Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- 18 (3.5.1918)
- Date
- 1918-05-03
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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I Alls dem Felde. 3«MW>e PolhytotH.___»min, de, 8. Mai ,»,8_, "r. ,8 . pefiach l» Sich« Nach Wochen ttntinigen Leben« ». tägliche» PattouMengängeu erhielt ich am 24. ». St. de- Befehl, «ei» Oaartier in eine« entlegene» Ente z» verlasse» »>ü z»r Kompagnk znrtckznfahren. De» Grund der Ablösing ahite ich. e< . stand ja Peffach »or der Tür. nnd «er srent sich nicht daeanf, wieder einige Lage »nter Gleichdenkenden nnd Gleichsühlenden >n »erleten; nnd e« gab eine» lange» Urland, »o» Dienstag li* ju« Soontag fitst, H war ja Friede» i« Oste», da konnte das >. O. K. schon alle«, anch de» von »rthodorer Seite geänderten Wünschen. gerecht werden. So »achten wir beite jüdisch«» Kameraden »»s. Kompagnie »»« am Dienstag in aller Fitste ans de» Weg. nnd »ach einer recht la»gen Wandernng und einige» Standen Gahnsahrt langten wir gegen S Uhr abend» in Riga an. Der Mittwoch wurde d. Besorgung gewidwet, die »»» t» reicher Zahl von Kameraden «ufgetrage» wäre», denn stier i« Gebiet der Kampszone der Manate Se»te«der und Oktober, gtebt e4 nur Trümmer und Ruinen. nnd f» verging »er lag. bi« wir na» ,u gemeinfchaftltchem Gottesdienste in einer der größte» Synagogen Riga» und im Anschluß daran i« Festfool de» lettischen Ber» ' etnsßause« znr Sederfeier g»f»««e»f»»den. Und e» war eine stattlich« Zahl »an Giandendgenosfen. die den festlich gcsch»ü<kten Kau« füllten, «»hl an 800 Teilnehmer, »,d man fand »anche» alten Gekannte», fast «a»ch bekannle» Gesicht, da» ei» grans«««» Geschick »u» schon den dritte» »nd diene» Peffach fern seiner Liede» kesselte. Znnächst wnrdr »nt eine angenestwe Ueberraschnng Teil. Et» gut geschulter jäb. Damenchor, den ersten streifen Riga» aagehdrig. begrüßte »nt «it de» alten Weifen de» m» tan»» n»d aäavu anlow um f»bann darauf «it uni den Geber |> begehe». Herr De. Sanderli»g widmete zu»ächst seine» Gästen, »der wie er sich wohl lleder anidrückl. sei»« Kameraden war»« Warte ber Begrüßung, sei» borneb dabo, deaebem näonaj ist gewiß jede« »o» »ns ä» H eeze» gegangen, und unter dem Eindruck seiner gkede ist man so gerne geneigt, das glücklich« und baldige Ende der langen Leidenszeit z» erhoffe». Und da»» erklangm die astbekanntcn Meladiee» der Hagaada. ,u« Teil i« Wechfelgesang «orgetragen. »nt schnei entschwanden die Stunde». Der nächste Vormittag fast »ns wieder ,n« Gotte«die»fte i« Berttnsßause beifam«en. den gweite» lederabend «erbrachte ei» beträchtlicher Teil der Kameraden j» pri»»te« Kreise, »nd anch ich statte i« Tanke des Nachmittags durch Zufal ei» jangc* Ehepaar kennen gelernt, dessen liebenswürdiger Et»lad»»g ich gerne gesalgt war, »nd in dffsen Nin««n ich einig« fräste und interessante Stunde» «erbrachte. Man starte »lei einander au fragen nnd gll ergästle», es »ab ja sadiel gemeinta«« Berthrnngspnnfte und . noch am Abend dar. «einer Atrttse, an dem ' ich «ich oo» «einen sren»»Uche» Witte» verabschiedete, «erginge» die Stunde» Flog«, -n« Mette» Ostertag Mrchmlttag statte Herr De. S. M eine« Gar«»,«.