würdigung dH« kunst. historischen Sttte« dieser Znnenräume wurde jedoch Kirchhttm i« bayerischen Staat erworben und dem Luitpold-Museum zu Lbrzburg ttngcrtthi, Bon Bechhoven und Horb ist auch der Name de« Baumttfter« und Maler« erhalten. Er war Elieser. der Sohn de» Salomo Sußmann. der fich die Bauwette streng ädem Muster polnischer Vorbilder erricht««. Bezeichnenderfind aber bei« Außentau bereit« statte Anilängg an big he Umgehung festzufiellen. ' vje hrnAAi» Lohru-zrirr d« jSdischrA Srga»ifati»«». Zu ttner letzten Hnldigung bei deutschen Judentums für dev verstorbenen geistigcn Führer gestaltete fich die Gedenksemr, die cm letzten Sonntag von der Lehranstalt sür die WUenschaft de« Judentums gemeinsam mit der Großloge U.O.B.B., dem verband« der deutschen Juden, der Gesellschaft zur Förderung der Wiffenschaft de» Judentum- und dem Dentsch-Jlrattitischen Gemeindebunde vttanstaltet wurde. Der Feftsaal de« BrüderverttnShause« zttgte stimmungsvollen Trouerschmuck. In ttne« Lvrbeerhain war die Büste de« großen Philosophen ausgestellt, ttn Rustnwcrk, daS Henryk Äicenstttn im letzten Lebensjahre Cohen« geschaffen hat. Die Versammlung, die »er Einladung der führenden jüdischen Organisationen Deutschland« gefolgt war. bestand au» den bekanntesten Persönlichkeiten de« jüdischen Berlin. Die ttuladenden Ktrpnschasten waren durch ihre Vorstände vollzählig vertrtten, die zahlreichen Gelehrten und besonder« Fachkollegen de» httmgegangenen Denker« gaden der Veranstaltung ihr bttondere« Gepräge. Orgelvorspiel, dem ttn Gesang de» Beiabaiim - schen Chore« folgte, Ittltte die ernste Feier ttn. Prof. Dr. JuliuS Guttmann au« >reSIau, der vor einigen Monaten aus den Mose» MeudelSsohu-Lehrftuhl an die Lehranstaft sür die Wiffeuschast de« Judentum« derusen wurde, hielt die Gedenkrede. Er beklagte e« al« jchwttzUche Fügung, daß da» erste Lori in seiner Wittsamkttt für die Lehranstalt eine Gedenkrede für den unvergeßlichen Lehrer, Mttsttt und Freund sein muffe, deffen unzerstörbare Frisch« und fliüftigkttt noch ttne lange gemttnsame Korscherardttt aas dem' weiten Gebiete der Phüosophie de« Jndentnm« erhoffen ließ. Mit dtt Lehranstalt verttuen fich zur ernsten Ftter die großen verbände, denen die Juden Deutschland« die Wahrung ihrer religiisen. politischen und sozialen Jntereffen anvertraut haben. Sie alle beklagen den glttchstrebenbeu Führer, der et verstand, auch die Tage»ftagen zur Höhe sttne« philosophischen Denken« zu erheben. Die deutschen Juden find fich de» großen BefißtumS «oll dewußt. da« Hermann Lohen ihnen gewtten ist. Tiefer al« irgend ein andern war n ttngedrnngen in daS Problem de« Judentum». Lttt üdn de» enge» Krtti hinaus, dn sein .Birk« in voller Bedeutung ersaßt hat. ging die SegenSwelle sttner Ardttt für da« ganz« deutsch« Judentum, dem er da» sefte verttaueu in sttne rttigiöse Zukunft wiedergebracht hat. In sttner Wiffeuschast sah er sttne besonder« Ausgabe für die Gemttnschast. Au« diesem Empfinden heran» hittt er e» für sttne Pflicht, uumittelbar in da« öffentliche jüdische Leben einzugrttsen. So sehr er sonst auf den höchste» Höhen der Abstraktion vermttUe, wo ihm der Fachmann oft nur mit Av- - ftrengung folgen konzi, hat er dennoch den Ertrag sttner religiouSwiffeuschastlichen Arbeiten zum Gemttngnl gemacht und da« akademisch« Katheder mit dem vottragSpultjverta nicht. Al« ttne» Höhepunkt sttner LebenSarbtt« und sttne« Leden« üborhaytzt hat er di« Lirksamkttt unter de» Jude» Ruhla nd« betrachtet. Niemand war berufener al» er, in dem die zweifelnde jüdische Bewegung Rußland« den Meister srttheitlichen Denken« bewundene, ttn reine«, ftcies Judentum zu erschließen. Mit geistvollen Auisührungen zeichnete Profeffor Dr. Guttmann da« philosophische Lebenswerk lohe»«, in desien rttigionswiffenschaftlichem Bitten die gttstige