- .Das lind«»«,« »ach de» Krieg«' eingeladen. und t» »Ladende» Marte», di« «anchmal wie ei» reißender Gebirgsbach sein«, Lippe» «»Istrdmteu, schilderte er, welch« Ksmpse das Judentum nach de» Krieg« g» erwarten hätte, wie der Antisemitismus sich nicht aleiu «it dem Tnn und Handel», ja «it de» Gedanke» des Jude» defasie, wie er gesliffeutlich alle Verfehlungen, die auf unserer Sette begangen feie», regtstrtre, wie die Zeiten eines Stöcker »der eines' Treitfchke mit den >» erwartende» nicht zu oergleich«» wäre», und daß nur der Zusammenschluß der gesamte» Zndenheit einschließlich »ster Laue» und Indifferente» einen Wall gegen den za erwartenden Unsturm bilden könne. Dem Schm» Zisroel müsse sich der Ruf .Höre Sott, den» einig Judentum steht »»r Dtr'anschließen. Wie allen Zuhörern, zn denen auch «ine große Unzahl jüd.! vürger Riga« gehörte, dicke Uussührunge» aus der Seele gesprochen waren, bewies die sich auschließende Uussprache. Wieder und wieder meldete» sich Kameraden zum Wort, jeder hatte etwas auf dem Herzen, alle, mochten sie der liberalen, der orthodoxe» »der der zionistischen Nicht»», angebtreu, »ersprachen im kommende» Kampfe treu zum Standen zu stehen, »nd wie dem äußeren Feinde s» auch dereinst de« inneren Gegner mutig und tapfer entgegenzutreten. Eine Unregnng. der bedrängte», armen jüdische» Ein-, wostner glatäftina«. unseres Stammlande», zu gedenken, fand starke» Widerhall, und i» jedem der Zuhörer klang wohl noch lange des saeben Gehörte nach. — Um zweiten Feiertag vormittag halten wir wieder eine» schönen Gottesdienst in der größte» Shaagogc Riga« in der Golgolstraße. Wir. das heißt ein Teil de, Kameraden wohnte de« Vorträge einet 77jäßttgen G»rbeteis »ei, der mit der volle» Stimme eines 40jährigen anscheinend mühelos den Gottesdienst errichtete. Unterstützt wurde er durch eiueu vorzüglich geleiteten Knadenchor. ln dem es wahre Prachtexemplare von wohlkliagenden «olimmen gab, dabei kein tautcs Vordringen Einzelner, alles in reiner Harmonie. Man sagte mir, daß auch der berühmte Jadlomker «an diesem Ihor «ns seinen Weg t» die große Welt gemacht habe. Mehr als 2000 vesncher füllten die Synagoge, die wohl kau« für 600—»00 Personen berechnet war, und nur langsam leette sich nach Beendigung des Gottesdienstes der Raum, alle Zuhörer standen sichtbar noch lange im Brune des erhabenen Borttages. — Um. Sonnabend Mittag fanden wir uns noch zur letzten gemeinsamen Mahlzeit zusamme». es gab jetzt die anfangs rar gehaltene Mazzo in ausreichender Weise, »nt die Übendrclp. Morgenzüge am 31. 3 führte» uns wieder unseren Standotten zu, in angenehmer Erinnerung der soeben »erbrachte» abwechselungsreichen Tage. Es waren sämtliche Inden der 8. Urmee von Libau dis zum Paipussee eingelade». alle» was der Etappen-Jnspektion ü untersteht. Riga hat z. Z. 40 000 Juden, »or dem Kriege waren es 80 000. Die Wohlhabenden sind «usgewandert und werde» kaum zuriillehren. Gest. Leo Sulinger. Ver Kriegers letzter Brief Loa Her». Sri!?« ch.graukfun a. Main. Praußcn blühende Bäume, die Natur zeigt sich im Frühlingskleid«, die Böglein zwitschern ihre herrlichsten Lieder. Ein Singen und Klingen »»» Lied«. Sie schön, wie wunderbar schön lst die« alle». Dach halt! mich schaudert'«. Ich wende meine Blicke zurück -zu 'den »or mir liegenden verwundeten. JBit ist» möglich,' frage ich mich, .daß die Menschen so »om Wahn gepackt sich gegenseitig zerreißen, zermürben und zerfleische» »nd die höchsten Güter auf's Spiel setze», um schließlich mit ihrer Kultur leer auszugehcn. Kann den» di« Erde soviel Leid ttageu f' Und da» groß« Leid der Menschheit spiegelt sich wieder in dem Zimmer des Kranken, in das die Frühlingssonne ihre leuchtenden Strahlen hlneinsendet. Mit einem Schwerverwundetenttanspott brachte man nachts diesen jüdischen tapfcrn Krieger, geschmückt mit dem Slserne» Kreuz, in da« Lazarett. Und als man ihn vorsichtlg dettete. da griff er suchend um sich nach seiner Tefilloh, um de» Schöpfer Dank darzubringe». daß er ihn dehültt hatte und ihn die Heimat erreichen ließ. Der Morgen graule —. umgebe» »o» blühenden Sesten und dem liebliche» Gesänge der Vögel, schrieb ber verwundete seiner Gattin? .Siehe, Schwere« habe ich durchlebe» müffe». Losgelöst von unserm Heim unter den entsetzlichsten Entbehrungen und Gefahren, lernte ich erkennen, wie sehr wir alle bestrebt sein sollten, die Lehren »es Krieges zu ziehen. Der über uns hereingebrochene Sommer möge und läutern, damit wir ualer Leben in der Häuslichkeit und im allgemeiaeu mehr dem Linkachcn zugewandt bleiben. »eußerlich deschrideu. aber innerlich desto erhabener, reiner und größer . . . verwundet und nahezu 16 Stunden im feindlichen Feuer schwer blutend htlsto» liege» geblieben, brachte man mich in die geliebte Heimat. Stille ist es hier, — brausten blähe» so prachtvoll die Bäume — die Böget zwitschern so schön, — alle» steut sich mit mir. Grüße unsere beiden Lieblinge — ich bin im Himmel!' Ruhig schlummert der Tapfere hinüber, seine Seele zieht gen Himmel. _ Fleder, ist Siköer .... Im siebenjährige» Kriege beschuldigte man in Oesterreich die Juden, daßjste es mit dem siegreichen Gegner Mari» Theresias, Friedrich dem Großen, hielten. Die Kaiserin, die in ihrer bekannten Bigotterie, eine Gegnerin der Inden war. sann darüber nach, wie sie diese Ungläubigen am besten los werden könnte. Die Juden erfuhren von dieser Absicht, die im Mmisterrat bereit» erwogen wurde, und versuchten ihre Gegenmaßnahmen. Eine« Tage» liest sich beim Minister Graten Leopold Krakowsk, vo» Kolowrat ein Jude melden; »och wies ihn der Kammerdiener im Austtagc seines Herrn ad. Der Jude bot fünf Dukaten für eine Audienz beim Minister und versprach nur ein einzige» Wort zu sagen und dann gleich wieder wegzngeheu. Der Diener berichtete seinem Herr» diesen sonderbaren Wunsch, woraus Gras Kolowrat erwiderte: .Wenn du die fünf Dukaten verdienen willst, so taffe ihn eintrele», aber er darf keinessalls mehr als ei» Wort sprechen.' Der Jude trat ein, verbeugte sich tief ui» sagte zum Minister .Schweige»' und entfernte sich mit einer stummen Verbeugung. Kurze Zeit daraus fand eine Staatskvnfereuz statt, welche die Kaiserin persönlich leitete. Unter anderem wurde die Frage ertttert, ob die Juden ausgewrese» werden sollte». ES wurden Sttmmmen pra und contta laut. Der Gras von K a u»i tz ttat war» - für die Inden et». Di« Debatte wurde ziemlich lebhaft, nnr Gras Kolowrat schwieg. Dies bemerkte di« Kaiserin und fragte ihn, warum er heute so nachdenNich sei. Der Gras erwidme .Majestät, ich denke darüber nach, wieviel der Kammerdiener des Grafen Kaunitz fürs Reden bekommen habe» mag da mein Diener für» Schweigen schon fünf Dukaten erhielt.