Wesensart deS deutschen Judentumihre» bttondere» Ausdruck gesunden hat. Die religiöse Ebenbüttigkttt des Judentum« mit dem Chnstentum ist von ihm cndgülttg erwiesen worden. Gerade die tiefste» und ernstesten christlichen Theologen haben Cohen mit so tiefem Ernste gelauscht, wie kaum ttnem anderen jüdischen Denker. Deutscher und jüdischer Gttst vereinigten sich in Cohen zu überzeugendem Beweise, daß der jüdische Geist zur Mitarbeit an den hohen Ausgaben deutscher Kultur berufen ist. Wie da« Werk diese« Großen, wird auch seine Persönlichkeit sortleben miter den großen Gestalten der jüdischen Seichichte. — Rach dieser ei»druck«oollen Rede sang Obettautor D a v i d s o h n eine unbekannte Komposition Lewandowsli's. einen Trostgcsang, deffen seelenvollen Klängen ein Schlußlied de« Chore« folgte. ES war ttne scinfinnige Huldtgung für den großen Philosophen, daß der musikalische Teil der Ftter ausschließlich aas Kompofitioncn Lewandowski's, dem Schöpfer unsere» deut-chen Synagogengesange» bestand, deffen Tochter Heim run Lohen« Leben»- gesähnin gewesen ist. Line Zeuerrstrunft. Am 21. Mai d. % ealftand in Sl»»i» (Lilhauen), einer vor»iegend->.D'sn Juden bewohnten Ztadt, aubisher unauf« geklärten Gründen eine ichr.'ck.ichr Keuersdrail't am H^Üerlichten Tage. Dal Feuer griff um sich, begünstigt vom stark wehenden Winde, und fielen diesem wütenden Elemente gegen 300 Holzgebäude zu» Opfer. Die sofort herbeigeeilte Löschmannschaft versuchte wphl des Feuers Herr zu werden, allein, wie e< leider » de» Nei»en ruffischen Trübten der Hall ist. war Wniffer, nicht ausreichend zur Stelle, außerdem funktionierte auch die pri* tiv eingerichteten Löfch-Maschiuen sehr mangelhaft, so daß man mit verschränkten Armen dem Brande zusetzen mußte. Das Geschrei und der Zammer der Abgebrannten, die plötzlich ihre- Habs und Guts verlustig gingen und obdachlos wurdem, war entsetzlich. Leider find auch 6 Menschen, die fich b. Ausbruch des Feuernicht retten konnten, verbrannt. Die deutsche Kommandantur nahm fich der Aermsten sofort an. indem fie dieselben in «in Kloster unterbrachte und mit Brot und sanftigeu Lebensmitteln versah. Beim Anblick dieseschrecklichen Elends wandte ich mich an H. Gem.-Rabd. Dr. Rosenthal-BreSlau mit der Litte, eine Sammlung für die ob« dachlos gewordenen zu veranstalten. Herr Dr. R. nahm die Sache sofort in die Hand, und die Sammlung brachte über 3000 M.. die zunächst im Interesse einer planmäßigen Lerteilung an das Comite in Frankfurt a. M. z. H. d. H. Jak. Rosenheim überwiesen wurden. Slonim ist eine aus vorwiegend von Juden bewohnte Stadt, die vor Kriegsausbruch etwa 30000 Juden zählte. Gegenwärtig ist die Zahl derselben auf 15—20000 zusammcngeschmolzen. Es freut mich, daß meine Bitte auf fruchtbaren Boden gefallen ist, da ich die Genugtuung habe, mittelbar zur Linderung des Elendsür die Abgebrannten beigetragen za haben. Heinrich Braun. Kemg der Züdilchen Volks-Zeitung i« den besetzte« Gebieten Putzland». Die in Russisch-Polen bestehenden Reichspostaastalten, ferner die neu errichteten Postanstalten im Poftgebiete des Oberbefehlshaber- Ost nehmen Bestellungen auf die Jüdische BoUszeitung zum Bezugspreise von t Marl 50 ptvierteljährlich entgegen. Die Nachlieferung bereits eljchienener Rümmer» des laufenden Monats ist besonders zu beantragen und wird gegen eine geringe Bestellgebühr ausgeführt. Im Einzel'Verkaus ist die „Jüdische Volkszeitung * beiden Zeitungshäadlern zu haben f. 15 Pf. die Rr., mit Umschlag 20 Pf. brr ZSdische, voltrzkitvAg. BK kitten nufere Areuuöe, »ie . jütische ffß»kll»- zeiluu," üßerul in L»ü»leu und aus den fitutzußöfeu, in Lesctzulleu, -ufe», Eufitzöfen, Spttseßnnseru, -erttueu und Lvtzeu >, u«luu,eu, uu< iu sAnde fffrten »ul Auxiuflutteu.

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