• „tfUfer“ 43] ■ Historische Erziihluag in ft a« Scharlach, Dothen O/S. Ase Siechte »orbehallen. „Sinan soll kommen!" befahl ber Sultan. Nach verlaus einer viertetstunb« erschien der Gerufene. Er sand den Sultan I» feinem Gemach«. „Sinan!" ttcs der Pabischa, „Du bist der Einzige. der es gut mit mir gemeint hat: Du Haft da» herrlichste Geschöpf entdeckt und für mich bestimmt. Ja. diese Feiglinge haben sie ermordet: ei» Weib. da» seinesgleichen nicht hat ans Erben! Ich »erd« die lermste rächen, ich »erlange die Köpf« »er Mörder und derer, die es haben geschehe» lasten. Ich ernenne Dich zum Großnesir, Sinan! Sende dem schurkischen Ferha». der solche« hat geschehen lasten, die seidene Schnur und nimm Dir da« Reichssiegel. Hernach ordne eine strenge Untersuchung an und laste jede» töten, der den schändlichen Mord hat gescheht» lasten: mit Unsnahme.Es »Ntde dem Snltan schwer, den Satz zu beende». „Mit Ausnahme meiner Mutter." preßte er hervor. Sin»» verneigte sich ttef und ging. Eber Ferhad hatte durch, seine Kundschafter bereit« erfahren, daß Sina» zu» Großherrn gerufen sei: Wohl wiffend, daß da» für ihn Absetzung »der gor Tod dedenten würde, war er sofort »ns Konftantinopel entflohen. Seine Schätze hatte er «it sich geführt und eine Truppe ihm treu ergebener Zanitschare». An her Spitze ber syrischen Truppen Sinan ans, um seinen langjthrigen Feind zu bekriegen. Er holte ihn ein. als er gerade sein Schloß Litrof, in ber Näh« von Konstantinopel, in verteidigungszustand fetzte. Mit den «orten: .Sein Kops gehött mir. seine Schätz« euch!» feuerte Sinan die Soldaten an. Schliß Littos wurde erstürmt, Ferhad's Jauitscharen »ietergemacht, er selbst wurde in die sieben Türme nach Konstantinopel »eschlsppt, »» er bald darauf erwürgt wurde. Auch über die Sipahi's wurde strenge» Gericht gehalten: 65 Sipahi's, denen »achgewiese» wurde, daß sie om Aufstand« sich beteiligt hatte», wurden enthaupltt. Ihr« Köpfe ließ der Sultan an den Toren aus Spieße stellen. Der Schnster »ber wurde aus da« Rad J«stochten. Immer größere »nsdehauug nahm die Rache des iultaa». Die Wächter de« Palastes, weiche die Sipahi's hatten einbringe» laste», wurden znm Lad« verurteilt »nd da» Urteil an ihnen »ollstreckt. Auch an de» Große» de» Reich», die den Aufstand nicht gehindett hatten, nahm Mohammed furchtbare Roch«. Der Kadiaökar vaki und der vefir Dscherrah wurde» eiwürgt. Der Kaimakam Ibrahim, «in Schwager de» Swltans, wurde vom Hofe verbannt, der Mufti Boftansade ward feine» Amte» entsetzt. Sinan, der Großvefir, der oll diese Befehl« »»»führen mußte, lebte ln Angst uad Sorge, daß auch ihn da» Geschick der Ander» erreichen möchte. Zu seinem Glücke kamen schlimme Rachttchte» von der Grenze. Der Woiwode der Walachei. Michael, mtt Recht .Der Tapfere." aber auch .der Treulose und Grausame' beigenanut, hatte sich gegen die .hohe Pforte' cwpitt und Erfolge anf Erfolge errungen. Da zog Sinan mtt der heiligen Fahne de» Prophettn gegen die Wallachei aus. In blutigen Schlachten, in welchen die drei Pascha'« Haider. Husiein und Rustapha umkamen und Siuon selbst beinahe verloren hätte, besiegte er den aufrührerischen Vasallen. Bukarest wurde erobert, die Kirchen wurden in Moscheen verwandelt, auf den Türme» der vergoldete Halbmond befestigt, die Fürstcnburg des Woiwoden wurde in eine Eitadelle umgewandelt. Alle diese ersreulichen Nachrichten machten nicht de» geringste» Eindruck aus den Sultan, der still »or sich hinbrüteud, in seinem Gemache saß und nach der verlorenen Rose von Saloniki jammerte. Da nahte sich eines Tages Haffan, der Eunuch. .Großmächtigster Herr,' sprach er, ,cS jammert mich Euer tiefer Schmerz. Ich glaube vermute» zu dürfen, daß die Rose von Saloniki »och lebt »nd. daß statt ihrer die Dienerin Hanna ermordet worden ist. Der Sultan sprang aus. .Roch lebt?' ries er. .Sprich, erzähle schnell, mal weißt Du von ihr?' Upd Haffan erzählte, wie er dem jüdischen Arzte Salomon mit noch zwei Minner» und einem Frauenzimmer zur Flucht oerholfen, wie er dem Diener de« Arztes ei» Schreibe» überbracht und dieser mit einer Kutsche gekommen »m die Flüchtlinge in den Hafen zu führe», von wo sie sicherlich enttommen feie*. lüartsepuvg folg«) Ma» Ar«»» Drama .Fine Königin Fstßer', das de» biblische» Stoff in« Zeitlos-Märchenhaite erhebt und symbolisch oertieft, gelangte in Reuen Schauspielhause in Königsberg in Pr. zur Uraufführung. Das ideentiefe, aber dabei mehr symbolffch-abstrakre als dramatisch wirksame Märchenspiel, zu dem der Dichter selbst eine zarte Musik komponiert hat, seffelte durch manche dichterisch« Schönheit uad sand sehr beifällige Aufnahme Der anwesende Verfasser wurde wiederholt her- »orgerufrn. Jüdisch« Ktatißtt Die ersten modernen Schuften über die Statistik der Inden find Dr. Alfred Rassig« .Materialien znr Statistik des jüdischen Stammes' (1887) u. d. engl. Studie von Joseph Jacobs: Studie« in Iewtih Etattftics (1901). Beide Arbeiten bedienen sich nur zum Teil des zahlemmäßigen Materials, sie begnügen sich mit Schätzungen, denen »atürlich nur ein bedingter Wett zunkanut werden kann. Al« 1. Arbeit nach streng wiffenschaftlichcn Grundsätzen auf Grund de« in amtlichen Veröffentlichungen niedergelegte» Zahlenmaterial« gilt d. 1902 in Eonrads Jahrbücher» sür Ralionalökonomic »nd Statistik erschleneue Arbeit von Dr. Arthur R u p p i n, welche die sozialen verhältniffe der Juden behandelt. Da« I. umfangreiche Werk, das sich mit jüdisch-statistischen Kragen beschästigt. ist .Jüdische Statistik der Juden'. 1903 durch den neubegründtten Verein für Statistik, der Juden von Dr. Alfted Rofftg) herausgegeben. 1904 begründ«« der Verein ei» Büro sür Statistik d. Juden, da« in schneller Folge eine Anzahl wett- »oller Schriften herausgab. Seit 1905 erscheint die Zeitschifft sür Demographie und Statistik ber Juden, die in 13 Jahren reichhaltiges ftatist. Matettal über die Juden in allen Ländern der Welt gebracht hat. Die jüdische Stattstik umtaßt heute schon ein« ganze Literatur; 1911 zählt e. englisches Werk 250 Bücher und Abhandlungen aus diesem Gebitte auf. Die Steigerung des Jnlercsiei sür ttne so wichttge Krage ist sehr erfteulich. Die Lehren der Stattstik find von höchster Bedeutung sür unsere Zukunst Sie müssen die Grundlage liefern für jede Tätigkttt, die eine Lerdefferuug unserer Lage oder die Besttttgung sozialer »der kultureller Schädigungen anstrebt. Me AerNner Illabemie »er Miffenschafte» oar 50 Iaßee». Zn s. Buche: .Ein Jahrhundert der Judenemancipalioy und deren Lerteidiger' erzählt Isidor Kain folg, inleresianle Episode: .Als ttn Physiker jüdischen Glaubens 1842 in die Berliner Akademie der Wissenschaften anfgenommen und »om König bestätigt wurde, ftagte Kultusminister E i ch- Horn schriftlich bet ber Akademie an, ob sie auch gewußt, daß der Gewählte ei» Jude sei. Die Akademie war sich jedoch ihrer Würde bewußt und ließ den Minister ohne Aatwott. Humboldt gttßelte damals diese Frage «ü den Motten: .Da« Gesetz ist mit allen Principicn e. ttnigenden EtaalSklughttt strtttenb. e« ist eine gefahrvolle Anmaßung ber schwachen Menschheit, die uralten Decrete Gotte« auslegen zu wollen. Die Geschichte finsttter Jahrhunderte lehtt, zu welchen Abwegen solch« Deutungen Mut geben.' AK »Uten »nser« Jrennde, »it .Jüdisch« Aal»» zeitnng" iterall in Aollale» und auf den Aatzntzöte», in Lese Halen, Aase», chatböte». Spttsebänseen, Aer ttne, und -sogen z» verlange», »nch in Aadechrte» »nd Znranßalte».